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Kategorie: Motorsport - russland.NEWS - russland.TV

Formel-1 fährt bis 2025 in Sotschi

Die Organisatoren haben sich mit den Finanziers des Formel-1-Rennens im südrussischen Sotschi auf eine Verlängerung des Vertrages bis ins Jahr 2025 geeinigt. Somit steht dem Motorsport-Event am Schwarzen Meer künftig nichts mehr im Wege.

Nachdem die staatliche Unterstützung für den „Grand Prix Russia“ gestrichen worden war, mussten zahlungskräftige Sponsoren gefunden werden, um die im eigenen Land hervorragend angenommene Rennsport-Veranstaltung weiterführen zu können. Wie Russlands Vize-Präsident Dmitri Kozak im Februar verkündete, haben sich zehn private Geldgeber zu einer Investoren-Gruppe zusammengeschlossen, um die jährlich anfallenden Kosten für das Rennen zu decken. Der Vertrag über die Durchführung des Formel-1-Rennens in Sotschi wurde noch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir und der Veranstalter-Legende der Formel-1, Bernie Ecclestone, bis ins Jahr 2020 festgeschrieben.

Nun sei eine Einigung darüber hinaus bis ins Jahr 2025 vereinbart worden, hieß es aus den Reihen von Liberty Media, des offiziellen Formel-1-Vermarkters. Es sei eine komplexe Vereinbarung, die auch einen Promoter-Vertrag beinhalte, sagte Sergej Worobyow, der Grand Prix-Promoter Russlands gegenüber Motorwelt.com, dem Fachorgan des Automobil-Rennsports. „Am wichtigsten ist für uns der Titelsponsor. Zudem arbeiten wir mit dem Formel-1-Vorsitzenden Chase Cary und seinem Team an weiteren Einzelheiten, die ich aber noch nicht verraten darf. Wir werden sie aber alsbald verkünden“, hüllt sich Worobyow zu den Details des Vertrags vorerst in Schweigen.

Nachtrennen mit lokaler Unterstützung

Ebenso bekräftigte Sergej Worobyow seine Ambitionen, ein Nachtrennen in Sotschi durchzuführen. Dies, so sagte er, hinge davon ab, ob russische Firmen den infrastrukturellen Aufwand bewältigen könnten. Die Möglichkeit eines Nachtrennens bestünde in seinen Augen, „wenn wir einen signifikanten Betrag an Geld investieren und sechs bis sieben Monate an Vorbereitung auf uns nehmen würden. Wir könnten es mit einem unserer Lieferanten schaffen, der solche Projekte schon in Abu Dhabi, Bahrain und Singapur durchgeführt hat“.  Der, unmittelbar nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi in dasselbe Gelände integrierte Kurs wäre durchaus prädestiniert für ein solches Vorhaben.

Zudem laute die Vision der russischen Formel-1-Veranstalter, nahezu ausnahmslos lokale Unternehmen zu nutzen. „Daher bereiten wir gerade die Sichtung von russischen Unternehmen vor, die die Konstruktionen, das Licht und den elektrischen Service für ein Nachtrennen in Sotschi anbieten und dabei die Regeln des Automobil-Weltverbandes (FIA) und der Formel-1-Gruppe einhalten können“, so Worobyow. Schließlich wolle man erreichen, dass alles von regionalen Unternehmen durchgeführt werde. Es klingt daher geradezu pathetisch, wenn der russische Grand Prix-Promoter zum Abschluss resümiert: „Alles hat mit Bernie Ecclestone begonnen und wurde nun mit Chase und seinem Team zum Abschluss gebracht.“

[mb/russland.RU]




Kein Geld vom Staat für Formel-1

Im russischen Haushaltsplan sind künftig die Extraausgaben für den Weltmeisterschaftslauf der Formel-1 in Sotschi gestrichen. Das Fortbestehen des „Russland-Grand Prix“ liegt nun in den Händen einer privaten Investoren-Gruppe.

Es war nur eines von vielen ehrgeizigen Projekten des Wladimir Putin, die Formel-1 nach Russland zu bringen. Kaum waren die Olympischen Winterspiele 2014 im südrussischen Sotschi zu Ende gegangen, begannen fieberhaft die Arbeiten an einem Formel-1 tauglichen Kurs auf dem selben Areal. Noch im gleichen Jahr durfte sich bereits Lewis Hamilton als Gewinner auf dem Siegertreppchen mit Champagner vollspritzen lassen. Unter den Fahrern ist man sich inzwischen einig, sie beschreiben aus ihrer Sicht die WM-Strecke als anspruchsvoll und gelungen. Kniffelige enge Kurvenfolgen gepaart mit Geraden, auf denen sie ihre Boliden bei Spitzengeschwindigkeiten ausfahren können – das ist es, was die Zuschauer lieben.

