Warning: mysql_query(): Access denied for user ''@'localhost' (using password: NO) in /homepages/23/d83882051/htdocs/russland/wp-content/plugins/wp-ticker/wp-ticker.php on line 241

Warning: mysql_query(): A link to the server could not be established in /homepages/23/d83882051/htdocs/russland/wp-content/plugins/wp-ticker/wp-ticker.php on line 241

Warning: mysql_field_type() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /homepages/23/d83882051/htdocs/russland/wp-content/plugins/wp-ticker/wp-ticker.php on line 242

Warning: mysql_field_type() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /homepages/23/d83882051/htdocs/russland/wp-content/plugins/wp-ticker/wp-ticker.php on line 243
Kategorie: Eisenbahn - russland.NEWS - russland.TV

Russische Firma gewinnt Auftrag der Deutschen Bahn

MOSKAU. Der russische Waggonbauer United Carriage Company (UWC) hat eine Ausschreibung der Deutschen Bahn (DB) gewonnen und wird Plattformen für den Containertransport liefern.




Neue direkte Bahnverbindung zwischen Berlin und St. Petersburg

MOSKAU. Deutschland plant eine direkte Zugverbindung zwischen Berlin und St. Petersburg. Die neue Trasse soll durch Kaliningrad führen.




Kitzbühel kooperiert mit Aeroflot

Tirol will seine Russen wieder haben. Den Einbruch im Touristik-Geschäft der vergangenen beiden Jahre soll eine Initiative der Österreichischen Bundesbahn mit Aeroflot wieder wettmachen. Schon jetzt ist ein Wachstum an Reisenden aus Russland zu verbuchen, der Markt scheint sich zu erholen.

Das Jahr 2017 war das gemeinsame Tourismus-Jahr Russlands und Österreichs. Das Fazit fällt aus der Sicht der kleinen Alpenrepublik fürs Erste durchaus positiv aus. Man habe allein in diesem Zeitraum einen Zuwachs der Touristen aus Russland von vierzig Prozent gehabt, freut sich die Branche und will noch mehr. Eine Kooperation von Aeroflot und der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) soll den Russen nun ihre Rückkehr nach Tirol erleichtern.

Nur allzu gern erinnert man sich in den beliebten Ferienorten rings um die Landeshauptstadt Innsbruck an die Sturm- und Drangzeit, in denen die Russen buchstäblich Geld wie Heu ausgegeben haben. Aufgrund der Krise in den beiden vergangenen Jahren hat das Goldene Dacherl schon arg Patina angesetzt. Nun will man es, so das Ergebnis des gemeinsamen Touristik-Jahrs, wieder aufpolieren.

„Tirol und das Salzkammergut sind die beliebtesten Reiseziele der Russen in Österreich“, sagt der russische Botschafter in Wien, Dmitrii Ljubinski. Man will es den Russen so kommod wie möglich machen, sagen die Hoteliers und Gastronomen vor Ort. Das Zauberwort heißt „Rail+Fly Austria“, der Schlüssel zum Erfolg sind „Railjets“, so erhofft man sich.

Rückkehr zu goldenen Zeiten

„Das Bundesland Tirol, und somit auch Kitzbühel, sind durch die Fernverkehrsanbindung des Flughafens Wien mit den ÖBB Railjets auch international perfekt erreichbar. Die Railjets starten direkt unter dem Terminal Drei des Vienna International Airports (VIE). Von der Gepäckausgabe und der Ankunftshalle erreichen ÖBB-Kunden den Bahnsteig in wenigen Minuten – und das witterungsgeschützt und barrierefrei“, erläuterte Rene Zumtobel, der Leiter des ÖBB-Regionalmanagements in Tirol laut der Tiroler Tageszeitung.

Vorgesehene Stationen werden im Tiroler Unterland die Bahnhöfe in Kufstein, Wörgl, Jenbach und Innsbruck sein. Von hier aus haben die Railjets Anschlüsse zum ÖBB-Nahverkehr. Stündlich verkehrt ein Anschluss nach Wien ab dem Hauptbahnhof Wörgl. Somit beträgt die Fahrzeit vom Airport Wien bis nach Kitzbühel vier Stunden und 57 Minuten. Hinzu kommt noch der zweieinhalbstündige Flug von Moskau in die Praterstadt.

