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Monat: August 2017 - russland.NEWS - russland.TV

Der lange Weg der russischen Revolution

[von Michael Barth] Wer hier an eine Revolutions-Romantik denkt, bei der kurzerhand das herrschende System durch den Willen des Volkes ins Gemeinwohl gekehrt wird, der irrt. Der Weg, den Russland auf dem Weg vom Zarentum bis zur Union der sozialistischen Republiken durchlief war ein langer und, vor allem für die Bevölkerung, extrem blutiger.

Man kann die Zeit in Russland von 1905 bis in die späten 20er Jahre durchaus als Metamorphose eines Imperiums bezeichnen. Nachdem das Land nach dem Ersten Weltkrieg seiner ursprünglichen Grenzen beraubt wurde, erblühte es nach Jahren der Verwirrung in eben jenen wieder. Auch wenn die Staatsform eine andere wurde, lässt sich nicht übersehen, dass Machtstrukturen und nationale Belange dieselben blieben. Russland war und blieb die ernstzunehmende Weltmacht, wenn auch unter anderer Flagge. Waren es anfangs Heilige, denen durch Einbalsamierungen ewige Immortalität verliehen wurde, sollte es später ein mumifizierter Revolutionsführer sein, der einer Ikone gleich, öffentlich zur Schau gestellt wurde.

Vor dem schleichenden Verfall des Zarentums warnte bereits Lew Tolstoi den Zaren in einem Brief. Persönlich an Nikolaus II. gewandt, sprach er diesen nicht als Herrscher an, sondern wählte die Anrede „Bruder“ als Zeichen dafür, wie ernst ihm die Angelegenheit war: „Mit Gewalt kann man ein Volk unterdrücken, aber nicht regieren.“ Für Zar Nikolaus II. war Politik die Exekution der Autokratie, was wiederum den Untergrund begünstigte. Noch schien die Lage für ihn zwar ernst, aber deshalb noch lange nicht bedrohlich. Das sollte sich bald als fataler Irrtum erweisen.

Das erste seichte Aufbegehren wurde sogleich blutig niedergeschlagen. Die Folge war ein Arbeiteraufstand, es gab die ersten Toten und Verletzte, die Ordnung war endgültig dahin. Im Westen erhoben sich die Bolschewiken, in den muslimisch geprägten Teilen des Landes im Kaukasus und besonders in Zentralasien erlebte der Dschihadismus seine Blütezeit. Der Kaukasus war ethnisch außer Kontrolle. In der Ukraine kam es zu Bauernrevolten, in Kronstadt und Odessa folgte der Matrosenaufstand. Das öffentliche Leben war von Streiks bestimmt, es herrschte bald der nationale Ausnahmezustand. Reformen, sofern solche überhaupt angedacht waren, stagnierten und dem Zaren blieb nichts Anderes übrig, als zögerlich einzulenken. Als Strohhalm sollte das Oktobermanifest dienen.

Der Weltkrieg und das Ende der Zaren

Unmittelbar nachdem mit viel Pomp das 300-jährige Jubiläum der Romanows zelebriert wurde, erklärte das deutsche Kaiserreich Russland den Krieg. Man kann den ersten Weltkrieg durchaus als Ablenkung von schweren nationalen Problemen betrachten. Dem Zaren blieb daraufhin nichts mehr übrig, als den Entwicklungen offen zu begegnen. Im dritten Kriegsjahr kam es dann endgültig zur Aufkündigung der Loyalität von Armee und den Eliten. Mit der Auslöschung der Romanow-Dynastie endet in der Regel das Kapitel der russischen Revolution von 1917. Hier knüpft das Buch von Martin Aust „Die russische Revolution – Vom Zarenreich zum Sowjetimperium“, erschienen im Verlag C.H. Beck, an und vervollständigt das Thema Revolution um das entscheidende Kapitel Bürgerkrieg.

