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Monat: Oktober 2006 - russland.NEWS - russland.TV

Sowjetischer Ex-Staatschef wirft USA „Krankheit“ vor

Der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, hat heftige Kritik an den Vereinigten Staaten geübt. In einem Interview mit der Netzeitung vom Freitag sagte Gorbatschow: „Unsere amerikanischen Freunde leiden heutzutage an einer Krankheit, die schlimmer ist als Aids. Ich würde diese Krankheit als den Siegerkomplex bezeichnen.“

Gorbatschow begründete seine Kritik mit der Rolle der USA in der Weltpolitik. Die USA seien immer noch in ihrem alten politischen Anspruch verfangen, in ganz Westeuropa das Sagen zu haben.

In Zukunft werden die Vereinigten Staaten nach Ansicht des ehemaligen sowjetischen Präsidenten ihren weltweiten Führungsanspruch verlieren. Zwar würden die USA noch immer ihre Rolle spielen, diese werde aber geringer sein, sagte Gorbatschow. Gleichzeitig ging Gorbatschow davon aus, dass die Bedeutung der Europäischen Union zunehmen wird. „Es wird ein gestärktes vereintes Europa geben“, sagte er. Zudem werde es neue Machtzentren auf der Welt geben, etwa Russland, China, Indien, Japan und Brasilien. „Dann müssen die Amerikaner verstehen, dass es notwendig ist, Dinge partnerschaftlich zu entscheiden und als Partner zu handeln, anstatt immer nur Kommandos geben zu wollen.“

Gorbatschow kritisierte auch die Europapolitik der USA: „Die Politik der Amerikaner hinsichtlich der EU und hinsichtlich des postsowjetischen Raums erfüllt manchen von uns doch mit Verwunderung und Enttäuschung. Man muss den Amerikanern mal ganz klar sagen: Es gibt nicht nur die Interessen der Vereinigten Staaten, sondern auch legitime Interessen der Europäischen Union, wo eine halbe Milliarde Menschen leben, die in der Lage sein müssen, ihr eigenes Schicksal, ihren eigenen demokratischen Weg zu entscheiden.“

Keine unmittelbare Gefahr sieht der ehemalige sowjetische Präsident im Fall Nordkorea: „Ich bin nicht der Auffassung, dass wir momentan vor einer unmittelbaren atomaren Bedrohung stehen.“ Allerdings hätte auch die Arroganz der Atommächte zur Zuspitzung in dem Konflikt beigetragen. Um die Lage zu entspannen, „müsste sich der atomare Club anders benehmen“. Gorbatschow brachte daher Überlegungen ins Spiel, die Atommächte sollten weiter abrüsten. Bei der Überwindung des Nordkorea-Konfliktes sieht Gorbatschow vor allem China und Russland in der Pflicht. Diese hätten schon immer enge Beziehungen zu Nordkorea unterhalten, sagte er.




Gorbatschow zum Politkowskaja-Mord

Auf der Pressekonferenz des Petersburger-Dialogs 2006 in Dresden äußerte sich Michail Gorbatschow zum Mord an Anna Politkowskaja.

Der ehemalige russische Präsident Michail Gorbatschow hat die Tötung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja als „politischen Mord“ und „Racheakt“ bezeichnet.

„Es ist klar, dass man sie zum Schweigen bringen wollte“, sagte Gorbatschow der italienischen Zeitung „La Repubblica“. Die Tat sei ein „schwerer Schlag für die Pressefreiheit“ und für diejenigen, die sich in Russland für Demokratie einsetzten. Die These jedoch, wonach Politkowskaja eine von der Regierung kritisch beäugte Journalistin gewesen sei, die folglich von der Regierung zum Schweigen gebracht worden sei, sei „zu einfach“, sagte Gorbatschow.




Gorbatschow: Pressefreiheit, Menschenrechte und Schäuble

Auf der Pressekonferenz des Petersburger-Dialogs 2006 in Dresden äußerte sich Michail Gorbatschow zum Thema Pressefreiheit, Menschenrechte und Schäuble.




Gorbatschow: Politkowskaja Opfer eines „politischen Mordes“

Der ehemalige russische Präsident Michail Gorbatschow hat die Tötung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja als „politischen Mord“ und „Racheakt“ bezeichnet.

„Es ist klar, dass man sie zum Schweigen bringen wollte“, sagte Gorbatschow der italienischen Zeitung „La Repubblica“. Die Tat sei ein „schwerer Schlag für die Pressefreiheit“ und für diejenigen, die sich in Russland für Demokratie einsetzten. Die These jedoch, wonach Politkowskaja eine von der Regierung kritisch beäugte Journalistin gewesen sei, die folglich von der Regierung zum Schweigen gebracht worden sei, sei „zu einfach“, sagte Gorbatschow.

Da Politkowskaja vor allem über Tschetschenien und über die Korruption in der Armee und im Land allgemein berichtet habe, müsse in diese beiden Richtungen ermittelt werden, forderte Gorbatschow. Politkowskaja war am Samstag in ihrem Haus in der Moskauer Innenstadt erschossen worden. Mit ihrer regierungskritischen und mutigen Berichterstattung vor allem über den Tschetschenienkrieg hatte sich die Journalistin weltweit einen Namen gemacht.