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Kategorie: Aserbaidschan - russland.NEWS - russland.TV

Erstes kaspisches Wirtschaftsforum in Turkmenistan

Die fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres kamen zur Vertiefung ihrer Zusammenarbeit in Turkmenistan zusammen.




Ein brisantes Problem russischer Außenpolitik

[von Dr. Christian Wipperfürth] Der Konflikt um Berg-Karabach bereitet Moskau seit langem großes Kopfzerbrechen. Die russisch-türkische Annäherung dürfte die gefährlichen Spannungen im Südkaukasus entschärfen.

Armenier und Aserbaidschaner sind seit Generationen verfeindet. In der zerfallenden Sowjetunion brachen alte Konflikte wieder auf. Im Februar 1988 gab es ein erstes Pogrom gegen die etwa 400.000 in Aserbaidschan lebenden Armenier. Aus dem Gebiet Berg-Karabach, das zu Aserbaidschan gehörte, aber überwiegend von Armeniern bewohnt war, wurden daraufhin Tausende Aseris vertrieben. Der Konflikt spitzte sich zu, und die Moskauer Führung setzte mit gewissem Erfolg Truppen ein, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Gleichwohl kamen vermutlich hunderte Menschen ums Leben.

Ende 1991 brach die UdSSR auseinander. Der russische Präsident Boris Jelzin ordnete im April 1992 den Rückzug der russischen Truppen aus dem zwischen Armenien und Aserbaidschan umstrittenen Berg-Karabach an. Russland war nicht mehr bereit, Ordnungsfunktionen im Südkaukasusraum wahrzunehmen. Jelzin bat stattdessen die NATO, Truppen zu entsenden, was diese jedoch ablehnte. Die Feindseligkeiten zwischen Aserbaidschan und Armenien brachen nun in aller Härte aus. Zwischen 1992 und 1994 kamen bis zu 50.000 Menschen ums Leben. Fast alle Armenier flüchteten aus Aserbaidschan und Hunderttausende Aseris wurden aus Bergkarabach und den angrenzenden Gebieten, die von Armeniern besetzt wurden, vertrieben.

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Russland ging bereits während des armenisch-aserischen Krieges wieder dazu über, als Ordnungsmacht zu agieren. Moskau zwang Georgien 1993 zu einem Beitritt in die GUS, um den Landweg nach Armenien zu sichern, das Russland als unentbehrliche Schutzmacht betrachtete. Ohne die russische Präsenz wären die gewaltsamen Auseinandersetzungen womöglich noch eskaliert.

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Berg-Karabach wurde faktisch zu einem eigenen, von Armenien massiv unterstützten Staat, der von keinem Land völkerrechtlich anerkannt wird, nicht einmal von Armenien selbst. Aserbeidschan verlangt die Räumung des besetzten Territoriums, einschließlich der Rückkehr Berg-Karabachs in das eigene Staatsgebiet. Dies lehnen die Armenier ab.

Frankreich, Russland und die USA einigten sich darauf, den Konflikt gemeinsam zu lösen, aber seit 20 Jahren ohne Erfolg. Auch die Versuche der Präsidenten Wladimir Putin und Dmitri Medwedew, den Konflikt ohne Beteiligung von Paris und Washington zu lösen, schlugen fehl. Dies ist dem russischen Prestige, auf das Moskau großen Wert legt, abträglich.

Immerhin kam es mehr als 20 Jahre zu keinen großen Kampfhandlungen mehr, aber wiederholt zu Scharmützeln, bei denen insgesamt Hunderte Menschen ums Leben kamen.

Aserbaidschan, das etwa dreimal so viele Einwohner wie Armenien hat, gewann seit der Jahrtausendwende aufgrund der steil ansteigenden Ölexporte und Ölpreise beträchtlich an finanziellen Möglichkeiten. Baku baute eine militärische Drohkulisse auf, um den Widersacher zu einem Nachgeben zu zwingen. 2011 überstiegen die Militärausgaben Aserbaidschans diejenigen Armeniens um das Achtfache.

