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Monat: März 2017 - russland.NEWS - russland.TV

NATO-Russland-Rat: erste positive Ergebnisse

Der NATO-Russland-Rat hat zum ersten Mal in diesem Jahr in Brüssel getagt.

Zum ersten Mal seit drei Jahren gab es Positives zu berichten. Vorrangiges Thema des Treffens war die Verhinderung von militärischen Zwischenfällen im Luftraum. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnete die Sitzung als „aufrichtig und konstruktiv und erklärte: „Zwischen den Vertretern Russlands und der NATO gab es Verhandlungen über den Einsatz von Transpondern bei Flügen der Militärflugzeuge über der Ostsee.“ Im Juni würden sich Experten erneut zusammensetzen und die technischen Fragen besprechen.

Weitere Punkte des dreieinhalbstündigen Gespräches war die Transparenz und Risikoreduzierung bei Militärmanövern. Hier tauschten beide Seiten Informationen über die Verlegung von Truppen in die Grenzregion aus. Russland erklärte die Verlegung von drei neuen Divisionen in den Grenzbereich und die NATO erläuterte die Verlegung mehrerer tausend Soldaten an die Ostgrenze der NATO. Beide Seiten erläuterten die Gründe für diese Maßnahmen.

Ein wesentlicher Gesprächspunkt war die Situation in der Ukraine, wo seit geraumer Zeit wieder heftiger gegenseitiger Artilleriebeschuss stattfindet. Die NATO forderte Russland auf, seinen großen Einfluss auf die Kämpfer zu nutzen, um eine Deeskalation zu erreichen.

Es wurde auch vereinbart Briefings über Militärübungen wie das für Herbst geplante russisch-weißrussische Manöver „West 2017“ durchzuführen.
Allerdings war der russische Botschafter bei der NATO, Gruschko, der Meinung, dass dies nicht genug sei, die NATO müsse die Aufrüstung an ihrer Ostflanke stoppen, da diese zur Untergrabung der regionalen Stabilität führe und die durch die NATO aufgezwungenen Gegenmaßnahmen Russlands zu einem Wettrüsten führen würden.

Stoltenberg kommentierte die Gespräche auf Botschafterebene mit den Worten „Der Dialog ist nicht einfach, aber wir fühlen uns ihm verpflichtet“.

[Hanns-Martin Wietek/russland.news]




Putin zu US-Wahlbeeinflussungen auf deutsch [Video]

Eigentlich war Russlands Präsident Putin gestern beim Arktisforum in Archangelsk, um dort mit anderen nordischen Staatschefs Umwelt- und Wirtschaftsprobleme der Polarregion zu beraten.

Doch es musste angesichts der aktuell erhitzten Diskussion so kommen – eine Frage nach dem schlechten US-Russischen Beziehungen tauchte auf, Putin wurde direkt auf dem Vorwurf der Manipulation und Beeinflussung der US-Präsidentenwahl angesprochen. Seine Antwort zu diesem Punkt in Archangelsk zeigen wir hier in deutscher Übersetzung des originalen Manuskripts des Kreml. Die Übersetzung wird unterstützt von Babbel http://www.babbel.de – Russisch lernen, wie Ihr es wollt.




Gericht lehnt Einspruch der Ukraine ab

Russland hat im Jahr 2013 – noch vor dem Umsturz, als Janukowitsch Präsident war – der Ukraine einen Kredit über 15 Milliarden Dollar gewährt. Drei Milliarden wurden ausbezahlt.

Die bei dem Umsturz an die Macht gekommene Regierung weigerte sich 2015, nachdem sie sich mit den privaten Gläubigern auf einen Schuldenschnitt geeinigt hatte, die drei Milliarden in voller Höhe zurückzuzahlen und verlangte ebenfalls einen Schuldenschnitt, womit Russland nicht einverstanden war. Russland argumentierte, dass die drei Milliarden Staatsschulden und nicht wie die anderen wirtschaftliche Schulden seien. Die Ukraine war nur zu den von ihr genannten Bedingungen bereit, den Kredit zu bedienen und zahlte nichts.
Russland war zu einer weiteren Stundung bereit, falls die USA oder die EU für die Schulden bürgen würden – was diese jedoch ablehnten.

Anfang 2016 klagte Russland beim »High Court of Justice« in London auf Zahlung der Schulden in einem Eilverfahren, weil es der Ansicht war, dass der Fall offensichtlich sei und es keiner großen Untersuchungen bedürfe. Die Ukraine beantragte, die Klage abzuweisen.

Richter William Blair wies den Einspruch der Ukraine zurück.

Die Ukraine hatte argumentiert, die drei Milliarden Dollar seien keine Schulden, sondern Geld, das die vorherige Regierung sozusagen als Belohnung für das Ablehnen des EU-Assoziationsabkommens erhalten habe. Außerdem habe Russland der Ukraine durch die „Annektierung“ der Krim und durch die Donbasskrise erheblichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Sie sei schon deshalb nicht in der Lage, die Summe zu bezahlen.

