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Kategorie: Museen - russland.NEWS - russland.TV

Russisches Museum bangt um seine berühmteste Ikone

Wie bekannt wurde, versuchte ein russischer Geschäftsmann die bekannteste Ikone des Russischen Museums „umzusiedeln“. Erst nachdem eine Museumsangestellte den Medien über die Pläne berichtet hatte, reagierte die Museumsleitung.

Der Erzengel Gabriel (Angel Slatie Vlasy, um 1200) aus vormongolischer Zeit gehört zu den ältesten und bekanntesten Exponaten des Russischen Museums. Anfang Oktober wurde bekannt, dass der einflussreiche und religiöse Geschäftsmann Sergei Schmakow dem Museum das Angebot unterbreitet hatte, die Kirche im Michailowski-Schloss (Ingenieursschloss) auf seine Kosten zu renovieren. Dabei sollte auch die Ikone vom Museum in die Kirche umgesiedelt werden, angeblich damit sie von den Gläubigen angebetet werden könnte.

Zwar ist das Ingenieursschloss eine Filiale des Russischen Museum, so dass der Vorschlag auf den ersten Blick harmlos, ja sogar grosszügig klingen mag. Aber Sergei Schmakow ist dem Russischen Museum bereits durch einen anderen unerfreulichen Fall bekannt. 2009 gelang es ihm mit Unterstützung des Patriarchen und des Kulturministeriums, die Ikone der Muttergottes von Toropez in die Kirche der Datschensiedlung „Knjaschje Osero“ umzusiedeln. Angeblich sollte sie dort vorübergehend untergebracht werden, doch bis heute hat sie das Museum nicht wiedergesehen.

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Deutschland gibt Gemälde „Waldweiher“ von Wassili Polenow an Russland zurück

Am 26. September wurde in einer öffentlichen Übergabe in der Kunsthalle zu Kiel das Gemälde „Waldweiher“ von Wassili Polenow an den Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark Taganrog zurückgegeben. Die Übergabe erfolgte durch die Direktorin der Kunsthalle zu Kiel, Anette Hüsch, an die Direktorin des Museumsparks Taganrog, Jelisaweta Lipowenko.

Das 1881 entstandene Gemälde „Waldweiher“ wurde durch die deutsche Wehrmacht im August 1943 zusammen mit anderen Sammlungsstücken aus dem örtlichen Museum an einen unbekannten Ort verbracht. 1959 gelangte es auf den Kunstmarkt. 1986 erwarb der damalige Direktor der Kunsthalle zu Kiel das Bild zusammen mit 12 weiteren Gemälden des 19. Jahrhunderts von russischen und polnischen Künstlern mit Hilfe der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein.

Seit 2015 untersucht die Kunsthalle zu Kiel systematisch ihre Bestände in einem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekt, um während des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut in der Sammlung zu identifizieren. Bei diesen Recherchen entstand der Verdacht, dass es sich beim Polenow-Gemälde um im Krieg unrechtmäßig verbrachtes Kulturgut handeln könnte. In einem engen Austausch zwischen der Kunsthalle zu Kiel, dem Deutsch-Russischen Museumsdialog und dem Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark Taganrog konnten die Forschungen zur Verlustgeschichte zusammengeführt und die Identität des Werkes bestätigt werden.

Aus Anlass der Rückgabe erklärte Botschafter von Fritsch: „Unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter müssen an ihren rechtmäßigen Eigentümer oder dessen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden. Die Bundesregierung hält sich strikt an diese Maßgabe des Völkerrechts. Mit der Rückgabe des Gemäldes ‚Waldweiher‘ von Wassili Polenow an Russland wollen wir zugleich in deutscher Verantwortung entstandenes Unrecht wiedergutmachen.“

Pressemitteilung der deutschen Botschaft in Moskau




Reise durch das Schwarze Quadrat in den Kosmos

[von Bernhard Wiens] Der russische Kosmismus verspricht Unsterblichkeit. Doch am Ende steht die alte Erfahrung: Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.

