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04-11-2005 4. November
Russland: Rassistische Demonstration junger Russen in Moskau
Rund tausend junge russische Nationalisten haben am Freitag in der Moskauer Innenstadt zum "Tag der Einheit des Volkes" gegen Einwanderer in ihrem Land protestiert. Mit rassistischen Parolen wandten sie sich gegen "mafiose Aserbaidschaner", "tadschikische Drogenschmuggler" und "amerikanisches Ungeziefer".

Begleitet von lautem Getrommel und zahlreichen Ikonen und orthodoxen Kreuzen skandierten die Demonstranten "Ehre dem russischen Reich" und "Tod der NATO".

"Moskau gehört zu Russland und wir werden alles tun, damit es nicht zu einem Vorort von Paris wird", sagte einer der Organisatoren des Protestzuges mit Blick auf die hohe Zahl von Immigranten und die Ausschreitungen der vergangenen Tage in Frankreich. Russland müsse sich zudem Einflüssen aus den USA entgegenstellen und seine Funktion als "letzte eurasische Schutzmauer" verteidigen, sagten Teilnehmer der Demonstration.

bei russland.RU
4. November Tag der nationalen Einheit
Am 4. November wird in Russland erstmals der Tag der Nationalen Einheit begangen. Der neue arbeitsfreie Feiertag wurde von der Staatsduma eingeführt. Er erinnert an die Ereignisse vom 4. November 1612, ... mehr...


Menschenrechtler kritisierten die Veranstaltung scharf. "Es ist beschämend, dass man am Tag der Einheit des Volkes Parolen wie 'Russland den Russen' hört", sagte eine Vertreterin der Nichtregierungsorganisation Memorial, die den Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow zuvor aufgefordert hatte, den Protestmarsch zu verbieten.

Die Moskauer Behörden hatten die Demonstration mehrerer ultranationalistischer und radikaler Gruppen wie beispielsweise der "Bewegung gegen illegale Einwanderung" und der "Eurasischen Jugendunion" anlässlich des neuen russischen Feiertages zuvor genehmigt. Der 4. November gilt als Gedenktag der Befreiung Russland von der polnischen Besatzung im Jahr 1612 und wurde erst im vergangenen Jahr als Ersatz für den abgeschafften Revolutionsfeiertag am 7. November eingeführt und in diesem Jahr erstmals begangen.

Bei einer Feierstunde auf dem Roten Platz, zu der nur eine kleine Gruppe von Studenten gekommen war, pries der russische Präsident Wladimir Putin Russland als "einig" und "unbesiegbar". "Nach der Besetzung des Kreml war die Existenz des gesamten russischen Staates bedroht", erinnerte Putin an die polnische Besatzung. "Solange wir unsere Einheit spüren, ist Russland unbezwingbar", sagte er.