Richter Blair begründete seine Ablehnung damit, dass das Gericht zwar anerkenne, dass die Ukraine durch Russland unter Druck gesetzt und geschädigt wurde, dies jedoch eine politische Argumentation sei, die in der Sache nicht zu einer Verteidigung tauge. Im Übrigen ginge es dann um internationale Verträge, für die das nationale Gericht in London nicht zuständig sei.

Das Gericht hat bisher nur den Einspruch der Ukraine zurückgewiesen in der Sache jedoch noch kein Urteil gefällt. Es hat jedoch durch die Zurückweisung der ukrainischen Argumentation deutlich gemacht, dass es in der Sache die russische Sicht akzeptiert.

Die Ukraine har schon erklärt, dass sie Einspruch gegen die Ablehnung ihres Einspruchs einlegen wird.

Russland sieht die Zurückweisung des Einspruchs praktisch schon als ein Urteil an. Aus dem Finanzministerium verlautete „Das Gericht hat die endgültige Entscheidung getroffen, die die Ukraine verpflichtet, ihre Euroanleihe-Schulden gegenüber Russland im vollen Umfang zu zahlen“.

[Hanns-Martin Wietek/russland.news]




Wofür sich Russen schämen [Video]

Wie schon angekündigt, heute von einer repräsentativen Umfrage des Levada-Zentrums 2017 die fünf Dinge, die von den Russen am häufigsten genannt wurden und bei denen sie sich für ihr Land schämen oder von ihm enttäuscht sind.

Die Frage wurde gleichzeitig gestellt mit der nach den Dingen, auf die sie stolz sind – worüber Nastja bereits ein Video gemacht hat. Kommen wir nun zur Kehrseite der Medaillen und dabei düsteren Epochen und Bereichen aus der russischen Geschichte und Gegenwart – nach Meinung der Betroffenen selbst.




russland.Community: Angriffskriege aus Bayern

[von Uli Gellermann] – Auf der provinziellen Web-Site des Landes Berlin wird für den weltweiten Krieg geworben. Nicht ganz so direkt. Eher verdeckt: Dem erschrockenen Nutzer der Site wird dort ein schönes Kriegsangebot gemacht: Er kann sogar 88,40 bis 120.00 Euro am täglichen Krieg verdienen, inklusive eines 24-stündigen Bereitschaftsdienstes. Das liegt zwar weit unter dem Mindestlohn, aber immerhin wird man, folgt man dem Angebot der Firma Optronic, als fiktiver Russe an einem ordentlichen NATO-Krieg teilnehmen dürfen: „Gesucht werden Statisten für Rollenspiele bei Trainingseinsätzen der U.S. Army. Durch die Statisten wird die Zivilbevölkerung in Krisengebieten dargestellt. Dadurch wird ein realitätsnahes Übungsszenario für die Soldaten und somit eine optimale Vorbereitung für deren Auslandsmissionen erreicht.“ Und über allem steht: „Russisch – Rollenspieler/innen für NATO Übungen gesucht“. Halten wir bitte fest: An keiner Stelle wurden die NATO-Grenzen von den Russen überschritten. Doch die Kriegsveranstalter wollen unbedingt im Ausland missionieren.

Wer am Krieg teilnehmen will muss sich allerdings zum Truppenübungsplatz Hohenfels nordwestlich von Regensburg begeben. Das Kriegsübungsgelände wurde 1937 von den Nazis eröffnet. Das war das ruhmreiche Jahr, in der die extrem tapferen deutschen Flieger des Flugzeuggeschwaders „Legion Condor“ aus sicherer Höhe die baskische Stadt Guernica dem Erdboden gleich machten. Aber den Deutschen, diesen Loosern, kann man einen Gewinnerkrieg nicht anvertrauen: Das wußten unsere „Freunde“ schon im Juni 1951 und hatten deshalb „eindringlich für ihre im süddeutschen Raum stationierten Truppen der 7. US Army von der Bundesrepublik Deutschland die Abtretung eines Truppenübungsplatzes gefordert.“ Schon damals war das Feindbild klar: Der Koreakrieg hatte begonnen und nach der unwiderstehlichen NATO-Logik musste der auf der falschen Seite stehende Russe unbedingt von der bayerischen Oberpfalz aus geschlagen werden.

Legal? Illegal? Scheissegal!

