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Monat: Juni 2016 - russland.NEWS - russland.TV

Putins scharfe NATO-Kritik auf deutsch [Video]

Für die aus Sicht der russischen Regierung aggressive Politik der NATO hatte Präsident Putin bei einer heutigen Rede vor hochrangigen Diplomaten viel deutliche Kritik übrig.

Dabei sparte er kein Thema aus, das die Welt in den letzten Monaten und Jahren bewegte, sei es Syrien, Libyen oder die Ukraine, sei es die Osterweiterung oder die Aufrüstung im Ostseeraum. Wie es schon fast Tradition ist: Zahlreiche auch deutsche Presse berichtete über die Rede – das Original gibt es aber irgendwie immer nur bei uns unkommentiert in deutscher Übersetzung. Diese wird unterstützt von den Sprachschulen Liden & Denz, wo auch Ihr in Moskau und Sankt Petersburg richtig gutes Russischer lernen könntet – http://www.lidenz.ru




Wechsel an der Spitze der deutschen „linken Denkfabrik“ in Moskau

[Hartmut Hübner] Musik statt Krieg – so war die internationale Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau überschrieben, die gestern den Rahmen bildete für die offizielle Amtseinführung der neuen Leiterin der Filiale in Russland. Kerstin Kaiser nahm das Motto dann auch persönlich und präsentierte sich am Ende der Tagung, begleitet vom deutschen Liedermacher Tino Eisbrenner und dem chilenischen Gitarristen Ernesto Villalobos, als Sängerin mit einer Stimme, die auch außerhalb der Politik hätte Karriere machen können.

Doch sie zog es in die Politik – 16 Jahre lang war die gebürtige Stralsunderin Abgeordnete im Brandenburger Landtag für dieselbe linke Partei mit unterschiedlichen Bezeichnungen, sogar als Fraktionschefin und sie brachte 2009 mit dem damaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) eine rot-rote Koalitionsregierung auf den Weg. In den vergangenen Jahren war sie in der Fraktion als europapolitische Sprecherin aktiv, bis sie sich für die freiwerdende Stelle im Büro der Rosa Luxemburg-Stiftung in Moskau bewarb.

Für die diplomierte Slawistin ist die Tätigkeit in der russischen Hauptstadt praktisch ein Heimspiel, denn ihre universitäre Ausbildung erhielt sie an der staatlichen Universität in Leningrad. „Ich freue mich auf die neue Tätigkeit in einem höchst engagierten Kollektiv“, erklärte sie gestern vor Journalisten in Moskau. Die Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dagmar Enkelmann, bezeichnete es als Ziel einer „linken Denkfabrik“, wie sie die Büros in derzeit 18 Ländern auf vier Kontinenten sieht, gemeinsam mit Partnern im Land durch gesellschaftspolitische Bildung und Kommunikation die Vorzüge einer emanzipierten Zivilgesellschaft sowie einer friedlichen Problemlösung sichtbar zu machen. „Aber wir wollen Russland keine deutschen Rezepte aufzwingen“, betonte Kerstin Kaiser und verwies auf die Schlüsselvorhaben der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau. Dabei geht es beispielsweise um Erfahrungsaustausch zum Thema Konklusion in Russland, um die Unterstützung eines Kunstprojektes zwischen Tschetschenien und St. Petersburg oder auch um die Auswertung der Ergebnisse des Seminars zur weiteren Erforschung sowie zu Problemen der Arktis in St. Petersburg, das die Stiftung mitorganisiert hat.

Nächstes Jubiläum: 100 Jahre Revolution in Russland

Im nächsten Jahr, so kündigte sie an, werde der 100. Jahrestag der Revolution in Russland in ihrem gesamten Verlauf von Februar bis Oktober ein Schwerpunktthema sein. Zugleich stellte sie klar: „Natürlich geht bei unseren Diskussionen und Konferenzen immer um politische Inhalte, aber wir machen als Stiftung keine Politik.“ Sie wies darauf hin, dass die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die der Partei DIE LINKE nahesteht, in ihrem juristischen Wesen ein Verein ist, der vom Bundestag finanziert wird und der sich, wie alle anderen parteinahen Stiftungen an das Prinzip der Nichteinmischung in die Angelegenheiten des Gastgeberlandes zu halten hat.