Die Kriegsfinanzierung hatte das Reich inzwischen zum Erliegen gebracht. Von 1915 bis 1921 herrschten Inflation und Lebensmittelknappheit. Reguläres Militär wurde eingesetzt, um Hungerrevolten niederzuschlagen. Schätzungsweise 100.000 bis 200.000 Menschen verloren dabei ihr Leben. Nach dem Zaren herrschten Arbeiterräte. Paris, London, Rom und die USA erkannten die provisorische Regierung an, um die sich nun Bolschewiken und Menschewiken stritten. Verkettungen von Gewaltsituationen führten geradewegs in den Bürgerkrieg. Rote, Weiße, Bauern, Arbeiter, Heimkehrer, Kosaken, Matrosen, regionale und nationale Gruppen fochten mit- und gegeneinander. Der Bürgerkrieg verlief ohne klare Fronten, da sich diese sowieso ständig veränderten. Alleine in Kiew wurde von 1917 bis 1920 vierzehnmal die Herrschaft gewechselt. Auswärtige Mächte wollten den Verlauf dirigieren. Das deutsche Kaiserreich dominierte den Nordwesten, Polen den Südwesten. Der gesamte russische Westen war verloren. Unterdessen drang die Tschechoslowakei ins Land vor und wollte die Kontrolle über die Transsibirische Eisenbahn erlangen.

Zehn Millionen Menschen befanden sich im Bürgerkrieg. Die wenigsten starben im Kampf, sondern an Hunger, Krankheit und Epidemien. Die Euphorie von 1917 war längst Schrecken und Furcht gewichen. Die Roten hatten ihren Regierungssitz in Moskau, die Weißen regierten von Paris aus. Großbritannien sicherte sich den fernen Osten und den Kaukasus, Frankreich das Schwarze Meer, Polen besetzte die Ukraine und die USA, wegen der Nähe zu Japan, Wladiwostok.

Vom Weltkrieg in den Bürgerkrieg

Die Bolschewiken verpulverten sämtliche Ressourcen in diesem Bürgerkrieg, was Lenin als „infantile Unordnung“ bezeichnete. Unter den Roten sank der Lebensstandard, unter den Weißen wuchs die Angst vor der Rückkehr in die Monarchie. Obwohl sich die Tschechoslowakei im November 1918 wieder zurückgezogen hatte, hielten die Bolschewiken Mitte 1919 nur noch zehn Prozent des Bürgerkriegsgebiets. Die Bevölkerung tendierte zu den Menschewiki, die aber agierten viel zu unkoordiniert, um Kapital daraus zu schlagen. Die plötzliche Wende kam erst Ende 1920, als sich die Alliierten den Bolschewiken zuwendeten. Im November 1920 waren die Weißen geschlagen.

Für viele Bevölkerungsteile war der Bürgerkrieg bis dahin eine Überlebensstrategie, die zur Folge plötzliche Allianzen zwischen Russen und Nichtrussen, Antibolschewiken und den Kräften hatten, die mit den Roten sympathisierten. Viele wechselten unvermittelt die Seiten. Die Bolschewiken wollten die politische Auseinandersetzung und schönten ihre Gemetzel als „Klassenkampf“. Anders die Weißen, die die militärische Lösung favorisierten. Differierte sich die Vehemenz im Bürgerkrieg in rotem und weißem Terror, erlebten die Menschen diese Zeit nur noch als Spirale der Gewalt. Einen Staat, der dem blutigen Treiben ein Ende hätte setzen können, gab es nicht.

Martin Aust zieht an dieser Stelle seines Buch Bilanz: 350.000 Menschen fielen im Bürgerkrieg im Kampf, 450.000 rafften Krankheiten dahin. Der Typhusepidemie im Jahr 1920 fielen eine Million zum Opfer, durch die anschließende Hungersnot verloren weitere fünf Millionen Menschen ihr Leben. Für die Juden in Russland übertraf der Bürgerkrieg alle bisherigen Schrecken, denen sie ohnehin schon seit 200 Jahren ausgesetzt waren. Am Ende schätzt man die jüdischen Opfer auf bis zu 200.000. Historiker werden später von Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg sprechen, schreibt Aust. Die Menschen in Russland erlebten stattdessen ein Kontinuum an militärischer und paramilitärischer Gewalt in der Zeit von 1914 bis 1924, geprägt von Plünderungen, Geiselnahmen, Folter, Mord und Requirierungen.

