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Monat: Juli 2012 - russland.NEWS - russland.TV

Kubas Präsident will in Moskau bilaterale Beziehungen wiederbeleben

Moskau – Kubas Präsident Raúl Castro hat sich bei einem Besuch in Moskau mit der russischen Führung auf eine Wiederbelebung der einst engen bilateralen Beziehungen verständigt. „Wir hatten Zeiten anderer Beziehungen, diese heute sind pragmatischer“, sagte der Präsident Putin bei dem Treffen am Mittwoch. „Dennoch ist alles, was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben, jetzt Teil unseres gemeinsamen Wohlstandes“, sagte Putin.

Putin und Castro hatten sich bei der Begrüßung wie alte Freunde umarmt und mehrmals davon gesprochen, dass sie über dieses Treffen sehr froh sind. „Kuba ist unser alter Traditionspartner, wir sind sehr froh, sie zu sehen“, sagte Putin am Anfang des Gesprächs.

Castro legte zu Beginn seines Besuchs zunächst einen Kranz auf dem Grabmal des unbekannten Soldaten nieder. Er traf dann mit dem russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew zusammen. Laut Medwedew verständigten sich beide auf eine engere Zusammenarbeit „im wirtschaftlichen und humanitären Bereich“ sowie auf regelmäßige Konsultationen.

„Wir sind vor Kurzem in Brasilien zusammengekommen, wo die Idee entstanden ist, Sie zu einem Arbeitsbesuch nach Russland einzuladen. Ich bin sehr froh, dass Sie diese Arbeitsvisite abstatten“, sagte Medwedew. „Es ist sinnvoll, Positionen zu internationalen Fragen, zu Fragen der bilateralen Beziehungen zu vergleichen“. „In letzter Zeit haben wir das Potenzial der russisch-kubanischen Beziehungen beträchtlich gestärkt. Die Weltwirtschaft und Finanzen befinden sich in einer komplizierten Lage, es gibt auch sehr viele Widersprüche in den internationalen Beziehungen. All dies drückt auch der inneren Situation in unseren Ländern seinen Stempel auf“, sagte er.

Einem Berater Putins zufolge werden zudem gemeinsame „Projekte in den Bereichen Transport, Raumfahrt, Telekommunikation und Pharmazie“ besprochen. Zudem solle der russische Ölkonzern Sarubeschneft seine Investitionen in Kuba bis 2025 auf umgerechnet 2,35 Milliarden Euro erhöhen. Die russische Zeitung „Kommersant“ berichtete, Kuba wolle auch Vereinbarungen im Rüstungsbereich erzielen.

Die Handelsbeziehungen zwischen Russland und Kuba waren nach dem Ende der Sowjetzeit praktisch ausgesetzt worden. Der Zusammenbruch der Sowjetunion vor mehr als 20 Jahren bedeutete zugleich ein Ende der wirtschaftlichen Unterstützung Moskaus für Havanna. Castro war zuletzt 2009 nach Moskau gereist, um den damaligen Präsidenten Medwedew zu treffen. Putin war im Jahr 2000 als erster post-sowjetischer Staatschef ins kommunistische Kuba gereist, wo er Raúl Castro und dessen Bruder und Vorgänger im Amt, Fidel Castro, traf.
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Übersicht zur EM 2012

Finale

Spanien – Italien: 4:0 (2.0)

Halbfinale

Portugal – Spanien: 2:4 (0:0, 0:0) n.E.

Deutschland –Italien: 1:2 (0:2)

Viertelfinale

Tschechien – Portugal: 0:1 (0:0)

Deutschland – Griechenland: 4:2 (1:0)

 

Spanien – Frankreich: 2:0 (1:0)

England – Italien: 2:4 (0:0, (0:0) n.E.