Gegenüber russland.NEWS bestätigte sie, dass die in Moskau vertretenen Stiftungen anderer Parteien im Kontakt miteinander stehen, denn man bearbeite mitunter ähnliche Themen und habe oft dieselben Probleme. Zum Beispiel das russische NGO-Gesetz, das die Zusammenarbeit russischer Staatsbürger und Vereine mit ausländischen Organisationen regelt. „Als parteinahe Stiftung sind wir von dem Gesetz zwar nicht betroffen, aber unsere Partner. Wir leben von unserem föderationsweiten Netzwerk mit derzeit über 100 Partnern und es ist gewiss nicht angenehm, wenn jemand, der mit uns zusammenarbeitet, nach der aktuellen Rechtslage als „ausländischer Agent“ gilt“, monierte sie. Allerdings habe die überwiegende Mehrheit der Partner an der Kooperation mit der Stiftung festgehalten.

Auch Dietmar Bartsch, einer der beiden Fraktionsvorsitzenden der Partei DIE LINKE im Bundestag, betonte die Rolle der Büros der Stiftung im Ausland als Dialogpartner für den Diskurs um gesellschaftliche Zusammenhänge und Alternativen, für die Darstellung der Werte und Ziele der Linken, für das gemeinsame Eintreten gegen Gewalt, Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form. „Ich stehe dazu, dass wir Deutsche auch gegenüber Russland historisch in einer besonderen Verantwortung stehen. Unsere Fraktion war die einzige, die vorschlug, des 75.Jahrestages des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion in besonderer Form zu gedenken. Immerhin haben wir eine so genannte vereinbarte Debatte zu diesem Thema erreicht. Als Putin im Jahre 2001 im Bundestag gesprochen hat, haben ihm die Mitglieder aller Fraktionen applaudiert. Heute wäre das undenkbar. Russland ist heute kein sozialistischer oder kommunistischer Staat. Aber gute Beziehungen zu Russland, das zeigt die Geschichte, waren auch immer im Interesse Deutschlands, wirtschaftlich wie politisch. Dass die russische Führung das ähnlich sieht, zeigt der heutige Besuch von Präsident Putin in der deutschen Schule in Moskau.“ In diesem Kontext sei die Rolle der Rosa-Luxemburg Stiftung in Moskau nicht hoch genug einzuschätzen.
(Hartmut Hübner/russland.NEWS)




Istanbuler Selbstmordattentäter identifiziert

Die drei Selbstmordattentäter des Istanbuler Atatürk-Flughafens waren laut der türkischen Nachrichtenagentur Dogan russischer, kirgisischer und usbekischer Nationalität.

Die Agentur meldete den Sicherheitsdienst zitierend, dass einer der Attentäter aus der nordkaukasischen Republik Dagestan kam. Er sei in der benachbarten Republik Tschetschenien geboren und sei jetzt aus Syrien in die Türkei gekommen.

Die Istanbuler Polizei hatte zuvor bei einem Großeinsatz im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag 13 Personen festgenommen von denen drei Ausländer waren.

Bei dem Anschlag wurden 42 Menschen getötet und 239 verletzt.




Istanbul: Attentäter aus der GUS? Fußballer im Glück!

Angeblich stammten die drei Selbstmordattentäter, die am Dienstagabend über 40 Menschen auf dem Istanbuler Atatürk-Flughafen in den Tod rissen, aus Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Das berichteten mehrere Medien, darunter die „Washington Post“. Demzufolge seien die Attentäter als drei Männer aus Usbekistan, Kirgistan und Russland identifiziert worden.

Noch ist offiziell noch nicht erwiesen, wer der oder die Drahtzieher sind, die hinter diesem schrecklichen Terrorakt die Fäden gezogen haben. Die türkischen Behörden gehen allerdings nach wie vor davon aus, dass die Morde die Handschrift des „Islamischen Staates“ (IS) tragen. Insgesamt wurden von den Behörden inzwischen bei Razzien in der Türkei 13 Verdächtige festgenommen, darunter auch drei Ausländer.

