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Autor: Gunnar Jütte - russland.NEWS - russland.TV

Russland: Schweizer Ökohof aus der Asche [Video]

Gleich zweimal musste der Schweizer Ökobauer Jörg Duss mit seiner Familie und seinen Helfern die Raduga.farm in der Region Tarussa in Westrussland aus dem Nichts aufbauen.

Entstanden ist das Projekt – nicht nur ein Ökohof, sondern auch eine Einrichrichtung zur Resozialisierung von Obdachlosen und Behinderten – in den letzten Jahren aus einem schon lange verlassenen Weiler.  Gesunde Lebensmittel waren ein Ziel, die schon bald bis Moskau verkauft wurden. November 2016 kam dann der Schock – in Folge eines Kabelbrands brannte die Farm bis auf die Grundmauern ab, nur die Tiere konnten gerettet werden, wir haben damals in einem Kurzbeitrag berichtet und Spenden gesammelt. Den Wiederaufbau der russisch-schweizerischen Ökofarm mit Hilfe von Nachbar und Spendern hat unser Herausgeber Gunnar Jütte dann mit der Kamera begleitet, zum Teil mitten im Winter bei minus dreißg Grad. So ist eine richtige kleine Dokumentation entstanden, wo ihr in einer guten halben Stunde diesen außergewöhnlichen Ökohof kennenlernt mit vielen seiner Facetten. Wer mehr wissen will: Die Homepage der Raduga.farm findet sich hier: http://raduga.farm/




Neulich am 7. November in Russland

leninVor 98 Jahren (nach altem gregorianischem Kalender am 25. Oktober 1917 um 21:40) begann der berühmte Sturm auf das Winterpalais im damaligen Petrograd. Zehntausende bolschewistische Aufständische erobern dort die letzte Bastion des bourgeoisen Regimes, tausende Helden fallen, im Smolny tagt bereits der bolschewistische Generalstab und an jeder Ecke stehen Männer mit roten Armbinden und aufgepflanzten Bajonetten.

Nach hartem Kampf, ergeben sich endlich die Bürgersöhnchen in ihren Kadetten-Uniformen.

So war es, so war die grosse Oktoberrevolution, in Sergej Eisensteins großartigen Film „Oktober“.

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Die Große Sozialistische Oktoberrevolution hat nicht zum Aufbau des Sozialismus geführt. Sie hat ihre Versprechen nicht gehalten. Immerhin hat sie die zaristische Despotie gestürzt, zur Beendigung des ersten Weltkrieges beigetragen und anschließend einen Neuaufschwung der Arbeiterbewegung und der antiimperialistischen Befreiungsbewegung in der ganzen Welt gefördert. Sie hat im Innern die vom Zarismus unterjochten Agrargesellschaften des russischen Großreiches aufgelöst und industrialisiert und im zweiten Weltkrieg dem Wahn von der deutschen Weltherrschaft ein dauerhaftes Ende bereitet. Ganz zum Schluß hat sie mit dem eigenen Zusammenbruch auch das in Form der UdSSR weiterbestehende zaristische Imperium zerbrochen und den Völkern und Nationen dieses Großreiches ihre Selbstbestimmung zurückgegeben.

Vor der Geschichte sind diese Ergebnisse ansehnlich genug, um positiv aufbewahrt zu werden. Trotzki, Lenin und Stalin und ihre Genossen werden weiter als große historische Gestalten gelten, auch wenn sie nicht mehr als Heilige verehrt werden. Aber die historischen Ergebnisse dieser proletarischen Revolutionäre waren sämtlich bürgerlicher Natur. Die sowjetische Geschichte erscheint im Nachhinein als großer Irrtum.

Wal Buchenberg

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Vor 98 Jahren (nach altem gregorianischem Kalender am 25. Oktober 1917 um 21:40) Knallte ein Schuss, dessen Echo man über die ganze Newa hören konnte. Abgefeuert von der Aurora, ein Blindschuss – eine Kartusche ohne Geschoss – dafür aber um so lauter. In Petrograd saß man derweil bei Borschtsch und Fisch in der Kneipe, bis auf ein paar Leute.

Einer von ihnen war Lenin, der über die Verzögerungen wütete. Aus der Peter-Pauls-Festung sollte einer roten Laterne das Angriffssignal übermitteln. Aber sie war nicht auffindbar. Kommissar Blagonrawow, der die Laterne im Dunklen suchen sollte, fiel in eine Jauchegrube.

Doch trotz aller Widrigkeiten fand sie statt, die „Große Sozialistische Oktoberrevolution“ der „Sturm auf das Winterpalais“. Nur mit deutlich weniger Darstellern, wie man es in den verklärten Überlieferungen darstellte.

