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Kategorie: Musik - russland.NEWS - russland.TV

Russischer Folk auf der Metro-Rolltreppe [Video aus YouTube]

Die russische Folkloregruppe Beloje Slato hatte bereits einen viralen Hit auf YouTube, als sie in einem Schlafwagenabteil russischen Folk zum besten gab.

Vielleicht wird auch das heutige, neue Video der jungen Frauen wieder ein Erfolg. Unüblich genug wäre der Schauplatz des neusten Auftritts auf jeden Fall: Denn gesungen wird auf einer Metro-Rolltreppe und gefilmt wohl mit einem Smartfon. Die talentierten Sängerinnen kommen übrigens aus der recht unwirtlichen Polar-Großstadt Norilsk, sonst eher bekannt durch die die Produktion von Aluminium und Kupfer. Auch der Name heißt übersetzt „Weißes Gold“ und entstanden ist das weibliche Acapella-Ensemble an einem dortigen College. Die jungen Frauen tragen ihr Repertoire in ihren YouTube-Videos am liebsten in unübliche öffentliche Orte wie Parks oder öffentliche Verkehrsmittel. Hier dauert es etwa 15 Sekunden, bis es los geht.

Foto: Bildzitat Screenshot Video (c) Beloje Slato




„Die Macht der Musik“ – eine Ausstellung über das Alexandrow-Ensemble

Im Dezember jährt sich die Flugzeugkatastrophe, bei der 2016 unweit von Sotschi beinahe sämtliche Mitglieder des legendären Alexandrow-Ensembles ums Leben kamen. Das Ensemble – Aushängeschild der russischen Armee und musikalischer Botschafter Russlands – wird im kommenden Jahr 90 Jahre alt. Gleichzeitig jährt sich zum 70. Mal sein denkwürdiger Auftritt auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Aus diesem dreifachen Anlass entsteht nun in Berlin eine Ausstellung.

Das Berliner Konzert von 1948 vor mehr als 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauern wird noch heute von vielen als erste Freundschaftsgeste der sowjetischen Besatzungsmacht gegenüber den Deutschen interpretiert: „Am 18. August 1948 singen Sieger für Besiegte. Die Befreier sind nun Besatzer. Berlin ist längst eine geteilte Stadt. Vier Sektoren markieren das politische Weltgeschehen. Das Konzert vor dem ausgebrannten Schauspielhaus dirigiert Boris Alexandrow, Sohn und Nachfolger des Ensemble-Gründers. Als Wiktor Nikitin »Kalinka« singt, sind alle aus dem Häuschen. Als er auf deutsch »Im schönsten Wiesengrunde« anstimmt, verstehen die Berliner die großherzige Geste – Sieger und Besiegte müssen nicht auf ewig Feinde sein.“ So beschreibt Sebastian Köpcke die Situation auf der Webseite des Ausstellungsprojekts (www.alexandrow-expo.de).

Jahreszahlen und Jubiläen sind sind das eine, das andere ist ein Bedürfnis nach Verständigung zwischen Ost und West, welche zur Organisation dieser Gedenkausstellung geführt haben. Die beiden Berliner Sebastian Köpcke und Claudia Opitz haben das Ensemble als Kinder miterlebt. Sebastian Köpcke gestaltet seit 30 Jahren Ausstellungen, und die Autorin Claudia Opitz reiste früher als selbst als Tänzerin zu Gastspielen in die Sowjetunion.

weiter beim St. Petersburger Herold >>>




Von Andante bis Aldente

„Sieben Künstler aus verschiedenen Ländern, jeder mit seinem eigenen Weg und Ego, stimmten zu, sich an dieser Ausstellung zu beteiligen. Die Kunstrichtungen sind verschieden wie auch die Ausdrucksformen. Aber das Ideal des Einzelnen entspricht dem der kulturellen Gemeinschaft und ihrem Ursprung und folgt dem Weg zurück bis zur Geburt des Lebens.“

Von Freitag, dem 13. Oktober (Vernissage 19 Uhr) bis Sonntag, dem 22. Oktober (Finissage) findet im Kunsttreff Quiddezentrum in München eine bemerkenswerte Ausstellung statt: „schauen – hören – schmecken“.
(81735 München Quiddestr. 45, Öffnungszeiten Do – So 15 – 20 Uhr)

Arkadij Klenov – Künstler, Schriftsteller, Drehbuchautor, Journalist, Pädagoge, Musiker von Ausbildung ….