Jedoch, die Weiterführung des vom Publikum begeistert auf- und angenommenen und bis ins Jahr 2020 per Vertrag an die Formel-1 gebundenen WM-Laufs, steht nun auf tönernen Füßen. Moskau hat die Gelder der staatliche Unterstützung für das Prestigeobjekt kürzlich gestrichen. Nun müssen private Mittel aufgebracht werden, um die jährlich anfallende Ausrichtungsgebühr zu gewährleisten. Laut Russlands Vize-Präsident Dmitri Kozak hätten sich aber bereits interessierte Sponsoren für die Kostenübernahme gefunden. Darunter sollen sich unter anderem der Mineralölriese „Lukoil“, das Finanzinstitut „VTB“ und der Aluminium-Riese „Rusal“ befinden. Insgesamt seien es etwa zehn private Geldgeber, bestätigte Kozak gegenüber der russischen Nachrichtenagentur „Rambler“.

Besagter Vertrag über den Zeitraum bis 2020 wurde seinerzeit noch vom damaligen Formel-1-Imressario Bernie Ecclestone mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgehandelt. „Russland ist ein wichtiges Land und wir werden so lange hier fahren, wie es Herr Putin will. Vergesst Verträge, solange er einen WM-Lauf will, wird der Russland-GP bleiben“, sprach Ecclestone marktschreierisch sein Machtwort noch im vergangenen Jahr unter Berufung auf die Freundschaft mit dem Präsidenten. Nun jedoch müssen die neuen F1-Großaktionäre von „Liberty Media“ überzeugt werden.

Aber es sind nicht nur die Finanziers des Rennens, die nun dafür verantwortlich sind, den Grand-Prix-Lauf in Sotschi auch über das Jahr 2020 hinaus sichern wollen. So wird unter anderem bereits seit längerem über ein Nachtrennen diskutiert, um den Event noch attraktiver zu gestalten. Auch Alexander Saurin, der Vize-Gouverneur der Region Krasnodar, zu dessen Verwaltungsbezirk Sotschi gehört, will seinen Teil dazu beitragen. „Unser nächster Schritt wird die Verlängerung des Formel-1-Vertrags sein!“ verkündete Saurin mit dem Brustton der Überzeugung schon im Rennjahr 2015. So wie es aussieht, dürfte demnach einer Zukunft mit einem „Großen Preis von Russland“ nichts mehr im Wege stehen.

[mb/russland.RU]




DTM zieht ihre Kreise in Moskau nicht umsonst

Während sich die Königsklasse des Rennsports, die Formel-1, mittlerweile nach Sotschi verzogen hat, halten die Tourenwagen bisher noch an Moskau fest. Die Rennstrecke ist bekannt dafür, dass mit harten Bandagen gekämpft wird und die Zuschauer jede Menge Spektakel zu sehen bekommen. Am Wochenende wurden die Motoren aufs Neue gestartet.

Der „Moscow Raceway“ in Wolokolamsk, 80 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt, war der Schauplatz des Eröffnungsrennens nach der Sommerpause. Der Kurs ist bei den Zuschauern, als auch bei den Rennteams und den Fahrern gleichermaßen beliebt. Im vierten Jahr in Folge kämpften die 24 DTM-Piloten auf dem 3.931 Kilometer langen, hochmodernen Kurs um Siege und Punkte. „Der Moscow Raceway ist eine schöne Strecke, zu der wir gerne fahren“, sagt Dieter Gass, DTM-Leiter bei Audi. „Wir haben dort schon sehr gute Rennen gesehen und ich glaube, den Fahrern macht der Kurs auch viel Spaß.“

Heiß umkämpfter KFZ-Markt

Ins gleiche Horn stößt auch der BMW Motorsport-Direktor Jens Marquardt: „Ich hoffe, dass wir unsere gute Performance der vergangenen Jahre auch jetzt wieder zeigen können“, sagt er. „Das Gesamtpaket in Moskau gefällt mir grundsätzlich sehr gut. Die Strecke ist toll und die Zuschauer sind sehr interessiert.“ Und auch der Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz ist gespannt, wie sein Team in diesem Jahr dort zurechtkommen wird. Prognosen seien, gerade mit Blick auf die bisherige Saison, unmöglich. Ein bisschen klingt das wie bewusstes Understatement.

Denn, alle drei Hersteller konnten auf dem Moscow Raceway bereits gewinnen. Audi feierte zwei, BMW und Mercedes-AMG jeweils einen Sieg. Diese Ausgeglichenheit unter den Markenfabrikaten ist zugleich ein Spiegelbild der aktuellen Beliebtheit der Fahrzeughersteller auf dem russischen Automobilmarkt und deren Verkaufszahlen. Um nichts anderes geht es im Wesentlichen bei dem Rennzirkus der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Während in der Formel-1 die Motoren- und Reifenhersteller den Ton, und damit auch das Geld, vorgegeben, misst sich die DTM am gesamten Modell.

Lukrativ trotz Krise

Trotz der beschwerlichen Logistik, die der Tross um Pferdestärken und Hubräume bei der Reise nach Moskau zu bewältigen hat, immerhin die östlichste der DTM-Saison, verspricht die Tourstation wirtschaftliche Lukrativität. „Für mich persönlich ist es nicht so wichtig, ein Rennen in Russland zu haben. Die ITR hat gesagt, es sei das Beste für die Hersteller“, meint Audi-Titelkandidat Jamie Green. Die ITR, der Verein für Internationale Tourenwagen Rennen, der die komplette Rennserie unter seinen Fittichen hat und dementsprechend vermarktet, weiß von was sie redet.