Der Anschlag ist bereits der vierte schwere Terrorangriff in Istanbul in diesem Jahr.Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan rief unterdessen, mit eindringlichem Blick auf den Westen, zur verstärkten Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus auf. Zudem bedankte er sich ausdrücklich bei den Ländern, die der Türkei bisher kondoliert haben.

Unter den 41 Opfern des Anschlags hätten sich laut türkischen Angaben keine russischen und keine deutschen Staatsbürger befunden. Ein Deutscher, der seit kurzem einen russischen Pass besitzt, hatte schlichtweg unbeschreibliches Glück. Roman Neustädter, der Schalker Neu-Russe, mit der russischen Fußball-Nationalmannschaft erst jüngst bei der Europameisterschaft ausgeschieden und ab dem morgigen Freitag vereinslos, landete eine Stunde vor dem Attentat auf dem Istanbuler Flughafen.

Neustädter traf sich zu Vertragsverhandlungen mit dem Istanbuler Verein Fenerbahce, wie die türkische Zeitung „Hürriyet“ berichtete. Noch in der Nacht auf Mittwoch meldete sich der 28-jährige auf Twitter. Über den Kurznachrichtendienst nahm der Innenverteidiger Anteil am Leid der Opfer des Anschlags und deren Angehörigen.

[mb/russland.RU]




Ukrainische Menschenrechtler: Minsk II geht in die Brüche

[Hartmut Hübner] Gestern haben ukrainische Truppen nach Augenzeugenberichten im Raum der Ortschaft die Waffenstillstandslinie überschritten sind etwa vier Kilometer in das Separatistengebiet Lugansk eingedrungen. Zur Erinnerung: Im „Kessel von Debalzewo“ hat die Ukrainische Armee Anfang letzten Jahres ihre schwerste Niederlage im Kampf gegen die Aufständischen erlitten.

Im Donezker Gebiet versuchen die Streitkräfte der Ukraine seit Tagen, durch systematischen Artilleriebeschuss das Befahren der Straße von Donezk nach Gorlowka unmöglich zu machen und so die Frontstadt vom restlichen Gebiet zu isolieren. Damit wird das Minsker Abkommen deutlich verletzt.

„Diese verbotenen Aktionen gehören offenbar zur aktuellen militärischen Strategie der Ukraine, die von ihr  derzeit nicht kontrollierten Gebiete aufzuspalten, um sie letztlich zurückzuerobern und damit einer politische Regelung aus dem Weg zu gehen“, sagte der stellvertretende Leiter der Ostukrainischen Menschenrechts-Gruppe VPG, Ivan Pasikun, gestern in Moskau gegenüber Russland.NEWS.

„Dass hierunter erneut die Einwohner der betroffenen Gebiete zu leiden haben, spielt in den Überlegungen der Verantwortlichen keine Rolle. Die Minsker Vereinbarungen werden immer mehr zur Makulatur, weil die Führung in Kiew sie nicht erfüllen will und kann.“ Der vereinbarte Waffenstillstand werde nahezu täglich gebrochen, wobei die Schuld dafür durchaus beiden Seiten anzulasten sei, räumte der Menschenrechtler ein. Die OSZE-Mission sehe ihre Aufgabe derzeit allein darin, Beschuss und Feuergefechte zu protokollieren, ohne friedensstiftend zu wirken.

Aber auch die Situation auf der ukrainischen Seite der Demarkationslinie ist erschreckend, weiß die Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Vera Jastrebova, die eigentlich aus Donezk kommt, jetzt aber in Charkiv arbeitet, zu berichten „Es herrscht eine trostlose Apathie. Die Menschen sind es müde, ständig in der Gefahr vor neuen Gefechten leben zu müssen. Außerdem fühlen sie sich von der Kiewer Regierung im Stich gelassen.“ Beispielsweise würden Renten, wenn sie überhaupt gewährt würden, mit monatelanger Verspätung gezahlt, es gebe auch keinerlei humanitäre Hilfe. Ganz aktiv seien dagegen der ukrainische Geheimdienst und die Privatarmeen der Oligarchen, wie von Igor Kolomojskij aus Dnepropetrowsk, in dieser Region. „Menschen werden willkürlich verhaftet und ohne Verfahren eingesperrt, andere werden in den Wald geführt und kommen nicht mehr zurück“, berichtet sie. Bisher sei die Existenz von Geheimgefängnissen in der Ukraine stets geleugnet worden, jetzt sei die Existenz von mindestens fünf dieser rechtsfreien Einrichtungen nachgewiesen worden. Nach Angaben des früheren ukrainischen Premiers Asarow soll es in der Ukraine etwa 4000 politische Gefangene geben.