Ingo Ostersehlte – Der in Schwabing lebende Künstler wurde in Wuppertal als Sohn eines Kunstmalers geboren …..

Irina Orkina – Autorin und Künstlerin hat an mehr als 250 künstlerischen Projekte in Russland, Deutschland, Japan, den USA, Frankreich und China teilgenommen ….

Monika Siebmanns – Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die Bildhauerin und Keramikerin in Dachau. Mit beeindruckender Konsequenz entwickelt sie ….

Tanja Borushko – Die Jazz-Keramik ist eine Synthese der architektonischen Erfahrungen mit großen und kleinen Formen und der Musik ….

Luciano Florio – Irrationale Wiedergabe der Träume. Sie entstehen in Momenten, in denen ich mich dazu bereit fühle, sie festzuhalten. ….

Nikolai Taidakov – Freie Malerei ist schon seit dem fünften Lebensjahr ein Thema für den Künstler. In seiner Malerei begrenzt sich ….

© alle Bilder bei den Autoren

[hmw/russland.NEWS]




Jodeln auf Russisch

Die Russen mögen sie, die bayrische Gemütlichkeit. Tradition, Geselligkeit, deftiges Essen und vor allem gutes Bier. Da gerät der Bierzeltbesuch schnell zum Event, wenn geschunkelt wird und auf den Tischen getanzt. Für Russen gehört da natürlich auch das Jodeln dazu. Eventuelle Textunsicherheit wird kurzerhand mit der nächsten Maß kaschiert – Hauptsache bayrisch, Hauptsache gemütlich. Auch wenn es im fernen Moskau ist.

Echt boarisch auch in Moskau also. Eine zünftige Jodelgruppe in der Krachledernen begeistert seit nunmehr zehn Jahren das Feiervolk in der russischen Hauptstadt. „Bawarskaja Karussell“ tinglen mit bayrischen Volksmusik durch ganz Russland und füllen sogar kleinere Konzerthallen im fernen Sibirien. Die Stimmung ist ausgelassen, das Motto ist Programm. Das Bayrische Karussel vermittelt den Russen ein Bild von deutscher Offenheit, wie sie sie selten zu Gesicht bekommen. Überhaupt, man erwartet von den Deutschen Gründlichkeit und Ordnung. Die Wenigsten können sich deshalb vorstellen, dass die Deutschen auch derart ordentlich und gründlich aus sich herausgehen können.

Deutsch spricht aus der Trachtlertruppe nur etwa die Hälfte. Das sei aber auch nicht wichtig, sagt Natalia Lugowkina gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa. „Die meisten wollen mitschunkeln und verstehen, warum die Deutschen so gut feiern können“, sagt sie. Für andere sei es einfach nur so etwas wie Urlaub. Sie freuen sich, da die Reisen für Russen nach Europa inzwischen doch recht teuer geworden sind. Und so mancher unter ihnen war ja bereits einmal auf der Wiesn in München dabei. Ein Zaungast aus Stuttgart findet es ebenfalls toll, was „Bawarskaja Karussell“ in ihrer Heimat da veranstalten. „Das ist doch mal etwas Anderes, etwas Kreatives und Mutiges, dass Russen mit fremden Gebräuchen trotzdem so eine Stimmung machen“, wird er von der dpa zitiert.