Einem Kritiker, der dem Bild „Das Schwarze Quadrat“ von Kasimir Malewitsch nicht sehr gewogen scheint, fielen vor Jahren die Risse und Schrunden auf dem Gemälde auf, dessen bebekannteste Fassung von 1915 in Moskau hängt. Endlich hatte er eine Interpretation: Nachts entfleuchen aus den Ritzen kleine Teufelchen, die Moskau überfallen.1

Ganz anders ging Bernd Scherer, der Leiter des Berliner „Haus der Kulturen der Welt“, heran, als er eine Tagung samt kleiner Ausstellung zum „Russischen Kosmismus“ eröffnete. Einstmals wurden russische Ikonen mit einem Firnis überstrichen. Der ließ im Lauf der Jahre die Bilder dunkeln, bis sie schwarz waren. Als im 19. Jahrhundert neue Restaurierungstechniken erfunden waren, kamen die alten Motive wieder zum Vorschein. Malewitschs bis heute so provokantes Bild ist die Aufforderung, die ursprünglichen Elemente des Lebens neu zu entdecken. Es ist eine Aufforderung zur Wiederbelebung der Vorfahren.

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Bernsteinzimmer: Mythos und Wirklichkeit [Video]

Das verschwundene Original des Bernsteinzimmers ist eines der größten Mythen zwischen Russland und Deutschland.

Der Grundstock wurde vom preußischen König den Zaren geschenkt und von diesen zum Einbau in den Katharinenpalast erweitert und umgestaltet. Dort findet sich heute auch eine wirklich originalgetreue Rekonstuktion des Zimmers, die zwei Stücke aus dem Original enthält, die aus den Kriegswirren wieder aufgetaucht sind. Das wiederaufgebaute Zimmer ist dabei in einem besseren Zustand, als das Ursprungszimmer zum Zeitpunkt seines Verschwindens. Dieses Original vermuten viele Russen in Kaliningrad, dem heutigen Königsberg, in verschütteten Keller- oder Bunkeranlagen. Anna Smirnowa berichtet für Euch aus Puschkin direkt vom Katharinenpalast und dem Mythos aus Bernstein. Ihre Reihe aus Petersburg.life aus Sankt Petersburg gibt es immer Mittwochs bei russland.TV.




Eine verpasste Gelegenheit

Im Zentrum von Zürich läuft noch bis zum 24. Juni die Ausstellung „1917 Revolution. Russland und die Schweiz“. Das Gemeinschaftsprojekt des Zürcher Landesmuseums mit dem Deutschen Historischen Museum wird in abgewandelter Form ab Oktober auch in Berlin zu sehen sein.

Die Ausstellung ist interessant, jedoch äußerst widersprüchlich. Zahlreiche sehenswerte Objekte, Fotografien, Dokumente und Kunstwerke aus der Periode von 1900 bis 1933 werden leider in einem von antikommunistischen Vorurteilen geprägten Rahmen präsentiert. Dem zufolge habe die bolschewistische Revolution zwangsläufig den stalinistischen Totalitarismus hervorgerufen. Eine Alternative habe es nicht gegeben, und deshalb sei das kommunistische Experiment ein für alle Mal zum Scheitern verurteilt.

Von der „Verheißung“ zur „Jahrhundert-Mitternacht“

Der Besucher durchwandert nacheinander sieben Räume. Die erste Station heißt „Verheißung“; sie soll Aufbruch und Hoffnung zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts darstellen: Hier sind Karl Marx‘ „Kapital“ und das „Kommunistische Manifest“ – auch in russischer Fassung – neben Kunstwerken der russischen Avantgarde ausgestellt, darunter Bilder von Chagall über Malewitsch bis zu Liubow Popowa, Konterreliefs von Tatlin und Kostümentwürfe für Djagilews Ballets Russes in Paris.

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Verwirrspiel um neue Direktorin der Petersburger Isaakskathedrale

[von Eugen von Arb] Am 31. Mai stellte sich Irana Vovnenko, die neue Direktorin der Isaakskathedrale vor – und bereits zwei Tage später gab sie ihren Rücktritt bekannt. Mit dieser seltsamen Rochade setzt sich das Verwirrspiel um die Zukunft der Kathedrale fort, deren Rückgabe die russisch-orthodoxe mit allen möglichen Mitteln zu erreichen sucht.

