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Kategorie: Uralregion - russland.NEWS - russland.TV

Wallfahrtsort für Zarentreue [Video]

Ein wahrhaft religiöser Kult ist im nachsowjetischen Russland entstanden um den letzten Zaren Nikolaus II. und seine Familie, vor allem in Jekaterinburg, dem Ort ihrer Ermordung.

Die Teams von russland.TV waren im August nicht etwa untätig – nein, sie waren in verschiedensten Regionen Russlands unterwegs, um von dort für Euch nun Interessantes und Außergewöhnliches zu berichten. Die deutsche Abteilung war dabei in Jekaterinburg und begegnete dort dem religiösen Kult um die Zarenfamilie, der sich vor allem an den Orten ihrer Inhaftierung und Liquidierung sowie am Fundort der Leichen konzentriert. Eine intensive Heiligenverehrung mit den strengen Regeln der sehr konservativen russisch-orthodoxen Kirche hat sich hier entwickelt, die manchem unbedarften ausländischen Besucher schon fast merkwürdig vorkommen könnte.

Unser Bericht beleuchtet dabei vor allem das Bild, das sich heutigen Besuchern der Orte bildet und der in all den geschichtlichen Reportagen über die letzten Lebenswochen der russischen Herrscher meist etwas kurz kommt. Vom deutschen Team entführt Euch in den Ural unsere ebenfalls aus Russland zurückgekehrte Anna Gamburg, die Ihr ab sofort wieder jeden Sonntag mit ihrer Reihe Russland.direct bei uns findet – mit News, Politik und Wissenswertem direkt aus Russland. Ihre eigene Homepage bei uns findet Ihr unter http://www.russland.direct




Militär: Alarmübungen in Russland [Video]

Zahlreiche Alarmübungen, bei denen die kurzfristige Herstellung der Gefechtsbereitschaft geprobt wird, finden aktuell und noch bis zum Monatsende in verschiedenen Regionen Russlands statt.

Ärger wegen dieser Manöver gibt es mit Litauen und den USA, wobei der Streit darum geht, ob Russland entsprechende Stellen im Ausland von diesem umfangreichen Übungen entsprechend informiert hat oder nicht. Der Ton ist dabei auf beiden Seiten recht angespannt. russland.TV zeig Originalaufnahmen der Übung. Aktuelle Video-Berichte aus Russland auch weiterhin bei uns.




Dumawahl lässt Russen kalt [Video]

Rein zeitlich hat die heiße Phase des Wahlkampfes zur Russischen Staatsduma soeben begonnen – denn das Parlament wird Mitte September neu gewählt.

Von einem Wahlfieber kann bei der russischen Bevölkerung jedoch noch nicht gesprochen werden. Politiker genießen parteiübergreifend wenig Vertrauen und Umfragen zeigen, dass man den eigenen Einfluss auf die Politik als gering einschätzt und in großer Mehrheit auch nicht plant, kommende Kandidatenduelle auch nur im TV anzuschauen. russland.TV mit aktuellen Aufnahmen aus der russischen Provinz weit jenseits von Moskau.




Russland steht gerne Kopf! [Video]

Unsere Nachwuchsmoderatorin Ariana hat in Jekaterinburg zwei Touristenattraktionen getestet, die in dieser Art aktuell im gesamten Land äußerst beliebt und in immer mehr Städten vertreten sind.

Zum einen ein „Haus auf dem Kopf“, wo man schöne, unübliche Kopfstand-Fotos und -Filmchen schießen kann. Zum anderen ein Erlebnisareal in einem Filmstudio, wo es mehr um selbst gemachte Experimente für den Nachwuchs und optische Täuschungen geht. Das kleine Video entstand am Rande unserer aktuellen Uraltour, von der die zentralen Beiträge noch im Programm bevorstehen.




Steinmeier zu Gesprächen in Jekaterinburg

Außenminister Steinmeier erklärte bei seinem Besuch in Jekaterinburg, die Krise in den Beziehungen Russland – Deutschland sei zwar noch nicht überstanden, aber beide Partner ließen den Gesprächsfaden nicht abreißen und das sei wichtig, um Missverständnisse in Sicherheitsfragen zu vermeiden.

Grund für die Verschlechterung der Beziehungen sei Russlands Verhalten auf der Krim und in der Ukraine. Er gehöre jedoch zu den vielen in der EU, die eine Verbesserung in den Beziehungen zu Russland für das kommende Jahr voraussagen.