In Petrograd war ein Machtvakuum, welches die bloß einige Tausend Parteimitglieder starken Bolschewiki, nur auffüllen brauchten. Kaum jemand hinderte sie daran die Herrschaft über den Regierungssitz an sich reissen, ausser ein paar todesmutigen Frauen des „Frauen-Todesbataillons“ welches aus kriegerischen Damen von der zaristischen Heeresleitung auf die Beine gestellt war und einigen Kosaken und loyalen Soldaten. Alles in allem so um die 300 Soldaten.

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Was auch immer aus der russischen Revolution von 1917 geworden ist und woran sie schließlich scheiterte, unwiderlegbar bleibt: Die Oktoberrevolution war gewollte gesellschaftliche Veränderung durch die Volksmassen, legitim und dem Wesen nach Demokratie in revolutionärer Aktion. Die ersten Dekrete und Beschlüsse der Sowjetmacht wie das Dekret über den Frieden, das Dekret über den Boden und weitere gaben dem Volkswillen staatlichen Ausdruck. Die neue Macht eröffnete mit ihren Zielsetzungen eine Perspektive für eine gerechte Gesellschaft. Der amerikanische Schriftsteller Theodore Dreiser, der in seinen naturalistischen Romanen den brutalen Kampf um Reichtum und Ansehen in der amerikanischen Gesellschaft darstellte, schrieb 1927: »Den Werktätigen Arbeit zu geben, ihnen die Landwirtschaft, die Industrie , die Bodenschätze, die Technik, das menschliche Wissen, die Herrschaft des Menschen über die Natur zur Verfügung zu stellen, und das alles zu verwenden, um jedem ein kulturelles und wohlhabendes Leben zu sichern – das ist die Lehre, die sich aus der sowjetischen Revolution für die übrige Menschheit ergibt.«

Friedrich Bergmann

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Viele Hunderttausende haben hinterher, nachdem die Bolschewiki das Winterpalais in ihrer Gewalt hatten, so um zwei Uhr morgens, am nächsten Tag, behauptet sie hätten mitgemacht. Das hatten sie, nur an anderer Stelle. Denn auf dem Schlossplatz liefen zwischen zehn- und zwanzigtausend Menschen umher, Petrograds Theater spielten ihr normales Programm, die Straßen waren hell erleuchtet und Fußgänger promenierten auf den Boulevards. Nur die wenigsten von ihnen „stürmten“ dann das Palais

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Der Aufstand der Pariser Arbeiter vor etwas über hundert Jahren, die erste proletarische Revolution, die zur Errichtung der Pariser Kommune führte, eilte ihrer Zeit weit voraus, zu weit. Aber auch die russische Revolution, die große sozialistische Oktoberrevolution, das müssen wir heute sechzig Jahre danach feststellen, war ein nicht weniger tragischer Anachronismus dieser Art.

Daß die Oktoberrevolution noch dazu in einem Land stattfand, das vom Standpunkt der marxistischen Theorie für die sozialistische Revolution besonders ungeeignet war, war Lenin und seinen Genossen sehr wohl bewußt. Sie hofften, daß der Sieg der Revolution in Rußland wie ein Fanal auf die internationale Arbeiterbewegung wirken und die revolutionäre Bewegung in den hochentwickelten kapitalistischen Staaten in höchstem Maße aktivieren würde. Die Oktoberrevolution war nur der Funke, der das Feuer der Weltrevolution entzünden sollte. Doch diese Hoffnungen der Bolschewiki erfüllten sich nicht.

Robert Havemann

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Laut Überlieferung soll bei dem Sturm einer der größten, jemals bekannten Wein- Keller entdeckt worden sein und Verteidiger wie Angreifer konsumierten Tausende Flaschen Chateau dґYquem, Jahrgang 1847, die vom letzten Zaren bevorzugte Lage. Nachdem Tage später Petrograd dann aus seinem Kater erwachte war Lenins Herrschaft da.