Wie Fontanka.ru schreibt, steht hinter dem Rücktritt Vovnenkos die Anweisung des Gouverneurs Georgi Poltawtschenko, eine andere Kandidatur für diesen Posten zu suchen. Ausserdem soll ihm dabei herausgerutscht sein, dass für dieses Amt nur ein Mann in Frage komme. Die Stadtregierung dementierte hinterher eine Einmischung in die Angelegenheit.

Ernennung ebenso seltsam wie Rücktritt

Noch bei ihrer Ernennung hatte sich Vovnenko in einem Interview mit Fontanka.ru entschlossen gezeigt, in der verfahrenen Situation um die Restitution der Isaakskathedrale einen Kompromiss mit der russisch-orthodoxen Kirche zu finden. Doch zwei Tage später reichte sie ihre Kündigung ein und sagte, sie sei glücklich darüber. Laut dem städtischen Kulturkomitee soll sie noch für mindestens einen Monat im Amt bleiben.

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Streit um die Isaaks-Kathedrale – eine subjektive Betrachtung

[Von Susanne Brammerloh] – Am Sonntag zogen erst die Befürworter der Übergabe um die Isaaks-Kathedrale in St. Petersburg, später gab es einen Protestring um dieselbe. Warum kochen die Emotionen so hoch?

Die Petersburger Stadtregierung hat die Isaaks-Kathedrale der Russisch-orthodoxen Kirche für 49 Jahre zur Nutzung überlassen. Der Prostest ist groß. Da stellt sich die Frage: Warum? Auf den ersten Blick ist alles klar: Eine Kirche kommt zurück zur Kirche. Auf den zweiten Blick ist alles schwierig. Aus mindestens zwei Gründen.

Erstens hat die Isaaks-Kathedrale niemals der orthodoxen Kirche gehört. Sie war ein Staatsprojekt unter Alexander I., der damit dem erstarkten russischen Kaiserreich nach dem Sieg über Napoleon ein Symbol setzen wollte. Ironie der Geschichte (oder auch nicht, dazu weiter unten) – den Wettbewerb um die eingereichten Entwürfe gewann der Franzose Auguste de Montferrand, der den Bau des monumentalen Gotteshauses über lange 40 Jahre leitete. Als es 1848 endlich geweiht wurde, war Alexander längst tot, am Ruder stand Zar Nikolaus I.

Die Kirche hielt dort Gottesdienste ab, aber sie war nie Herrin der Lage, trotz wiederholter Versuche, sich die Kathedrale einzuverleiben. Nach 1917 wurde die Kirche zum Museum. Sie ist mit ihrer dominanten Lage im Petersburger Stadtzentrum eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die jedes Jahr Hunderttausende Besucher verzeichnet. Sie logiert damit dicht hinter der Eremitage.

Die wunderbare Wandlung

Dass die Museumsmitarbeiter um ihre angestammten Arbeitsplätze bangen, ist klar. Allein das ist traurig, aber entscheidend ist etwas anderes: Die Orthodoxe Kirche drängt nach mehr Macht. Als hätte sie nicht schon genug davon. Und damit sind wir bei Punkt zwei.

Wer hat nicht schon bei Oster- und Weihnachtsgottesdiensten die russischen Staatsführer beim Bekreuzigen erwischt? Auf einmal ist Herr Putin, ein (ehemaliger) eingefleischter Ex-KGB-Mann, fürchterlich gläubig geworden. Wer mag es ihm verdenken – es steht doch schon in der Bibel, wie Saulus zu Paulus wurde. Allein, ich kann es ihm nicht glauben. Alles Staatspolitik, alles Kalkül. Der kalte Blick des russischen Präsidenten spricht Bände. Die Orthodoxe Kirche ist zur Staatskirche geworden – und alle Beteuerungen, dass Russland ein weltlicher Staat ist, sind für die Dummen.