2011 schien zugleich ein Angriff der USA auf den Iran denkbar. Russland fürchtete, dass Aserbaidschan in diesem Fall Armenien angreifen könnte. Russische Truppen begannen darum, nicht nur wie bislang die armenisch-türkische Grenze zu sichern, sondern auch diejenige zu Aserbaidschan. Baku sollte hierdurch von einem Angriff auf den Bündnispartner Armenien abgeschreckt werden. Andererseits wollte der Kreml die Beziehungen mit Aserbaidschan nicht belasten. Russland drang auch darum auf eine Verhandlungslösung mit dem Iran.

Der Kreml war der Ansicht, selbst erfolgreiche Luftschläge würden iranische Kernwaffen lediglich verzögern, aber nicht verhindern, falls Teheran diese tatsächlich anstrebe, was nicht sicher sei. Ein Angriff würde insbesondere den Anreiz erhöhen, Nuklearwaffen zu besitzen, um in Zukunft nicht mehr attackiert zu werden.

Nach einigen Jahren relativer Ruhe rückten im Frühjahr 2016 Truppen Aserbaidschans gegen die armenischen Einheiten im Gebiet Berg-Karabach vor, und es gab zahlreiche Tote. Baku hätte diesen Schritt ohne Rückendeckung aus Ankara nicht unternommen. Die Türkei, die die Grenze zu Armenien seit 1993 geschlossen hält, wollte nicht zuletzt Russland durch die militärischen Maßnahmen Aserbaidschans unter Druck setzen. Moskau aber sandte eine unmissverständliche Drohung an Baku, das hieraufhin zurücksteckte. Armenien ist Mitglied der russisch geführten Verteidigungsallianz „Organisation des Vertrags für Kollektive Sicherheit“. Moskau kann und will den Bündnispartner im Ernstfall nicht seinem Schicksal überlassen, sondern – nicht zuletzt mit dem Blick auf Zentralasien – als zuverlässige Ordnungsmacht gelten.

Russland strebt aber auch kooperative Beziehungen mit Aserbaidschan an, verkauft ihm sogar Waffen und hofft auf dessen Beitritt zur „Eurasischen Wirtschaftsunion“, der bislang außer Russland noch Armenien, Kasachstan, Kirgisistan und Weißrussland angehören. Auch Baku hat Interesse an guten Beziehungen mit Moskau, u.a. um das Interesse des Westens an Aserbaidschan zu erhöhen.

Erdogan und Putin einigten sich in St. Petersburg Im August 2016 auf einen trilateralen Dialog unter Hinzuziehung Aserbaidschans. Am Tag vor dem Russlandaufenthalt des türkischen Präsidenten hatte sich Putin bereits mit seinen Amtskollegen aus dem Iran und Aserbaidschan getroffen. Am Tag nach der Abreise Erdogans traf sich Putin mit dem armenischen Präsidenten.

Eine wirkliche Lösung des Konflikts um Berg-Karabach liegt noch in weiter Ferne. Aber die Aussichten auf Fortschritte im Friedensprozess sind besser als seit vielen Jahren:

  1. Russland hat seit Frühjahr seine Position als Ordnungsmacht im Südkaukasus befestigt, was Aserbaidschan zügelt.
  2. Moskau und Ankara beginnen, in Bezug auf den armenisch-aserischen Konflikt zu kooperieren, was es seit langen Jahren nicht mehr gegeben hat.
  3. Ein westlicher Angriff auf den Iran steht seit der Einigung im Atomstreit vom Sommer 2015 nicht mehr zur Debatte, was auch die Situation auch in der Nachbarschaft des Iran beruhigt.
  4. Aserbaidschan muss seine Militärausgaben zurückfahren, da die Öleinnahmen stark gesunken sind. Die Offensive vom Frühjahr 2016 war der vermutlich letzte noch mögliche Versuch Bakus, eine militärische Überlegenheit auszuspielen.