Zusätzlich bietet die Österreichische Bundesbahn ab dem 29. Dezember noch drei spezielle Direktverbindungen von Wien nach Kitzbühel an. Einen am Freitagabend und zwei am Samstagvormittag, zurück geht es dann am Samstag mit einer Verbindung und am Sonntag mit zwei Verbindungen, wie die Kitzbühel-Tourismus-Präsidentin Signe Reisch erklärt. Mit diesen Angeboten will man die Russen während ihres Neujahrs-Urlaubs in die Perle Tirols locken.

Die Zeichen der Zeit scheinen wieder günstig für das Salzkammergut. Bereits im letzten Winter konnten die Gästezahlen aus Russland um 2,3 Prozent gesteigert werden. Mit der neu geschaffenen Initiative zwischen der ÖBB und Aeroflot sollen es noch mehr werden. Der Railjet wird es richten.

[mb/russland.REISEN]




In Zukunft mit der Transsib von Wladiwostok bis Wien

Bei der Vorstellung des Projekts „Breitspurstrecke Košice–Wien“ erklärte Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried, Österreich sei ein logisches Ziel der Trans-sibirischen Eisenbahn.

Die Trans-sibirischen Eisenbahn erhält durch die Weiterführung der russischen Breitspur von Košice über Bratislava nach Wien eine Anbindung an das Europäische Schienennetz, an das europäische Wasserstraßennetz über die Donau-Schifffahrt und an den Wiener Flughafen.

Mit dem Bau der etwa 400 km langen Strecke könne im Jahr 2023 begonnen werden. Die Verlängerung der Breitspur-Linie mit dem Bau eines Eisenbahn-Terminals wird der österreichischen Wirtschaft einen wichtigen Impuls geben. Jährlich werden über 20.000 Züge auf der Strecke laufen. Die Gesamtkosten der Eisenbahn-Erweiterung und des Umschlag-Bahnhofes werden fast 6,5 Milliarden Euro kosten und etwa 127.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die Sanktionen der europäischen Union gegen Russland werden das Projekt nicht verhindern, denn die EU unterstützt die Eisenbahn-Erweiterung. Die Bahngesellschaften von Österreich, Russland, der Ukraine und der Slowakei haben im Jahr 2009 ein in Wien registriertes Joint-venture zum Zweck der Erweiterung des 1520 mm Spurbahn von Košice nach Bratislava und weiter nach Wien gegründet.

[hmw/russland.NEWS]




Ukraine: Totale Russland-Abschottung [Video]

Als Gipfel einer wahren Abschottungskampagne der Euromaidan-Regierung in Kiews sickerte nun gestern die Information durch, auch den Personen-Zugverkehr nach Russland wolle man unterbrechen.

Mit Repressionen hatte man zuvor nicht gegeizt. Russische Soziale Netzwerke und Suchmachen wurden für Ukrainer gesperrt, russische TV-Sender sind nicht mehr empfangbar und der direkte Flugverkehr existiert schon lange nicht mehr. Als Standardbegründung dient die russische Unterstützung der Donbass-Rebellen – man trifft mit den Maßnahmen jedoch vor allem 1,6 Millionen ukrainische Gastarbeiter in Russland oder die russischsprachige Minderheit im Land, die häufig über russische Netzwerke Email-Accounts und ähnliches nutzt. Auch stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit solcher Maßnahmen mit den Zielen, unter denen der Euromaidan einst 2014 nach eigenem Bekunden angetreten ist. Aus Brüssel oder Berlin – ob Politik oder Presse – dringt derweil zum ukrainischen Abschottungs- und Repressionskurs nur Schweigen.




Projekt Belkomur: Neuer Schienenstrang entwickelt arktische Regionen  

Die ersten Züge könnten schon 2023 auf der Belkomurbahn (Weißes Meer-Komi-Ural) fahren. Das Projekt Belkomur ist eine neue Eisenbahnstrecke, die industriell entwickelte Regionen in Sibirien und im Ural mit Häfen im Norden und Nordwesten Russlands verbindet. Das Projekt wird zu einer effektiven Entwicklung vieler Arktis-Projekte beitragen und die internationale Eisenbahnstrecke durch Russland zwischen dem europäischen Norden und China in Russland erweitern und die Transportswege für Lieferungen aus Sibirien und dem Ural um 800 km verkürzen.