Der unstillbare Appetit

Die Kirche verleibt sich alles ein, was sie bekommen kann. In vielen Fällen gerechtfertigt, weil sie in Sowjetzeiten verfolgt wurde und geächtet war. Im Falle der Isaaks-Kathedrale tut sich etwas ganz anderes auf: Die Kirche statuiert ein Exempel für ihre Dominanz in Russland. Sie will es wissen, und sie hat die Oberhand gewonnen. Um sie herum bündeln sich rechtsextreme Gruppen und Nationalisten. Für die das „starke Russland“ an erster Stelle steht.

Das „starke orthodoxe Russland“ beobachte ich seit Jahren auf der Ladoga-Klosterinsel Walaam. Die Kirche macht dort einen Riesenreibach mit „Pilgern“, die organisiert auf die Insel gekarrt und dort untergebracht werden. Die Kirche versucht mit aller Macht, die Ortsansässigen zu vertreiben. Sie hat die Insel erobert und protzt mit dicken Schlitten. Überall stehen Schilder: „Ohne Segen nicht zu betreten“, selbst im Obstgarten, wo doch eigentlich Frieden herrschen sollte… Der Frieden nämlich, der ureigenstes Postulat der Kirche sein sollte. Der Patriarch hat sich eine superschicke Residenz gebaut, mit Wachpersonal, das schon mit Blicken tötet, wenn man sich nur „unbefugt“ nähert.

Das traurige Beispiel Walaam

Wenn Herr Putin sich der Insel nähert, ist Ausnahmezustand – dann darf kein Schiff in den Hafen einlaufen. Dann heißt es stundenlang dümpeln in der Bucht. Die Kirche hat sich das einzige Lebensmittelgeschäft unter den Nagel gerissen – Argument war, dass dort Alkohol verkauft wird. Jetzt gehört der Laden der Kirche, und es wird immer noch Alkohol verkauft, nur viel teurer als vorher.

Die Bewohner, die keine Mönche und keine Touristen sind, leben in Häusern, die seit hundert Jahren nicht renoviert wurden. Und so weiter, immer so weiter, ich könnte endlos darüber berichten. Aber es geht ja um die Isaaks-Kathedrale. Dazu noch eine kleine Anmerkung: Wenn ich vom Newski mit dem Bus nach Hause fahre, sehe ich immer im Westgiebel unter der Hauptkuppel Herrn Montferrand – wie er, dargestellt als reicher römischer Bürger in Toga, das Modell der Kathedrale in der Hand hält.

Für ihn wäre alles gut, nur erzählt die Geschichte davon, wie ihm das Begräbnis im Keller der Kathedrale verweigert wurde, weil er Katholik war. Die orthodoxe Kirche hat damals nicht – und sie tut es bis heute nicht – begriffen, dass auch Katholiken und Lutheraner Christen sind. Und ihre aktuelle militante Haltung sagt, dass sie nichts dazugelernt hat.

[Susanne Brammerloh/russland.NEWS]




Streit um die Isaakskathedrale zieht weite Kreise

In Meetings und Gegenmeetings liefern sich die Befürworter und Gegner der Übergabe der Isaakskathedrale an die Kirche eine Auseinandersetzung, die mittlerweile sogar in der Staatsduma zu einem Eklat geführt hat. Bis jetzt sind alle Vermittlungsversuche zwischen den beiden Lagern gescheitert.

Schon am 13. Januar hatten sich die Gegner einer Übergabe der Isaakskathedrale an die russisch-orthodoxe Kirche neben der Kirche versammelt. Die Aktion wurde als Treffen des Stadtabgeordneten Boris Wischnewski von der Jabloko-Partei mit seinen Wählern abgehalten.

Sie werfen der Kirche vor, sie sei vor allem an den Eintrittsgeldern der Touristen interessiert, während der Unterhalt von den Steuerzahlern bezahlt werden müsse. Momentan ist die Isaakskirche das einzige staatliche Museum, das sich nicht nur den Unterhalt selber berappt, sondern auch noch der Stadt einen happigen Betrag abliefert. Die russisch-orthodoxe Kirche verspricht freien Eintritt, doch wird angenommen, dass wie in der Kasaner Kathedrale ein Eintritt als „Spende“ verlangt wird, für den keine Steuern bezahlt werden muss.