Gruppe A:

Platz Nation S U N Tore Diff Pkt
1. Tschechien 2 0 1 4:5 -1 6
2. Griechenland 1 1 1 3:3 0 4
3. Russland 1 1 1 5:3 +2 4
4. Polen 0 2 1 2:3 – 1 2

 

Gruppe B:

Platz Nation S U N Tore Diff Pkt
1. Deutschland 3 0 0 5:2 +3 9
2. Portugal 2 0 1 5:4 +1 6
3. Dänemark 1 0 2 4:5 -1 3
4. Niederlande 0 0 3 2:5 -3 0

 

Gruppe C:

Platz Nation S U N Tore Diff Pkt
1. Spanien 2 1 0 6:1 +5 7
2. Italien 1 2 0 4:2 +2 5
3. Kroatien 1 1 1 4:3 +1 4
4. Irland 0 0 3 1:9 -8 0

 

Gruppe D:

Platz Nation S U N Tore Diff Pkt
1. England 2 1 0 5:3 +2 7
2. Frankreich 1 1 1 3:3 0 4
3. Ukraine 1 0 2 2:4 -2 3
4. Schweden 1 0 2 5:5 0 3

 

Die Torjäger der EM 2012

3 Tore

Mario Balotelli (ITA)

Alan Dsagojew (RUS)

Mario Gomez (GER)

Mario Mandzukic (CRO)

Cristiano Ronaldo (POR)

Fernando Torres (ESP)

2 Tore

Xabi Alonso (ESP)

Nicklas Bendtner (DEN)

Cesc Fabregas (ESP)

Zlatan Ibrahimovic (SWE)

Petr Jiracek (CZE)

Michael Krohn-Dehli (DEN)

Vaclav Pilar (CZE)

Dimitrios Salpingidis (GRE)

Andrej Schewtschenko (UKR)

David Silva (ESP)

Sperren für das Finale

 Keine

Gelbe Karten: Nach zwei Verwarnungen in zwei Turnier- Spielen sowie nach der vierten und jeder weiteren Gelben Karte ist ein Spieler automatisch für die nächste Partie gesperrt. Einzelne Verwarnungen werden nach den Viertelfinalduellen nicht ins Halbfinale übernommen.

Rote Karten: Ein des Feldes verwiesener Spieler ist grundsätzlich für das nächste Spiel des Turniers gesperrt. Die Kontroll- und Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union (UEFA) kann die Strafe bei schweren Vergehen verschärfen.

Reglement:

Die EM-Vorrunde wird in vier Gruppen zu je vier Mannschaften bestritten. Die Gruppensieger und die Gruppenzweiten qualifizieren sich für das Viertelfinale. Falls zwei oder mehr Mannschaften nach Abschluss der Gruppenspiele die gleiche Anzahl Punkte aufweisen, wird die Platzierung nach folgenden Kriterien in dieser Reihenfolge ermittelt:

1. größere Punktzahl aus den direkten Begegnungen

2. bessere Tordifferenz aus den direkten Duellen

3. größere Anzahl erzielter Tore aus den direkten Duellen

4. bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen

5. größere Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen

6. Platzierung in der UEFA- Koeffizientenrangliste für Nationalteams

7. Fair-Play-Verhalten der betreffenden Mannschaften

8. Losentscheid

Treffen zwei Mannschaften im letzten Gruppenspiel mit gleichem Punkte- und Torstand aufeinander und endet das Spiel unentschieden, wird die Platzierung durch Elfmeterschießen ermittelt.

Haben weitere Mannschaften derselben Gruppe dieselbe Anzahl Punkte, könnte auch der UEFA-Koeffizient entscheiden. Dieser wird nach den Spielen bei vorangegangenen EM- und WM-Turnieren ermittelt. Beim Fair-Play-Kriterium fließen abgesehen von Gelben, Gelb-Roten und Roten Karten auch das Verhalten und der Respekt gegenüber dem Gegner und den Schiedsrichtern in die Bewertung ein.




Welche Zukunft für Russlands Fußball?

Moskau. Nach dem 4:1-Sieg gegen Tschechien galt Russland als Mitfavorit bei der EURO 2012. Die Ernüchterung kam aber schnell, nach dem unerwarteten K.o. gegen Griechenland. Jetzt sucht Russland nach einem neuem Trainer und einem neuen Chef des nationalen Fußballverbands RFS. Viel wichtiger dürfte aber sein – eine neue Spielphilosophie zu entwickeln und grundsätzliche Strukturen in Russland zu ändern.