Und Moskau entfaltet bemerkenswerte Aktivitäten von höchster Stelle, um den Konflikt um Berg-Karabach zu entschärfen. Er stand bereits mehrfach davor, auch Russland selbst in kriegerische Auseinandersetzungen zu verwickeln.

 

Quellen der Abbildungen:

Folie 1: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:FHen; https://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons; https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2c/NKR_locator.png

Folie 2: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Don-kun; http://en.wikipedia.org/wiki/de:Creative_Commons; http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de




Aserbaidschan, Russland und Iran fordern stärkere Zusammenarbeit gegen Terrorismus

Der Präsident Aserbaidschans, Ilcham Alijew, sein russischer Amtskollege Wladimir Putin und der iranische Staatspräsident Hassan Rohani haben sich für eine verstärkte Zusammenarbeit gegen Terrorismus ausgesprochen.

In einer gemeinsamen Erklärung nach einem Gespräch am Montag in Baku hieß es, die drei Nationen wollten sich zukünftig gemeinsam und intensiver für den Kampf gegen Terrorismus, religiösen Extremismus, Drogen- und Menschenhandel sowie Cyberkriminalität einsetzen.

Außerdem solle eine allseitige Kooperation zur Erhöhung der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens vertieft sowie der politische Dialog verstärkt werden. Darüber hinaus sollten effektive Maßnahmen zur Förderung des Aufbaus der Verkehrsinfrastruktur in lokalen Regionen ergriffen werden, so die Erklärung weiter.

China Radio International.CRI




Kriegsgefahr Armenien-Aserbaidschan? [Video]

Die Besetzung eines Polizeireviers in der armenischen Hauptstadt zeigte deutlich, welch ein Pulverfass Armenien und die Nachbarrepublik Aserbaidschan wegen ihres Streits um die Region Berg-Karabach sind.

Waren es doch radikale Armenier, die ein härteres Vorgehen gegen Aserbaidschan erzwingen wollen – und Radikale gibt es auch auf der anderen Seite und schlägt eine zu, ist ein Krieg schnell Realität. Durch Bündnisse und Freundschaften etwa mit Russland, der Türkei oder Georgien ergibt sich eine gefährliche Gemengelage, die sich schnell zu einer internationalen Kettenreaktion bis hin zur NATO und EU auswachsen kann. russland.TV mit Hintergründen zum Konflikt, von dem wohl niemand per Fernsteuerung die Zündung geben will, der aber ganz schnell zum Selbstzünder werden kann.

Achtung! Tonspur hat Fehler bei einigen Mobilgeräten!!!




Putin und Obama wollen militärische Koordination in Syrien intensivieren

Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama haben eine engere militärische Koordination in Syrien vereinbart.

Wie der Kreml am Mittwoch in einer Erklärung weiter mitteilte, habe Putin den US-Präsidenten bei einem Telefonat außerdem über die Lage im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um das Gebiet Bergkarabach informiert.

Putin hatte die Präsidenten beider Staaten Mitte Juni zu Vermittlungsgesprächen empfangen. Russland und die USA sind beide an dem Friedensprozess für das Gebiet beteiligt.

Auch über die Lage im Ukraine-Konflikt tauschten sich Putin und Obama der Erklärung zufolge aus. Beide Staatschefs hätten betont, die Ukraine-Krise könne nur mit politischen Mitteln gelöst werden.

China Radio International. CRI




Formel 1: „The speed is higher in the land of fire“

[Von Michael Barth] – Stellen Sie sich vor, Sie würden mit dem Auto durch eine malerische Altstadt fahren. Schmale Straßen, gesäumt von frischen grünen Bäumen. Entlang an bürgerlichen Kleinpalästen aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts, einer trutzigen Zitadelle aus vergangenen Zeiten und die Sonne scheint dazu. Herrlich sagen Sie? Ja, das finden wir auch.