Erst ab dem Jahr 1921 begann sich die Landwirtschaft allmählich wieder zu erholen. Die Löhne der Arbeiter lagen sogar noch 1929 vier Prozent unter denen des Vorkriegsniveaus. Mit den 1920-er Jahren begann in Russland die Phase der Neuen Ökonomischen Politik. Auf die politische Revolution folgte kurz darauf die kulturelle. Angetrieben von der Vorstellung eines neuen Menschen, der sich zum „Souverän über Raum und Zeit“ erhob, ließ die neue Macht die Spielräume der freien Entfaltung bald schrumpfen. Parteikongresse beschäftigten sich mit der Frage, wie sich der territoriale Bestand des Zarenreiches in einen neuartigen sowjetischen Staat einbetten ließe. Als Folge entwarfen die Bolschewiken den Gegenentwurf zu einem Imperium und, ohne es zu wollen, den Typus eines neuen Imperiums, das bis 1991 Bestand haben sollte.

Über den Autor: Martin Aust studierte Neue Geschichte, Ost- und Südosteuropäische Geschichte sowie Politikwissenschaft an der Wilhelm-Leibniz-Universität in Hannover. Nach dem Studium war er Lehrbeauftragter am Osteuropa-Institut der FU Berlin. Seine Dissertation schrieb Aust zum Thema Adlige Landstreitigkeiten in Russland. Eine Studie zum Wandel der Nachbarschaftsverhältnisse 1676-1796. Heute ist Martin Aust Professor für die Geschichte und Kultur Osteuropas an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Themengebiete zur Geschichte Polens, Russlands und der Ukraine in der Neuzeit.

Martin Aust: Die russische Revolution – Vom Zarenreich zum Sowjetimperium, Verlag C.H. Beck 2017, 279 Seiten, 10 Abbildungen und 2 Karten, ISBN: 978-3-406-70752-0




Russland hebt Importstopp für türkisches Gemüse auf

Der russische Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschew erklärte in einem Interview, dass Russland den Importstopp für verschiedene Gemüsesorten (Salat, Zucchini, Kürbisse und Pfeffer) aus der Türkei ab 1. September dieses Jahres aufhebt.

Bezüglich der Tomaten überlege man, kleinere Tranchen in der Nebensaison aus der Türkei wieder ins Land zu lassen.

„Ich denke, wir werden den türkischen Seiten folgende Lösungen anbieten: Zuerst die Lieferungen von Tomaten in der Nebensaison. Im Frühjahr und Winter, wenn unsere Gemüsezüchter nicht mehr in der Lage sind, den Markt mit Gemüse zu versorgen, glaube ich,  können wir unseren Kollegen und Partnern die Möglichkeit geben, mit kleinen Tranchen auf den russischen Markt zurückzukehren. Das ist fair.“

Die Aufhebung der Sanktionen sollte jedoch keine Einbahnstraße sein. Die russischen Erzeuger von Rind- und Geflügelfleisch und Milchprodukten sollten umgekehrt auch Zugang zum türkischen Markt bekommen.

[hmw/russland.NEWS]




WM 2018: Japan ist in Russland dabei

Mit Japan steht nun bereits der vierte Teilnehmer bei der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 fest. Durch einen 2:0 Sieg in Saitama gegen Australien sicherte sich die Nationalauswahl aus dem Reich der Mitte die inzwischen sechste Teilnahme an einem WM-Turnier. Das Teilnehmerfeld wächst allmählich.

Japan ist inzwischen fast so etwas wie ein Stammgast bei WM-Turnieren im Fußball geworden. Dass man dabei lediglich zweimal über die Vorrunde hinauskam, darüber kann man hinweg sehen. Unanfechtbar stehen jetzt die Japaner in der Gruppe B der Asien-Qualifikationsrunde mit 20 Punkten auf dem ersten Platz.