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Die Große Sozialistische Oktoberrevolution von 1917 bedeutete auch für Homosexuelle den Beginn einer Revolutionierung. In marxistisch revolutionärer Tradition versuchten die Bolschewiki nicht nur die wirtschaftlichen Bedingungen zu verändern, sondern ebenso die allgemeinen Lebensbedingungen, die Lebenseinstellung überhaupt, die Beziehungen zwischen den Geschlechtern und zwischen Eltern und Kindern zu revolutionieren, also die Gesellschaft in toto völlig umzuwandeln. Fortschrittliche Gesetzgebungsmaßnahmen und deutliche Bestrebungen gegen die Kleinfamilie und deren sexuelle Ökonomie fanden im Rahmen grundlegender revolutionärer Veränderungen auf dem Gebiet der Familie und des Sexuallebens Raum für Verwirklichung. Bedeutsam erscheint die Tatsache, daß allgemeine revolutionäre Zielsetzungen zu Beginn der Revolution und Ziele der Sexual- und Familienpolitik dieses Zeitraums im Einklang und enger Wechselwirkung standen und die Zielsetzung sichtbar wird, das Bewußtsein der Menschen grundlegend zu verändern und die sozialistische Ideologie zu behaupten und zu festigen.

Gleich nach der Oktoberrevolution wurden die zaristischen Gesetze annulliert und ein sowjetisches Strafrecht erarbeitet, das 1922 gesondert für die einzelnen Republiken in Kraft trat. Danach wurde (wie auch im StGB 1926) „einfache“ (also einvernehmliche) Homosexualität unter erwachsenen Männern nicht mehr geahndet, da homosexuelle Akte unter Erwachsenen keinen gemeinschaftsgefährdenden oder –verletzenden Charakter hätten und somit auch nicht öffentlich verfolgt würden.

Manfred Mugrauer, Wien

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Es folgten lange Jahre der Bürgerkriege und Hungersnöte bis die Macht der Bolschewikis in der späteren Sowjetunion etabliert war.  Gunnar Jütte/russland.RU

 




Schweizer Ökobauer in Russland [Video]

Der Schweizer Jörg Duss  ist ein sehr außergewöhnlicher Ökobauer.

Sein Hof liegt in Tarusa in der Region Kaluga in Russland und war ursprünglich bei seiner Gründung vor vier Jahren als kleines Selbstversorgerprojekt angelegt. Mittlerweile hat sich die Qualität, die Duss Produkte haben bis ins ferne Moskau herumgesprochen und Duss hat sein Produktion um einiges ausgeweitet. Um sich selbst und dem Bauerntum abseits von der Agrarindustrie treu zu bleiben, hat er andere Kleinbauern aus der Umgebung in ein kleines Netzwerk einbezogen. russland.TV präsentiert eine Dokumentation über dieses ungewöhnliche Schicksal, nur dreißig Kilometer von unseren Redaktionshauptquartier entfernt.




Der Beweis – russische Soldaten kämpfen in der Ukraine

Mit der Überschrift „Schweigen über den Gräbern“ beginnt die Süddeutsche Zeitung ihren Artikel über russische „Kompensationszahlungen für 2000 Familien gefallener Soldaten und für 3200 Verwundete. Die russische Zeitung Djelowaja Schisn (Wirtschaftsleben) soll – womöglich eher unfreiwillig – eine Reihe von Informationen veröffentlicht haben die darauf schließen lassen, wie hoch die Zahl der Toten tatsächlich ist, die für die russische Armee bei den Separatisten gekämpft haben und in Särgen aus der Ukraine zurück nach Russland transportiert worden sind.“

Locker zitiert Cathrin Kahlweit, die Wiener Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung, weiter aus der russischen Zeitung Djelowaja Schisn und dem Forbes Magazin, die wohl als seriöse Quelle herhalten müssen.

Cathrin Kahlweit ist dann auch schnell dabei, schon eine Lösung für den nicht mehr vorhandenen Absatz bei der russischen Zeitung Djelowaja Schisn zu liefern: „Forbes berichtet, die Meldung sei schon nach kurzer Zeit wieder von der Webseite des russischen Blattes verschwunden, offenbar habe die Zensur umgehend eingegriffen. Allerdings hätten ukrainische Journalisten vorher einen Screenshot gemacht. Es sei davon auszugehen, dass der Kreml Nachricht und Zahlen als Fälschung bezeichnen würde.“

Selbstverständlich vergisst Sie auch nicht, gleich noch den Hinweis auf Boris Nemzow zu bringen: „Der russische Abgeordnete Boris Nemzow, der im Februar in Moskau auf offener Straße ermordet worden ist, soll damals kurz davor gestanden haben, weitere Beweise für die aktive Einmischung Moskaus im Donbass vorzulegen. Er wolle, hatte er in Interviews angekündigt, Russland verändern und „Neues über den Krieg im Ostteil der Ukraine“ enthüllen. Kurz danach war er tot.“

Somit, alles in Allem eine runde Geschichte. Fast.