Szenenwechsel: Die gleiche Altstadt, die selben frisch grün gesäumten engen Straßen, die kleinen neugotischen Paläste und immer noch dieses unverschämt herrliche Wetter. Aber Sie haben das Auto getauscht. Jetzt sitzen Sie in einem Formel 1-Boliden mit 700 Pferdestärken gebündelt auf 2,4 Litern Hubraum und brettern mit dieser Rakete unter dem Hintern mit 378 (!) Stundenkilometern durch Baku. Du lieber Himmel, der Wahnsinn sagen Sie? Oh ja, das sagen wir allerdings auch!

Aserbaidschan, Land der Feueranbeter

Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans am Südrand des Kaukasus-Gebirges mit Zugang zur Kaspischen See, und seit dem 12. Jahrhundert Kapitale. Schon die Zoroastrier, diese legendäre Religionsgemeinschaft der „Feueranbeter“ wusste vor Jahrtausenden um die besonderen Bodenschätze der Region. Für sie waren es die heiligen Feuer aus den Steinen, die niemals erloschen. Moderne Geologen nennen dieses Phänomen wissenschaftlich nüchtern – Erdöl. Das „Schwarze Gold“ war es, das Aserbaidschan Ende des 19. Jahrhunderts einen neuerlichen Boom bescherte.

Heute leben in Baku rund zwei Millionen Einwohner. Von 1856 bis 1910 wuchs Baku schneller als London, Paris oder New York und war Standort für das führende Unternehmen auf dem Erdöl-Weltmarkt. Bis 1901 lieferte Baku die Hälfte des weltweit benötigten Rohstoffs. 1917, nach der Revolution der Bolschewiken war Schluss mit der Herrlichkeit. Der Boom war vorüber, die Ölquellen fest in staatlicher Hand. Erst ab 1991 sollte Aserbaidschan wieder von sich Reden machen. Die dort ansässigen Armenier wurden verfolgt, der islamischen Aktivismus blühte. Das führte am Ende auch zu dem heute noch immer wieder auflodernden Konflikt um die Region Berg-Karabach, die beide Länder voneinander trennt.

Seit kurzem macht Baku erneut von sich reden. Eine Rennstrecke wurde integriert und seit dem Wochenende darf sich die Stadt in den erlauchten Kreis des Forme 1-Zirkus einreihen. Der deutsche Streckendesigner Herrmann Tilke entwarf einen attraktiven Stadtkurs, den Baku City Circuit (auf ArmenischBakı Şəhər Halqası), der sich mitten durch die historische Altstadt entlang vieler Sehenswürdigkeiten zieht. Sechs Kilometer lang, mit 20 Kurven gewürzt, bietet der interessante Parcours den 28.000 Zuschauern – es ist die kleinste Formel-1-Bahn aller Zeiten – allerhand Spektakuläres. Den Piloten ringt die Strecke jedoch das Letzte ab. In Fachkreisen hat er bereits den Beinamen „Männerkurs“ weg.

Aserbaidschan, Land des Erdöls

Bei der Attraktivität dürfte der Kurs in Baku schon bald Monte Carlo abgelöst haben. Enge Kurven und an der schmälsten Engstelle nur noch knapp sieben Meter breit, äußerten die Fahrer vor der Premiere unisono ihre Bedenken ob der Sicherheit. Laut Streckenkonstrukteur sei die Strecke genauso sicher wie alle anderen auch. Die Einschätzung der Hauptakteure differiert gewaltig zu dieser Meinung. Zumal die Piste unglaublich schnell ist. Nicht umsonst prägte man als Slogan für diesen Event den markigen Satz: „The speed is higher in the land of fire“.

