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Monat: September 2005 - russland.NEWS - russland.TV

Millionenspiel mit Chodorkowski

Michail Chodorkowski macht auch Dich reich – das ist die Botschaft der neuesten Internet-Abzocke, die inzwischen viele User in ihren elektronischen Briefkästen finden.

Das Vorgehen erinnert allerdings auffällig an die altbekannte Nigeria-Connection: Da liegen auf einer ausländischen Bank riesige Geldbeträge – hier 100,5 Mio Dollar im Londoner HSBC Geldinstitut – die jedoch ohne die tätige Mithilfe ausgerechnet des Angeschriebenen nicht bewegt werden können. Was der Adressat genau tun soll, bleibt in dem ersten weitgehend Brief offen. Ihm wird nur mitgeteilt, dass er lediglich seinen Namen (und sein Konto) als Begünstigter zur Verfügung stellen soll Auf jeden Fall winkt ihm für seine Unterstützung eine Belohnung in Höhe von fünf Prozent der Gesamtsumme – in diesem Fall also fünf Millionen Dollar.

Absender dieses einmaligen Angebots ist Mr. Robert Bill, der im Brief offenkundige Schwierigkeiten mit seinem Namen zeigt – mal mit einem „l“, dann wieder mit zweien, mal groß geschrieben und mal klein – überhaupt strotzt der in schauderhaftem Englisch verfasste Text vor orthografischen und grammmatikalischen Fehlern. Dieser Mister R.B. gibt sich als „persönlicher Schatzmeister“ und an anderer Stelle als „persönlicher Berater“ des einsitzenden Ex-Yukos-Chefs aus. Hätte sich Chodorkowski tatsächlich mit solchen „Vertrauten“ umgeben, hätte er wohl gar nicht erst die Millionen angehäuft, die jetzt andere angeblich in seinem Namen verscherbeln wollen.

Die reichlich hundert Millionen, um die es in dem Angebot geht, stammen, wie Bob schreibt, „aus dem letzten Öl-Deal eines Londoner Öl-Händlers mit meinem Boss Mikhail Chodorkowski“, der ihm kurz vor seiner Verhaftung noch schnell die Verfügungsgewalt über den Geldtransfer übertragen hat.

Eigenartig, wozu braucht der Mann dann noch einen Dritten?

Das erfährt der interessierte Möchtegern-Millionär dann, aber auch nur vielleicht, wenn er in einer Antwort-Email seine Bereitschaft zur Teilnahme an der Rettungsaktion für heimatlose Öl-Dollars bekundet hat. Bevor sein Konto dann aber wegen Überfüllung geschlossen werden muss, bittet Robert oder Jasmes oder Peter, vorab die angesichts des zu erwartenden Gewinns lächerlich zu nennende Summe von einigen Tausend Dollar auf ein von ihm benanntes Konto zu überweisen – zur Deckung geschäftsgebundener Ausgaben.. Sollte jetzt die Gier über den gesunden Menschenverstand siegen, sei dem Fast-Reichen empfohlen, sich von jedem Geldschein einzeln zu verabschieden, denn er wird ihn nie wiedersehen, geschweige denn, dan großen Batzen erhalten..

Unbekannt ist, ob das so ergaunerte Geld notleidenden inhaftierten Öl-Magnaten zugute kommt. Wahrscheidlich aber will sich jemand eine Einnahmequelle erschließen, dem es dieser Weg erfolgversprechender schien, als Emails mit der Auffoderung zu verschicken: „Hallo, ich brauche Geld, schickt mir welches.“ [  Hartmut Hübner / russland.RU – die Internet – Zeitung ]




Internationale Experten beunruhigt über Zustand des Tschernobyl-Sarkophags

Die Strukturkomponenten des Sarkophags, die den unfallbeschädigten Reaktor des AKW Tschernobyl abdecken, sind beschädigt und können aufbrechen, was zum Austritt radioaktiver Strahlungen führen kann, meinen die Experte der Organisation „Tschernobyl-Forum“. Ihre Prognose veröffentlicht heute die ukrainische Zeitung „Segodnja“.

Zugleich teilte die Pressestelle des Ministeriums für Zivilschutz der Ukraine mit, dass das Objekt „Schutzhülle“ weiterhin „erfolgreich bis zu dem Augenblick seine Funktionen erfüllen wird, bis an seiner Stelle der neue Rettungsbogen als Sarkophag gebaut sein wird“.

Der neue Mantel des Blockes wird in Form eines Bogens mit einer Höhe von 100 Metern und einer Ausdehnung von 250 Metern errichtet. Er wird auf einem sicheren Gelände in der Nähe des Objekts montiert und dann dem alten Sarkophag aufgestülpt. Die Ausschreibung für den Bau des Bogens soll Ende November erfolgen, teilte die Pressestelle mit. Im Anschluss beginnen die Arbeiten, um den neuen Mantel fertig zu stellen und zu installieren. Am Bau werden 3000 hoch bezahlte Fachkräfte mitwirken.

Nach Angaben ausländischer Experten betrug die Zahl der Opfer der Tschernobyl-Katastrophe etwa 4000 Menschen. Ungefähr 600 000 Menschen waren in Folge der Katastrophe und der Beseitigung ihrer Nachwirkungen einer erhöhten radioaktiven Strahlung ausgesetzt. Bei rund 4000 Menschen, vor allem Kindern, wurde Schilddrüsenkrebs diagnostiziert.

Der Organisation Tschernobyl-Forum gehören acht UN-Agenturen, die Weltbank, Russland, Weißrussland und die Ukraine an.

Am 26. April 1986 stürzte nach einer Explosion im AKW Tschernobyl die Decke eines Reaktors ein; es kam zu einer radioaktiven Verseuchung der Atmosphäre.