Kurzfristig keine Lösung in Sicht

Eine Chance für eine kurzfristige politische Regulierung des Konfliktes in der Ostukraine sieht Pasikun nicht: „Selbst wenn die neue ukrainische Regierung unter Grojsman  guten Willens wäre – was sie bisher noch nicht unter Beweis gestellt hat – wird sie sich nicht gegen Poroschenko und die Hardliner im Parlament durchsetzen. Einhaltung des Waffenstillstandes und Abzug der schweren Waffen, Gefangenenaustausch, Verfassungsänderung und Wahlen, Zahlung der Sozialleistungen – das alles müsste die Ukraine nun endlich auf den Weg bringen und nicht nur auf Russland zeigen. Würde Moskau nicht die Rentner in den abtrünnigen Gebieten finanziell unterstützen, wäre die Situation ganz dramatisch.“

Es sei unter diesen Bedingungen verständlich, dass viele Einwohner in den selbsternannten Republiken Donezk und Lugansk einen Anschluss an Russland wünschten. Dazu sei aber die politische Führung dort derzeit nicht bereit. Eine vollständige Rückkehr in das Staatsgebiet der Ukraine sei ebenfalls nicht vorstellbar, solange sich die Machtverhältnisse in Kiew nicht grundlegend änderten und demokratische Kräfte an die Macht kämen. Als selbstständige, aber isolierte Staaten zu überleben, habe auf Dauer auch keine Aussicht auf Erfolg.

„Die Leidtragenden sind wie immer die einfachen Menschen in der Konfliktregion, vor allem alte Leute und Kinder“, macht er deutlich. „Sie brauchen viel Unterstützung, um zu überleben. Die Ukraine kümmert sich nicht um sie, obwohl sie de facto ukrainische Staatsbürger sind. Ihnen bleibt also nur die Hoffnung auf internationale humanitäre Hilfe.“
(Hartmut Hübner/russland.NEWS)




Korruption: Rätselhaftes Verhalten

Die Verhaftung des Gouverneurs der Region Kirow, Nikita Bjelych, in Moskau am vergangenen Freitag hat unter der russischen Elite erhebliche Unruhe ausgelöst. Das Problem: Keines der üblichen Erklärungsmuster greift. Bjelych gilt zwar als Liberaler und war bis 2008 Chef der später aufgelösten Partei Union der rechten Kräfte. Doch Liberale gibt es auch im Kreml, deutlich mehr sogar, als viele Medienkonsumenten im Westen es sich vorstellen.

Zudem genießt – oder besser: genoss – Bjelych hinreichend Vertrauen, um ihm die Führung der Administration des tausend Kilometer östlich von Moskau gelegenen Kirower Gebiets anzuvertrauen. Auch im umstrittenen Betrugsprozess gegen den Oppositionsführer – und zeitweiligen Bjelych-Weggefährten – Alexej Nawalnij und seinen Bruder hat die Kirower Gebietsadministration im Sinne der Anklage mitgewirkt und zugearbeitet (Nawalnij wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und darf seither für kein Staatsamt kandidieren; sein Bruder wurde ins Gefängnis gesteckt).

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Separatismus muss nichts Schlechtes sein – der Kaliningrader Regionalismus

[Von Uwe Niemeier] – Die meisten Menschen verbinden mit diesem Wort und dem was man darunter in der Praxis versteht, häufig etwas Negatives. Aber es gibt Beispiele, wo Separatismus sogar begrüßenswert ist.

Ich persönlich bin für Separatismus beim Wäsche waschen – schwarze Socken sollten separat von weißer Unterwäsche in die Waschmaschine gesteckt werden. Nicht schlecht ist auch der Separatismus bei der Lagerung von Salz und Zucker in der Speisekammer. Eine nicht separate Lagerung kann fatale Folgen haben. Und natürlich sollte die Schwiegermutter nach Möglichkeit auch separat wohnen. Separatismus sollte auch bei Firmenbilanzen gelebt werden – immer schön die Einnahmen von den Ausgaben trennen, ansonsten kann das übel enden.