Doch wer das Gelände in Hohenfels besucht, wird von einer Moschee-Attrappe, die mitten im Kampfgeschehen rumsteht, von breit angelegten Kriegszielen überzeugt: Nah-Ost, Fern-Ost, alles ist möglich. Die Kriegsvorbereitungen sind keineswegs geheim. Schon im November 2015 darf der Deutschlandfunk über das Kriegsdorf „Atropia“ sagen, dass es „geostrategisch als die Brücke von Europa nach Asien gilt. – Die mächtigen Nachbarstaaten Donovia und Ariana gehen aggressiv gegen Atropias prowestlichen Kurs vor.“ Und weil der gute prowestliche Kurs immer vom antiwestlichen Bösen bedroht wird, kommt auch der fiktive Bürgermeister eines umkämpften Fake-Dorfes im Deutschlandfunk ungebremst zu Wort: „Glauben Sie denn immer noch nicht, dass wir keine kriegsähnliche Verhältnisse haben? Alles was Sie sehen, das ist richtig hier. Hier wird keine Rolle gespielt oder sowas. Alles. Wir leben hier und das sind ganz, ganz gefährliche Zustände hier draußen. Das ist keine Rolle, nein!“

Gar keine Rolle spielen Recht und Gesetz in der bayerischen Kriegs-Anlage. Denn fraglos wird dort der Krieg vorbereitet und nicht die Verteidigung. Zwar hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Angriffskrieg schon vor Jahren definiert (Resolution 3314) und das Rom-Statut, Rechtsgrundlage des Internationalen Strafgerichtshofs, verbietet ihn ausdrücklich. Aber wem geht das meilenweit am Arsch vorbei? Der NATO und den USA. Und wer interessiert sich in diesem Zusammenhang schon für das Grundgesetz? In dessen Artikel 26 wird erwähnt, dass „insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten“ verfassungswidrig und unter Strafe zu stellen ist. Die Bundesregierung, auf deren Herrschaftsgebiet der Kriegs-Vorbereitungsplatz liegt, schon mal nicht. Mit der Legalität geht man ungern zimperlich um.

Als Erfordernisse für die Kriegs-Teilnehmer zählt das Rekrutierungsbüro auf: „Sie sollten folgende Eigenschaften mitbringen: – Gute Sprachkenntnisse in Russisch – Grundkenntnisse in Englisch – Belastbarkeit – Teamfähigkeit – Flexibilität – Verantwortungsbewusstsein“. Eindeutig verlangt die Vorbereitung eines Kriegs ein makaberes Verantwortungsbewusstsein: Wird der Russe schon prophylaktisch vor Grenzübertritt erschossen? Und wenn ja, in der Nähe welcher Grenze? Hinweise geben die Teilnahmebedingungen: „Zusätzlich gute Sprachkenntnisse in . . . Polnisch oder Tschechisch sind von grossem Vorteil.“ – Von deutlich größerem Vorteil für unser Land und auch wirklich verantwortungsvoll wäre die Teilname am diesjährigen Ostermarsch. Der verlangt dringlich „Abrüstung“. Und dort kann sich jeder, der über Zeit und Verstand verfügt, entrüsten: Über eine Bundesregierung, die munter den Krieg vorbereitet und einen Rot-Rot-Grünen Berliner Senat, der um Kriegs-Komparsen auf seiner Site werben lässt.

Erstveröffentlichung in der Rationalgalerie

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„Wie es war, wird es nicht länger sein“ – Soziologin zu Jugendprotesten in Russland

Die Soziologin Maria Mazkewitsch sinniert im Interview für Fontanka.ru über die Rolle der Jugendlichen bei den jüngsten Protesten und ihre kommende Rolle in der Gesellschaft.

Wir erinnern daran, dass letzten Sonntag, am 26. März, in verschiedenen Städten des Landes Protestaktionen unter der Losung „Nennen Sie ihn nicht Dimon“ stattfanden, organisiert von dem Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, einem der Autoren des gleichnamigen Films. Erstmals in der neuesten Geschichte der Protestbewegung stellten ganz junge Leute, sogar Schüler, fast die Hälfte der Demonstranten.

Maria Mazkewitsch, Soziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Soziologischen Instituts bei der Russischen Akademie der Wissenschaften, erzählt, woher diese Generation kommt.

Maria, viele Ihrer Kollegen haben uns schon erklärt, das seien „digitale Kinder“, die nicht fernsehen, sondern im Netz leben. Aber so leben auch viele andere Menschen anderer Generationen. Was ist das Besondere an diesen Kindern?

Beachten Sie ein Detail: Als bei den Kundgebungen Kinder festgenommen wurden, mussten die Eltern sie später abholen. Wie haben sich diese Eltern verhalten? Sie brachen nicht in Hysterie aus und haben ihre Kinder – soweit das bekannt ist – später nicht ausgeschimpft. Soll heißen: Diese Kinder haben bereits andere Eltern – im Vergleich zu den vorangegangenen Generationen.

Wir unterschätzen diese Verschiebung, die in den letzten zehn bis 15 Jahren passiert ist. Diese Eltern haben ihre Erziehungsmethoden geändert, sie sind weniger autoritär. Sie haben den Kindern mehr Freiheit gegeben, haben ihn mehr zugehört, sie ernstgenommen, weniger Druck auf sie ausgeübt. Und diese Kinder stehen dem Neuen viel offener gegenüber, sie legen viel mehr Wert auf die Meinungsfreiheit. Sie versuchen auch, ihren Eltern wenig Kummer zu bereiten. Deshalb haben sie wohl vorher nicht gesagt, wo sie hingehen.