Leider war das alles ein Fake. Die russische Zeitung Djelowaja Schisn, die als Urquelle hinhalten musste ist nicht nur sehr unbekannt, sondern auch nicht sonderlich seriös; ein Aufhübschen durch das Forbes Magazin sollt das Ganze dann wohl für die Süddeutsche Zeitung seriöser gestalten.

Leider haben etliche andere Medien diese „investigative“ Meldung übernommen, vom österreichischen Kurier über UKRINFORM, nach eigener Beschreibung die einzige nationale Nachrichtenagentur der Ukraine, oder dem Onlinemedium EUROMAIDAN PRESS, die den Artikel aber bereits wieder entfernt haben. Bei EP erreicht man nur noch eine Fehlermeldung.

Sehr weit verbreitet hat sich diese Meldung daraufhin in den sozialen Netzwerken wie Twitter, facebook und anderen. Selbst bei Wikipedia ist bereits ein Hinweis über die „russische Beteiligung von Soldaten in der Ukraine“ zu lesen: „Im August 2015 wurde in einer russischen Internetquelle unbeabsichtigter Weise von einer Zahl von 2000 gefallenen und 3200 schwer verwundeten russischen Militärangehörigen berichtet; diese Quelle wurde nach kurzer Zeit gelöscht.“

Auch wir hatten die Meldung von Forbes und der Süddeutschen Zeitung gelesen und hätten diese Meldung auch gebracht. Aber bei näherem Hinsehen fiel uns auf, dass nicht einmal eine echte Originalquelle vorhanden war. Nur angebliche Quellen aus mindestens zweiter Hand. Bei weiterer Recherche fiel uns auf, dass die russische Zeitung Djelowaja Schisn weder über ein vernünftiges Impressum noch über irgendeinen Bekanntheitsgrad verfügt. Daher kamen uns immer weitere Zweifel an der Richtigkeit dieser Meldung. Wir haben dann davon Abstand genommen und wie es sich zeigte, zu Recht.

Gestern hat dann sogar das der ukrainischen Regierung freundliche, von den USA finanzierte, Onlineportal „stopfake.org“ einräumen müssen, dass die Meldung ein Fake ist.

Leider haben es Paul Roderick Gregory vom Forbes Magazin und erst recht Cathrin Kahlweit von der Süddeutschen Zeitung versäumt, unterlassen oder einfach nicht wahrhaben wollen, dass es auch anders sein kann. Reflexartig sah man seine Stereotypen und Vorurteile bedient und schmückte das Ganze noch mit etwas Beiwerk aus. Auf den meisten Medien ist der Bericht immer noch online und wird fleißig kommentiert, weiterverlinkt und mit der üblichen Russlandhetze versehen und weiter geliked und verlinkt. Das der Forbesartikel in Wikipedia verlinkt ist kann, wenn dem nicht widersprochen wird, schnell dazu führen, dass über kurz oder lang der Forbes- oder Süddeutsche Zeitungsartikel als wahr angenommen wird und die Aufdeckung, dass es ein Fake ist in Vergessenheit gerät oder nur noch Insidern bekannt sein wird.
Paul Roderick Gregory und Cathrin Kahlweit, seriöse Berichterstattung sieht anders aus!

Gunnar Jütte/russland.RU

http://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-konflikt-schweigen-ueber-den-graebern-1.2622549

http://www.forbes.com/sites/paulroderickgregory/2015/08/25/kremlin-censors-rush-to-erase-inadvertent-release-of-russian-casualties-in-east-ukraine/

https://web.archive.org/web/20150822092515/http://bs-life.ru/rabota/zarplata/voennosluzashchie2015.html

http://bs-life.ru/rabota/zarplata/voennosluzashchie2015.html

http://kurier.at/politik/ausland/ukraine-2000-tote-russische-soldaten/149.383.651

http://www.ukrinform.ua/deu/news/russische_zeitung_verffentlicht_versehentlich_angaben_ber_verluste_der_russischen_armee_in_ukraine_17278

http://de.euromaidanpress.com/2015/08/27/russland-veroeffentlicht-versehentlich-die-zahl-seiner-opfer-in-der-ukraine-2-000-todesfaelle-3-200-verwundete/

http://www.stopfake.org/en/debunking-the-fake-article-on-2000-russian-soldiers-killed-in-donbas-everyone-fell-for/




Nachlese: Russland und die G7 [Video]

Am Rande des G7-Treffs sprach unser Herausgeber Gunnar Jütte mit Anton von der russischen Nachrichtenagentur TASS über das Verhältnis von Russland zur G7.

Das kleine Gespräch hier noch als unser Nachtrag für tiefer interessierte von unseren kleinen Zusatz-Channel russland.TV plus.