Jenson Button wirkte bei der Medienrunde am Donnerstag noch sichtlich besorgt. Nichtsdestotrotz fuhr er hier in Baku mit 378 Stundenkilometern die höchste Geschwindigkeit, die jemals auf einem Formel 1-Kurs erreicht wurde. Auch Nico Rosberg teilte die Bedenken. Seiner Meinung nach gäbe es auf dem engen Kurs zu wenig Auslaufzonen. Vor Kurve 15 fährst du direkt auf eine Mauer zu“, so der Mercedes-Pilot. Auch den anderen Fahrern machte diese Mauer zu schaffen, auf die man mit etwa 300 Kilometern die Stunde darauf zurast. Felipe Massa dazu lapidar: „Du musst dich früh entscheiden, ob du ein Problem hast oder nicht. Merkst du zu spät, dass es nicht mehr reicht, klebst du in der Mauer!“.

Button hingegen hat, obwohl er den Rekord einfahren konnte, noch einen weiteren eklatanten Gefahrenpunkt ausgemacht. „In Kurve Sieben gibt es drei Barrieren und dann die Betonmauer direkt an der Strecke, allerdings steht da auch ein Gebäude im Weg. Dieses Gebäude kann man nun mal nicht versetzen, aber wenn du einen Unfall hast…“, weiter wollte er es gar nicht ausführen. Allen Unkenrufen zum Trotz, passiert ist nichts an diesem Baku-Premieren-Wochenende.

Und, das wäre jetzt fast auf der Strecke geblieben, es wurde in Baku ja auch noch ein Rennen um Punkte, Titel und begehrte Plätze auf dem Treppchen gefahren. Nico Rosberg konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung dank eines Start-Ziel-Sieges auf 24 Punkte ausbauen. Neben ihm durften Sebastian Vettel als Zweiter und als Dritter der Mexikaner Sergio Perez auf dem Siegerpodest Platz nehmen. „Es war ein ganz tolles Gefühl. Ich konnte alles machen, es war wie auf Schienen“, schwärmte zu guter Letzt der Sieger, der über 51 Runden das Rennen kontrollierte.

[Michael Barth/russland.RU]




Putin auf deutsch: Pulverfass Karabach [Video]

Erst vor kurzem ist der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Bergregion Nagorny-Karabach kriegerisch aufgeflammt.

Hinter den Kontrahenten stehen als Verbündete Russland und die Türkei, mit deren gegenseitig ebenfalls angespannten Verhältnis – und Millionen von Armeniern und Aserbaidschanern leben in Russland. Kein Wunder also, dass bei Putins TV-Sprechstunde vor wenigen Tagen besorgte Bürger den russischen Präsidenten nach seiner Meinung zu diese Pulverfass befragten. Dieses Video ist der letzte Teil unserer Reihe mit Auszügen aus Putins Bürgersprechstunde, unterstützt wie immer von der Sprachschule Liden und Denz, bei der man als Ausländer in Moskau und Sankt Petersburg Russisch lernen kann.




„Polyzentrische Architektur der internationalen Beziehungen“

[Peter Mühlbauer] Putin will die russische Außenpolitik neu ordnen – Gefechte und Jubiläumsfeiern in Donezk.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow machte gestern auf einer Sitzung des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik bekannt, dass Staatspräsident Putin ein neues „Konzept der russischen Außenpolitik“ angeordnet hat. Dieses Konzept strebt seinen Worten nach eine „polyzentrische Architektur der internationalen Beziehungen“ und ein „Zusammenwirken der führenden Machtzentren“ zur Lösung internationaler Probleme an.

Eines dieser Probleme ist der zwischen dem 2. April und dem 5. April neu aufgeflammte Konflikt zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan (Eskalation um Nagorny Karabach). Um in diesem Konflikt zu vermitteln, reiste der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew letzte Woche nach Eriwan und Baku. Die russischen Waffenverkäufe an beide Länder will Medwedew fortsetzen, weil sie seinen Worten nach der Abschreckung dienen und weil die beiden Staaten sonst auf andere Lieferanten zurückgreifen würden, was die Situation noch verfahrener mache. Außerdem erfasse Russland alle militärischen Bewegungen dort mit Satelliten, weshalb weder Armenien noch Aserbaidaschan etwas „verheimlichen“ könnten.