Die Aussichten für die Projektabwicklung von Belkomur wurden in einer erweiterten Sitzung des wirtschaftspolitischen Ausschusses des Föderationsrates erörtert. Das Projekt wird planmäßig gestartet, wenn eine Konzessionsvereinbarung über den Eisenbahnbau Anfang 2018 unterzeichnet wird, sagte Viktor Nowozilow, ein Regionalpolitiker aus Arkhangelsk, nach dem Treffen.

Die chinesische Firma Poly International Holding bestätigte bereits Pläne, bis zu ​​5,5 Milliarden Dollar in das Projekt zu investieren. Die Konzessionsvereinbarung wird voraussichtlich noch 2017 der russischen Regierung vorgelegt.

„Die Projekt-Umsetzung erfordert die Modernisierung und den Bau von Hunderten von Kilometern von Eisenbahnschienen. Das Projekt wird die Entwicklung der wichtigsten Wirtschaftssektoren befördern, einschließlich der Industrien in den Bereichen Chemie, Holz, Transport, Schiffbau, Bau, Energie, Bergbau und der Verarbeitung von Meeresfrüchten“, sagte Nowozilow. „Mehr als 45.000 neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Wenn der Konzessionsvertrag mit dem Investor zu Beginn des nächsten Jahres unterzeichnet wird, werden die ersten Züge bereits im Jahr 2023 auf die Schienen kommen.“

Alexeij Alsufijew, der erste stellvertretende Gouverneur der Region Archangelsk, sagte  der Nachrichtenagentur TASS, dass die strategische Prüfung des Belkomur-Projekts im Jahr 2016 seine makroökonomische Effizienz bestätigt habe. „Diese Effizienz wird steigen, wenn wir das Belkomur-Projekt in dynamischer Verbindung zu allen großen Infrastrukturprojekten in der Region, die in naher Zukunft umgesetzt werden, betrachten. Ich spreche von dem Murmansk-Verkehrsknotenpunkt, der nördlichen Polarkreisbahn und dem Seehafen von Archangelsk“, fügte Alsufijew hinzu.

Belkomur wird die Effektivität von mehr als 100 Unternehmen erhöhen und weitere 40 Unternehmen werden Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Das Projekt soll auch den Abfluss von Arbeitskräften aus den nördlichen Gebieten Russlands stoppen.

Die Region Arkhangelsk wird in der Lage sein, jährlich weitere vier Mio. Kubikmeter Holz zu produzieren, um den Abbau von Erzen und Diamanten zu erhöhen und die Nutzung der Blei- und Zinkvorkommen auf dem Archipel Nowaja Zemlja verbessern.

Die Region Perm hat nur einen Mindestanteil von rund 9,5 Prozent an diesem Projekt, aber Belkomur wird dieser Region zusätzliche Chancen eröffnen, die Holzindustrie zu entwickeln und die Produktion von Kalk und anderen Baustoffen zu erhöhen. Die neue Eisenbahn wird auch das Transportproblem von bis zu zehn Millionen Tonnen Kaliumdünger jährlich aus dem Solikamsk-Becken lösen.

Belkomur wird es der Komi-Republik ermöglichen, die Holzproduktion zu erhöhen und die Exploration von großen Ablagerungen von Bauxit und Titanerzen zu erleichtern. „Die Region und andere Projekte im Osten können potenziell mit Belkomur verbunden werden“, sagte Nikolai Gerasimow, stellvertretender Chef der Komi-Regierung. „Ich spreche von der Entwicklung der Ölförderung und der Gründung von Unternehmen im Gas- und  Bergbausektor.“

Er sagte, die Republik habe immer die Umsetzung dieses Projekts befürwortet. „Die Projekte verknüpfen nicht nur Regionen, den Norden und Süden, Europa und Asien, sondern sie schaffen auch neue Perspektiven für abgelegene Gebiete. Die Position der Komi-Republik ist einfach und klar. Wir wollen, dass dieses Projekt für die Entwicklung unserer Region umgesetzt wird“, sagte der Beamte.