Russlands Fußballspieler boten bei der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft größtenteils ein Spiel ohne Durchsetzungsvermögen und mit konditionellen Problemen. Gegen Außenseiter Griechenland (0:1), die eine Halbzeit mit nur zehn Mann spielten, wurden die gesamten Probleme des russischen Fußballs ganz deutlich sichtbar. Die Sbornaja spielte lust- und ideenlos gegen ein Team, das den ersten EM-Sieg seit dem überraschenden Triumph 2004 feierte. Gegen eine Auswahl mit durchschnittlichen Profis fiel Russland nichts mehr ein in der zweiten Halbzeit.

 

„Schwarzer Tag für Russlands Fußball“, schrieb die Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“ zur folgenschweren ersten Pleite nach 16 Spielen ohne Niederlage. Aber was bedeutet: „Nach 16 Spielen ohne Niederlage“? Es gab dabei Freundschaftsspiele gegen Kamerun in Salzburg, dieses endete mit einen mageren 0:0, gegen Katar in Doha wurde ebenfalls nur unentschieden 1:1 gespielt und zuvor wurde sogar gegen den Iran 0:1 und gegen Belgien 0:2 verloren. Diese Testspiele waren allesamt keine Offenbarung für den russischen Fußball, geschweige dass der Trainer neue Erkenntnisse aus diesen Spielen sammeln konnte und wollte.

 

Den meisten Fußballexperten war nicht klar, welche Erkenntnisse der Nationaltrainer Dick Advocaat aus diesen Freundschaftsspielen gewinnen wollte – wenn er stetig den talentierten Nachwuchs ausgrenzte. Auch beim 3:0 Sieg über Italien, kurz vor der EM, kamen eklatante Fehler ans Tageslicht. Diese wollte aber keiner erkennen, dass Ergebnis stimmte ja – trügerisch war jenes!

 

Laut Dick Advocaat boten seine Fußballer bei Freundschaftsspielen nicht all ihre Kräfte auf. Da fragt sich doch die Fachwelt und auch der besorgte Fußballfan – an wem liegt das wohl und was bot man dann bei der EURO 2012?

 

Wegen des schon vor der EM besiegelten Abschieds von Trainer Dick Advocaat muss der russische Verband nun nicht nur einen neuen Coach suchen. Das Team um die alternden Stars Arschawin, Pawel Pogrebnjak und Roman Pawljutschenko braucht vielmehr eine neue Inspiration, eine eigene Spielphilosophie und vor allem Einigkeit im zerstrittenen russischen Fußball-Verband.

 

Die Chance heißt – Nachwuchs

 

Spätestens jetzt im Juli soll der Advocaat-Nachfolger präsentiert werden. Damit sind aber nur die geringsten Probleme gelöst – in jedem Fall muss sich die heimische Premier- Liga verändern: Weniger ausländische Stars für teures Geld wie Samuel Eto’o, mehr Nachwuchsarbeit und Förderung hoffnungsvoller Talente vom Niveau des dreifachen EURO-Torschützen Alan Dschagojew von ZSKA Moskau.

 

Trotz der Pleite im Relegationsspiel gegen Slowenien, zur Fußball-WM 2010 und einer seitdem anhaltenden Leistungsstagnation der russischen Nationalmannschaft, wurde nur wenig getan um das Personal zu erfrischen. Es gibt in der Premier-Liga auch zu viele Hauptakteure die nicht berechtigt sind für Russlands Nationalmannschaft zu spielen. Seydou Doumbia vom ZSKA Moskau steht dabei an der Spitze, er spielt bereits für die Elfenbeinküste. Während Danko Lazovic von Zenit St. Petersburg für Serbien fest gesetzt ist. Diese Aufzählung könnte noch beliebig fortgesetzt werden.

 

Trotzdem gibt es auch in Russland genügend hochkarätige Talente, die nur ihre Chance erhalten müssten. Auf denen man aufbauen muss und nicht gleich nach einer schwächeren Leistung wieder nach Hause schickt. Diese Spieler sind das Potenzial für die Zukunft des russischen Fußballs. Die wenigsten der jetzigen aktuellen Stamm-Nationalspieler werden noch im Mannschaftskader für die WM 2014 stehen, geschweige für die WM 2018 im eigenen Land.