Für die Mitglieder der Folkloregruppe, einige sogar mit einem deutschen Ast im Stammbaum, ist es jedoch harte Arbeit, die hinter ihren Auftritten steckt. Es sei ja schließlich etwas Ungewöhnliches, dass es so in Russland nirgends gebe, erklärt Natalia Lugowkina. Zu Videos aus dem Internet hätten die Musiker mit stundenlangen Übungen ihre Jodelkunst trainiert. Bis zur Perfektion, wie Lugowkina findet. Die richtige Atemtechnik, die dazugehörige Melodie und vor allem die Ausdauer, eben alles was dazgehört. Ein ganz besonderes Highlight war für sie der Auftritt beim „Oktoberfest“ der Außenhandelskammer in der Moskauer deutschen Botschaft. Dort haben sie dann alle ausgelassen miteinander gefeiert – die Russen und die Deutschen.

Mittlerweile sollen laut Lugowkina weitere bayrische Folkloregruppen in Russland existieren. Mit urigen deutschen Liedern sorgen sie in ortsansässigen Nachtclubs für Stimmung. „Made in Germany ist eine Marke, die Menschen stehen einfach drauf“, weiß sie.

[mb/russland.NEWS]




UNESCO: Internationaler Jazz-Tag 2018 in St. Petersburg

Die UNESCO hat das russische St. Petersburg für den 7. Internationalen Jazz-Tag im Jahr 2018 ausgewählt, hat der renommierte russische Jazz-Musiker Igor Butman mitgeteilt.

„Wir hoffen, dass diese Veranstaltung von internationaler Bedeutung der Beginn eines konstruktiven Dialogs zwischen unserem Land und den westlichen Ländern ist. Jazz ist die demokratischste Form von Kunst und es wird der beste Weg sein, neue Beziehungen zu beginnen“, sagte der Jazzer.

Butman, erklärte, Russlands nördliche Hauptstadt sei für die Ausrichtung der Veranstaltung unter Berücksichtigung der internationalen Situation gewählt worden war.

„Unsere Leute lieben Jazz, er ist hier sehr beliebt, so beliebt, dass Menschen in der Vergangenheit für ihn sogar gelitten haben und im Gefängnis gelandet sind. … Aber am wichtigsten ist, dass wir eine Menge wunderbarer Musiker der Welt hören werden. Natürlich, wir haben unser Bestes getan, um sicherzustellen, dass St. Petersburg gewählt wurde“.

Die Internationale Jazz-Tag wurde von der UNESCO im Jahr 2011 auf Initiative des amerikanischen Jazz-pianisten und Komponisten und UNESCO-Botschafter des guten Willens, Herbie Hancock, eingerichtet

Seit 2012 wird der Tag jährlich am 30. April gefeiert, um das Bewusstsein für „die Tugenden des Jazz, als ein pädagogisches Instrument und eine Kraft für den Frieden, für Einheit, den Dialog und die verstärkte Zusammenarbeit unter den Menschen“ zu sensibilisieren.

[hmw/russland.NEWS]




Berlin: Deutsch-Russische Musikkooperation als Hoffnungsblick

[von Kristina Denisenko] Berlin – gestern im Konzerthaus Gendarmenmarkt. Wenige Minuten bleiben bis zum Moment, in dem die Mitglieder der Russisch-Deutschen Musikakademie auf die Konzertbühne treten und das Publikum die bekannten Melodien der zeitlosen Werke von Ludwig van Beethoven und Peter Tschaikowski hören. Alle sind an ihren Plätzen und in der Luft liegt die spannungsgeladene Atmosphäre vor großen Auftritten dieser Art. Das Orchester, bestehend aus deutschen und russischen hochtalentierten Nachwuchsmusikern, spielt heute unter der Leitung eines der bekanntesten Konzertleiters Russlands, wenn nicht der Welt, dem berühmten russischen Dirigenten und Intendanten Valery Gergiev. Die Zuschauer sind gespannt, was sie erwartet.