Von bisher neun Spielen wurden sechs gewonnen und lediglich eines gegen die Vereinigten Arabischen Emirate verloren. Die noch ausstehende Partie gegen Saudi-Arabien am 5. September ist für Japan inzwischen ohne Belang.

In einer hart umkämpften Begegnung taten sich die Japaner zunächst schwer gegen den ConFed-Cup-Teilnehmer Australien, ehe Mittelfeldspieler Takuma Asano vom VfB Stuttgart das 1:0 erzielte. Zehn Minuten vor Schluss konnte Yuseke Ideguchi, beim J. League-Verein Gamba Osaka unter Vertrag, die Teilnahme bei der WM in Russland nächstes Jahr perfekt machen.

Australien teilt sich nun mit Saudi-Arabien in der Gruppe B den zweiten Platz, der ebenfalls zur WM-Teilnahme berechtigt. Aus der Asien-Gruppe A konnte sich bereits das Team aus dem Iran qualifizieren. Hier fällt die Entscheidung um Platz Zwei noch zwischen Südkorea, Syrien und Usbekistan.

[mb/russland.NEWS]




Russland muss drei diplomatische Vertretungen in den USA schließen

Die Sprecherin des US-Außenministeriums Heather Nauert hat mitgeteilt, dass die USA Russland aufgefordert haben, drei diplomatische Vertretungen in den USA zu schließen. Bis zum 2. September müssen das russische Generalkonsulat in San Francisco, eine Abteilung an der Botschaft in Washington und eine diplomatische Einrichtung in New York geschlossen werden.

Im Juli hatte der Kreml als Reaktion auf neue Sanktionen gegen Russland entschieden, dass die Zahl der Angestellten in diplomatischen Vertretungen der USA in Russland um etwa 700 Personen zu verringern sei, so dass ihre Anzahl der der in den USA tätigen russischen Diplomaten (455) entspricht. Die USA haben diese Entscheidung inzwischen umgesetzt, obwohl sie diese Aktion als ungerechtfertigt und für die Beziehungen zwischen beiden Ländern als nachteilig einschätzen. Man hoffe, dass Russland auf weitere Vergeltungsmaßnahmen verzichten werde, um das erklärte Ziel beider Präsidenten umsetzen zu können, die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern verbessern zu können.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow, der vorab von seinem amerikanischen Kollegen Robert Tillerson per Telefon über die neuen Beschränkungen für russische Diplomaten informiert wurde, bedauerte die Entscheidung Washingtons, da sie zu einer weiteren Eskalation in den bilateralen Beziehungen führen werden. Die Spannungen seien nicht von Russland initiiert worden. Man werde die neuen US-Maßnahmen im Detail analysieren und sie später kommentieren.

[hub/russland.NEWS]

 




Deutscher Milchkönig Russlands expandiert weiter

Das deutsch- russische Unternehmen Ekoniwa-APK von Stefan Dürr, Marktführer bei der Milchproduktion in Russland, will den Agrarkomplex Mosmedynagroprom im Gebiet Kaluga kaufen. Der Landwirtschaftsbetrieb war vor etwa zehn Jahren vom ehemaligen Moskauer Bürgermeister Jurij Luschkow gegründet worden und gehört heute dem regionalen Wirtschaftsministerium.

Nach Informationen der russischen Anti-Monopolbehörde (FAS) will die Dürr-Holding 99,9 Przent der Aktien des russischen Milchproduzenten kaufen. Diesem Unternehmen gehören 12.000 Hektar und über 7.000 Milchkühe – im Kalugaer Gebiet.

