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Kategorie: 4. November - russland.NEWS - russland.TV

Nur russisches Brot ist gutes Brot – Russischer Patriotismus passend zum Feiertag

Am gestrigen Dienstag war staatlicher Feiertag in Russland. Gefeiert wurde der „Tag der Einheit“. Gefragt ist an diesem Tag Stolz auf das Vaterland und auf die Nation. Wir haben ein Beispiel in Kaliningrad gefunden.

Der 4. November 1612 ist das Datum, an dem russische Volksmilizen unter der Führung von Kusmi Minin und Dmitri Poschaski Moskau von polnischen Interventen befreiten. In diesem Schicksalskampf zeigte das Volk Heldentum und Geschlossenheit, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Glauben und ihrem Gesellschaftsstand.

Am 27. Dezember 2004 wurde durch die russische Duma dieser Tag zum neuen russischen Feiertag erklärt. Dafür wurde der 7. November (Tag der Großen sozialistischen Oktoberrevolution) als Feiertag abgeschafft. Es war klar, dass alle 104 kommunistischen Abgeordneten der Staatsduma gegen diesen neuen Feiertag stimmten. Da die Mehrheit der Duma-Abgeordneten für diesen Feiertag war, wird nun ab 2005 den russischen Werktätigen die Möglichkeit gegeben, an diesem Tag entweder zu Demonstration zu gehen, oder auf ihr Datschen-Grundstück zu fahren und die Wintervorbereitungen dort zu treffen.

Eine einheitliche Demonstration hat es in Kaliningrad nicht gegeben. Je nach „Orientierung“ bringen unsere Medienpartner entweder Fotos der „Zentralen Demonstration“ mit vielen russischen Fahnen und den Fahnen von „Einiges Russland“ oder hatten bis zu unserem Redaktionsschluss noch keine Zeit gehabt, einen Bericht zu veröffentlichen.

weiter bei kaliningad-domizil.ru >>>




Tag der nationalen Einheit: Aufmärsche, Kreuzgang, Pogrome und zwei Morde

Der diesjährige Tag der nationalen Einheit am 4. November verlief friedlich auf der einen, brutal und ausländerfeindlich auf der anderen Seite. Während Tausende friedlich am Kreuzgang der russisch-orthodoxen Kirche über den Newski-Prospekt beteiligten, machten andere Jagd auf Ausländer – zwei Migranten wurden dabei umgebracht.

Erstmals seit der Revolution versammelten sich Mitglieder der russisch-orthodoxen Kirche wieder zu einem Kreuzgang über den Newski-Prospekt. Mit offiziell über 50.000 Teilnehmern war das einerseits eine Demonstration der Macht der neu erstarkten Kirche, die von Gouverneur Georgi Poltawtschenko jede erdenkliche politische Unterstützung erhält.

weiter beim St.-Petersburger Herold >>>




Alexej Nawalny hofiert die russischen Nationalisten

Der Montag, Tag der nationalen Einheit des Volkes, konnte wieder einmal von der russischen rechtsnationalen Bewegung gekapert werden.

Wieder führte sie ihre „russischen Märsche“ durch, den größten diesmal in einem Moskauer Außenbezirk. Ein paar Tausend zumeist junge Teilnehmer skandierten: „Russland den Russen, Moskau den Moskauern“, aber auch Aufrufe zur Gewalt gegen Zuzügler aus dem Kaukasus oder Zentralasien, schreibt die Berliner Zeitung.

Was die meisten Medien in Deutschland unter den Tisch fallen ließen, der Liebling der westlichen Presse, der verharmlosend nur Blogger oder Kremlkritiker bezeichnet wird, Alexej Nawalny, steht hinter den Nationalistenaufmärschen und ruft zur Teilnahme auf.

Das wird anscheinend selbst der russischen liberalen Protestbewegung zu viel. Laut Berliner Zeitung  hat Boris Akunin, eine mächtige Stimme der liberalen Protestbewegung, Nawalny deshalb seine Unterstützung aufgekündigt. Er habe sich in Nawalny getäuscht, schreibt der Krimi-Autor in seinem Blog. Nawalny tauge nicht zur demokratischen Führerfigur in einem Vielvölkerstaat. Akunins Rat: Die russische Opposition solle ihre Fixierung auf Führerfiguren besser ganz aufgeben.




Zwei Demonstrationsmärsche in Moskau

Am Tag der nationalen Einheit des Volkes fanden in Moskau zwei Demonstrationsmärsche statt: der „russische Marsch“ der Rechtsradikalen und der Nationalisten und ein weiterer aus Anlass des 400. Jahrestages der Zarendynastie der Romanows. Der „Russische Marsch“ hatte schon im Vorfeld für Differenzen gesorgt, da viele eine Konfrontation mit Migranten befürchteten. Wie die Bilder zeigen, verlief der Marsch im Großen und Ganzen ruhig, lediglich 30 Personen wurden wegen Rufens rechtsextremer Parolen festgenommen. Am Demonstrationszug zur Erinnerung an die Zarendynasti nahmen lediglich 700 Personen teil.