Von der Moderne zu Beethoven

Eröffnet wird das Konzert mit der “Verwandlung 4” von Wolfgang Rihm, einem zeitgenössischen Komponisten, der für seine Vielseitigkeit und sein Ausdrucksbedürfnis bekannt ist. Gesellschaftlicher Wandel, Aktualität und Weltvielfalt stehen im Mittelpunkt seiner Kunst. Betäubende Schlagzeuge und markerschütternde Flötentöne versenken das Publikum in Nachdenklichkeit und Besorgnis. Am Ende steht stürmischer Applaus für die wirklich überaus talentierten Musiker und ihre Darbietung.

Sie erfreuen als nächstes das Publikum mit Beethovens sinfonisch gestaltetem Violinkonzert op. 61. Die besondere Aufmerksamkeit der Zuschauern gilt dabei dem herausragenden deutschen Solisten des Abends Geiger Frank Peter Zimmermann. Mit dem ihm eigenen energischen Strich und voller Emotionen erklingen sorgenfreie lyrische und seriöse dramatische Töne. Zur Pause war das schicke Publikum aus mit Sicherheit nicht anspruchsarmen Klassikfans vollends zufrieden und freute sich schon auf Teil zwei. Pausengespräch war dabei vor allem das erstaunliche Talent, dass die jungen Musiker schon gezeigt haben.

Tschaikowski als Bogen nach Russland

Vom Anfang des 19. Jahrhunderts versetze der zweite Teil des Programms die Zuschauer an dessen Ende: Tschaikowski 5. Sinfonie von 1888 steht nun auf dem Spielplan. Das hervorragende Meisterwerk faszinierte den ganzen Saal. Der Komponist greift Probleme auf, die schon vor der Pause von Beethoven beleuchtet wurden und so spannt sich symphonisch der Bogen von Mitteleuropa nach Russland, im dem sich auch die jungen Musiker vereinen. Eine Symbiose von russischer Kultur und der weltweit geschätzten Musik der Klassiker.

Nach der finalen Partie dankt das Publikum mit stehenden Ovationen dem Orchester für den dargebotenen Genuss. Das Konzert gab eine Möglichkeit erstklassige Musik aus drei Epochen vereint zu hören und so ein Stück Musikgeschichte nachzuvollziehen. Die Kunst kennt hier weder die Grenze der Zeit noch der Kulturen und Brücken werden gebaut. Hier macht die Kultur etwas vor, was man in der Politik zwischen Deutschland und Russland oft schmerzlich vermisst.

Vereinte Stimmen der russischen und deutschen Musiker

Nach dem Konzert sprach ich – selbst begeistert – noch einige der jungen Musiker. Sie waren froh, unter Gergiev an dieser Veranstaltung teilnehmen zu dürfen und nach ein paar Schwierigkeiten aufgrund unterschiedlicher Musiktraditionen zu Beginn lief dann doch alles wie am Schnürchen und man entdeckte mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Gerade wegen der politischen Spannunen zwischen ihren Ländern fanden die Musiker aus Deutschland wie aus Russland es wichtig, gemeinsam das Kulturerbe zu pflegen. Das finden wir auch.




Konzert von Mariinski-Musikern morgen in Berlin

Im Zeitraum 19. – 27. Juni 2017 fand in St. Petersburg und Berlin das jährliche Orchesterprojekt der Russisch-Deutschen Musik-Akademie statt. Junge Musiker aus Deutschland und Russland – darunter Preisträger internationaler Wettbewerbe, Akademisten bedeutender deutscher Sinfonieorchester und junge Mitglieder des St. Petersburger Mariinski-Theaters – erarbeiten gemeinsam ein anspruchsvolles musikalisches Programm, das sie anschließend in zwei Konzerten der Öffentlichkeit präsentieren – in Deutschland

Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von Valery Gergiev. Als Solist konnte der renommierte deutsche Geiger Frank Peter Zimmermann gewonnen werden. Anspruch und Zielsetzung sind es, für eine Welt der Begegnung, des gegenseitigen Verstehens, des Miteinanders, des Respekts und der Versöhnung einzustehen. Das Projekt will ein Zeichen des Willens zum Frieden und zur Verständigung sein.