Wie der Landwirtschaftsminister der Region, Leonid Gromow, gegenüber rbc erklärte, sei man daran interessiert, im Zuge des Privatisierungsprogramms Mosmedynagroprom in „zuverlässige Hände zu geben, die in der Lage seien, dem Betrieb ein zweites Leben einzuhauchen“. Vor allem müssten die Produktionskapazitäten grundlegend erneuert werden. Die Holding Ekoniwa-APK habe bereits bewiesen, dass sie das könne. Immerhin produziert ein Unternehmen von Dürr im Gebiet Kaluga täglich 210 Tonnen Milch.

Natürlich müsse demnächst noch eine offizielle Auktion zum Verkauf des Aktienpaketes von Mosmedynagroprom stattfinden, „aber wir sind überzeugt, dass Ekoniwa die Anteile zu einem für alle annehmbaren Preis kauft“, verkündete der Minister.

Seit seiner Gründung im Jahre 2000 hatte die Moskauer Stadtverwaltung als Eigentümer rund 4,5 Mrd. Rubel in den Landwirtschaftsbetrieb gepumpt. Zudem entstand in der Stadt Medyn die Verarbeitungsanlage Schulverpflegung, die Schulen in Moskau und im Moskauer Gebiet mit Milchprodukten versorgte. Auf den Feldern der Großfarm wurde auch Mais nach einer von Luschkow patentierten Methode angebaut.

Nach dem Rücktritt des ehemaligen Moskauer Bürgermeisters wurde Mosmedynagroprom auf die Privatisierungsliste für die Jahre 2011 – 2013 gesetzt und mit fünf Milliarden Rubel ausgepreist. Weil sich aber bis zum Ende des Programms kein Interessent fand, wurde der Agrarkomplex schließlich zum Schnäppchenpreis von 1,995 Mrd. Rubel angeboten.

Nun hat sich der Stefan Dürr zum Kauf der Großfarm entschlossen und erweitert damit sein Imperium. Seine Unternehmen mit mehr als 4000 Mitarbeitern in verschiedenen Regionen der Russischen Föderation produzierten 2016 rund 1,2 Millionen Tonnen Milch und verfügen über etwa 230.000 Hektar Land

Dürr war im Jahre 1989 als Student der Agrarwissenschaft als Praktikant erstmals nach Russland gekommen und hatte sich in den folgenden Jahren intensiv mit den Strukturen der russischen Landwirtschaft befasst. So wirkte er an der Entwicklung der im Jahre 1993 in Kraft getretenen organisierten Neuordnung der russischen Landwirtschaft mit, die vor allem die Privatisierung der Kolchos-Flächen vorsah. Später arbeitete er in Russland als Repräsentant eines Landmaschinenherstellers und 2003 kaufte er das erste Land im Gebiet Woronesh, kurz darauf die ersten 1.100 Rinder.  Heute zählt der Odenwalder zu den größten und einflussreichsten Unternehmern in der Branche.

Als der Westen auch den Export von Milchprodukten in die Sanktionen einschloss, wandte er sich gegen diese Strafmaßnahmen, erkannte aber zugleich die Chance für die russische Landwirtschaft. Von der nun drastisch steigenden Nachfrage nach Milch aus einheimischer Produktion profitierte auch er und zugleich bestärkte er Präsident Putin in seinen Gegensanktionen in diesem Bereich. Vor drei Jahren nahm Stefan Dürr vom russischen Staatschef die Einbürgerungsurkunde entgegen.

Mit dem Kauf des Unternehmens im Kalugaer Gebiet will der russische Milchkönig dem Ziel ein Stück näherkommen, den Bedarf an Milch in Russland aus einheimischer Produktion zu decken.

[Hartmut Hübner/russland.NEWS]




Sportgymnastik-WM: Die Stunde der russischen Zwillinge [mit Fotos]

[von Roland Bathon] Nur echte Experten können in diesem Jahr die Hauptkonkurrentinnen um die Goldmedaillen bei der Sportgymnastik-WM im italienischen Pesaro einfach unterscheiden. Denn es handelt sich um die waschechten eineiigen Zwillige Dina und Arina Averina.

