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Monat: April 2001 - russland.NEWS - russland.TV

„Ich war gerade am Würste grillen…“

Der 26. April 1996 – der Tag der Tschernobyl-Katastrofe. Stunden, Tage und Wochen die die Menschen in Deutschland und anderswo bewegt haben. Die Erinnerungen sind noch wach – und wirken sich teils in Ablehnung der Atom-Energie aus. Hier der 3. Teil unserer Umfrage zum Thema: „Tschernobyl – 15 Jahre danach“.

Manfred Quiring, Chef-Korrespondent des Springer Auslanddienstes, Moskau.

Als der Unfall in Tschernobyl geschah, war ich gerade mit Freunden am Moskauer Stadtrand am Würste grillen. Ich erfuhr es erst später aus einer Meldung von Itar-Tass. Ich war geschockt und wollte wissen, was wirklich passiert war, da es in dieser Agentur-Meldung zuerst sehr verharmlost wurde. Heute bin ich gegenüber der Atomenergie sehr distanziert.

Heike Uhlig, Leiterin der Spracharbeit und stellvertretende Leiterin des Goethe-Instituts, Moskau.

Damals war ich noch Studentin. Ich machte mir grosse Sorgen. Da ich noch in Potsdam, also in der DDR, wohnte, erfuhren wir erst sehr spät, was wirklich passiert war. Wir wussten auch lange nicht, wie gefährlich dieser Unfall wirklich war.

Man sollte langsam den Ausstieg aus der Atomenergie planen. Er ist zwar nicht 100-prozentig möglich, doch man muss darauf hinarbeiten.

Sabine Griesche, Korrespondentin der Deutschen Fernsehnachrichten Agentur, Moskau.

Ich war 17 Jahre alt und wohnte in der Nähe eines Atomkraftwerkes. Auf den Spielplätzen standen überall Tafeln „Gesperrte Zone“. Ich war sehr erschrocken, als ich von dem Unfall hörte, denn es hätte auch in diesem Atomkraftwerk passieren können. In der Schule habe ich an Demonstrationen gegen Atomkraftwerke teilgenommen. Ich bin für einen Ausstieg aus der Atomenergie. Man sollte vermehrt nach alternativen Energien forschen.




„Ich war sehr besorgt – und bin es heute noch“

Nicht nur in Deutschland hat der Reaktorunfall in Tschernobyl Verunsicherung und Angst ausgelöst – auch bei den nördlichen und südlichen Nachbaren sind die Erinnerungen an den Supergau haften geblieben. Im zweiten Teil unserer Umfrage nun Schweizer und dänische Stimmen aus Moskau.

Walter Fetscherin, Schweizer Botschafter in Moskau:

Vom Unglück erfuhr ich während eines Expertentreffens der KSZE (heute OSZE) über „Menschliche Kontakte“, welches im Frühling 1986 in Bern stattfand und dessen Exekutivsekretär ich war.

Wir hatten das Treffen im Hotel Bellevue organisiert, das zu diesem Zwecke von allen nicht teilnehmenden Gästen evakuiert worden war. Am bewussten Morgen begab ich mich von meinem Büro in einen der Sitzungssäle, als mir auf der Treppe die Leiter der amerikanischen und der sowjetischen Delegation entgegenkamen und mich über den Unfall informierten. Vor allem die ungewöhnliche Nervosität der Sowjets ließ sofort darauf schließen, dass sich etwas von außergewöhnlicher Bedeutung ereignet hatte.

In der kurz darauf beginnenden Sitzung unterrichteten sowohl die US- wie die sowjetische Delegation die Konferenz über die ersten Mitteilungen betreffend des Unglücks. Von diesem Tage an beherrschte Tschernobyl einen wichtigen Teil des noch ca. zwei Wochen dauernden Treffens.