Und noch ein Moment: Denken Sie an die Geschichte in einer Schule in Saratow, wo die Kinder sich gegen die Schulabgaben auflehnten. Die Eltern hatten Angst, aber die Kinder nicht. Wir sehen eine Generation, die ihre Beziehungen zu den Älteren bereits auf andere Weise aufbaut. Sie haben keine Angst vor den Älteren, sie versuchen, mit ihnen zusammenzuwirken.

Die Eltern, von denen Sie sprechen, sind selbst in sowjetischen Familien großgeworden. Was ist mit ihnen passiert, warum haben sie angefangen, ihre Kinder anders zu erziehen?

Das Erziehungsmodell ändert sich doch in der ganzen Welt, und wir folgen den weltweiten Tendenzen, wenn auch mit etwas Verspätung. Das sind Eltern, die später Kinder kriegen. In den Familien gibt es weniger Kinder, aber die Eltern halten es für nötig, viel mehr in ihre Erziehung zu investieren. Wir sollten die Situation aber nicht idealisieren, längst nicht alle Eltern verhalten sich gegenüber ihren Kindern auf diese Weise.

Aber doch gibt es ziemlich viele Anzeichen dafür, dass genau diese Art des Zusammenwirkens normaler ist und akzeptabler. Und das hat weder etwas mit dem Bildungsniveau noch mit dem Wohnort zu tun. Die  Eltern handeln nicht immer geschickt, es gelingt ihnen nicht alles, aber sie haben das Verständnis für ihre Kinder im Fokus. Diese Veränderungen haben in der Gesellschaft stattgefunden, unter anderem auch dank der Kommunikation im Netz. Das meiste Wissen über die Erziehung ziehen die Leute aus dem Internet. Und schauen Sie, wie kolossal viele Leser Webseiten und Menschen haben, die die Erziehung, den vom Umgang mit Kindern thematisieren.

Diese Eltern waren in den 1990er Jahren selbst Jugendliche. Wie hat diese Zeit sie beeinflusst?

Sie haben ihre Eltern nur sehr selten gesehen, weil die viel arbeiten mussten. Hierher rührt bei ihnen der Wunsch, viel Umgang mit den eigenen Kindern zu haben. Hierher kommt auch ihre Angewohnheit, sich auf keinen zu verlassen außer sich selbst. Das kann man unterschiedlich betrachten. Ja, vielleicht ist das die Angewohnheit, Verantwortung zu übernehmen. Aber es ist auch das fehlende Gefühl von Sicherheit, von Unterstützung von außen.

Diese Eltern sind oft ratlos angesichts der Unberechenbarkeit der Zukunft. Sie planen nichts auf lange Zeit voraus. Und das hat sich auf ihre Kinder ausgewirkt. Sie planen auch nichts auf lange Sicht. Maximaler Planungshorizont ist die Hochschule. Mehr noch: Sie wissen, dass sich morgen alles schlagartig ändern kann. Sie verstehen das nicht so, wie die Erwachsenen, aber sie fühlen, dass es sinnlos ist, langfristige Pläne zu schmieden.

Warum? In ihrem bewussten Leben hat sich doch kaum etwas geändert. Nicht einmal der Präsident.

Die Geschichte der Krisen hat sie viel gelehrt. Sie haben – im Unterschied zu ihren Eltern – das Gefühl, sicher zu sein, aber Unterstützung erwarten sie nur von der Familie.

Wie wirkt sich dieses Verhältnis zu Älteren im restlichen Leben dieser Kinder aus?

Das gilt auch für das restliche Leben. Fragt man sie, was für sie das Wichtigste ist, erfahren wir: Vielfalt, Spaß, Eindrücke. Und in diesem Sinne ist die erste Teilnahme an einer Kundgebung auch ein neuer Eindruck.

Aber früher sind sie für solche Eindrücke nicht auf Demos gegangen.

Diese Kinder leben in den Netzwerken. Es wurde die Sprache gefunden, die diese „digitale Generation“ hört und versteht, die für sie aktuell ist, die sie früher aus anderen Kanälen nicht gehört haben. In ihrer Sprache und über ihre Kommunikationskanäle hat sie jemand erreicht, den sie nicht kannten.

Was unterscheidet diese Sprache von der, in der bisher aus dem öffentlichen Raum mit ihnen gesprochen wurde?

Erstens ist sie ruhig. Ohne Erniedrigung des Opponenten. Mit Humor. Mit allerlei Anhängseln: Smilies, Hashtags und so weiter. Und das ist aufgegangen. Denn was geschah bei den Kundgebungen? Ständige Fotos, und das sofort: Ich bin auf dem Meeting – und ein Hashtag. Mehr nicht, keinerlei politische Aussagen, in der Regel. Wenn Hashtags, dann nicht die eigenen, sondern vorher angebotene. Das ist so eine Art der Kommunikation: Ich bin an einem coolen Ort und mache coole Dinge, ich bin interessant, ich erzähle gleich, wie das geht. Ich habe neue Eindrücke, ich habe Spaß. Man kann also sagen, dass es die Befriedigung jener Bedürfnisse und Werte ist, die sie als Wichtigste empfinden.

