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04-11-2005 4. November
Russland feiert zum ersten Mal den Tag der nationalen Einheit
Von diesem Jahr an begeht Russland am 4. November einen neuen Feiertag, den Tag der nationalen Einheit.
Es wurde auf Initiative des Zwischenkonfessionellen Rates Russlands (russ. Abk: MSR) eingeführt.
Die MSR-Sitzung am 22. September 2004 war den tragischen Ereignissen in der nordossetischen Stadt Beslan am 1.-3. September und der Erörterung von Problemen der Entwicklung eines zwischenkonfessionellen Dialogs gewidmet.


Die religiösen Würdenträger verurteilten den internationalen Terrorismus und schlugen der Regierung vor, den Tag der Aussöhnung und des Einvernehmens (den 7. November) aus der Liste der Nationalfeiertage zu streichen, der im neuen postsowjetischen Russland anstatt des Tages der Oktoberrevolution gefeiert wurde, und ihn durch den Tag der nationalen Einheit (den 4. November) zu ersetzen.

Der neue Feiertag wird die russischen Bürger an die Befreiung Moskaus von den polnisch-litauischen Eindringlingen durch die Volkswehr von Dmitri Poscharski und Kusma Minin am 4. November 1612 erinnern.

"Die Aufstellung der Volkswehr von Minin und Poscharski, deren Handlungen zur Befreiung Moskaus der Prolog des Endes der Zeit der Wirren waren, da der russische Staat dem Zerfall nahe wie nie zuvor war, ist ein Beispiel der Einigung, wahrscheinlich ein Beispiel einer der ersten Offenbarungen der staatsbürgerlichen Solidarität in unserem Land", sagte Andrej Issajew, Vorsitzender des Staatsdumaausschusses für Arbeit und Sozialpolitik am Montag auf einer Pressekonferenz bei RIA Nowosti.

Nach seinen Worten entstand die Tradition der Begehung dieses Festes 1649, wurde aber nach der Revolution unterbrochen.

Patriarch Alexi II., Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, ist auch überzeugt, dass der Feiertag am 4. November den russischen Einwohnern helfen wird, die "Verderblichkeit der Trennung" zu erkennen, und zur Einigung des Volkes beitragen wird.

"Möge das neue Fest zur Einigung des Volkes und zur Erkenntnis dessen beitragen, dass Russland unsere gemeinsame Heimat ist. Die weltanschaulichen, nationalen, sozialen und anderen Unterschiede, die in jedem gegenwärtigen Staat unvermeidlich sind, dürfen unsere gemeinsame Arbeit für die Prosperität des Vaterlandes und den Wohlstand seiner Bürger nicht behindern", sagte Alexi II. am Montag in einem Interview mit der Zeitschrift "Rodina" ("Heimat").

Die Russisch-Orthodoxe Kirche begeht am 4. November das Fest der Gottesmutter von Kasan, das zu Ehren der Befreiung Moskaus von den polnischen Interventen 1612 eingeführt worden war.

Issajew sagte kategorisch, dass in der nächsten Zeit in Russland keine neuen Feiertage eingeführt werden. Dabei kann sich seiner Meinung nach die Zahl der sogenannten denkwürdigen Daten erhöhen.

Er schlägt den 17. Oktober 1905 als ein denkwürdiges Datum vor.

"An diesem Tag veröffentlichte Zar Nikolaus II. ein Manifest, das zum ersten Mal Wahlen zur Staatsduma ausschrieb, die Gewerkschaften, politische Parteien und politische Freiheiten legalisierte sowie eine politische Amnestie im Land erließ", sagte Issajew.

Außerdem schlägt er vor, den 26. April, den Jahrestag der Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl, für ein denkwürdiges Datum zu erklären.

Ihm zufolge können diese Tage als denkwürdige Daten schon im kommenden Jahr bekannt gegeben werden.(RIA)