Auf regionaler Ebene wird das Projekt Belkomur die industrielle und sozial-ökonomische Entwicklung in Komi, Perm, Archangelsk, Murmansk und anderen Randregionen fördern. Wenn die Strecke umgesetzt wird, werden weitere 39 Investitionsprojekte den nordwestlichen Teil Russlands weiterentwickeln und mehr als 720 Milliarden Rubel (fast 13 Milliarden Dollar) aus privaten Investitionen anziehen und 28.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die jährliche Transportkapazität der neuen Eisenbahn wird 35 Millionen Tonnen betragen.

Kohle, Mineraldünger, Öl, Holz, Erze, Baustoffe und Container werden zu den Küsten an der Nord-Ost-Route gebracht: zu den Häfen von Murmansk, Archangelsk, Belomorsk und später auch nach Sabetta. Die Finanzierung des Eisenbahnbaus wird 260 Milliarden Rubel ($ 4,5 Milliarden) übersteigen.

[hub/russland.NEWS]




Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn

Die Transsibirische Eisenbahn ist eine der längsten Bahnstrecken der Welt. Was viele nicht wissen, im Grunde führt die Transsibirische Eisenbahn nur durch Russland, ein Sonderzug ermöglicht jedoch die Weiterfahrt auf der Transmongolischen Eisenbahn. So können Sie von Russland durch die Mongolei bis nach China reisen.

Wissenswertes zur Transsibirischen Eisenbahn

Der Streckenausbau der Transsibirischen Eisenbahn begann im Jahre 1891. Nach 25 Jahren- im Jahre 1916 –  wurde die Strecke dann fertiggestellt und ist seitdem eines der beliebtesten Reiseerlebnisse, die mit Russland zu tun haben. Die Transsibirische Eisenbahn, auch kurz „Transsib“ genannt, feierte im Jahr 2016  ihren 100. Geburtstag. Der mit 9.288 km weltweit längste Schienenstrang führt von Moskau, der russischen Hauptstadt im Westen des Landes, bis in den fernen Osten des Landes. Dort erreicht die Transsib dann die am pazifischen Ozean gelegene Hafenstadt Wladiwostock.

Von Moskau nach Peking

Bei einer Fahrt mit der Transsib von Moskau bis Peking werden Sie kurz hinter Ulan Ude auf die transmongolische Eisenbahnstrecke umgeleitet. In Russland ist die Transsibirische Eisenbahn für den internationalen Reiseverkehr von immenser Bedeutung. In den meisten Städten, die an der Transsibirischen Magistrale liegen, bildet die Transsib die zentrale Verkehrsachse, für Reisen durch das große Land. Weitere  Infos  und passende Angebote zu Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn finden Sie auf der Seite des Reiseveranstalters König Tours.

Infos:
Weitere Infos zur Transsibirischen Eisenbahn >>>

Angebote:
10 Tage Transsibirische Eisenbahnfahrt von Moskau nach Irkutsk >>>

9 Tage Transsibirische Eisenbahn – von Moskau nach Irkutsk >>>




Jekaterinburg-Epilog: 20 Stunden südwärts

Als Abschluss unseres kleinen Jekaterinburg-Reiseblogs eine echte Empfehlung: Wer zum Beispiel per Transsib hierher kommt, soll sich nicht mit einem Tag Aufenthalt begnügen. Denn Jekaterinburg hat mehr zu bieten – unser Blog hat ein paar Beispiele beleuchtet, aber längst nicht alle.

Steppe statt Transsib

Wobei der Autor dieser Zeilen – obwohl bekennender Russlandfan – Transsib-Urlauber wohl nie verstehen wird. Gerade befinden wir uns selbst seit längerem wieder einmal in einem russischen Langstreckenzug – allerdings nicht weiter nach Osten, wie die meisten Touristen, sondern südwärts östlich am Ural entlang bis kurz vor die kasachische Grenze – 20 Stunden Fahrt. Orenburg ist das Ziel der Bahn. Die endlosen russischen Birkenwälder sind die gleichen wie in Westsibirien, bevor sich kurz vor dem Ziel der Anfang der mittelasiatischen Grassteppe auftut.