Per Dalgård, Moskauer Korrespondent der dänischen Zeitung „Politiken“:

Zu dieser Zeit studierte ich in Edmonton in Kanada. Nachdem ich von dem Unglück erfahren hatte, galt mein erster Gedanke meiner Familie in Dänemark. Die Nachrichten berichteten von radioaktiven Wolken, die Richtung Skandinavien ziehen.

Ich war sehr besorgt – und bin es heute noch. Vor allem, weil ich zwischenzeitlich schon ein paarmal vor Ort die Resultate der Katastrofe gesehen habe. Die kranken neugeborenen Kinder in den Heimen…es ist einfach schrecklich.

Geradezu absurd sind die Studien der Atom-Lobby, die verbreiten, es sei eigentlich gar nicht so schlimm gewesen. Ich bin völlig gegen die Atom-Energie – auch in den reichen Industrieländern.

Dölf Michel, Restaurant-Inhaber „Cafe des Artistes“:

Ich war in den USA, als das Unglück geschah. Alles schien mir unvorstellbar und ich hab es wohl auch gar nicht richtig realisiert. Dies geschah erst, als ich 1990 nach Russland kam. Es ist für mich immer wieder überraschend, wie sorglos hier die Menschen mit dieser Problematik umgehen. Niemand scheint sich bewusst, dass ein solches Unglück jederzeit wieder geschehen kann.

Jetzt bauen sie noch neue Werke und wollen atomare Abfälle importieren, dabei wissen doch alle, wie marode die Infrastruktur ist. Aber die Opposition bleibt aus. Ich bin ein erklärter Gegner der Atom-Energie und das war ich schon vor Tschernobyl.

Max Schmid, Korrespondent Schweizer Radio DRS1: Moskau.

Ich arbeitete im Radio-Studio in Bern in der Schweiz, als die Meldung über Tschernobyl bei uns eintraf. Zuerst waren wir skeptisch. Wir zweifelten daran, dass so etwas überhaupt passieren kann. Dann entstand im Studio eine Hektik. Die Informationen verdichteten sich und wir wussten: dies ist ein Gau. Persönlich habe ich mich immer gedrückt, eine klare Meinung über Atomenergie zu haben.

Der Ausstieg braucht seine Zeit. Sehr skeptisch bin ich gegenüber den Abfällen. Ich denke, das ist ein weltweites Problem und wird wohl noch lange ungelöst bleiben.

Andreas Rüsch, Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Moskau:

Ich war damals noch Student. An etwas Genaueres kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich war besorgt über die Risiken, machte mir aber keine allzu großen Gedanken darüber. Wenn es Möglichkeiten gibt, die Atomenergie zu reduzieren, bin ich sehr dafür.




15 Jahre Tschernobyl: „Käse kauften wir in Finnland“

Am Donnerstag jährt sich zum 15. Mal der Jahrestag der Tschernobyl-Katastrofe. Welche Erinnerungen prominente Moskauer Deutsche an das Unglück haben und ob sich der Super-GAU auf ihre Einstellung zur Atomenergie ausgewirkt hat, lesen Sie in einer RUSSLAND.ru-Umfrage.

Volker Undorf, Vorsitzender des Vorstandes der SAO WestLB Vostok:

Ich habe die Katastrofe tatsächlich noch in guter Erinnerung, weil ich damals schon für die WestLB in Moskau arbeitete. Mein Sohn war erst neun Jahre alt, wir machten uns Sorgen. Mit anderen deutschen Geschäftsleuten haben wir fortan die frischen Nahrungsmittel aus dem Ausland bezogen – einmal wöchentlich Käse und Milchprodukte aus Finnland, das Fleisch aus Argentinien. In der deutschen Botschaft stand ein Geigerzähler zur Verfügung – und tatsächlich konnten wir mehrmals Gemüse nicht essen, weil die Werte überschritten waren. Wir blieben bis zu meiner vorübergehenden Abreise im Jahre 1989 sehr vorsichtig. Der Zustand der russischen Kernkraftwerke ist besorgniserregend. Schade, dass ein solch rohstoffreiches Land so stark auf Atomenergie setzt.

