Boykott der Fußball-EM 2012 wird am Fall Julia Timoschenko nichts ändern

Kiew. Ein Boykott der Euro 2012 wird den Fall der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko nicht beeinflussen, so der Außenamtssprecher Oleg Woloschin bei einem Briefing. Die Position des Außenministeriums der Ukraine ist in Bezug auf den möglichen Boykott der Euro 2012 unveränderlich.

„Es ist eine falsche Methode. Andere Instrumente gibt es zur Genüge. Der Präsident der Ukraine äußerte mehrmals seinen Standpunkt zur Einschätzung des Falls Timoschenko durch die Europäer. Ob jemand aus der Führung zur Euro 2012 kommt oder nicht kommt, wird im Fall Timoschenko nichts ändern“. Der Außenamtssprecher fügte auch hinzu, dass das Außenministerium zurzeit keine Informationen darüber hat, wer von der Führung der europäischen Staaten zur Euro 2012 konkret kommt.

 

Das Petscherski-Bezirksgericht von Kiew hat Timoschenko am 11. Oktober zu 7 Jahren Freiheitsentzug verurteilt, weil sie bei der Unterzeichnung der Gasverträge mit Russland 2009 ihre Vollmachten übertreten hat. Sie sitzt ihre Strafe in der Katschanowski-Frauenkolonie in Charkow seit Ende Dezember 2011 ab. Jetzt wird die Ex-Ministerpräsidentin im Charkower Krankenhaus von Ukrscheldorogi behandelt. Mehrere europäische Politiker fordern dazu auf, die Euro 2012 in Zusammenhang mit Julia Timoschenkos Inhaftierung zu boykottieren.

Die Euro 2012 startet am 8. Juni mit den Spielen der Auswahlmannschaften Polens und Griechenlands, die in Warschau spielen werden. Die russische Nationalmannschaft spielt am gleichen Tag gegen Tschechien in Wroclaw. Der ukrainische Teil der Spiele startet am 9. Juni mit dem Spiel zwischen den Niederlanden und Dänemark in Charkow. Anschließend spielt Deutschland in Lwow gegen Portugal. Die ukrainische Mannschaft wird am 11. Juni ihr erstes Spiel mit der Mannschaft Schwedens im Kiewer Stadion „Olympijski“ haben. Im selben Stadion wird am 1. Juli auch das Endspiel des Euro 2012 stattfinden.