Zweiländerforum mit prominenter Leitung

Die Russisch-Deutsche Musik-Akademie ist 2012 aus einer Initiative von jungen Musikstudierenden aus den beiden Ländern hervorgegangen. Die Akademie ist in allen ihren Projekten ein offenes, auf Kontinuität und Zukunft ausgerichtetes Forum; sie ist Ausdruck des zivilgesellschaftlichen Engagements junger Musiker, die sich den Ideen der Aufklärung verbunden fühlen, aus denen die klassische Musikkultur Europas erwachsen ist.

Mit Valery Gergiev hat die „Akademie“ einen künstlerischen Leiter, dessen Engagement seit je der musikalischen Jugend gilt und dessen eminenter Einsatz sowohl der kulturellen Tradition Europas als auch deren Zukunft gilt. Die Konzerte werden unterstützt durch die GAZPROM Germania GmbH und durch die Wintershall Holding GmbH als Hauptsponsoren der Russisch-Deutschen Musik-Akademie in 2017.  Das Konzert in Berlin beginnt um 19 Uhr. Für russland.NEWS wird Kristina Denisenko von vor Ort berichten.




„Ins Ghetto sperren“: Nächster Eklat vor ESC

[von Michael Barth] Die Geschichte des ‚Eurovision Song Contest 2017‘ ist um einen weiteren Skandal reicher. Der populäre Rocksänger Oleh Skrypka fordert die Ghettoisierung für Landsleute, die nicht Ukrainisch sprechen und will das Wort ‚ukrainisch‘ zum Synonym für ‚qualitativ‘ machen.

Nein, er will einfach nicht zur Ruhe kommen, der Schlagerwettbewerb, der dieses Jahr in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ausgetragen wird. In rund zwei Wochen soll das große Spektakel über die Bühne gehen und im Vorfeld reiht sich ein Skandal an den anderen. Entzündet wurde die Flamme von Kiew selbst, als man für den letzten Song-Contest in Stockholm eine Sängerin für die Endausscheidung nominierte, die – entgegen der Statuten des ‚ESC‘-Regelwerks – die Vertreibung der Krimtartaren von der Krim thematisierte.

Auch dieses Jahr war es wieder die, 2014 Russland beigetretene, Schwarzmeer-Halbinsel Krim, durch die die Ukraine weiteres Öl ins Feuer goss – weil die für Russland heuer vorgesehene Teilnehmerin Julija Samoilowa im vergangenen Jahr einen Auftritt auf der Krim absolvierte und dabei von Russland aus einreiste. Laut dem ukrainischen Gesetz, das de facto eigentlich keine Gültigkeit mehr auf der Krim hat, ist das als schwere Straftat zu werten und wird mit einem mehrjährigen Einreiseverbot in die Ukraine geahndet.

Als wäre das alles nicht schon genug, meldete sich nun der in der Ukraine sehr populäre Sänger der Rock-Band ‚Wopli Widopliassowa‘, Oleh Skrypka, zu Wort und forderte die Ukrainer auf, gefälligst ihre Landessprache zu benutzen. „Leute, die das Ukrainische nicht erlernen können, haben einen niedrigen IQ und sind als geistig behindert zu diagnostizieren“, schwadronierte der 52-Jährige in einem Interview mit der ‚Ukrainska Prawda‘ am gestrigen Mittwoch. Unverblümt regt er deshalb an: „Solche Leute müssen isoliert werden, denn sie sind sozial gefährlich. Man muss für sie ein Ghetto bauen.“