Nach dem 0:0 in Moskau gegen Rumänien und der damit verpassten U-21 EM-Qualifikation, wurde die Presse in Russland aufgefordert – die jungen Spieler gut genug zu nennen, um sich dem älteren Trupp anzuschließen. Seitdem hat es aber wenige Zeichen gegeben, dass die jungen Spieler gefunden wurden.
Alan Kasajew von Rubin Kazan, ein offensiver Mittelfeldspieler und ehemaliger U-21 Nationalspieler, dessen starker Leistung der Sieg in der Champions-League-Qualifikation der vorigen Saison gegen Dynamo Kiew zu verdanken war, ist vielleicht das grellste Übersehen von Talenten. Dafür wurde Kasajew in Russlands B-Mannschaft aufgeboten, in einem sinnlosen Spiel gegen eine Jugendnationalmannschaft von Russland, anstatt sein Potential für die A-Nationalmannschaft zu nutzen.

Bis jetzt ist niemand Neues für die nächsten internationalen Aufgaben gefunden worden und es steht die nächste WM-Qualifikation gegen Portugal, Israel, Nordirland, Aserbaidschan und Luxenburg vor der Tür.

 

Jugendförderung muss in Russland geändert werden

 

Ein weiteres Problem ist hausgemacht – leider sind in Russland viele Sporthallen und Vereine leer. Vor gut 10 Jahren hatten sich Kinder und Jugendlichen noch auf eine einjährige Warteliste setzen lassen müssen, weil in den Kursen nicht genug Platz für jeden war. Es gibt nur noch wenig Ernsthaftigkeit, mit der Sport betrachtet wird.

 

Im Fernsehen ist immer weniger Sport zu sehen. Das Wissen und Interesse an einem gesunden Lebensstil wird auch immer geringer. Heute sitzen die Jugendlichen lieber vor ihren Computer und surfen im Internet. Niemand will trainieren. Werbung sieht man hauptsächlich für Alkohol und Zigaretten.

 

Es gab in Moskau folgenden Vorfall – über einen Schulspielplatz, auf dem Kinder ständig Fußball und andere Sportarten spielten, entschied die zuständige Schulleitung, dass es ihnen nicht gefällt, wie der Platz genutzt wird und so haben sie den Spielplatz einfach geschlossen. Am nächsten Tag kamen die Kinder und sahen, dass der ganze Platz abgesperrt war. Also gingen sie und kauften Bier und Zigaretten und verbrachten ihre Zeit stattdessen trinkend auf einer Parkbank.

 

Kindersport ist zu einer bezahlten Aktivität geworden. Aber viele haben nicht das Geld, um dafür zu zahlen. Wenn Sport früher etwas gekostet hätte, wären viele russische Spitzen-Sportler nie zu ihren Ehren gekommen, weil die Eltern nie das Geld gehabt hatten, um das zu zahlen. Viele Kinder und Jugendliche wollen auch noch heute den sportlichen Wettbewerb, aber sie können einfach nicht daran teilnehmen, es fehlt das Geld.

Gerade Kindersport muss wieder für Kinder und Jugendliche attraktiv gemacht werden. Es muss ein Programm der Regierung geben, um Sport für jeden zugänglich zu machen. Es muss in die Schulen und an die Plätze gegangen werden, wo die Kinder und Jugendlichen sind und es muss mit ihnen gesprochen werden. Es muss versucht werden, Kinder und Jugendliche mit Sport in Verbindung zu bringen.

 

Wenn dieses alles nicht beachtet und grundlegend umgesetzt wird, wird der russische Fußball einer schwierigen und unsicheren Zukunft entgegengehen.




Video: Busen-Demo in Kiew

Die Femen haben wieder zugeschlagen. Oben ohne – wie immer – ging es dieses Mal in Kiew nicht nur gegen den Besuch Lukaschenkos, wie die Westmedien berichten. Auch die Fußball-EM allgemein und deren Förderung der Prostitution waren Zielscheibe der Aktion.




Wiktor Ponedelnik – der erste Star einer Fußball-Europameisterschaft

(von Michael Barth) Kiew/Moskau. Das 14. Finale einer Europameisterschaft steht unmittelbar bevor. Wieder wird es einen Europameister geben, der vier Jahre lang seinen Titel behält. Wir wollen hier einen Blick auf die Vergangenheit dieser Europameisterschaften wagen. Es begann im Jahr 1960 in Frankreich und prompt war der allererste EM-Star ausgerechnet – ein Russe.