Der russische Ministerpräsident vermutet, dass zum Wiederaufflammen des Konflikts um das von Armeniern besiedelte, aber zu Sowjetzeiten Aserbaidschan zugeschlagene Gebiet Bergkarabach auch ein „türkischer Faktor“ beitrug. Die Türkei sieht sich als Schutzmacht Aserbaidschans, wo schiitische Türken leben. Zu Armenien besteht dagegen unter anderem deshalb ein gespanntes Verhältnis, weil die Türkei der Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches ist, dem die gezielte Vernichtung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg vorgeworfen wird, was die türkische Regierung bestreitet (vgl. Bergkarabach wählt, Aserbaidschan droht und Mit Stöcken im Anus tot liegen gelassen).

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Russland als ehrlicher Makler – mit Zähnen

Der Guru der Moskauer außenpolitischen Intelligenzija, Fjodor Lukjanow, bewertet in einem Beitrag für die Online-Zeitung Gazeta.ru den Bergbarabach-Konflikt und Russlands Rolle vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Veränderungen im Koordinatensystem der russischen Außenpolitik. Hier eine Übersetzung seines Beitrags:

Die plötzliche Zuspitzung des Karabach-Konflikts bestätigt nur eine bekannte Wahrheit: Eingefroren wird nur auf Zeit. Die postsowjetische Epoche hat deutlich gemacht, dass alle auf dem geopolitischen Feld hinterlassenen Minen irgendwann explodieren.

Alle Minen explodieren

Die Krim, deren Status nach 1991 vergleichsweise noch das geringste Krisenpotenzial aufwies, ging sogar mit dem größten Krach in die Luft.

Was soll man da von Bergkarabach sagen? Von allen postsowjetischen Krisenherden war es der erste, der entflammte – und mit aller Wahrscheinlichkeit ist es auch heute noch der auswegloseste. Dort begannen die Kriegshandlungen bereits 1988, als überhaupt noch niemand an den Untergang der UdSSR dachte.

Im Übrigen war es gerade die Ausweglosigkeit und die Schärfe des Konflikts, die der Region über die Jahre eine gewisse Stabilität verschaffte. Alle Beteiligten hatten verstanden, auf was für einem Pulverfass sie saßen, und verhielten sich entsprechend. Es war eine Stabilität, die sich dem klassischen Grundsatz der beiderseitigen Zurückhaltung verdankte, jedenfalls seit Beginn der Nullerjahre.

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Kriegsgefahr im Südkaukasus

Mit umfangreichen diplomatischen Aktivitäten im Konflikt um Berg-Karabach bemüht sich die Bundesregierung um eine Stärkung ihres Einflusses im südlichen Kaukasus.

Der Berg-Karabach-Konflikt ist vor wenigen Tagen militärisch eskaliert; in ihm stehen sich das mit Russland verbündete Armenien und das an das NATO-Mitglied Türkei angelehnte Aserbaidschan gegenüber. Die Kämpfe haben bereits zahlreiche Todesopfer gefordert.

Die komplexen Verwicklungen im Südkaukasus hatten bereits in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass eine Schwächung der Positionen Deutschlands, der EU und der NATO in der strategisch höchst bedeutenden Region nicht auszuschließen scheint. Die Bundesregierung hat daher bereits bei der Übernahme des OSZE-Vorsitzes zu Jahresbeginn angekündigt, künftig stärker als „Vermittlerin“ in die Kaukasus-Konflikte zu intervenieren.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat nun umgehend Verhandlungen dazu aufgenommen. Am gestrigen Mittwoch hielten sich der Staatspräsident und der Außenminister Armeniens zu Gesprächen in Berlin auf; Deutschland wolle bei der Konfliktlösung „konstruktiv helfen“, äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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