Russisches hat keinen Platz in seiner Traumwelt

Ausgesondert müssten diese Elemente werden, da sie sozial gefährlich seien, sagt der Sänger und sieht ein kleines Licht am Horizont: „Wir werden ihnen helfen, wie auch Leuten mit Gebrechen geholfen wird.“ Das ‚Amen‘ am Ende konnte sich Skrypka dann doch noch verkneifen. Und wenn sie das nicht wollen, könnten sie sich ja immer noch Arbeit in anderen Ländern suchen, meint er ganz pragmatisch. Deshalb pflege er nur mit den besten Ukrainern Umgang und nehme nur ukrainischsprachige Profis in sein Team auf. Dass er gerne in einer vollständig ukrainischsprachigen Kulturwelt leben möchte, erklärt sich da von selbst.

Überhaupt, so findet Oleh Skrypka, herrsche in seinem ‚Traumland Ukraine‘ Frieden und der totale Sieg der Ukraine in dem gerade andauernden Krieg. „In meinem Land der Träume, in einem idealen Land, ist Ukrainisch die vorherrschende Sprache in der Gesellschaft. Dort wird im Radio zu 100 Prozent ukrainische Musik gespielt und keine dürftigen 25-35 Prozent“, kommt er auf sein eigentliches Schaffen zurück. „Wenn wir den russischsprachigen Mist im Äther mit ukrainischsprachigem Mist ersetzen, ändert sich nichts. Das Ergebnis wird nur dann beeindruckend, wenn wir das Wort ‚ukrainisch‘ zum Synonym für ‚qualitativ‘ machen.“

Jahrhunderte sei für ihn das ukrainische schöpferische Produkt in der Erde vergraben gewesen. „Eben deswegen vielleicht haben wir so eine gute Schwarzerde“, weiß der Rocksänger. In ihr sei die gesamte ukrainische Kultur. Und dann entfährt Oleh Skrypka eine sehr denkwürdige Aussage, die die politischen Ambitionen seines ‚Traumlandes‘ mehr als deutlich widerspiegelt. In welcher Qualität die Musik auf den Märkten des Landes gespielt werde, bestimme das moralische Niveau der Regierenden dieses Landes. „Nicht umsonst waren bei uns die ‚Gauner-Chansons‘ eine kulturelle Doktrin.“

[Michael Barth/russland.NEWS]




ESC 2017: Russland endgültig raus

Der 62. Eurovision Song Contest wird nun endgültig ohne Russland ausgetragen werden. Aufgrund des Gezeters um die ursprünglich vorgesehene Teilnehmerin Julija Samoilowa, der die Einreise in die Ukraine wegen eines Krim-Aufenthalts verweigert wurde, hat sich Russland zum Komplett-Boykott des Schlagerwettbewerbs in Kiew entschlossen.

Auch die zunächst als Alternative angedachte Live-Schaltung aus Russland wird nicht stattfinden. Der Sender ‚1. Kanal‘ weigert sich, sehr zum Leidwesen der ‚European Broadcast Union‘ (EBU), die dem Wettbewerb als Dachorganisation vorsteht, den Song-Contest überhaupt zu übertragen. Kurzerhand zeigten sich auch andere russische Fernsehsender solidarisch und erklärten ebenfalls ihren Boykott. Der ‚Perwy Kanal‘ begründet seine Entscheidung mit einem Schreiben der EBU, dass das Problem seitens der Ukraine nicht zu lösen sei.

„Die Stimme von Julija wird diesmal in Kiew nicht zu hören sein, auch in ganz Europa nicht, deswegen brauchen wir diese Veranstaltung nicht zu unterstützen“, so das offizielle Statement des Senders. „Wir verurteilen die Entscheidung der ukrainischen Behörden auf das Schärfste, gegen Julia Samoilowa ein Einreiseverbot auszusprechen, da wir glauben, dass dies die Integrität und den unpolitischen Charakter des Eurovision Song Contests unterläuft und sein Ziel, alle Nationen in einem friedvollen Wettbewerb zusammenzubringen”, kommentiert Frank Dieter Freiling, der Vorsitzende der ‚Eurovision Song Contest Reference Group‘.