Einmal Gold für jeden Zwilling

Die beiden 19jährigen sind, wie es sich für Zwillinge gehört, absolut synchron in diesem Jahr auf dem Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere angekommen. Dina holte sich gleich zum Auftakt der laufenden Weltmeisterschaft Gold mit dem Reifen, Arina mit dem Ball – und das andere Schwesterherz war jeweils zweite mit einer knappen Silbermedaille. Sie zerstreuten damit die Befürchtungen manch russischer Fans, nach dem Karriereende gleich mehrerer Leistungsträgerinnen der letzten Jahre könnte es mit der Dominanz Russlands in diesem Sport vorbei sein – genau im richtigen Moment traten die Schwestern als neue Stars nach vorne ins Rampenlicht. Mit dem Reifen gab es übrigens Bronze für die Japanerin Minagawa, mit dem Ball für die Bulgarin Vladinova – es war der erste bulgarische Erfolg nach einer langen Durstrecke, obwohl der Sport dort ebenfalls eine große Tradition hat.

Wettkampfaufnahmen der Gewinnerinnen und Video-Classic

Die Weltmeisterschaft in Italien dauert noch bis zum 3. September und wir werden weiter berichten. Unten noch eine Reihe von sehr schönen Fotos vom Wettkampf von unserem Fotografen Ulrich Faßbender, der in Pesaro für Euch vor Ort ist. Auch unser letztes Video über die Averina-Zwillinge findet Ihr unter diesem Artikel.

 




Gewalt gegen Journalisten nimmt in der Ukraine deutlich zu

Die „Nationale Union der Journalisten der Ukraine“ (NUJU) hat in den Monaten Juli und August unter Journalisten der ukrainischen Nachrichtenagenturen und anderen Medien eine anonyme Umfrage durchgeführt, in der gefragt wurde, ob Belästigungen und Aggressionen gegen Journalisten ab- oder zugenommen haben.

26,3 Prozent der Befragten erklärten Belästigungen und Aggressionen hätten deutlich zugenommen und 30,3 Prozent sagten, sie hätten „mehr oder weniger“ zugenommen. Die meisten der Befragten erklärten hinter diesen Aggressionen stünden nicht Medienprofis, sondern ukrainische Cliquen, die den Nachrichtenfluss zu steuern versuchen.

Der Vorsitzende der Organisation, Sergej Tomilenko, sieht darin große Gefahren: „Wir von der NUJU sind der Meinung, dass die Politiker und Strafverfolgungsbehörden diese Fälle der Gesellschaft berichten und diese Verbrechen bestraft werden müssen. Die Strafverfolgungsbehörden tragen die Verantwortung für die Defizite in der Justiz und dafür, dass solche Fälle straffrei bleiben.“ Wie groß das Problem ist, könne man daran erkennen, dass es in den USA seit Anfang des Jahres elf und in der Ukraine allein in einem Monat sieben Fälle gegeben habe, so Tomilenko.

Aktuell berichtete der russische Sender „Kanal 1“, dass vor wenigen Tagen eine seiner Journalistinnen vom ukrainischen Geheimdienst entführt und befragt wurde. Ihr wurde vorgeworfen, „nationale Interessen zu beschädigen“. Nach dem Verhör wurde sie des Landes verwiesen, wurde auf die „Blacklist“ gesetzt und bekam für drei Jahre Einreiseverbot. In ihrer Berichterstattung hatte sie die Parade zum Unabhängigkeitstag „den Marsch der Abhängigkeit“ und ihre Anwesenheit dort als „einen traurigen Urlaub“ bezeichnet. Sie hatte kommentiert, die Ukraine sei wieder in die „Turbulenzen der 90er Jahre“ geraten und „absolut abhängig von USA und EU“.

[hmw/russland.NEWS]




Häuserabriss in Moskau – wohin mit den Bewohnern?

[von Uwe Niemeier] Es ist beschlossene Sache – in Moskau werden 5.144 Häuser abgerissen. Die Stadt hat mit den Bürgern eine gemeinsame Sprache gefunden und löst mehrere Probleme gleichzeitig. Einerseits modernisiert man die Bausubstanz der Stadt, verbessert die Lebensbedingungen der Bürger die noch in den Abrisshäusern wohnen und entledigt sich andererseits eines Stücks einfacher sozialistischer Zweck-Architektur.