Zugfahrten mit Unterschied

Bei Transsib-Reisen hat man die Wahl zwischen den extrem luxuriösen Touristenzügen – für einen sehr stolzen Preis und ohne echten Kontakt zum Land. Oder man fährt wie wir mit ganz normalen Bahnen – wobei sie noch am ehesten deutschen Schlafwagenzügen gleichen. Hier ist der Preis billig, aber die Qualität sehr unterschiedlich. Wir haben eine Zugausgabe ohne Klimaanlage und mit eher schlechten Ruf in der Onlinebewertung des Runet erwischt. Ja, solche Bewertungsportale gibt es natürlich auch in Russland – man tauscht sich aus über Ausstattung und Restaurantqualitäten. Und dieser Uralexpress schneidet bei beidem eher mau ab – für Sommerreisen können auch wir ihn – aktuell stark schwitzend – nicht empfehlen. An den Bahnhöfen größerer Städte hält er längere Zeit und sofort stürzen die meisten Reisenden auf die Bahnsteige, sich mit Getränken und Eis versorgend, die dort überall angepriesen werden. Das Zugrestaurant, vor dem uns von Mitreisenden gewarnt wird,  suchen wir dann gar nicht erst auf, sondern setzen auf russische Selbstversorgung.

Abschied von Jekaterinburg

Die letzten Stunden in Jekaterinburg waren ohne nennenswerte Ereignisse. Unsere über Airbnb gebuchte Unterkunft – eine klimatisierte Ferienwohnung – war erstklassig ausgestattet, nur der Vermieter war nicht sonderlich zuverlässig und auch zur verabredeten Abreisezeit (wie schon bei der Ankunft) einfach nicht da. Dafür aber unsere einheimischen Bekannten, die uns wie selbstverständlich zum Bahnhof gebracht haben, obwohl unsere letzte Begegnung mit ihnen vor fünf Jahren war. Für solche Gelegenheiten hat man in Russland immer ein paar Dankesgeschenke im Koffer. Vorgestern abends waren wir bei ihnen zu Gast gewesen, neben viel gutem Essen gab es besorgte Gespräche über die deutsch-russische Politik und die jüngsten ernsten Zwischenfälle auf der Krim. Auch die Flüchtlingskrise in Deutschland interessiert die Russen – ihr eigenes Bild davon ist natürlich von ihren Medien geprägt – aber unseres ist es ja auch.

Ein verpasster Steinmeier

Schade, dass wir gerade jetzt fahren, denn am Montag kommt in der Uralmetropole Außenminister Steinmeier an. Im Netz ist zu lesen, vor allem wegen der ernsten Spannungen zwischen der Ukraine und Russland im Moment.  Normalerweise ist es immer witzig, aus dem russischen Umfeld heraus solche deutschen Events zu beobachten, Politiker wie die schnell eingeflogenen deutschen Journalisten, die mir manchmal nie in Russland wirklich angekommen erscheinen, einer für sie puren Sprosse auf ihrer Karriereleiter. Doch aktuell kann einem bei der Politik und vielen Journalisten in Deutschland wie in Russland ja allgemein das Lachen vergehen.

Endstation Kurort

Wir schaukeln derweil gen Orenburg – wieder einmal eine Stadt an der Kontinentalgrenze. Sol-Ilezk, noch ein Stück südlich davon und 50 Kilometer vor Kasachstan wird unser endgültiger Zielpunkt sein – aber dorthin werden wir mit dem Auto abgeholt. Es ist ein überregional in Russland sehr bekannter Kurort, in dem wir 2007 zu Beginn des dortigen Massentourismus das erste russland.TV-Video gedreht haben und noch zwei danach – wer also etwas darüber wissen will, wird in unserem YouTube-Channel fündig. Auch zahlreiche andere Zuggäste sind nach dort unterwegs und lärmende Marschrutkafahrer sammeln die Kurgäste und Badetouristen am Orenburger Bahnhof ein. Hier schließt sich der Kreis und endet unser Reiseblog, aber unsere Reise noch nicht. Unsere Kollegen, die auf Dauer hier leben und sich nicht einfliegen lassen müssen, übernehmen wieder.