Steinmeier hofft auch auf eine Zusammenarbeit mit Russland in Aleppo, wo Russland besonders bezüglich humanitärer Fragen eine große Verantwortung trage.
„Wenn in Syrien die Post-Krisis-Phase beginnt müssen Russland und Deutschland zusammenarbeiten, sei es in Palmyra, Aleppo oder Horms. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Verantwortung, das Welterbe in dieser Krisenregion zu erhalten, übernehmen werden. Das wird sicher auch zur kulturellen Annäherung unserer Völker beitragen.“

Die Möglichkeiten des NATO-Russland-Rates sollten genützt werden, meinte Steinmeier weiter. Das sei besonders wichtig in dieser schwierigen Zeit.
Er stellte fest, dass manche die Osterweiterung der NATO als eine Bedrohung empfänden.
„Wir unterschrieben die NATO-Russland-Gründungsakte 1997 und gründeten ihn genau dafür, dass dieses vermutete Fühlen einer Bedrohung erleichtert werde. Jedoch müssen wir uns selbst fragen, ob wir alles getan haben, um dieses Vertrauen bildende Objekt zu unterstützen.“

Steinmeier hält den jetzigen Zeitpunkt für günstig, Fortschritte bei der Umsetzung des Minsk-Abkommens zu erreichen, besonders in Bezug auf die Gesetze über die Kommunalwahlen, über die Amnestie und den besonderen Status der Ostukraine. Das Gleiche gelte für das Erreichen eines Waffenstillstandes.

„Wenn wir die brisante Situation in der Welt betrachten, die durch verschiedene Krisen geschüttelt wird, sind alle Bemühungen gerechtfertigt, Lösungen für die ukrainische Krise zu erreichen und dazu brauchen wir den Dialog mit Russland.“

In den Gesprächen zwischen Steinmeier und Lawrow stimmten beide Seiten überein, dass die Kontakte zwischen den Behörden Russland und Deutschlands gefördert werden sollten.
Lawrow stellte fest, dass „Wir glauben, dass das Interesse, das Frank-Walter am Zusammenarbeiten mit den russischen Regionen hat, jede Art von Unterstützung verdient.“

Laut Lawrow besprachen die beiden Diplomaten außerdem ihre bilateralen Beziehungen auf politischem, kulturellem, humanitärem und historischem Gebiet.

Bei einem Gespräch mit dem Gouverneur von Swerdlowsk, Jewgenij Kujwaschew, bemerkte Steinmeier, dass er wisse, dass Russland in zwei Jahren Gastgeber für den FIFA-Worldcup sein werde und Jekaterinburg einer der Austragungsorte sein werde, er hoffe, dass das deutsche Team hier auch spielen werde.

„Es war Viktor Kokscharow, der Rektor der Föderalen Ural Universität, der mein Interesse an dieser Region geweckt hat, und auf ihn ist zurückzuführen, dass ich oft hierher kam. Politische, wissenschaftliche und persönliche Kontakte sind über Jahre gewachsen.“

Der Gouverneur betonte, dass trotz der politischen Schwierigkeiten die Kontakte gewachsen sind. Der Handelsumsatz zwischen Deutschland und der Region betrage noch 640 Millionen USD gegenüber 1 Milliarde im Jahr 2014. „Die Zusammenarbeit mit Deutschland hat Priorität für uns“, erklärte der Gouverneur.
(hmw/russland.news)




Militärtechnik in Jekaterinburg [Video]

Obwohl erst 2005 eröffnet und erst seit 2013 mit einer mächtigen Ausstellungshalle versehen ist dennoch das Militärtechnikmuseum in Werchnjaja Pischma, einem Vorort von Jekaterinburg, eines der größten in Russland.

Für umgerechnet  nicht einmal zwei Euro pro Person können Technik- und Waffeninteressierte eine wirklich riesige Menge von Ausstellungsstücken bestaunen, ob Flugzeuge, Panzer, Geschütze oder mehr – vor allem aus der Epoche der Sowjetunion. russland.TV war im Rahmen seiner Uraltour 2016 vor Ort.




Jekaterinburg-Epilog: 20 Stunden südwärts

Als Abschluss unseres kleinen Jekaterinburg-Reiseblogs eine echte Empfehlung: Wer zum Beispiel per Transsib hierher kommt, soll sich nicht mit einem Tag Aufenthalt begnügen. Denn Jekaterinburg hat mehr zu bieten – unser Blog hat ein paar Beispiele beleuchtet, aber längst nicht alle.