Andere Zeiten – andere Qualifikationen

 

Eine Qualifikation im heutigen Sinne gab es schlichtweg nicht, in diesem Europapokal der Nationen, wie er zu dieser Zeit noch genannt wurde. Dafür wurden die Achtel- und Viertelfinalspiele, die im K.-o.-Modus ausgetragen wurden, als Fahrkarte für das Halbfinale und das Endspiel genutzt. Im Achtelfinale gelangen den Sowjets zwei, es galt noch Hin- und Rückspiel in den jeweiligen Heimatländern zu bestreiten, überzeugende Siege gegen die Ungarn. In Moskau wurde 3:1 und in Budapest 1:0 gewonnen.

 

Das nächste Spiel war gegen Spanien im Viertelfinale. Der Gewinner jedoch hieß: „Kalter Krieg“. Obwohl die Spieler der spanischen Mannschaft bereits am Flughafen versammelt waren um gemeinsam nach Moskau zu fliegen wurden sie von dem seinerzeit regierenden Diktator Francisco Franco zurückgepfiffen. Die Spanische Staatsmacht stemmte sich dagegen, ihr Team gegen die Sowjetunion spielen zu lassen. Die UdSSR wiederum verzichtete höflicherweise auf ein Spiel auf neutralem Boden. Das Ende vom Lied: Spanien verlor am grünen Tisch und musste eine empfindliche Konventionalstrafe zahlen, die Sowjetunion dagegen bekam beide Partien mit jeweils 3:0 Toren gutgeschrieben.

 

Die Endrunde in Frankreich wird zur Sternstunde

 

Das erste der beiden noch ausstehenden Turnierspiele (Halbfinale und Finale) für die Sowjetunion fand in Marseile statt. Die Nationalelf der UdSSR musste gegen die damalige Tschechoslowakei antreten. Obgleich in deren Reihen mit Josef Masopust einer der besten Fußballer seiner Zeit stand wurde der Bruderstaat von der Sowjetunion mit 3:0 schier weggefegt. Der Matchwinner des Spiels hieß Wiktor Ponedelnik, dieser russische

Mittelstürmer, der die entscheidenden Vorlagen zu den beiden ersten Toren für seinen Sturmkollegen Walentin Iwanow von Torpedo Moskau gab. Dann besiegelte Ponedelnik selbst mit seinem Tor in der 65. Spielminute den Endstand dieses Halbfinales.

 

Einwurf: Des Helden seine Vereinsgeschichte

 

Wiktor Wladimirowitsch Ponedelnik, so sein voller Name, erblickte am 22. Mai 1937 in Rostow am Don das Licht der Welt. Seine Fußballerkarriere formte sich zuerst beim heutigen FK Rostow, der früher noch als Rostselmasch im Vereinsregister geführt wurde. Mit 21 Lenzen ging er dann zum Lokalrivalen SKA Rostow. Seine Karriere beendete Ponedelnik schließlich nach neun Jahren in Rostower Vereinen beim Hauptstadtklub Spartak Moskau.

 

Zuvor hätte er schon einmal zu den Moskauer „Fohlen“, dem ZSKA, wechseln sollen, die Partei wollte ihn dort haben. Da wurde aber nichts daraus: „Das war ein Riesenskandal damals, ich wurde quasi entführt“, schimpft er noch heute. Aufgrund der regen Anteilnahme einflussreicher Persönlichkeiten erwirkte er den Verbleib in seiner Heimatstadt. 1966 klang Ponedelniks große Zeit endgültig aus – er widmete sich dem Journalismus, machte seinen Trainer und wurde zu guter Letzt noch Berater des Präsidenten.