Dr. Peter Hiller, Leiter der DAAD-Außenstelle Moskau:

Im Frühjahr 1986 bereitete ich mich darauf vor, als einer der beiden ersten DAAD-Lektoren aus der Bundesrepublik in die Sowjetunion zu gehen. Wir haben uns nach dem GAU zusammengesetzt und überlegt, ob wir überhaupt noch fahren sollen. Als wir im September nach Moskau kamen, war Tschernobyl für die deutsche Community noch ein ganz wichtiges Thema. In der Botschaft konnte man sich seine Einkäufe vom Markt mit einem Geiger-Zähler überprüfen lassen.

Meine Einstellung zur Atomenergie hat Tschernobyl nicht verändert. Die war auch vorher schon negativ.

Wolfram Rehbock, Rostocker Jurist in St.Petersburg:

Damals war ich in der achten Klasse in Rostock. Ich weiß noch, dass wir uns zu jener Zeit schon die Nachrichten auf den westdeutschen Fernsehkanälen anschauten. Und dort war alles viel dramatischer – so wegen atomaren Wolken und Staubteilchen. Bei uns in der DDR wurde zwar auch über das Unglück berichtet, aber alles heruntergespielt. Vom großen Bruder im Osten konnte ja nichts Schlimmes kommen…

Ich bin dort ein Befürworter der Kernenergie, wo die hohen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden können. Was bringt es, wenn man in Deutschland die Reaktoren schließt und dann den Atom-Strom aus Werken in Tschechien importiert?

Wolfgang Landgraeber, derzeit als Vertretung im Moskauer Studio der ARD:

1986 arbeitete ich bei der Sendung „Monitor“ des WDR in Köln, wo Russland-Experte Gerd Ruge Redaktionsleiter war. An jenem Katastrofentag stand unsere Sendung auf dem Programm. Alle Beiträge waren bereits abgenommen. Die Nachricht vom explodierten Reaktor bedeutete, die fertigen Filme wegzuwerfen und eine komplett neue Sendung auf die Beine zu stellen – an einem einzigen Tag. Allerdings gab es genug Bildmaterial vom Katastrofengebiet und aus Skandinavien, das als erste Gegend außerhalb der Sowjetunion die Auswirkungen zu spüren bekam. Ich dachte nur: Das kann ja wohl nicht wahr sein. Wie viele andere glaubte ich an die Beteuerungen der deutschen Atomindustrie, dass ein solcher Fall in 10 Millionen Jahren nicht vorkommen werde. Frisches Obst und Gemüse aus Deutschland strich ich sofort vom Speiseplan, was ich heute als eine „verständliche Überreaktion“ bezeichnen würde.

Peter Urie, Pastor an der evang.-lutherischen St.-Peter-und-Paul-Kirche in Moskau, Propst für Zentralrussland:

Zum Zeitpunkt der Tschernobyl-Katastrofe lebte ich in der DDR. Ich wunderte mich, dass es auf einmal überall in den Geschäften Gurken und Tomaten zu kaufen gab. Alles Waren, die der Westen nicht mehr kaufen wollte. Über den Unfall habe ich erst später erfahren – aus dem Westfernsehen.

Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass Atomenergie notwendig ist, da die alternativen Energiequellen nicht ausreichen.