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„Katerina Belkina“ – eine russischen Ausnahmekünstlerin in Berlin

Katerina Belkina wirft den Duktus der Neo-Renaissance ins Zentrum aktueller Fragen.

Das Direktorenhaus – Museum für Kunst Handwerk Design präsentiert die erste Solo-Ausstellung von Katerina Belkina in Berlin. Belkina wuchs in einem künstlerischen Haushalt auf. Ab 1989 studierte sie an der Kunstschule und der Petrow-WodkinKunstakademie in Samara. Große Erfolge in der jüngsten Vergangenheit waren 2015 der 1. Platz beim Internationalen Lucas-Cranach-Preis für ihr Werk „Die Sünderin“, sowie der „Hasselblad Masters 2016“ in der Kategorie „Art“. Dieser zeigt, dass sich Belkina erfolgreich zwischen bildender Kunst und Fotografie bewegt.

Mit der nun gezeigten Serie „Revival“ reinterpretiert Katerina Belkina die historische
Formensprache der Neo-Renaissance und formuliert zeitgemäße Fragestellungen
im Kontext von Kunst und Psychologie. In den letzten Jahren sind es vor allem
inszenierte Selbstporträts, die ihre Arbeit bestimmen. So setzt sich Belkina in ihrem
preisgekrönten Werk „Die Sünderin“ als Schwangere in Pose. Im Hintergrund sind
Christus und die Ehebrecherin nach Lucas Cranach dem Jüngeren zu sehen.

Belkina imitiert die Kleidung der Ehebrecherin und nimmt ihren Platz ein, indem sie sich vor sie setzt. So löst sie die Frau aus der Menge und stellt sie ins Zentrum des Bildes. In der Serie „Empty Spaces“ dagegen verarbeitet Belkina unser gespaltenes Verhältnis zur städtischen Umgebung mit einer dystopischen und doch hoffnungsvollen Vision.

Mit der Ausstellung „Katerina Belkina“ präsentiert das Direktorenhaus Museum für Kunst Handwerk Design zum ersten Mal das gesamte Werk der russischen Ausnahmekünstlerin in Berlin. Anhand von über 40 Werken in der für Belkina eigenen Mischung aus Fotografie und Malerei interpretiert die Künstlerin die Formensprache und formuliert sie in inszenierten Selbstportraits.

03. bis 26. Februar 2017, Direktorenhaus Museum für Kunst Handwerk Design, Am Krögel 2, 10179 Berlin

 

 




Isaak-Kathedrale: Vom Museum zur Kirche

Die Isaak-Kathedrale, der Koloss unter den historischen Gebäuden der St. Petersburger Innenstadt, wird an die russisch-orthodoxe Kirche übergeben. Die Entscheidung des Gouverneurs wird in der Stadt heftig kritisiert, ist aber wohl unabänderlich: Ein auf zwei Jahre ausgelegter Zeitplan für die Übergabe steht bereits.

Bisher wird die Isaak-Kathedrale vom gleichnamigen städtischen Museum betrieben – das mit den Eintrittsgeldern auch alle laufenden Kosten für den Unterhalt und die ständig laufenden Renovierungen erwirtschaftet: Mit 3,9 Millionen Besuchern jährlich gehört das gewaltige Gotteshaus – mit seiner Aussichts-Kolonnade in 43 Meter Höhe – zu den Hauptattraktionen St. Petersburgs.

Nun wird sich vieles in und um die Kathedrale ändern: Zwar zieht sich der von der Stadtverwaltung und der Kirche bereits vereinbarte Übergabeplan über zwei Jahre hin, aber inoffiziell hat Gouverneur Georgij Poltawtschenko die Order ausgegeben, dass bis zum nächsten Jahreswechsel die Kirche sich bereits als Hauherrin im größten Sakralbau der Stadt fühlen kann.