Russland begeht den Tag der nationalen Einheit des Volkes

Am 4. November wird in Russland der Tag der Volkseinheit begangen. Dieser Feiertag ist zu Ehren eines bedeutsamen Ereignisses im Leben unseres Landes, der Befreiung Moskaus von den polnisch-litauischen Eindringlingen im Jahre 1612 durch die von Minin und Poscharski angeführte Landwehr, gestiftet worden. Am gleichen Tag feiern die orthodoxen Christen den Tag der Kasaner Ikone der Gottesmutter, deren Gestalt für alle Zeiten mit der Befreiung des Vaterlandes von den Eroberern verbunden ist.

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde unser Land von überaus schweren Unruhen heimgesucht. In die Geschichte Russlands ist diese Periode als Zeit der Wirren eingegangen. Die regierende Dynastie der Rurikiden sei unterbunden worden, die Macht der Bojarenklans erstarkte, im Lande herrschten Chaos und Zerrüttung, erzählt Oleg Airapetow, Dozent am Lehrstuhl für Russlands Geschichte an der Geschichtsfakultät der Moskauer Staatsuniversität:

„Wenn man an die Ereignisse appelliert, die bereits 400 Jahre zurückliegen, so hat sich die Zeit der Wirren für alle Völker, die auf dem Territorium des Moskauer Staates gelebt haben, als eine ungeheuerliche Verwüstung erwiesen. Und im Prinzip hat die Bewegung von Minin und Poscharski nicht nur verschiedene Stände, sondern auch Menschen unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse, verschiedener Völker zusammengeschlossen, die den Wunsch hatten, die Ordnung wiederherzustellen. Denn die Menschen wollen stets das eine: in Frieden, Ruhe und Wohlstand leben und die Möglichkeit haben, den morgigen Tag zu prognostizieren.“

Viele Geschichtsforscher vertreten den Standpunkt, dass damals der erste Bürgerkrieg in der Geschichte Russlands ausgebrochen sei, der durch die latente und später durch die unverhohlene Intervention des polnisch-litauischen Staates erschwert wurde. Natürlich sei jedes genaue Datum gewissermaßen bedingt, denn es handle sich ja um Ereignisse der fernen Vergangenheit, stellt der Geschichtswissenschaftler fest:

„Dieses Datum (der 4. November) hängt mit dem Schluss der Zeit der Wirren, das heißt mit der Kapitulation der polnischen Garnison, zusammen. Doch wird sich ihre endgültige Überwindung erst nach der Wahl Michail Fjodorowitsch Romanows zum Zaren vollziehen. Urteilen Sie nun selbst. Die Hauptstadt war von den Interventen gesäubert worden. Aber der Staat hatte ja keinen Herrscher, das heißt, er war noch nicht wieder erstanden. Nun reden wir von der Einstellung des Bürgerkrieges. Doch setzt dies die Wiederherstellung aller Machtinstitutionen voraus, was etwas später geschehen wird. Aber im Großen und Ganzen ist das natürlich ein außerordentlich wichtiges Ereignis.“

Als sich der Feind Moskaus bemächtigt hatte, wandte sich Kosma Minin mit einem leidenschaftlichen Appell an die Mitbürger: „Unser Glaube und unser Vaterland gehen zugrunde, doch wir können sie retten. Wollen wir kein Leben und Vermögen verschonen, um Moskau zu erlösen!“ Die Mitglieder der Landwehr blockierten die Hauptstadt von allen Seiten, die Polen erhielten nun keine Verpflegung mehr. Die schreckliche Hungersnot veranlasste sie, Katzen, Hunde und Mäuse zu essen. Am 4. November nahmen die Landwehrleute die Lehmstadt, eine mächtige Befestigungslinie, im Sturm ein. Die feindliche Garnison trat den Rückzug an. Fürst Poscharski zog in die Lehmstadt mit der Kasaner Ikone der Gottesmutter ein. Bald darauf unterschrieben die Kommandeure der polnischen Garnison die Kapitulation, wonach sich die Garnison ergab.

Im neuzeitlichen Russland wird der Tag der Volkseinheit seit 2005 gefeiert. Für die Bürger Russlands ist das in vieler Hinsicht ein neues Fest. Aber es sei sehr nötig, denn es konsolidiere die Gesellschaft und helfe Russlands Bürgern, die Verantwortung für die Zukunft des Landes zu erkennen, davon ist Wladimir Burmatow, der stellvertretende Vorsitzende des Komitees der Staatsduma für Bildungswesen und Inhaber des Lehrstuhls für Politologie und Soziologie an der Plechanow-Universität, überzeugt:

„Wir können uns als ein einheitliches Volk empfinden, ungeachtet dessen, dass sich viele zu verschiedenen Religionen bekennen, zu unterschiedlichen Nationalitäten gehören und nicht nur Russisch, sondern auch andere Sprachen sprechen. Darin besteht denn auch das Wesen des 4. Novembers. Jeder Feiertag ist ein Fest der gesamten Nation. Es wird viel Zeit vergehen, bevor er Traditionen anschafft, so dass er selbstgenügsam wird. Doch dass der Staat jetzt diesen Tag in vieler Hinsicht plant und daran arbeitet, dass er in der Tat zu einem Fest wird, ist ein positives Moment.“

Am Tag der Volkseinheit bekräftigen Russlands Bürger erneut, dass sie auf die Einheit, den Frieden zwischen den Nationalitäten und die Ordnung in der Gesellschaft größeren Wert legen als auf Wirren und Zwistigkeiten. Denn sie sind ein einheitliches Volk mit gemeinsamen Wurzeln und gemeinsamer Zukunft.

[Oleg Nechaj/Stimme Russlands]