Problematischer wird es jedoch, wenn man über Separatismus auf Staatsebene spricht. Jetzt soll ja Schottland darüber nachdenken, ob man sich nicht lieber von England separiert, weil man mit den Ergebnissen des Brexit-Referendums nicht einverstanden ist. Wäre es anders herum gekommen, hätte vielleicht England überlegt, ob es sich von Schottland trennt … es ist schon alles nicht so einfach.

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema – dem Kaliningrader Separatismus. Eigentlich dachte ich, dass dieses Thema in der Kaliningrader Gesellschaft keine Rolle mehr spielt, insbesondere, nachdem irgendwann vor zehn Jahren (ich glaube es war im Jahre 2005) die Baltische Republikanische Partei verboten wurde. Diese Partei träumte von einem separaten Leben des Kaliningrader Gebiets.

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Putin und der Brexit

[Von Wolfgang Pomrehn] – Verwerfungen in der EU könnten auch Auswirkungen auf die Position der NATO haben und dadurch den Druck auf Russland verringern.

Der ehemalige indische Top-Diplomat MK Bhadrakumar geht auf Asia Times Online der Frage nach, was der Ausstieg Großbritanniens aus der EU für Russland bedeuten könnte. Zum einen sieht er eine gewisse Entspannung für Moskau, weil die Position des Westens geschwächt würde.

Noch vergangene Woche habe Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts des Truppenaufmarschs der NATO an Russlands Nordwestgrenze im Parlament vor einer Bedrohung vergleichbar zur deutschen Invasion vor 75 Jahren gewarnt. Tage später habe er bei einem Treffen in Taschklent einen wesentlich entspannteren Eindruck gemacht. Russische Kommentatoren hätten den Brexit außerdem durchweg als Zeichen interpretiert, dass die Sanktions-Front gegen Russland geschwächt worden sei. Besondere Hoffnungen werden offenbar auf Boris Johnson gesetzt, der als Sanktionsgegner gelte.

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Angstbild Russland

Die Frage bewirkt einen Riss quer durch alle politischen Lager: Ist das, was wir gewohnt sind, Westen zu nennen, für den Verbündeten USA nur noch ein Instrument zur Durchsetzung seiner eurasischen Geopolitik? Ist die transatlantische Sonderbeziehung, wie sie (in Westdeutschland) im Widerstehen gegen den gemeinsamen kommunistischen Feind entstand, obsolet, seit es diesen Feind nicht mehr gibt?

Die einen sind felsenfest überzeugt, der Begriff „Freie Welt“ sei so legitim wie zu Zeiten des Kalten Kriegs. Für sie ist und bleibt die USA der Fixpunkt, der Garant „unserer Freiheit und Demokratie“. Andere treibt der Zweifel um.

Russland verweigert sich

Eine Generation nach dem Fall der Berliner Mauer haben die Rahmenbedingungen sich gewandelt. Was noch vor kurzem Dritte Welt hieß, brütet neue Bedrohungen aus. Neue Herausforderer betreten den Ring. Birgt die NATO-Einbindung also auch künftig Schutz und Segen oder gebiert sie neue Gefahren in den Rivalenkämpfen des 21. Jahrhunderts, in den nicht mehr allzu fernen Kriegen der USA gegen China oder Russland? Die NATO-Beistandspflicht nach Artikel 5 greift auch im Pazifik.

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Der Abstieg des Westens

Das wirtschaftliche Gewicht des Westens sinkt seit Jahrzehnten, während andere aufsteigen. Werfen wir einen näheren Blick auf diese Entwicklung.