Der gesamte Jektarinburg-Reiseblog bei russland.NEWS




Russlanddeutsch – wo sind die Wurzeln?

[Hanns-Martin Wietek] Alles fing am 22. Juli 1763 – vor etwas mehr als 250 Jahren – an, als Zarin Katharina die Große, geborene Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst,  ihr historisches Einladungsmanifest unterzeichnete. Sie suchte fleißige Bauern, die die menschenleeren Weiten Russland besiedeln sollten. Nicht zufällig fiel ihr Blick auf ihre alte Heimat Deutschland.

Dort lebten viele Bauern in trostloser Armut und Abhängigkeit und sie versprach diesen, verzweifelten deutschen Bauern in Russland Privilegien: Religionsfreiheit, Selbstverwaltung, Befreiung vom Militärdienst und Steuervorteile. Für viele klang das nach einer Art Paradies. Und sie kamen zu Hunderttausenden, gründeten Dorfgemeinschaften, arbeiteten und hatten Erfolg.

Nach etwa 150 Jahren, vor dem Ersten Weltkrieg, begann das Paradies unparadiesisch zu werden: die bisher stets erneuerten Glaubens-, Steuer- und Rechtsprivilegien wurden nicht mehr erneuert. Zur reinsten Hölle wurde für die Russlanddeutschen die Deportation in den asiatisch-sibirischen Raum, die Stalin nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion anordnete und wo sie in der »Arbeitsarmee« ein unsägliches Dasein in militarisierter Zwangsarbeit zu fristen hatten.

Durch Chruschtschow wurden sie zwar rehabilitiert, in ihre ursprünglichen Siedlungsgebiete konnten sie jedoch nicht zurück, denn dort saßen in der Zwischenzeit andere.
Im Jahr 1978 durften die ersten Russlanddeutschen ausreisen – viele von ihnen hatten ihre Anträge schon 22 Jahre zuvor gestellt.

1990 lebten etwa 2,5 Millionen Deutschstämmige in der Sowjetunion. Die Nationalitätenpolitik Gorbatschows und die Hoffnung auf eine neue Republik der Deutschen an der Wolga ließen den Strom der Aussiedler indes nicht versiegen: 1988 verließen 52.000 Russlanddeutsche die UdSSR, 1989 waren es bereits rund 100.000.

In Sibirien leben heute noch 350.000 Russlanddeutsche. Am 1. Juli 1991 gründeten sie erneut den 1938 aufgelösten deutschen Nationalkreis Halbstadt (Nekrassowo) im Altaigebirge und am 18. Februar 1992 den Nationalkreis Asowo bei Omsk. Nur in der Region Altai und im Gebiet Nowosibirsk sind sie noch eine nennenswerte Minderheit.
In diesen deutschen Nationalkreisen sammelten sich viele Deutsche, um ein neues Leben zu beginnen und sie wurden sowohl vom russischen Staat als auch der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Viele betrachten diese Rayons jedoch auch als eine Absprungbasis nach Deutschland.
Ein Rayon ist im Russischen ein Gebiet in einem Oblast etwa einem Landkreis im Deutschen vergleichbar und  Nationalrayon bedeutet, dass der Rayon für Menschen einer bestimmten nationalen Herkunft eingerichtet wurde und besonders hinsichtlich Kultur und Sprache bestimmte Sondergesetze gelten.

Und nachdem Jelzin die ursprüngliche Zusage, erneut eine selbstständige deutsche Wolgarepublik zu gründen, nicht einhielt, gab es kein Halten mehr. Bis heute sind mehr als zwei Millionen Russlanddeutsche ausgewandert. Angesichts der demografischen Entwicklung in Russland will Putin so viele wie möglich nun zurückholen.