Die Kundgebung hatte unangenehme Folgen, auch für Jugendliche und Studenten. Haben diese jungen Leute daran gedacht, was weiter passiert? Was ihnen auf dieser Kundgebung passieren kann, was sie dann für die Teilnahme bekommen?

Vorher haben sie daran sicher nicht gedacht. Aber weiter hängt alles davon ab, wie sich die Situation entwickelt. Den Spaß haben sie bekommen, aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Wie wird der Staat, mit dem sie auf diese Weise in Kommunikation getreten sind, weiter reagieren? Für junge Leute ist das wichtig.

Wenn sie im Internet leben, wissen sie sicher, wie die Reaktion auf die Proteste von 2011 und 2012 aussah.

Für sie ist das fast prähistorisch – damals waren sie klein. Man sagt gern bei uns, dass etwas auf genetischer Ebene aufgenommen wird. Aber wie wir sehen, passiert das nicht nur nicht auf genetischer Ebene, selbst so ein kleiner Zeitunterschied von fünf bis sechs Jahren reicht, und die Erfahrung wurde nicht an die junge Generation weitergegeben. Sie erarbeiten sich eigene Erfahrungen. Und wir sehen dann, wie die sein werden. Das hängt nicht nur von ihrer Wahrnehmung ab, sondern auch von der Reaktion.

Man kann vermuten, dass sie in der Schule drangsaliert und aus den Universitäten ausgeschlossen werden könnten. Macht ihnen das Angst oder Wut?

Hier gibt es mehrere Reaktionsvarianten, wie in jeder ähnlichen Situation. Ein Weg ist Anpassung, ein anderer der Versuch, diesen Kreis zu verlassen. Ein Ausweg könnte zum Beispiel der Wunsch sein, den Ort zu verlassen, wo Druck ausgeübt wird, wo der Ausschluss droht, wo sie gezwungen werden, etwas zu tun, was sie nicht wollen. Und Anpassung – so werden sie erwachsen.

Sie lernen, sich einzufügen?

Genau dies.

Warum nur solche Varianten? Ein Mensch, der zu einer Kundgebung geht, muss wohl eine bestimmte Charaktereigenschaft haben, eine Art aufrührerische Ader…

Mir scheint, längst nicht alle, die an der Kundgebung teilgenommen haben, haben das als Aufstand oder Protest gegen den Staat wahrgenommen. Sie dachten früher einfach, Politik sei langweilig und trostlos. Und da taucht die Variante auf, dass dies furchtbar lustig ist. Du gehst hin, triffst Freunde, stellst Fotos ins Netz, schreist, läufst, hast vielleicht Zoff mit der Polizei, mit einem Wort – es war geil!

Das kann also lustig und völlig angstfrei gewesen sein, wenn viele dabei sind. Das ist ein Motiv. Bei einem anderen Teil der Jugendlichen hing die Teilnahme an der Kundgebung tatsächlich mit Protest zusammen, mit der Unzufriedenheit mit dem, wie das Leben läuft. Entsprechend werden die Reaktionen unterschiedliche sein. Wer hingegangen ist, um Spaß zu haben, kann wütend werden, kann aber auch zu der Ansicht gelangen, dass das Opfer fordert, zu denen sie nicht bereit sind.

Ich hatte den Eindruck, dass die, die protestieren wollten oder das zumindest sagten, ein weiteres Motiv hatten: Früher haben sie sich nur im Internet ausgesprochen, und hier kann man das in aller Öffentlichkeit tun.

Aber für sie ist das Internet genau das! Die Interaktion im Netz ist für sie sogar wichtiger. Oder zumindest gleichwertig. Sie haben sich sehr gewundert, als ihnen gesagt wurde, sie könnten im Internet nicht das sagen, was sie wollen. Für sie ist überhaupt unvorstellbar, dass das Internet irgendwie einschränkt werden könnte. Das ist übrigens auch eine Frage: Wie wird die Staatsmacht jetzt mit dem Internet umgehen?

Könnten diese Kinder als Vorwand genommen werden, eine „Große Chinesische Mauer“ zu bauen?

Die Idee einer „großen russischen Firewall“ ist nicht verschwunden. Jetzt könnten die Leute, die Entscheidungen treffen, spitzkriegen, dass das doch Sinn macht. Also wissen wir noch nicht, wie sich dieser Teil der Geschichte entwickeln wird. Wir kennen ja immer noch nicht die Reaktion jener, gegen die die Proteste gerichtet waren. Nun gut – Studenten werden von der Uni gejagt. Aber die Fotos, die diese jungen Leute so gern ins Netz stellen, könnten Beweise dafür sein, dass an einer verbotenen Veranstaltung teilgenommen wurde. Welche Sanktionen folgen, wissen wir nicht. Dafür hat sich die Begrenzung des Internets seit langem aufgedrängt.

Wie würde die Jugend reagieren, wenn ihre hochgeschätzten sozialen Netzwerke geschlossen werden?