Sogar über einen Entzug der Veranstaltung wurde bereits nachgedacht. Vorschläge der EBU einen gütigen Kompromiss anzustreben, wurden von Kiew zurückgewiesen. Statt Julija Samoylowa einen anderen russischen Teilnehmer ins Feld zu schicken, kam wiederum für Moskau nicht in Frage. „Diese Variante ist völlig inakzeptabel“, zitiert die Nachrichtenagentur ‚Interfax‘ eine Mitteilung. Die Vorbereitungen in der ukrainischen Hauptstadt würden jedoch unvermindert fortgesetzt, heißt es aus Kiew. Auch wenn sich im Vorfeld die Pannen häuften und auch die Ticketvergabe gelinde gesagt chaotisch verläuft, halten die Ausrichter trotz aller Kritik daran fest, den ESC 2017 wie geplant durchzuziehen.

Der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber kommentierte die Entscheidung Russlands senderkonform folgendermaßen: „Die Teilnahme des russischen Senders ‚Kanal 1‘ und der Sängerin Julija Samoylowa beim ‚ESC 2017‘ in der ukrainischen Hauptstadt Kiew wäre ein starkes Signal gewesen, wie lebendig die Gründungsidee des Eurovision Song Contest von 1956 – die Völker Europas elf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in einem friedlichen Gesangswettbewerb zusammenzubringen – auch heute noch ist. Schade, dass die Ukraine in die russische PR-Falle getappt ist; schade, dass die bunte ESC-Welt, die für Toleranz, vielfältige Lebensentwürfe und Lebensfreude steht, dieses Jahr nicht in Russland übertragen wird.“

Sowohl die Entscheidung Russlands, als auch die der Ukraine lässt Fragen offen. Fest steht vorerst nur, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne, heißt es bei der EBU. Was hätte die Ukraine aus Sicht der ‚European Broadcast Union‘ tun müssen, um Russland die Teilnahme am ESC zu ermöglichen? Nach den mit der EBU geschlossenen Abkommen wäre es ausschließlich die Rundfunk-Union, die einen Sender und einen Künstler, sofern entsprechend heftige Regelverstöße vorliegen, von der Teilnahme ausschließen kann. Wenn die ukrainische Regierung für die russische Teilnehmerin eine auf den ESC beschränkte Ausnahme gemacht hätte, wäre Russland quasi im Zugzwang gewesen, jemanden für die Teilnahme am Wettbewerb abzustellen.

So jedoch hat sich die Ukraine ein Eigentor geschossen, da die internationale Kritik nahezu einstimmig das Verhalten Kiews anprangert. Zudem hat die Ukraine die Stellung des Hauptveranstalters massiv untergraben. In einem ist man sich bei den europäischen Verantwortlichen deshalb sicher: „So etwas darf sich nicht wiederholen!“

[mb/russland.RU]

 




Eurovision: Der Rollstuhl des Bösen [Video]

Beim kommenden Eurovision Song Contest 2017 in Kiew ist der westliche Mainstream in einer misslichen Lage.

Schon aus Political Correctness kann man Ziehkind Ukraine kaum dabei unterstützen, eine russische Rollstuhlfahrerin vom multinationalen Singsang auszuschließen. Auf der anderen Seite ist diese ja aber eben eine böse Russin. Muss man zu schlimmsten Konsequenzen greifen und – wir wagen es kaum auszudenken – über den Streit NEUTRAL berichten? Wir freuen uns, weil wir hier parteisch sein dürfen und Anna Nikonova nutzt den ganzen Tamtam um die wohl unwichtigste Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine seit 20 Jahren für etwas Spott – dafür ist sie schließlich bei uns da.

Fotos: Panorama Severa TV Channel, Vakolyuk mvc, Creative Commons 3.0