Die ökonomischen Gewichte auf der Welt verschieben sich rasant, wie die folgenden Daten des „Internationalen Währungsfonds“ zeigen:

160630_Folie_1_weltweite Wirtschaftsleistung in Prozent

* Prognose

** Angaben für 1980 lediglich für die Bundesrepublik

***Angaben für 1980 nicht vorhanden

Abseits der obigen Zahlenkolonnen lässt sich die Entwicklung auch beeindruckend graphisch darstellen. Unter den „E3“ sind die Angaben für Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen gefasst:

160630_Folie_2

Wenn wir die Kräfteverhältnisse des Westens (E3, Japan und USA) mit der „BRIC“ (Brasilien, Russland, Indien und China) vergleichen, erhalten wir folgendes Bild:

160630_Folie_3

Steinmeier weist darauf hin, dass es übertriebene Vorstellungen über die wirtschaftliche Stärke Deutschlands (und letztlich des gesamten Westens) gibt (s. meinen Beitrag vom 23.6.16). Dabei schränkt der Aufstieg anderer Erdteile die Gestaltungsmöglichkeiten unseres Landes und des gesamten Westens tendenziell und zunehmend ein.

Die Erfahrung und auch die ökonomische Entwicklung sprechen dafür, dass der Westen einseitige und krisenverschärfende Maßnahmen (wie Irak 2003 oder Libyen 2011) unterlassen muss. Die Gestaltungsmacht des Westens sinkt, sein Ehrgeiz, die Welt nach seinem Bild zu gestalten, ist jedoch gestiegen. Man nennt dies „wertorientierte Außenpolitik“

Andere Staaten sollten, ja müssen verstärkt eingebunden werden, um Konflikte einzuhegen und einer Lösung näher zu bringen. Syrien oder auch „Minsk“ sind, wenngleich labile, aktuelle Beispiele hierfür.

Und Russland? Reicht der Anteil Russlands an der weltweiten Wirtschaftsleistung aus, um auf Dauer ein eigenständiger Pol der Weltpolitik zu bleiben?

Mit einem Blick auf die Zahlen und deren Tendenz müsste man sagen: Nein.

Präsident Putin scheint das ähnlich zu beurteilen, er sagte im Oktober 2011 öffentlich: „Ich kann einfach nicht sehen, wie die Völker, die in diesem Kulturraum [zwischen Lissabon und Wladiwostok] leben, ein respektiertes Zentrum der internationalen Politik und Macht bleiben können, ohne ihre Energien zum Nutzen künftiger Generationen zusammenzuschließen. Entweder bündeln wir unsere Kräfte, oder wir werden nach und nach die internationale Bühne verlassen und Platz für andere machen.“

So ist es. – Dies kann, aber muss nicht bedeuten, in Zukunft einen europäischen Bundesstaat aufzubauen. Viele Menschen haben den Eindruck, dass dieser Versuch vorschnell – und an ihren Interessen vorbei – unternommen wurde.

Mit einer Ausgrenzung und Schwächung Russlands schneidet sich der Westen ins eigene Fleisch: Es stärkt Tendenzen, eine Weltordnung neben oder gar gegen den Westen zu bauen, der im relativen Abstieg begriffen ist. Und es könnte ein isoliertes Russland letztlich dazu nötigen, sich an China anzulehnen. Das wäre vor allem für Russland von Nachteil, aber auch für den Westen.

Weitere Beiträge zu langfristigen Tendenzen finden Sie unter: http://www.cwipperfuerth.de/2012/11/17/wie-sich-die-gewichte-auf-der-welt-verschieben-eine-anmerkung/; http://www.cwipperfuerth.de/2013/01/23/rangliste-der-grosten-wirtschaftsmachte/; http://www.cwipperfuerth.de/2015/06/13/die-wirtschaftliche-dominanz-des-westens-schwindet/; http://www.cwipperfuerth.de/2015/06/16/griechenland-und-die-ukraine-wie-der-westen-sich-selbst-ein-bein-stellt/; http://www.cwipperfuerth.de/2015/06/22/brics-schafft-alternativen-zum-westlich-dominieren-finanzsystem/

Quelle der obigen Zahlen (Graphiken selbst zusammen gestellt): https://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2015/02/weodata/weorept.aspx?pr.x=34&pr.y=5&sy=1980&ey=2020&scsm=1&ssd=1&sort=country&ds=.&br=1&c=223%2C924%2C922%2C132%2C134%2C534%2C158%2C112%2C111&s=PPPSH&grp=0&a=