Wenn der Staat beschließt, auch nur Youtube oder Instagram zu schließen, wäre das für die Jugendlichen eine ernste Sache. Dann wird sich zeigen, ob sich Kräfte finden, die ihre Empörung kanalisieren und organisieren und dieser Form und Sinn verleihen können. Bisher sehen wir, dass die Politiker – selbst die jüngeren unter ihnen – die Sprache der älteren Generationen spricht. Für sie ist nur das Fernsehen wichtig. Sie denken immer noch so: Wenn der Erste Kanal abgeschaltet und Doschdj gesendet wird, haben wir in einem Monat ein anderes Land.

Die Praxis zeigt allerdings, dass dies der Wahrheit nahe kommt.

Die jungen Leute sehen im Internet Kanäle, die Millionen Abonnenten haben. Das Auditorium der wichtigsten Fernsehsender beläuft sich bei uns auf 700.000 bis eine Million. Der wenige Minuten lange Clip eines Jugendstars wird dutzende Millionen Mal innerhalb einer Woche aufgerufen. Wozu braucht diese Generation einen Fernseher?

Die Politiker, von denen Sie sprechen, verstehen das nicht?

Irgendwer versteht es vielleicht. Aber sie beherrschen nicht die nötige Sprache. Sie verstehen nicht, wie sie mit jungen Leuten reden sollen. Sie machen das immer noch so, wie sie es gewohnt sind. Im Sinne: Wir erklären diesen Jugendlichen jetzt alles, und sie fangen an zu denken wie wir. Aber nein: Die Art und Weise der Aufnahme von Informationen ist bei dieser Generation völlig anders.

Das sind ja eigentlich keine Kinder mehr, irgendwer geht 2018 schon wählen. Selbst wenn sie 15 oder 16 sind, vergeht ein Augenblick – und sie sind erwachsen. Und ihnen steht bevor, mit einem Staat zu leben, der eine andere Sprache spricht. Wozu führt das?

Das ist schwer vorauszusagen, noch können wir nur in Analogien denken. Die Kinder der 1990er Jahre unterscheiden sich auch von ihren Eltern, sie haben andere Möglichkeiten, andere Ansichten, sie haben auch nicht die Einschränkungen der Älteren. Und was?..

Sie wollen sagen, sie sind nicht weit weg von ihren Eltern?

Sie fürchten jede Art von Instabilität und Unberechenbarkeit. Sie sind ausgerichtet auf Erfolg – Karriere und materielle Sicherheit. Aber ihre Kinder sind dies nicht mehr.

Warum hat sich das alles gerade bei den Nawalny-Kundgebungen gezeigt?

Schauen Sie sich Nawalnys Videoclips an – wie sich seine Rhetorik geändert hat, die Art und Weise der Informationsvermittlung, seine Stilistik, seine Sprache.

Mir scheint, er war immer ziemlich informell, mit Humor.

Aber der Humor ist ein anderer. Früher scherzte er so, wie das die ältere Generation tut: mit einer gewissen Erniedrigung, Verspottung des Opponenten. Das ist jetzt weg. Ja, alle Gags sind da, die gewöhnlich in den Videos von angesagten Bloggern auftauchen. Aber die Art zu sprechen, war bei ihm früher eine andere. Jetzt sind die Sätze kürzer als früher. Seine Clips sind vielfältig, exakt im Stil, in der Botschaft, in der Intonation, in der Gestaltung.

Klar ist er selbst ein Mensch von gewissem Talent, aber da war ganz sicher eine Profimannschaft zu Werke. Diese Leute kennen sich gut im Internet-Milieu aus; sie verstehen, was wie gesagt werden muss. Und da sie sich am Internet orientiert haben, wo doch die Mehrheit der jungen Generation „lebt“, hat das dort auch am besten eingeschlagen.

Sie wollen sagen, Nawalny hat nicht zielgerichtet gehandelt?

Ich glaube nicht, dass die Organisatoren selbst solch eine Menge Jugendlicher erwartet haben. Allein deswegen, weil es so etwas nie zuvor gegeben hat.

Wird es ihm gelingen, diesen Erfolg auszubauen?

Das ist nicht gesagt. Erstens wechseln bei Jugendlichen ziemlich oft die Sympathien, Moden und Eindrücke. Das eine haben sie schon ausprobiert, also suchen sie sich neue Eindrücke. Vielleicht reichen ihnen überhaupt die Kundgebungen. Aber er kann ihnen etwas anderes anbieten. Und schließlich ist er nicht die einzige Figur im politischen Raum. Es ist durchaus möglich, dass irgendwer sich seine Erfahrung noch zu Nutze macht.

Die anderen „Figuren“ haben mehr Geld, um Profis zu engagieren; sie haben mehr Ressourcen, ihre Brüder werden nicht ins Gefängnis gebracht, sie haben keine Klagen am Hals. Warum haben sie sich dann immer noch nichts ausgedacht, was auch so effektiv wäre?