Steppe statt Transsib

Wobei der Autor dieser Zeilen – obwohl bekennender Russlandfan – Transsib-Urlauber wohl nie verstehen wird. Gerade befinden wir uns selbst seit längerem wieder einmal in einem russischen Langstreckenzug – allerdings nicht weiter nach Osten, wie die meisten Touristen, sondern südwärts östlich am Ural entlang bis kurz vor die kasachische Grenze – 20 Stunden Fahrt. Orenburg ist das Ziel der Bahn. Die endlosen russischen Birkenwälder sind die gleichen wie in Westsibirien, bevor sich kurz vor dem Ziel der Anfang der mittelasiatischen Grassteppe auftut.

Zugfahrten mit Unterschied

Bei Transsib-Reisen hat man die Wahl zwischen den extrem luxuriösen Touristenzügen – für einen sehr stolzen Preis und ohne echten Kontakt zum Land. Oder man fährt wie wir mit ganz normalen Bahnen – wobei sie noch am ehesten deutschen Schlafwagenzügen gleichen. Hier ist der Preis billig, aber die Qualität sehr unterschiedlich. Wir haben eine Zugausgabe ohne Klimaanlage und mit eher schlechten Ruf in der Onlinebewertung des Runet erwischt. Ja, solche Bewertungsportale gibt es natürlich auch in Russland – man tauscht sich aus über Ausstattung und Restaurantqualitäten. Und dieser Uralexpress schneidet bei beidem eher mau ab – für Sommerreisen können auch wir ihn – aktuell stark schwitzend – nicht empfehlen. An den Bahnhöfen größerer Städte hält er längere Zeit und sofort stürzen die meisten Reisenden auf die Bahnsteige, sich mit Getränken und Eis versorgend, die dort überall angepriesen werden. Das Zugrestaurant, vor dem uns von Mitreisenden gewarnt wird,  suchen wir dann gar nicht erst auf, sondern setzen auf russische Selbstversorgung.

Abschied von Jekaterinburg

Die letzten Stunden in Jekaterinburg waren ohne nennenswerte Ereignisse. Unsere über Airbnb gebuchte Unterkunft – eine klimatisierte Ferienwohnung – war erstklassig ausgestattet, nur der Vermieter war nicht sonderlich zuverlässig und auch zur verabredeten Abreisezeit (wie schon bei der Ankunft) einfach nicht da. Dafür aber unsere einheimischen Bekannten, die uns wie selbstverständlich zum Bahnhof gebracht haben, obwohl unsere letzte Begegnung mit ihnen vor fünf Jahren war. Für solche Gelegenheiten hat man in Russland immer ein paar Dankesgeschenke im Koffer. Vorgestern abends waren wir bei ihnen zu Gast gewesen, neben viel gutem Essen gab es besorgte Gespräche über die deutsch-russische Politik und die jüngsten ernsten Zwischenfälle auf der Krim. Auch die Flüchtlingskrise in Deutschland interessiert die Russen – ihr eigenes Bild davon ist natürlich von ihren Medien geprägt – aber unseres ist es ja auch.

Ein verpasster Steinmeier

Schade, dass wir gerade jetzt fahren, denn am Montag kommt in der Uralmetropole Außenminister Steinmeier an. Im Netz ist zu lesen, vor allem wegen der ernsten Spannungen zwischen der Ukraine und Russland im Moment.  Normalerweise ist es immer witzig, aus dem russischen Umfeld heraus solche deutschen Events zu beobachten, Politiker wie die schnell eingeflogenen deutschen Journalisten, die mir manchmal nie in Russland wirklich angekommen erscheinen, einer für sie puren Sprosse auf ihrer Karriereleiter. Doch aktuell kann einem bei der Politik und vielen Journalisten in Deutschland wie in Russland ja allgemein das Lachen vergehen.

Endstation Kurort

Wir schaukeln derweil gen Orenburg – wieder einmal eine Stadt an der Kontinentalgrenze. Sol-Ilezk, noch ein Stück südlich davon und 50 Kilometer vor Kasachstan wird unser endgültiger Zielpunkt sein – aber dorthin werden wir mit dem Auto abgeholt. Es ist ein überregional in Russland sehr bekannter Kurort, in dem wir 2007 zu Beginn des dortigen Massentourismus das erste russland.TV-Video gedreht haben und noch zwei danach – wer also etwas darüber wissen will, wird in unserem YouTube-Channel fündig. Auch zahlreiche andere Zuggäste sind nach dort unterwegs und lärmende Marschrutkafahrer sammeln die Kurgäste und Badetouristen am Orenburger Bahnhof ein. Hier schließt sich der Kreis und endet unser Reiseblog, aber unsere Reise noch nicht. Unsere Kollegen, die auf Dauer hier leben und sich nicht einfliegen lassen müssen, übernehmen wieder.