Der Tschernobyl-Reaktor

plan

1.)  Lademaschine mit der die Brennelemente ausgewechselt werden
2.) Stahlblechmantel, der den Reaktorkern umgibt. Das in ihm befindliche Helium-Stickstoff Gasgemisch verhindert, dass sich der heisse Grafit durch Sauerstoff entzündet.
3.) Betonmantel
4.)  Dampfsammler und Wasserabscheider
5.)  Dampf zur Turbine
6.)  Verlängerung einer Rohrleitung, um die Brennelemente während des Reaktorbetriebs wechseln zu können.
7.)  Reaktorkern: Grafitblock mit rund 1700 einzelnen Rohrleitungssystemen, in denen das Kühlmittel Wasser und die Brennelemente enthalten sind.
8.)  Hauptumwälzpumpe
9.) Wasserrücklauf




Glossar – Erklärung von Fachbegriffen

Aktivität:

Aktivität ist die Zahl der je Sekunde in einer radioaktiven Substanz zerfallenden Atomkerne. Die Maßeinheit ist das Becquerel (Bq). Ein Bq entspricht dem Zerfall eines Atomkerns pro Sekunde.

Dampfblasenkoeffizient:

Die Reaktivität eines Reaktors, ein Maß für das Abweichen der Kettenreaktionsrate vom stabilen Gleichgewichtszustand, ist je nach Anlage von einer Reihe von Betriebsparametern abhängig. Ein negativer Dampfblasenkoeffizent bewirkt, daß bei einem Ansteigen der Kettenreaktionsrate und dem damit verbundenen Temperaturanstieg des Kühlmittels durch den sich vergrößernden Dampfblasenantell automatisch die Kettenreaktionsrate und damit die Leistung begrenzt wird und wieder zurückgeht. Im deutschen Genehmigungsverfahren muß nachgewiesen werden, daß der Damptblasenkoeffizient immer negativ ist. Bei russischen RBMK-Reaktoren ist er positiv; eine Leistung und Temperatursteigerung bewirkt eine immer schneller zunehmende Kettenreaktionsrate, die weitere Leistungs- und Temperaturerhöhungen zur Folge hat. Dieser Effekt war die physikalische Ursache für den Reaktorunfall in Tschernobyl.

Dekontamination:

Beseitigung oder Verringerung einer radioaktiven Verunreinigung von Arbeitsflächen, Geräten, Räumen, Wasser, Luft usw. mittels chemischer oder physikalischer Verfahren, z.B. durch Abwaschen oder Reinigung mit Chemikalien. Die Dekontamination von Luft und Wasser erfolgt durch Filtern bzw. Verdampfen und Ausfällen.

inhärent sicher:

Ein technisches System wird als inhärent sicher bezeichnet, wenn es aus sich selbst heraus, also ohne Hilfsmedien, Hilfsenergie oder aktive Komponenten sicher arbeitet. Beispielsweise kühlt ein Kühlwassersystem inhärent sicher, wenn die Wärmeabfuhr über ausreichend große Wärmetauscher bei Schwerkraftumwälzung des Kühlwassers erfolgt, da die Schwerkraft immer zur Verfügung steht.

Kritikalität:

Der Zustand eines Kernreaktors, in dem eine sich selbst erhaltene Kettenreaktion abläuft.

Megawatt:

Das millionenfache der Leistungseinheit Watt (W), Kurzzeichen: MW 1 MW = 1.000 kW = 1.000.000 W

Millirem:

Frühere Einheit der sog. Äkquivalentdosis , Kurzzeichen: mrem. Mittlerweile abgelöst durch die neue Einheit Sievert (1 Millisievert/mSv = 100 mrem)

Moderator:

Material, mit dem schnelle Neutronen auf niedrige Energien „abgebremst werden“, da bei niedrigen Neutronenenergien die Spaltung im Reaktor mit besserer Ausbeute verläuft. Als Moderatoren werden u.a. leichtes Wasser, schweres Wasser und Graphit verwendet.

Nuklid:

Ein Nuklid ist ein durch eine Protonenzahl, Neutronenzahl und seinen Energiezustand charakterisierte Atomart. Zur Zeit sind über 2.700 verschiedene Nuklide bekannt, die sich auf die 112 derzeit bekannten Elemente verteilen. Davon sind über 2.200 Nuklide radioaktiv.