Zweckbündnisse – Putin nicht besser als die Grünen…?

[Kommentar von Gunnar Jütte] „Der Kreml sucht die Nähe zu Europas Rechten. Auch die AfD hat das Interesse Moskaus geweckt“, schreibt Spiegel-Online. Da ist es dann auch egal ob es z.B. von der AfD dementiert wird oder nicht, denn seit Monaten steht das „Rechte“ Gespenst mit Putin zusammen auf der Medienagenda. Als Wahlbeobachter zu dem Krimreferendum eingeladen wurden, wurden Abgeordnete aus allen Fraktionen, von links nach rechts, aus Europa eingeladen. Leider kamen nur die sogenannten Rechtspopulisten. Trotzdem wird gerade das Referendum als Zeichen gewertet, dass der Kreml mit den Rechten in Europa gemeinsame Sache macht.

Der Spiegel schreibt weiter, dass das „Konzept von „Putin, dem neuen globalen Anführer der Konservativen“ vom Zentrum für Strategische Kommunikation bereits im Dezember 2013 entworfen worden sein soll.

„Das Netzwerk mit den EU- und amerikakritischen Rechtsauslegern Europas soll bei diesem Plan helfen. Bei der Auswahl der Verbündeten ist der Kreml nicht zimperlich“, geht es dann weiter.

Sollte das denn so stimmen, ist es sicherlich keine Meisterleistung des Kreml sich ausgerechnet auf Rechtsnationale einzulassen, genauso problematisch ist die russische Propaganda, die Verschwörungstheoretiker als Zeugen für ein gutes Russland herbeizieht. Man würde sich zweifelhaften Gruppen anbiedern von denen man lieber Abstand halten sollte.

Nun kommt mir diese Argumentation aber irgendwie bekannt vor. Als im Jahr 2010 die sogenannte Bewegung 31 in Moskau auf die Straßen ging und demonstrierte, hatte ich einen Mailwechsel mit dem damaligen Grünen EU-Abgeordneten Werner Schulz.

In einer Presseerklärung schrieb Schulz damals: „…..Auch wachse die Schar der Unterstützer außerhalb Russlands. Weltweit haben sich am 31. Mai viele Menschen mit den Demonstranten in Russland solidarisiert. Diese Bewegung wird umso stärker werden, je größer die Diskrepanz zwischen Worten und Taten des Ministerpräsidenten Putin wird…..“

Ich schrieb im daraufhin: „….es fällt mir außerordentlich schwer mich mit einer Bewegung zu solidarisieren, hinter der Kasparow und sein Freund Limonow stecken.

Jetzt kann man behaupten, das Bündnis ist wichtig, um gegen die Regierung zu kämpfen.

Tut mir leid, aber auch die Neonazis in Deutschland waren gegen Bush, trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen mit solch einem Pack zusammen auf die Straße zu gehen.

Solange die 31er-Bewegung sich nicht eindeutig von Kasparow und seinem Freund Limonow distanziert, sehe ich keine Möglichkeit, diese auch nur ansatzweise zu unterstützen.“

Werner Schulz erklärte daraufhin:“… Wir werden uns dennoch dafür einsetzen, diese Bewegung insbesondere in Europa in die Weite zu tragen. Gerade die Erfahrung der Friedlichen Revolution von 1989 lehrt uns, dass manchmal Massen in Bewegung kommen müssen, um wirkliche Änderungen zu erreichen. Manchmal auch mittels Zweckbündnissen.“

Das ist das Stichwort, „Zweckbündnisse“. Zweckbündnisse geht man in der Politik immer ein, aber darf man „solche“ eingehen? Darf der Kreml solche eingehen, dürfen die „Grünen“ das? Ich bin der Meinung, NEIN. Wer nach „Rechts“ keine Grenze findet, verläuft sich sonst.




Deutschland sanktioniert: Kein Kulturexport nach Russland

[Von Gunnar Jütte] Während am Freitag gerade die neuen, von der EU beschlossenen Sanktionsmaßnahmen in Kraft getreten sind, hat Deutschland bereits die nächste Stufe der Sanktionen eingeläutet.
Diesmal geht es nicht um Banken, Personen oder Wirtschaft, diesmal geht es um die deutsche Kultur.

Eigentlich sollte heute und morgen unbeschwert das „Jahr der deutschen Sprache und Literatur 2014/2015“ im Moskauer Eremitage-Garten eröffnet werden.