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Militärhistorisches Museum Jekaterinburg [Fotogalerie]

Das Museum befindet sich am Stadtrand und wir werden in der kommenden Woche ein Video darüber bei russland-TV im Programm haben.

Als kleinen Vorgeschmack zeigen wir hier eine Fotogalerie mit einigen Handy-Schnappschüssen von vor Ort. Für Interessierte an Militärtechnik ist das Museum mit einer dreistöckigen Halle und einem sehr großen Freigelände sehr sehenswert. Die Ausstellungsstücke sind zu 95 % russisch und mit einem Schwerpunkt im 20. Jahrhundert.

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Jekaterinburg-Tag 5: Gandalf mit Dancefloor [mit Fotogalerie]

Heute war für uns am letzten Tag in Jekaterinburg eigentlich nur etwas Spaß angesagt. Da es wirklich viel Spaß machte, gibt´s bald auch ein Video unserer erlebten Highlights.

Was macht man mit dem letzten Tag in einer so schönen Stadt wie Jekaterinburg, wenn man davor alle Standardsachen abgeklappert hat? Man recherchiert im Netz, was es eigentlich noch so gibt – und für uns klangen das Andersherum-Haus und der Galileo-Park am interessantesten, da keiner von uns zur Museums- oder Theaterfraktion gehört (die in Jekaterinburg sehr viel Auswahl hat).

Alles steht Kopf – „in“ in Russland

Das Andersherum-Haus befindet sich mitten in der Innenstadt – alles steht hier Kopf und man kann sehr schöne Fotos oder Videoaufnahmen machen. Derartige Einrichtungen haben nach und nach in den letzten Jahren in vielen russischen Metropolen eröffnet. In Jekaterinburg ist sie mit einem Horror-Labyrint, einem Spiegelkabinett und einem Kuriositätenmuseum gekoppelt und all diese Sachen bringen gut Spaß. Ähnlich Häuser gibt es auch in anderen Ländern, aber für uns war es die erste Erfahrung in dieser Richtung und etwa 4 Euro Eintritt waren eigentlich recht günstig.

Lehrreich und gefährlich für Desorientierte

Beim Galileo-Park wiederum  – gleiche Preislage – liegt der Schwerpunkt mehr auf lehrreichem. Optische Täuschungen zum hinein gehen, Experimente zum selber machen, aber auch hier wieder ein Spiegel- und ein Dunkel-Labyrinth. Anders als im Andersherum-Haus nimmt man hier für einmal Eintritt alles mit, weswegen auch unsere Truppe im Spiegelkabinett herum irrte. Nur durch die Hilfe einiger Russen, die lange nach uns hinein gekommen, aber lange vor uns heraus gefunden haben bin ich in der Lage, diese Zeilen zurück in der Unterkunft zu schreiben.

Shopping-Center sind international

Dazwischen ging es in ein riesiges innerstädtischen Einkaufszentrum, das so groß und veschlungen war, dass der Autor dieser Zeilen schon zu einer Kurzgeschichte über einen Mann inspiririert wurde, der ein endloses Shoppingcenter ohne Ausgänge betritt. Westliche Markenware ist hier weit in der Überzahl, Textil-Gegensanktionen hätten wohl härter getroffen. Würde hier nicht all die Russen herum laufen, könnte man sich auch in einer Megamall in Berlin oder Budapest befinden.

Fantasy mit Dancefloor und Texmex-Küche

Mittagessen nahmen wir dort in einem Restaurant mit dem schönen Namen Fentasigrad (sic!), in dem auch fleißig für einen gleichnamigen Kinderpark Werbung gemacht wurde. Trotz Gandalfs und Elfen an der Wand, Ritterrüstungen, rustikaler Einrichtung und pseudo-mittelalterlich gewandeten Bedienungen wollte jedoch kein rechtes „Herr der Ringe“-Feeling aufkommen. Vielleicht lag das an der etwas unpassenden Sound-Untermalung aus „Major Lazer“ und ähnlichen Dancefloor-Hits oder dem servierten mexikanischen Essen im Rahmen eines billigen Mittagstischs. Das ist Russland – bei Kulturmix kennt man nichts und bedient sich einfach überall ein wenig.

Morgen wird´s wieder purer russisch – bei einer 22stündigen Zugfahrt in Richtung Süden an die kasachische Grenze, von wo ich mich im Rahmen dieses Blogs letztmals melde, bevor diese Reise in einem Kurort in der Orenbburgregion in den privaten Teil über geht und unsere Leser dann draußen bleiben müssen. Aber davor gibt´s noch die versprochenen Fotos aus dem Militärmuseum. Hier am Artikel jedoch erst ein paar Eindrücke von heute.