Dass in diesem Zusammenhang zusätzlicher Wohnraum, durch die bessere Nutzung des freiwerdenden Baulandes und höherer Etagenbebauung, entsteht und die Bauindustrie in Moskau erheblich und auf viele Jahre angekurbelt wird, ist wohl auch kein unerheblicher Effekt.

Dieses Programm ist nicht das erste Programm zur Korrektur städtebaulicher Probleme in Moskau. Bereits der damalige Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow hatte ein ähnliches Programm, aber auf mehr privater Ebene, in den 90er Jahren gestartet. Nach der damaligen Planung sollten 1.722 Häuser abgerissen werden. Die damit beauftragten Firmen, die Verträge mit der Stadt abgeschlossen hatten, wurden aber mit dieser Aufgabe nicht fertig. Dazu kam die Krise im Jahre 2008-2010, so dass das Programm beendet wurde.

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Russland: Beliebte und verhasste Politiker [Video]

Regelmäßig befragt das Lewada-Zentrum die Russen nach ihrer Meinung über die Richtung der Politik und das Ansehen der wichtigsten Politgrößen.

Was die übermächtigen Vertreter der Regierungspartei angeht, ist das Bild dabei uneinheitlich. Putin schwebt seit Jahren dauerhaft in den höchsten Beliebtheits- und Vertrauensregionen der Bevölkerung auch Außenminister Lawrow und Verteidigungsminister Schoigu genießen ein gutes Ansehen. Ganz anders schaut es vor allem seit den massiven Korruptionvorwürfen bei Premier Medwedjew aus, die von der Putinpartei dominierte Staatsduma schneidet ebenfalls recht schlecht ab. Die prominentesten Oppositionellen profitieren davon jedoch kaum. russland.TV gibt einen Überblick über die Stimmung der Russen.




Russlands achtgrößte Bank wird saniert

Die Russische Zentralbank hat am Dienstag Maßnahmen zur Verbesserung der finanziellen Stabilität der Otkritie Bank angekündigt. Die Zentralbank war sich der Probleme der Bank schon lange bewusst, sagte der erste stellvertretende Vorsitzende Dmitry Tulin am Dienstag.

„Besitzer und Management der Bank haben an die Regulierungsbehörde einen Antrag auf finanzielle Sanierung der Bank durch den Bankensektor-Konsolidierungsfond gestellt“, sagte Tulin. Für Kunden der Bank wird es keine negativen Veränderungen geben, sagte er.

Die Bank von Russland sieht die finanzielle Erholung der Otkritie-Bank als positives Ereignis für den Markt, sagte Tulin. „Wir betrachten dieses Ereignis als sehr positiv im Allgemeinen. Dies ist der erste Fall der Anwendung eines neuen Mechanismus zur finanziellen Erholung von Kreditinstituten, der im Juni in Kraft getreten ist. Positiv nicht nur für Einleger, Kreditgeber und die Bank, sondern auch für den Bankensektor und den Finanzmarkt“, sagte Tulin.

Die finanzielle Erholung der Otkritie-Bank mittels der Ressourcen des Bankensektor-Konsolidierungsfonds wird sechs bis acht Monate dauern, laut Zentralbank. Die Bank werde später unter Einhaltung aller verbindlichen Standards arbeiten.

Die Regulierungsbehörde wird sich als Mehrheitsinvestor am Kapital der Bank beteiligen und wird sie mit Geld des in diesem Sommer geschaffenen Bankensektor-Konsilidierungsfonds finanziell unterstützen. Die temporäre Verwaltung wird ab dem 30. August in der Otkritie-Bank arbeiten.

Die Otkritie-Bank ist eine Systembank und steht im nationalen Bankensystem in Bezug auf Vermögenswerte auf Platz 8.

[hmw/russland.NEWS]