 

Chapeau – Sowjets mit improvisierten Schuhwerk im Finale

 

Am 10. Juli 1960 ging es für die Sbornaja im Pariser Prinzenparkstadion dann ums Ganze. Das Endspiel gegen die Jugoslawen, die im Halbfinale 5:4 gegen Gastgeber Frankreich gewannen, stand bevor. Es trat eine UdSSR-Auswahl an, in der zum Glück ein handwerklich begabter Verteidiger als Schuhmacher fungierte. Da selbst nicht einmal Fußballschuhe aus der DDR für die Sbornaja zu beschaffen waren, „wurden eigens dafür gekaufte Ledertaschen in Sportschuhe umgenäht“, erinnert sich Wiktor Ponedelnik amüsiert nach all den Jahren. Dann kommt er jedoch ins grübeln: „Es hört sich heute seltsam an, aber das war uns damals alles egal. Für die Nationalelf anzutreten war die größte Ehre.“

Das Endspiel selbst war Dramatik pur. 18.000 Zuschauer, der Rest war ob des Ausscheidens der „Equipe Tricolore“ maßlos enttäuscht zu Hause geblieben, erlebten einen packenden Kampf um den ersten europäischen Titel. Die Jugoslawen führten zur Pause mit 1:0. Dann schlug die Stunde der Sowjets, bei der der ebenso großartige wie legendäre Torwart Lew Jaschin von Dynamo Moskau als „Schild“ dieser Mannschaft wirkte. „Jaschin hat uns im Spiel gehalten“, erzählt Ponedelnik. „Dann wurden die Jugoslawen müde, das haben wir gespürt.“

 

Kurz nach dem Wiederanpfiff traf Torpedo-Stürmer Slawa Metreweli zum verdienten Ausgleich. In der 114. Spielminute, die reguläre Spielzeit brachte keine Entscheidung, krönte Wiktor Ponedelnik endgültig seine Karriere. Sein Treffer zum 2:1 Endstand machte die Sowjetunion zum ersten Europameister der Geschichte.

 

Vive la Russe – Gipfeltreffen auf dem Eiffelturm

 

Nach ihrem Sieg seien sie einfach nur durch Paris geschlendert, resümiert Wiktor Ponedelnik später. Keine große Sause hätte es gegeben, keine ausgelassene Party, nicht einmal ein hemmungsloses Besäufnis. Stattdessen schlenderte die russische Nationalauswahl einfach nur durch die Strassen von Paris. Die Stadt der Liebe, für die Sowjets der Ort der Sehnsucht schlechthin. Man habe Frankreich auf sich wirken lassen und ein Bier getrunken, so Ponedelnik: „Wir durften ja alleine noch nicht einmal das Hotel verlassen. Ja, es war wirklich eine andere Welt damals, nicht nur im Fußball“.

 

Und dann stand der 23-Jährige Wiktor Ponedelnik als frischgebackener Europameister auf dem Eiffelturm und blickte versonnen über die Stadt, als plötzlich ein fremder Mann neben ihm auftauchte. Es war niemand Geringeres als Senor Real Madrid persönlich. Santiago Bernabeu, der legendäre Präsident des spanischen Hauptstadtklubs, wollte den jungen Stürmer aus dem russischen Umland zu den „Königlichen“ locken und bot ihm einen Vertrag bei Real an. Jedoch war das nicht im Sinne der begleitenden KGB-Offiziere, die ein behütendes Auge auf die Sbornaja während ihrer Reise in den „dekadenten“ Westen hatten. Immerhin betonten sie die große Ehre dieses Angebot, aus dem Vertrag jedoch wurde nichts. Ponedelnik muss bei dieser Anekdote lachen: „Und wir standen ratlos herum und fragten uns, was das eigentlich ist, ein Vertrag“.

Da das Endspiel in die Verlängerung ging, war zum Zeitpunkt des Tores in Moskau bereits nach Mitternacht und damit der Montag angebrochen. Die sowjetische Presse wurde nicht müde zu betonen: „Ponedelnik zabil v Ponedelnik“, auf Deutsch „Montag trifft am Montag“, da der Name übersetzt den ersten Wochentag bezeichnet. Immerhin, eine Prämie von 200.- US$ wurde den Spielern jeweils vom sowjetischen Fußballverband als Lohn der Müh’ überreicht – den ersten Fußball-Europameistern der Geschichte. Nach 29 Länderspielen, in denen er 20 Tore schoss, war auch diese Karriere Ponedelniks beendet. Sein Asthma zwang das „Schwert der Sbornaja“ letzten Endes zum Aufhören.