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Jekaterinburg-Tag 4: Fake-Kontinente und Leichenlöcher [mit Fotogalerie]

An Tag vier unseres Aufenthalts in Jekaterinburg ging es mit dem Auto zu den vom Stadtzentrum etwas weiter entfernten Drehorten und Attraktionen: Einem prächtigen Kloster am Fundort der Leichen der Zarenfamilie, der eurasischen Kontinentalgrenze und einem Militärmuseum.

Religiöser Zarenkult am Leichenloch

Für ein Video zum Thema wollten wir in Ganina Jama drehen. Hier gab es vor 100 Jahren einen verdeckten Schacht, in dem die Kommunisten nach dem Mord an der Zarenfamilie die meisten der Leichen „entsorgt“ hatten. Da die Familie zwischenzeitlich von der orthodoxen Kirche heilig gesprochen wurde, entstand an dieser Stelle ein Kloster mit wahrhaft religiösem Zarenkult. Von unsere Bekannten wurden wir zu diesem Kloster, mittlerweile eine große Touristenattraktion, gefahren.

Goldkuppeln und verhüllte Knie

Gleich am Eingang mussten die weiblichen Mitglieder unserer Gruppe sich mit langen Wickelröcken und Kopftüchern ausstatten, denn Frauen mit Hosen oder unbedeckten Knien gibt es in orthodoxen Anlagen nicht.  Drinnen war die Atmosphäre sehr feierlich und es gab neben einer kleinen Kathedrale fünf Kapellen in Holzbauweise, alle prächtig mit Goldkuppeln geschmückt und auch innen üppig ausgestattet. Daneben standen noch Denkmäler für Zar und Familie herum, die von ihrer Gestaltung mehr als mittelalterliche Heilige erinnerten. Das wichtigste war jedoch eine kleine Kuhle hinter der Kathedrale, denn hier befand sich das Loch, in dem man die kaiserlichen Leichen gefunden hatte und an das alle Besuchergruppen von ehrfürchtigen Priestern geführt wurden.

Echte Zarenjünger und Schaulustige

Diese Besucher setzten sich ebenso aus echten Zarenverehrern wie aus reinen Touristen zusammen, die auch als Russen das große Brimborium, das hier gemacht wurde, eher als Show betrachteten. Die besagten Gebeine befinden sich natürlich nicht mehr hier, sondern wieder in Sankt Petersburg. Da die Anlage aber überaus prächtig ist und für uns ob ihrer Pracht ein Muss für Jekaterinburg-Besucher, findet sich an diesem Artikel eine kleine Fotogalerie davon.

Falsche und echte Kontinentalgrenzen

Nach dem Kloster drängten uns unsere Gastgeber darauf, zur eurasischen Kontinentalgrenze zu fahren, unweit der Stsdt. Wir waren darauf als langjährige Uralreisende nicht so erpicht – russische Denkmäler an dieser Linie hatten wir schon viele gesehen, sie stehen an jeder größeren Straße vom europäischen Teil Russlands nach Sibirien.  Aber wir fuhren halt mit und erfuhren so, dass es gleich zwei solcher Grenzen bei Jekaterinburg gäbe, die echte und die falsche. Unsere Gastgeber erklärten uns, dass die echte Grenze zwischen Europa und Asien, die wir natürlich ebenfalls besuchten, etwas weit weg von der Stadt und nicht direkt an der Autobahn sei. So habe man für die Touristen noch eine zweite näher und direkt an der Magistralen gebaut. Diese sei aber von der geographischen Kontinentengrenze etwa 20 Kilometer entfernt. Jekaterinburg-Touristen aufgepasst, die mit je einem Bein in Europa und Asien stehen wollen!

Militärtechnik en gros

Am Ende ging es noch zu einen großen militärhistorischen Museum, von dem wir für die Wehrtechnik-Interessierten unter unseren Zuschauern noch ein paar Aufnahmen für ein Video machen wollten, das kommende Woche erscheint. Dieses ist wirklich sehr sehenswert und vorab gibt es deshalb heute schon einmal eine Fotogalerie in einem eigenen Artikel. Gleichzeitig mit uns waren auch ganze Abteilungen russischer Soldaten hier, die im Gegensatz zu den anderen Besuchern aber eher wirkten, wie Schüler auf einer Pflichtveranstaltung.

Wir melden uns dann wieder mit Tag fünf unserer Reihe zu dieser interessanten Uralmetropole – dem letzten, den wir komplett hier verbringen werden.

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