In der Ankündigung hieß es:
„Mit dem Festival „Deutsch hoch drei“ geht das Jahr der deutschen Sprache und Literatur in Russland 2014/2015 offiziell an den Start. In einer bunten Sprach- und Literaturlandschaft können Kinder, Jugendliche und Erwachsene Deutsch in den drei Dimensionen „Lernen, Lesen und Mitmachen“ und verschiedensten Facetten erleben. Festivalhöhepunkte sind die „Größte Deutschstunde der Welt“ mit Alexander Puschnoj, Auftritte des Poetry Slam-Weltmeisters Bas Böttcher sowie eine Wissensshow aus der „Sendung mit der Maus“ vom Westdeutschen Rundfunk. Außerdem gibt es eine Kinderuniversität, Lesungen deutscher Autoren, deutschsprachige Theateraufführungen, Vorträge zur deutschen Kultur von russischen Experten, Meisterklassen, ein Riesen-Scrabble, Märchenspiele, Wettbewerbe, einen Büchermarkt, Infostände deutscher Organisationen und Unternehmen und vieles, vieles mehr. Wir wünschen allen Festivalbesuchern jede Menge Spaß beim Entdecken der deutschen Sprache!“

Wenn man sich das aktuelle Programm ansieht, dann fällt einem auf, dass das Livekonzert, welches heute den Abend eröffnen sollte, 19.30-22.00 Live-Konzert des Rap-Stars CRO mit Vorband SAM, als verschoben gekennzeichnet wurde.

Eine Erklärung dazu findet sich auch auf dem lieblos, amateurhaft, hingeschlurten Webauftritt für das „Jahr der deutschen Sprache und Literatur 2014/2015“:
„Ziele des Jahres der deutschen Sprache und Literatur sind es, bestehende Partnerschaften im Kultur- und Bildungsbereich zwischen Deutschland und Russland zu festigen und neue Netzwerke zu schaffen. Dialog und intensive Kooperation sind gerade in politisch schwierigen Zeiten wichtiger denn je: Sprache, Bildung und Kultur bilden dafür ein unschätzbares Fundament. Das bevorstehende Jahr soll auch dazu dienen, Kommunikationskanäle für die gegenseitige Verständigung offen zu halten und die Zusammenarbeit mit der russischen Zivilgesellschaft im nicht-politischen Bereich zu intensivieren. Allerdings sind die Projektträger – das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut – vor dem Hintergrund der dramatischen Entwicklungen in der Ukraine zu der Überzeugung gelangt, dass jetzt nicht die Zeit ist, um öffentlich unbeschwert zu feiern. Wir haben daher beschlossen, das Unterhaltungsmusikprogramm der zweitägigen Eröffnungsveranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben: die Auftritte des deutschen Rap-Stars Cro, seiner Vorband SAM und des russischen DJ Lars.
Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.“

Nein, ein Verständnis kann man nicht dafür haben.

Gerade im Kultur- und Sportbereich ist es möglich aufgeworfene Gräben schneller wieder zu zuschütten, während man sich in der Politik noch die Köpfe einschlägt. Es geht darum Verständnis für die jeweils andere Kultur und Sprache zu entwickeln, dass sind Schritte für den Frieden.

Das „Jahr der deutschen Sprache und Literatur 2014/2015“ politisch zu instrumentalisieren ist in jedem Fall der falscheste Weg.

Die deutsche Regierung hat in den letzten Jahren leider immer wieder aus politischen Gründen den Kulturaustausch sabotiert.

Die „deutsch-russischen Kulturjahre 2012/2013“ sollte eigentlich mit dem Einlegen der letzten Puzzleteile eines Dürerpotraits auf dem Moskauer „Roten Platz“ durch den deutschen und russischen Präsidenten eröffnet werden.

Aber der russophobe deutsche Bundespräsident Gauck ist lieber seinen persönlichen Animositäten Putins gegenüber nachgegangen, als seiner Pflicht als Bundespräsident und hat seine Anreise nach Moskau abgesagt.

Somit wurden damals die „deutsch-russischen Kulturjahre 2012/2013“ von Mitarbeitern aus den jeweiligen Kulturressorts eröffnet.




Zensur? Probleme der Ukraine-Berichterstattung – Christoph Brumme

In seinem BLOG Honigdachs beschuldigt Christoph Brumme russland.RU der Zensur. Dazu folgende Klarstellung:

Seit Monaten ist die Ukraine auch auf russland.RU ein Hauptthema. Deswegen haben wir extra ein Special eingerichtet um dort zusammenfassend zu berichten, zu analysieren und Hintergründe darzustellen.

