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11-11-2004 Arafat
Russlands Parlamentsabgeordnete zur Entwicklung im Nahen Osten nach Ableben Arafats
Der Chef der Staatsduma-Fraktion Heimat, Dmitri Rogosin, ist der Ansicht, dass der Tod des Palästinenserführers Yasser Arafat zu einer radikalen Zunahme von Spannungen in der gesamten Nahostregion führen würde.

In einem RIA-Nowosti-Interview stellte er fest: „Arafats Tod bedeutet, dass der einzige Führer der einzigen weltlichen politischen Organisation, der Palästinensischen Befreihungsorganisation (PLO), von der politischen Arena abtritt." Als Folge sei eine „schlagartige Radikalisierung von Beziehungen zwischen den Israelis und den Palästinensern zu erwarten".

Nach seiner Auffassung würden nun nicht mehr die PLO, sondern andere und radikalere Bewegungen wie HAMAS, Moslemische Brüder und Hezbollah in den Vordergrund treten. „Deshalb muss sich Israel auf komplizierte Zeiten gefasst machen", so Rogosin. In dieser Situation seien Russlands Handlungsmöglichkeiten erschwert, weil „Russlands Einfluss bei der Nahostregelung heute minimal" sei. Die USA, die im Nahen Osten aktiv handeln, könnten auch „mit einer Verhärtung der Position der islamischen Führer der Region zu ihren Bemühungen, die Situation zu normalisieren, konfrontiert werden".

Valeri Draganow, Chef des Staatsduma-Ausschusses für Wirtschaftspolitik, verwies darauf, dass der Verhandlungsprozess im Nahen Osten, angesichts der Notwendigkeit des Kampfes gegen den Terorismus auf keinen Fall reduziert werden darf. Er stellte fest, dass seine Position zur Rolle und zur Stelle Yasser Arafats als eines der Garanten des Nahostfriedens in den letzten Jahren von den meisten Alanytikern nicht geteilt wurde. „Ich denke aber, dass diese Rolle dadurch verringert wurde, dass der Palästinenserführer praktisch keine Kompromisse einging", betonte er.

„Die Positionen Israels und Palästinas waren gegenseitig nicht akzeptabel", stellte der Abgeordnete fest. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass in nächster Zukunft ein palästinensischer Politiker in Erscheinung treten wird, der „alle Fragen demokratischer regeln würde und auch fähig sein wird, alle vorhandenen Möglichkeiten und Ressourcen, darunter auch die politischen, für die Lösung dieser Fragen einzusetzen". Allerdings erwartet Draganow in den nächsten Tagen keine Verbesserung der Situation in der Nahostregion. Mehr noch: Nach seiner Auffassung könnte Arafats Tod zu einer gewissen Zunahme von Spannungen in dieser Region führen.
bei russland.RU
Schwerpunkt - Russland und Jassir Arafat
Russland und die USA sollten ihren Dialog intensivieren, damit „radikale Tendenzen nicht ausufern". Umso mehr als es in der islamischen Welt keine Einheit gebe, insofern ist der Spannungsherd im Nahen Osten einer der heißesten.

Der Vizechef des Haushaltsausschusses, Igor Jegoschin, äußerte in einem RIA-Nowosti-Interview die Meinung, dass die Folgen des Wechsels an der Spitze der Palästinensischen Autonomie schwer vorhersagbar sind. Zugleich betonte er, dass „sich dort der Kampf um die Macht zweifellos zuspitzen wird". „Im Endeffekt könnte der überaus harte Formen annehmen, deshalb wird die Machtübergabe für die Autonomie selbst keine leichte Prüfung sein", so der Abgeordnete. Auf eventuelle Auswirkungen dieser Situation auf die restliche Welt angesprochen, meinte Jegoschin, er würde diese „nicht dramatisieren". „Ein Ausbruch von Gewalt ist leider wirklich möglich. Nicht ausgeschlossen ist aber auch, dass der Machtkampf in der Palästinensischen Autonomie viele Kräfte der in den Konflikt verwickelten Seiten auf sich ziehen wird, was zu einer Verringerung der terroristischen Aktivitäten in anderen Regionen der Welt führen würde", so der Staatsduma-Abgeordnete. (RIA)