Und wenn man den Worten von Dmitrij Rempel, dem Vorsitzenden der Partei der Übersiedler nach Deutschland „Einheit“ glauben darf, scheint dies gar nicht so unwahrscheinlich zu sein. In einer Rundfunksendung auf der Krim sagte er:

„Nach unseren Einschätzungen zeigen bis zu 500.000 Menschen Interesse und sind auch bereit, in die Russischen Föderation auszuwandern. Diese Zahl ist allerdings nur eine Hochrechnung, da es keine genauen statistischen Daten gibt. Ein Teil dieser Menschen verlässt Deutschland recht chaotisch, sucht sich [in Russland] selbständig einen Wohnort und wird mit bestimmten Problemen beim Erhalten der Aufenthaltsgenehmigung und bei der Krankenversicherung konfrontiert. Wenn es ein komplexes Zielprogramm für die Integration  dieser Heimkehrer gäbe, käme die Zahl der Ausreisewilligen an jene Zahlen heran, die wir genannt haben. Die äußerst schwierige Situation um die Flüchtlinge, aber auch wirtschaftliche Schwierigkeiten und misslungene Einbindung in die Gesellschaft veranlassen die Menschen, sich irgendwelche neuen Länder zu suchen, wohin sie auswandern könnten. Und da sie die Sprache, die Kultur und die Traditionen kennen, ist Russland das attraktivste Land für eine Übersiedlung.“

Auf ihrer politischen Bildungsreise waren auch das Deutsche Nationalrayon Asowo und Alexandrowka, das älteste deutsche Dorf in Sibirien, ein Ziel der Wissenshungrigen (russland.news berichtete über Programm und Intention der Reise ).

Am 13. Oktober 1991 wurde in den Dörfern, die heute den Nationalrayon Asowo bilden, ein Referendum zu dessen Gründung abgehalten. Bei einer Beteiligung von 71 % stimmten 82,7 % für die Gründung, die daraufhin am 18. Dezember 1991 vom Rat der Volksdeputierten des Oblast Omsk beschlossen wurde. Der Rayon entstand am 17. Februar 1992 auf Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Russischen Föderation. Dazu gehörten 29 Siedlungsorte, in 16 von ihnen lebte damals überwiegend eine deutschstämmige Bevölkerung. Viele von ihnen haben den Nationalrayon inzwischen in Richtung Deutschland verlassen.

Und Alexandrowka ist das älteste deutsche Dorf in Sibirien, gegründet 1893 von lutherischen Kolonisten aus den Gouvernements Saratow und Samara. Bereits am 20. Oktober 1894 wurde eine Verordnung der Gebietsverwaltung Akmola für Bildungswesen über die Einrichtung der Dorfverwaltung in Alexandrowka verabschiedet.

In beiden Dörfern wurden wir – auch ich gehörte zu den Wissenshungrigen – mit vielen Zahlen und Fakten über Geschichte und Bedeutung der Orte aufgeklärt. Eine Aussage von Bedeutung war, dass heute in dem ehemals von Russlanddeutschen dominierten Gebiet nur noch 20 bis 30 Prozent Deutschstämmige leben, dass die Zahl der Ausreisewilligen abgenommen hat und es jetzt auch vereinzelt Rückkehrer aus Deutschland gibt.

In Asowo besichtigten wir eine kleine Brauerei, die nach dem deutschen Reinheitsgebot mit modernster Technik ein köstliches Bier und ebenso köstlichen Kwas (aus vergorenem Brot gewonnenes nicht-alkoholisches Nationalgetränk, das es in den Städten früher an jeder Straßenecke zu kaufen gab) braut.

In Alexandrowka bekamen wir ein Konzert geboten, in dem Frauen und Kinder des Dorfes deutsche Schlager als Zeichen deutscher Kultur sangen. Und nach Würdigung des örtlichen Museums fuhren wir zu einem Platz auf dem kräftig gefeiert wurde – Alexandrowka feierte mit viel ausgelassenem Gesang Geburtstag. Die deutschen Schlager im Kulturhaus und die lustigen russischen Lieder auf dem Dorfplatz hatten nicht viel gemein – allein das Lied „Heimat“ wurde von beiden mit der gleichen Inbrunst gesungen – wobei nicht ganz klar wurde, welche Heimat sie meinten – die russische, die sie kennen, oder die unbekannte deutsche.