Schnell zeigte sich, dass die Berichte, Meinungen und Diskussionen über die Ukraine, nur noch in einem schwarz-weiß Schema  geführt werden. Sämtliche Zwischentöne und Graustufen, die für eine Auseinandersetzung mit dem Thema Ukraine nötig wären, wurden offensiv von allen Seiten unterdrückt.

Da es uns gerade um die „Graustufen“ und die offene Auseinandersetzung um die Vorgänge auf dem Maidan und deren Bewertung ging, haben wir uns gefreut, dass wir mit Christoph Brumme einen sogenannten „Majdanschik“ gewinnen konnten, der, wie er (selber) nach anfänglichem Zögern an Kai Ehlers schrieb: „Wenn russland.ru so viele Besucher hat, lohnt sich eine Diskussion dort natürlich, da habe ich mich verschätzt. Wir sollten nach einer passenden Form suchen. Ich würde mich freuen, mich mit Ihnen auszutauschen. Wir lieben beide die beiden Länder Russland und Ukraine, ihre Kulturen, das sind schon mal wichtige Voraussetzungen.“ Es schien als sei er auch selbst an einer seriösen Auseinandersetzung interessiert.

Somit haben wir die von Christoph Brumme an uns zugeschickte Biografie, im Special zu denen schon veröffentlichten von Kai Ehlers und Christian Wipperführt hinzugefügt.

Alles was der Redaktion von ihm zugeschickt wurde, Biografie, Text, wurden ungekürzt bei russland.RU veröffentlicht.

Wir sahen mit Erwartung einer Auseinandersetzung um den Charakter des Maidan und die daraus folgenden Ereignisse entgegen. Leider kamen außer einem ersten keine Texte mehr für russland.RU.

Stattdessen ging Christoph Brumme in seinen eigenen Veröffentlichungen auf seinem Blog zu einem nicht diskutablen beleidigenden Stil über. Es folgten persönliche Versuche von Kai Ehlers ihn zu einer offenen Auseinandersetzung um die strittigen Fragen zu animieren. Nachdem er stattdessen meinte seine eigenen Veröffentlichungen im „Honigdachs“ mit Beiwerken wie “Adolfowitsch Botox Putina – EKEL EKEL EKEL“ oder „Adolfowitsch Putler“ würzen zu müssen, sah ich mich gezwungen, klarzustellen, dass Christoph Brumme nicht mehr für russland.RU schreibt.

Es ging mir darum die Seriosität von russland.RU zu schützen und nicht den Anschein aufkommen zu lassen, dass wir hinter seinen beleidigenden Aussagen stehen.

Ich habe ihm deshalb dann folgende E–Mail geschickt:

„Hallo Christoph Brumme,

ich denke wir sind uns, ohne darüber extra abgestimmt zu haben, einig, dass ich dich aus dem Ukraine-Special bei russland.RU entferne.

Ich könnte das jetzt diplomatisch machen und einfach schreiben, weil du doch eine andere Meinung vertrittst, währe es auch für dich besser, nicht bei uns zu erscheinen.

Nein, da fehlt mir die Diplomatie.

Wir hatten gehofft, mit dir und deiner Sichtweise der Dinge einen anderen Aspekt zu den Geschehnissen in der Ukraine zu bekommen, diese analytisch und mit fundierten Hintergrund zur Diskussion zu stellen und ein dem westlichen wie östlichen Medien geschaffenen schwarz/weiss Bild die nötigen Graustufen hinzuzufügen um den Lesern Orientierungshilfe zu geben.

Leider sind deine letzten Ergüsse geprägt von einer emotionalen Hetze und in Diktion, die eines Julius Streichers würdig wäre und die sicher in einem Kampfblatt wie „der Stürmer“ besser aufgehoben wären.

Mit solchen unreflektierten Hasstiraden, egal gegen wen nun, kann und will ich russland.RU nicht in Verbindung bringen, weil so ein Stil sich jeder analytischen Diskussion bereubt.

Ich denke, es ist in deinem Sinne, dass wir dich Aufgrund dieser, an dunkelste deutsche Zeiten erinnernden, Ausfälle aus dem Ukraine-Special entfernen.

Noch einen hoffentlich nachdenklicheren Weg.“

Gunnar Jütte

Gerne stellen wir uns der Diskussion und den Kommentaren >>>

 




n-tv entlarvt russland.RU der Kremlpropaganda

[Von Gunnar Jütte] Wir sind sicherlich nicht zimperlich wenn es darum geht den sogenannten Mainstream-Journalismus in seinem Russland-Bashing anzugreifen. Ganz besonders, wenn es um die großen Player wie ARD und ZDF geht.