Vielen stehen das Alter und die Vorstellungen von der eigenen Solidität im Wege; sie sind der Meinung, Politik sei eine ernste Sache, Scherzen sei hier fehl am Platze. Außerdem stellen sich Oppositionspolitiker eigene Rahmen, aber wer schon in den Staatsapparat eingebunden ist, weiß nur zu gut: ein Schritt nach links, ein Schritt nach rechts…

Und der Staatsapparat ist zu Ende.

Genau. Zudem hängt ihre Position überhaupt nicht vom Kontakt zum Auditorium ab; sie wurden nicht deshalb gewählt, weil für sie gestimmt wurde. Wenn es in unserem Land möglich wird, über Wahlen an die Macht zu kommen, dann wird es Sinn machen, darüber nachzudenken. Aber so – wieso? Beispiele gibt es genug: Bei den letzten Wahlen in Petersburg gab es starke Kandidaten; sie arbeiteten mit den Wählern, machten Hausbesuche und Veranstaltungen. Und fast alle haben verloren. Gewonnen haben Vertreter des Staatsapparats, die überhaupt keine Anstrengungen unternommen hatten.

Aber wofür denn das alles, was Nawalny auf die Beine stellt?

Um sich einen Platz zu sichern. Wir können fast mit Sicherheit sagen, dass sich bis 2018 nichts ändern wird, aber was wird 2024 sein? Überhaupt wissen wir, dass sich in unserem Land alles ziemlich schnell ändern kann. Es ist sehr wichtig, bereit zu sein, denn wer nicht bereit ist, wird verlieren. Deshalb sind diese Jugendlichen jetzt so wichtig. Wenn man sich an jemanden wenden kann, dann nur an sie.

Nach dem Dezember 2011 wurde viel davon gesprochen, dass die Machthaber Angst bekommen haben.

Vielleicht keine Angst, aber sie machten sich große Sorgen.

Und wir haben gesehen, welche Folgen das für die hatte, die ihnen diese „Sorgen“ bereitet haben. Haben diese Kundgebungen jetzt dem Staat Angst gemacht?

2012 hat er alles getan, damit sich das nicht wiederholt. Und man muss sagen: Das ist ihm lange Zeit gelungen. Das war ziemlich effektiv. Aber jetzt ist die „Impfung“ offensichtlich verpufft. Wir werden sehen, was jetzt passiert. Auf jeden Fall wird es so, wie es war, nicht länger sein.




Kurznachrichten vom 29. März 2017

Ölpreis gestützt durch erwartete Förderkürzung.
Spekulationen auf eine Verlängerung der Förderkürzungen durch die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) haben die Ölpreise steigen lassen.
[Quelle dpa]

Russland schenkt Serbien Kampfjets und Panzer.
Der EU-Beitrittskandidat Serbien erhält von Russland Dutzende Kampfflugzeuge und Panzern aus Reservebeständen seiner Streitkräfte unentgeltlich (29 MiG-29-Kampfjets, 30 T-72.Kampfpanzer und 30 gepanzerte Fahrzeuge vom Typ BRDM-2). Serbien kündigte eine „vollständige Modernisierung und Instandsetzung“ an, was ca. € 200 Mil. kosten wird.
[Quelle ap]

Erdbeben auf Kamtschtka
Ein Erdbeben mit der vorläufigen Größenordnung von 6,9 gab es in der Nähe von Komandorskiye Ostrava auf der Halbinsel Kamtschatka in Russlands fernem Osten am Mittwoch, sagte die U.S. Geological Survey. Das Zentrum lag in einer Tiefe von ca. 33 km (20 Meilen) direkt vor der Küste in der Beringsee. Es wurde ursprünglich mit einer Größenordnung von 7,0 aufgezeichnet. Es gab keine Tsunami-Bedrohung nach dem Beben, so das Pacific Tsunami Warning Center auf Hawaii.
[Quelle reuters]

Montenegro NATO
Der US-Senat hat mit 95 gegen 2 Stimmen für einen Beitritt Montenegros zur NATO gestimmt. Diese Entscheidung bedarf noch der Zustimmung des US-Präsidenten.
[Quelle reuters]

Russland NATO
Der NATO-Russland-Rat wird am Donnerstag zum vierten Mal seit Ausbruch der Ukrainekrise zusammentreten.
[Quelle reuters]

Bosnien EUFOR
Die Friedenstruppen der EU (EUFOR) sind bereit kurzfristig zu intervenieren, falls zwei Jahrzehnte nach dem ethnischen Krieg, in dem 100.000 Menschen starben, die Kämpfe wieder aufflammen sollten. Grund für diese Bemerkung ist die zunehmend instabile Situation in den Balkanstaaten. Der Oberbürgermeister der Stadt Sarajewo erklärte „Das Exekutivmandat, das eine erhebliche Verstärkung der EUFOR-Truppen kurzfristig ermöglicht, ist noch in Kraft. Ich werde nicht zögern, diese Reservekräfte bei Bedarf anzurufen“.
[Quelle reuters]

US Patrouillen im Schwarzen Meer
Russlands Verteidigungsministerium sagte am Dienstag, dass es die US-Marinepatrouillen im Schwarzen Meer als eine potentielle Bedrohung für seine Sicherheit betrachtet, weil es unklar sei, welche Art von Raketen die Schiffe tragen würden, berichtete die RIA-Nachrichtenagentur.
[Quelle reuters]

russland.NEWS hat die Kurznachrichten mit Sorgfalt zusammengestellt aber nicht einzeln verifiziert.
[hmw/russland.news]




Russland und Iran steuern auf strategische Partnerschaft zu

Der russische Präsident Putin hat am Montag erklärt, die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran sei hoch effizient. Beide Länder bemühten sich darum, schrittweise eine neue und umfassende strategische Partnerschaft zu etablieren.

