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11-11-2004 Arafat
Arafat wird Symbol des palästinensischen Volkes bleiben
Der Tod des Leiters der Palästinensischen nationalen Administration „ist ein schwerer Verlust für die palästinensische Führung und alle Palästinenser". Eben das betonte der Präsident der RF, Wladimir Putin, in seinem Beileidstelegramm.

Der Präsident Russlands und viele andere Spitzenpolitiker verwiesen darauf, dass Arafat „sein ganzes Leben der gerechten Sache des palästinensischen Volkes, dem Kampf für die Realisierung seines unveräußerlichen Rechts auf die Bildung eines unabhängigen Staates, gewidmet hatte". Das Haupterbe, dass Arafat seinem Volk hinterlassen hat, ist die Möglichkeit, den Traum von einem eigenen Staat in die Tat umzusetzen.

Deshalb wird Arafat noch eine lange Zeit ein Symbol des palästinensischen Volkes bleiben. Und palästinensische Politiker werden sich bei der Verwirklichung dieser oder jener Aktion auf seine Autorität berufen. Wie unter Arafat können diese Aktionen in gleichem Maße Terroranschläge und friedliche Vereinbarungen sein. Heute wartet die Welt, wie die ersten Schritte der neuen palästinensischen Führung aussehen werden.

Gemäß einer Erklärung des russischen Außenministeriums hofft Moskau, dass es der Führung Palästinas gelingen werde, in kurzfristiger Perspektive die Ordnung auf ihren Territorien aufrechtzuerhalten und dass sie neue Schritte zur Erreichung von Friedensvereinbarungen mit Israel unternimmt. Die Aufrufe Moskaus zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen und zum Beginn der Umsetzung der „Straßenkarte", die vier Vermittler - EU, Russland, USA und UNO - erarbeitet haben, betreffen nicht nur Palästina, sondern auch Israel, denn Moskau erkennt, dass dies ein bilateraler Prozess ist und vieles davon abhängt, wie sich beide Konfliktparteien nun verhalten werden.

Der Premierminister Israels, Ariel Sharon, hat schon versprochen, dass, „wenn die neue palästinensische Führung dem Terror Einhalt gebieten und die Gewalt zügeln wird, dies es ermöglichen wird, auf den politischen Prozess und die Verhandlungen zurückzukommen". Der palästinensische Außenminister Nabil Shaat erklärte, dass „Palästina die Verhandlungen mit Israel zu Fragen der Realisierung der ‚Straßenkarte' so schnell wie möglich wiederaufnehmen will". Aber im Zusammenhang damit, dass sowohl die Hamas als auch der „Islamische Jihad" schon versprochen haben, auf Israel eine Welle von Terroranschlägen zu ergießen, fällt es schwer, an die Wiederaufnahme des Friedensprozesses in der nächsten Zeit zu glauben.

bei russland.RU
Schwerpunkt - Russland und Jassir Arafat
Arafat ist gestorben. Aber die Probleme, die zu seinen Lebzeiten die Realisierung der friedlichen Vereinbarungen zwischen Israel und Palästina behindert hatten, sind geblieben. Das sind vor allem die Meinungsverschiedenheiten in der palästinensischen und der israelischen Gesellschaft bezüglich der Fragen der Regelung und als Folge der Terror. Nach wie vor kann die Regelung auf solche Probleme wie das Schicksal der jüdischen Ansiedlungen auf den besetzten Territorien, das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge und des Status von Jerusalem stoßen.

Zweifellos kann die Weltgemeinschaft nicht umhin, über das Schicksal des Friedensprozesses nachzudenken. Deshalb ist heute die Aufrechterhaltung der Stabilität in der Palästinensischen Autonomie und die Herausbildung einer legitimen Macht dort die wichtigste Aufgabe. (Marianna Belenkaja, politische Kommentatorin der RIA Nowosti).