Radioaktivität:

Eigenschaft bestimmter Stoffe, sich ohne äußere Einwirkung umzuwandeln und dabei eine charakteristische Strahlung auszusenden. 1896 von Becquerel am Uran entdeckt. Wenn die Stoffe in der Natur vorkommen, spricht man von natürlicher Radioaktivität; sind sie z. B. ein Produkt von Kernumwandlung in Reaktoren, so spricht man von künstlicher Radioaktivität. Kennzeichnend für jedes Radionuklid ist seine Halbwertszeit, das ist die Zeit, in der sich in einer vorgegebenen Menge die Hälfte der Atomkerne umwandelt.

Radiologie:

Im weiteren Sinne „Medizinische Strahlenkunde“ bestehend aus theoretischer Radiologie (Strahlenbiologie, medizinische Strahlenphysik) und klinischer Radiologie. Radiologie im engeren Sinn umfaßt die Röntgendiagnostik und Strahlentherapie.

RBMK-1.000:

RBMK ist die russische Abkürzung für Hochleistungs-Druckröhren-Reaktor, während „1.000“ die elektrische Leistung in Megawatt angibt.

Reaktivität:

Maß für das Abweichen eines Reaktors vom kritischen Zustand. Die Reaktivität ist im kritischen Zustand genau 0. Ist sie positiv, steigt die Reaktorleistung an. Bei negativer Reaktivität sinkt der Leistungspegel. Fehlen bei einem raschen Leistungsanstieg ausreichend negative Rückwirkungsmechanismen, kommt es zu einem Anstieg der Kettenreaktion im Millisekundenbereich, der durch aktive Gegenmaßnahmen, wie das Einfahren von Regelstäben, nicht beherrschbar ist.

Regelstäbe:

Eine stab- oder plattenförmige Anordnung zur Regelung der Reaktivitätsschwankungen eines Reaktors. Der Regelstab besteht aus neutronenabsorbierendem Material (Cadmium, Bor usw.).

Strahlenexposition:

Einwirkung ionisierender Strahlen auf den menschlichen Körper. Diese können auf dem Gesamtkörper oder auch nur auf Teile des Körpers einwirken, sie können von Strahlenquellen außerhalb oder innerhalb des Körpers verursacht werden.

Strahlenrisiko:

Zur Bemessung und Beurteilung des Strahlenrisikos sind u.a. folgende Maßeinheiten von Bedeutung:

  • Das Becquerel (Bq) als Maß für die Radioaktivität. Es sagt jedoch nichts über die Dosis aus, die ein Mensch erhält, wenn der radioaktive Stoff und der Expositionsweg nicht bekannt sind.

 

  • Die Energiedosis Gray (Gy). Sie ist die Menge an Energie, die in einer Masse, z.B. menschlichem Gewebe, absorbiert wird. Ein Gy entspricht einer Energieaufnahme von einem Joule pro Kilogramm.

 

  • Verschiedene Strahlenarten haben bei gleicher Energiedosis unterschiedliche biologische Wirkungen. Unter Strahlenschutzgesichtspunkten ist daher nicht nur die Energiedosis allein relevant, sondern sie wird mit einem sog. Bewertungs- oder Qualitätsfaktor (Q) gewichtet. Der Qualitätsfaktor einer ionisierenden Strahlung berücksichtigt den Einfluß der mikroskopischen Verteilung der absorbierten Energie auf den Schaden. Die Maßeinheit hierfür ist das Sievert (Sv), das die früher gültige Bezeichnung Rem (rem) ersetzt hat.

 

  • Der Qualitätsfaktor Q kann für definierte Bedingungen bestimmt werden und ist für verschiedene Strahlungsarten sehr unterschiedlich. Für Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist Q = 1, für Alpha-Strahlung ist Q=20, für Neutronenstrahlung ist Q sehr von der Neutronenenergie abhängig.

Quelle:

Auszug aus der Broschüre „TSCHERNOBYL – DER REAKTORUNFALL“

Informationskreis Kernenergie Heussallee 10 53113 Bonn