Dem Kreml zufolge hatte Putin sich mit dem iranischem Präsidenten Hassan Ruhani zum Gespräch getroffen. Nach dem Treffen erklärte Putin in einer Pressekonferenz, die Beziehung zwischen Russland und dem Iran sei freundschaftlich und beide Länder respektierten einander. Russland und der Iran seien dabei, über die Vertiefung der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zu diskutieren und eine Beziehung zu gegenseitigem Nutzen zu etablieren. Beide Seiten bemühten sich darum, die bestehenden bilateralen Beziehungen zu einer neuen strategischen Partnerschaft aufzuwerten.

Während der Pressekonferenz sagte Ruhani, Putin und er hätten bei dem Treffen über die Probleme des Aufbaus eines Freihandelsabkommens zwischen dem Iran und der Eurasischen Wirtschaftsunion gesprochen. Seit einigen Jahren entwickele sich die Verbindung zwischen dem Iran und Russland in den Bereichen Handel, Tourismus, Kultur und Wissenschaft vielversprechend. Russland wie der Iran sehen allerdings Probleme bei der regionalen Sicherheit und sorgten sich um die Lage in Syrien, Afghanistan und dem Jemen.

China Radio International.CRI




Kampf um die Randmeere

Deutsche Militärstrategen diagnostizieren eine wachsende Bedeutung der Ostsee und des Schwarzen Meers für den Machtkampf des Westens gegen Moskau. Die beiden „Randmeere“ seien für Russland ungemein wichtig, heißt es in einer aktuellen Analyse, die in der Fachzeitschrift „MarineForum“ publiziert worden ist.

Sei die Ostsee für den russischen Seehandel als „Tor in den Atlantik“ unverzichtbar, so sei das Schwarze Meer für die russische Marine ein strategisch zentrales „Sprungbrett ins Mittelmeer“, das Einflussmaßnahmen in Nah- und Mittelost bis in den Indischen Ozean ermögliche. Während die NATO die Zugänge zu den beiden „Randmeeren“ kontrolliert, sucht Moskau seine strategischen Positionen dort zu konsolidieren und stärker aus dem Schwarzen Meer ins Mittelmeer auszugreifen.

Die NATO bemühe sich um Gegenmaßnahmen, um Russland wieder weiter zurückzudrängen, heißt es im MarineForum. Auch die Bundesrepublik baut hre Aktivitäten aus, tritt verstärkt im und am Schwarzen Meer auf – und lädt Marinen aus Ländern, mit denen sie kooperiert, zu gemeinsamen Manövern in die Ostsee ein.

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Ukraine droht Ausschluss vom »Song Contest«

Die Direktorin der Europäischen Rundfunkunion (EBU) Ingrid Deltanre hat sich persönlich in den Streit um die Teilnahme der russischen Sängerin Julia Samoilowa am diesjährigen »Eurovision Song Contest« eingeschaltet, berichtet die Nachrichtenagentur TASS.

Deltanre erklärte in einem Gespräch mit der Schweizer Zeitung »Blick«, das Verhalten der Ukraine im Fall Samoilowa sei inakzeptabel und sie sei mit dem ukrainischen Premier Groisman und Präsident Poroschenko im Gespräch, um eine „zufriedenstellende“ Lösung zu finden.
Zum Beispiel wäre es beiden Politikern möglich, das Einreiseverbot aufzuheben, oder zu veranlassen, dass es erst nach dem Song Contest wirksam wird.

„Ich bedauere zutiefst, dass der Eurovision Song Contest für politisches Handeln missbraucht wird. Der Eurovision Song Contest soll Millionen von Menschen begeistern und zusammenbringen, er darf nicht dazu verwendet werden, sie gegeneinander aufzubringen“, sagte sie.

Russland stelle sich auf den Standpunkt, dass die EBU die Teilnahme aller Sänger zu gewährleisten habe. Und die Ukraine ist der Meinung, dass selbst eine Live-Schaltung gegen ukrainisches Gesetz verstoße. „Ich bedaure zutiefst, dass der ESC zu politischen Machtspielen missbraucht wird“, sagte Ingrid Deltenre.

Falls in den nächsten Wochen keine Lösung zustande kommt, werde sie Sanktionen gegen die Ukraine verhängen – wie z.B. einen vorübergehenden Ausschluss vom Eurovision Song Contest.

[Hanns-Martin Wietek/russland.news]