Bislang führte die russisch-orthodoxe Kirche dort eine Art Untermieter-Leben: In Absprache mit dem Museum konnte sie in einem Seitenflügel zweimal täglich Gottesdienste abhalten, die Gläubigen hatten dazu über einen separaten Eingang freien Eintritt. Der Andrang auf das Gotteshaus, das 10.000 Menschen fassen kann, hielt sich dabei bisher in Grenzen: Wie ein Museumsmitarbeiter der Webseite fontanka.ru sagte, kamen an Werktagen etwa 10 bis 20 und zu den Sonntagsmessen etwa 100 Besucher.

Der Patriarch erweichte den Smolny

Dennoch legt die Kirche aus prinzipiellen Gründen großen Wert auf die Rückübertragung der Kathedrale. Ein entsprechendes Gesetz erlaubt ihr, entsprechende Wünsche bei den Behörden geltend zu machen. Als allerdings im Herbst 2015 der Petersburger Metropolit Warsonofij bereits einmal beim Smolny die Übergabe der Issaak-Kathedrale beantragte, lehnte der als sehr kirchennah geltende Gouverneur Poltawtschenko noch ab: Es handele sich bei dem Museum in der Kathedrale schließlich um ein einträgliches Wirtschaftsunternehmen und eine Kulturinstitution , die den Unterhalt des riesigen Gebäudes selbst bestreite. Die Kirche könne hingegen nicht verlässlich darlegen, wie sie finanziell die Pflege der Kathedrale bestreiten könne. Diese Position vertrat damals auch das russische Kulturministerium.

Keine anderthalb Jahre später ist diese Position ad acta gelegt – warum eigentlich, ist aus den Stellungnahmen des Smolny nicht herauszulesen. Der einzige wesentliche Unterschied war nur, dass im Dezember mit Patriarch Kyrill das Kirchenoberhaupt persönlich die Stadt um die Übergabe gebeten hat.

Stadt bleibt Eigentümerin, doch die Opposition protestiert

Die jetzt getroffenen Vereinbarungen sehen vor, dass der Russisch-Orthodoxen Kirche die Kathedrale für 49 Jahre zur unentgeltlichen Nutzung übergeben wird. Formell bleibt das als UNESCO-Kulturdenkmal registrierte Gebäude also im städtischen Besitz. Auch die Ikonen und sonstigen Objekte im Innern der Kirche verbleiben offiziell beim Museum, die Kirche wird in einem Vertag zu deren Erhalt und Pflege verpflichtet. Die laufenden Betriebskosten wird die Kirche übernehmen, die bisher vom Museum getragenen Kosten für Restaurierungen muss aber die öffentliche Hand übernehmen.

Allein schon dieser Umstand mobilisiert jetzt Oppositionskräfte und Kirchenkritiker, eine Unterschriftensammlung gegen die Übergabe wurde gestartet, Demonstrationen angekündigt. Ein Bündnis dreier demokratisch orientierter Fraktionen im Stadtparlament will versuchen, die Verkirchlichung noch aufzuhalten. Ihrer Meinung hat das Stadtoberhaupt mit einem Federstrich ein seit Jahrzehnten bestehendes, dem Staat keinerlei Kosten verursachendes Museum zerschlagen und bürdet dem Stadthaushalt unkalkulierbare zusätzliche Belastungen auf. Auch wird bezweifelt, ob die Kirche als neue Hausherrin viele der Kulturprogramme des Museums aufrecht erhalten wird: So finden jetzt am Ruhetag der Kathedrale spezielle Führungen für Blinde statt, die so auf adäquate Weise das gigantische Bauwerk ebenfalls kennenlernen können.

Eintritt in Zukunft kostenlos

Für Touristen und Stadtbewohner dürfte die Übertragung hingegen vorteilhafte Folgen haben: Bisher muss man 250 Rubel Eintrittsgeld bezahlen, um die Kirche besichtigen zu können. Dies wird entfallen – ihre Gotteshäuser seien grundsätzlich frei für jedermann zugänglich, so die Kirchenverwaltung. Auch werde es weiterhin Museumsaspekte und Führungen in der Kathedrale geben und auch die Kolonnade soll weiterhin zugänglich bleiben – nunmehr allerdings gegen einen als Spende deklarierten Betrag.

[ld/russland.RU]