So bekommen wir auch mal was zurück. Sicher ist nun n-tv, obwohl zu RTL gehörend, keiner von den großen Playern, aber auch n-tv wollte mal in der Riege mitspielen und die Moskau-Propaganda aufdecken.

Unter „Moskaus Propaganda-Krieg in Deutschland – Die Mär vom „Referendum“ in Venedig“ versucht sich Issio Ehrich, Politik-Redakteur bei n-tv.de, als Russlandkommentator. Wie man an seinen anderen Kommentaren sehen kann, ganz auf deutscher Mainstreamlinie.

Nun hat er aber anscheinend etwas gefunden, um die Moskauer Propaganda zu entlarven und uns gleich mit.

Recht hat er, dass das russische Fernsehen „Russia Today“ und auch die „Stimme Russlands“ eine sogenannte „Volksabstimmung“ in Venedig aufgeblasen haben, als wenn die EU dabei untergeht. Übersehen hat er dabei, dass z. B. das ORF (österreichisches Fernsehen) und die „Tiroler Tageszeitung“ auch die „Kremlpropaganda“ verbreitet haben und von einem Referendum gesprochen haben.

Issio Ehrich bezieht sich ausdrücklich nur auf die russischen Medien „Russia Today“, „Stimme Russlands“ und „russland.RU“. Wie schreibt er so treffend: Bei den drei Medien handelt es sich nicht um irgendwelche deutsch- und englischsprachigen Medien mit Fokus auf Russland. „Stimme Russlands“ ist eine staatliche russische Rundfunkanstalt. „Russland.ru“ ist registriert beim russischen Ministerium für Presse-, Fernseh- und Radioangelegenheiten. Und „Russia Today“ ist ein staatlich finanzierter Sender mit Sitz in Moskau, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, dem Ausland die putinsche Weltsicht zu vermitteln.

Als so ein Schwergewicht bezeichnet zu werden, erfüllt uns natürlich mit Stolz. Trotzdem müssen wir den Verdacht, wir wären ein Kremlmedium und wie unser Kollege vom „Focus“, Boris Reitschuster, mal behauptete, vom Kreml bezahlt, dann doch zurückweisen.

Unsere Registrierung hat nichts mit kremlnah zu tun, sondern ist für Massenmedien in Russland üblich, weil, anders als in Deutschland, wir dadurch unsere Presseausweise selber ausstellen können und keine Akkreditierung beim russischen Außenministerium brauchen wie ausländische Medien und Journalisten. Registriert beim russischen Ministerium für Presse-, Fernseh- und Radioangelegenheiten sind alle Massenmedien in Russland, von kremltreu (RT, Rossiyskaya Gazeta u.A.) bis zu kremlkritisch (Echo Moskvy, Novaya Gazeta u.A.).

Nochmal auf die „Volksabstimmung“ in Venedig zurückkommend sei noch erwähnt, dass Issio Ehrich zwar richtig festgestellt hat,Auch „Russland.ru“ berichtet ausführlich. „Venedig tut es auch – Referenden sind schick“, heißt es zynisch in einer Glosse.“ , aber anscheinend das Wort „Glosse“ nicht begriffen hat. Laut Wikipedia „ein kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag“.

Nicht umsonst stand der Beitrag bei uns nicht unter Politik, sondern unter Verschiedenes.

Aber Hauptsache, die Welt von Herrn Issio Ehrich ist wieder zurechtgerückt und man hat die „Feinde“ ausgemacht.

Zu uns bleibt mir nur zu schreiben, russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.




Zurück zu den Wurzeln

Jörg Duss und Gunnar Jütte waren am 31. Januar 2014 live im Radio zu hören. Die Moderatorin Martina Wiedemann sprach in ihrer Sendung „Morgen ohne Sorgen“  mit beiden über ihr Leben in Russland und auch über die Stiftung Raduga.

Die Wege des Schweizers Jörg Duss und des Deutschen Gunnar Jütte kreuzten sich in Tarusa, einer kleinen Stadt im Kalugaer Gebiet, südwestlich von Moskau gelegen.

Schritt für Schritt krempeln sie das Leben dort um, schaffen einen sehr eigenwilligen Biotop. Ihr Ziel ist es, die Landflucht zu stoppen und den Menschen eine Perspektive auf dem Lande zu geben.

Sie wollen Biolandwirtschaft mit Ökologie verweben und so autonom wie möglich leben, mit eigener Stromquelle und eigenem Trinkwasser. Sogar die Schweine werden da mit eingespannt.

Für Spender und Interessenten die Internetseiten; www.raduga-stiftung.com und www.russland.ru

Das ganze Interview hier zum Herunterladen >>>

[Stimme Russlands]