Und es gab noch eine Überraschung:

Da stand ein junger Mann, auf seinen Fahrradlenker gestützt, am staubigen Straßenrand und betrachtet das Treiben der Wissenshungrigen von der Rosa Luxemburg Stiftung.

Der junge Mann sprach fließend fast akzentfrei Deutsch, er ist ein Russlanddeutscher, ein Heimkehrer aus Hessen. Nach zehn Jahren Deutschland zog es ihn trotz guter Ausbildung und Arbeit wieder zurück. Für ihn ist Heimat etwas anderes als für die noch immer in Russland lebenden Russland- oder Wolgadeutschen oder die in den 90er Jahren in das goldene Deutschland „Zurückgekehrten“.

Wir waren fasziniert:
Wir sind zwar in einem Dorf im Deutschen Nationalrayon, aber hier leben auch nur noch 20 Prozent Deutsche – Russlanddeutsche. Und das sind Deutsche einer anderen Art – ihr Bild von Deutschland und vom Deutsch-Sein entspricht nicht dem unsrigen.
Und dann plötzlich ein Gesprächspartner, der beide Seiten kennt und sich klar entschieden hat. Wie Ausgehungerte stürzten wir uns auf den jungen Mann und quetschten ihn aus, um zu verstehen – denn dazu waren wir gekommen .




„Höchste Zeit für Volksdiplomatie“

Förderung von politischer Bildung und Wissenschaft, Kunst und Kultur sowie die internationale Verständigung hat sich die Rosa Luxemburg Stiftung auf die Fahne geschrieben.

Die nach der Politikerin und Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung Rosa Luxemburg benannte Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in Deutschland und fühlt sich – ganz wie ihre Namensgeberin – dem demokratischen Sozialismus verpflichtet.

Nachdem in den letzten Jahren immer deutlicher geworden ist – und jüngste Umfragen bestätigen dies in teilweise erschreckendem Ausmaß –, dass die politischen Vorstellungen der Bürger und die Handlungen der Politiker immer weiter auseinanderklaffen – was besonders bei den Beziehungen zu Russland deutlich wird – steuert die Stiftung, ganz gemäß ihrer selbst gestellten Verpflichtung „Förderung von politischer Bildung“, gegen.

Um politisch und gesellschaftlich aktiv werden zu können, bedarf es der ungefilterten Informationen und Wissens – und das nicht aus zweiter oder gar dritter Hand. Die beste und sicherste Möglichkeit, an dieses Wissen zu kommen, ist immer noch, an die Quelle zu gehen und vor Ort sich selbst ein Bild zu machen.

Genau das macht die Rosa Luxemburg Stiftung mit Ihrer „Reise zu den Feinden“.
Eine Schar Wissenshungriger wird einige beispielhafte Punkte des Riesenreiches besuchen. Touristische Ziele sind Omsk, die Hauptstadt des gleichnamigen Oblast in Südwestsibirien; bei Omsk, die so viel besungene Taiga; Kasan, die tatarischste aller russischen Städte; Pensa, fast eine „Kleinstadt“ (nach russischen Verhältnissen) mit einer halben Million Einwohner im europäischen Teil Russlands als Beispiel einer „Nicht-Metropolen-Stadt“ und natürlich das riesige, in vielen Facetten schimmernde Moskau mit seinen 16 Millionen Einwohnern, ein Staat im Staate, ein Moloch, der niemanden gleichgültig lässt – sei es im angenehmen oder abstoßenden Sinn –, das heutige und historische Zentrum Russlands.
Die legendäre „Transsib“ wird für den „Transport“ sorgen.

Natürlich werden im Sinn des demokratischen Sozialismus wichtige Städte und Stätten wie der »Deutsche Nationalrajon Asowo« und das Museum »Nationalkomitee freies Deutschland« in Krasnogorsk nicht ausgelassen.

Aber die Gruppe ist nicht nur als Betrachter unterwegs. In allen Städten hat die Stiftung Diskussionsrunden und Vorträge organsiert, in denen auf russischer Seite kompetente Partner zur Verfügung stehen.

(Hanns-Martin Wietek/russland.news)