Auch wenn der russische Fahrzeugmarkt für die deutschen Automobilhersteller mittlerweile weniger attraktiv geworden ist, 2015 brach der Absatz um 35,7 Prozent ein, im ersten Halbjahr 2016 ging dort die Zahl der Neuzulassungen um weitere 14,1 Prozent zurück, hofft man wieder auf bessere Zeiten. Auch wenn man sich bei der ITR betont aus politischen Angelegenheiten heraushält, das wirtschaftliche Embargo und die damit verbundene Krise beim Verbraucher sind auch hier spürbar.

Dennoch sei es so, dass der DTM-Wanderzirkus dort immer freundlich und interessiert empfangen wurde. „Wir fahren gern dorthin. Es ist eine tolle Strecke, es kommt ein gutes Publikum und wir sehen dort auch spannende Rennen. Für die DTM ist es somit einer der interessanteren Orte“, gibt sich Gass zu dem vierten Auftritt der DTM in Moskau zuversichtlich. Immerhin bekommen auch die Zuschauer ihr Event-Rundumpaket geboten.

Sieger und Gewinner

Zur Einstimmung fährt die nordeuropäische Formel-4 ihre Konkurrenz, eine Porsche 911- Classic Parade gibt sich die Ehre und beim obligatorischen Rundgang durch das Fahrerlager gibt es Autogramme. Und natürlich gibt es auch viel Schnickschnack rund um den Automobilrennsport zu kaufen – die Vermarktung, und somit auch ein Teil der Refinanzierung, funktioniert, trotz Krise, perfekt in Moskau.

Der Moscow Raceway präsentiert sich als moderner Kurs über 40 Runden, der bei den Fahrern durch die Bank beliebt ist. Er bietet mit einer langen Geraden sowie schnellen und langsamen Kurven einen guten Mix an Herausforderungen für die Piloten. Bei Temperaturen von leicht über 20 Grad Celsius und durchwachsenem Himmel, die Vorläufe um die Qualifikation mussten am Vortag noch wegen starker Regenfälle unterbrochen werden, sprach vorerst noch alles für die Mercedes-Teams.

Die Nase vorn hatten am Ende allerdings dann doch die Bayrischen Motorenwerke, die mit drei verschiedenen Teams die ersten vier Plätze nach dem Rennen belegten. Die Pokale für die stolzen Gewinner überreichte Witali Petrow, der russische Automobil-Rennfahrer, der von 2014 bis 2015 selbst in der DTM vertreten war, dort jedoch nie Fuß fassen konnte.

Jens Marquardt, der BMW-Motorsportchef indes zeigt sich zufrieden: „Die Sommerpause hat der gesamten Mannschaft gut getan und geholfen, die Batterien für die zweite Saisonhälfte wieder voll aufzuladen.“ Nun muss man nur noch sehen, ob sich der Absatz von BMW-Fahrzeugen in Russland dadurch wieder steigern lässt.

[mb/russland.RU]

 

 




Formel 1: „The speed is higher in the land of fire“

[Von Michael Barth] – Stellen Sie sich vor, Sie würden mit dem Auto durch eine malerische Altstadt fahren. Schmale Straßen, gesäumt von frischen grünen Bäumen. Entlang an bürgerlichen Kleinpalästen aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts, einer trutzigen Zitadelle aus vergangenen Zeiten und die Sonne scheint dazu. Herrlich sagen Sie? Ja, das finden wir auch.

Szenenwechsel: Die gleiche Altstadt, die selben frisch grün gesäumten engen Straßen, die kleinen neugotischen Paläste und immer noch dieses unverschämt herrliche Wetter. Aber Sie haben das Auto getauscht. Jetzt sitzen Sie in einem Formel 1-Boliden mit 700 Pferdestärken gebündelt auf 2,4 Litern Hubraum und brettern mit dieser Rakete unter dem Hintern mit 378 (!) Stundenkilometern durch Baku. Du lieber Himmel, der Wahnsinn sagen Sie? Oh ja, das sagen wir allerdings auch!

Aserbaidschan, Land der Feueranbeter

Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans am Südrand des Kaukasus-Gebirges mit Zugang zur Kaspischen See, und seit dem 12. Jahrhundert Kapitale. Schon die Zoroastrier, diese legendäre Religionsgemeinschaft der „Feueranbeter“ wusste vor Jahrtausenden um die besonderen Bodenschätze der Region. Für sie waren es die heiligen Feuer aus den Steinen, die niemals erloschen. Moderne Geologen nennen dieses Phänomen wissenschaftlich nüchtern – Erdöl. Das „Schwarze Gold“ war es, das Aserbaidschan Ende des 19. Jahrhunderts einen neuerlichen Boom bescherte.

Heute leben in Baku rund zwei Millionen Einwohner. Von 1856 bis 1910 wuchs Baku schneller als London, Paris oder New York und war Standort für das führende Unternehmen auf dem Erdöl-Weltmarkt. Bis 1901 lieferte Baku die Hälfte des weltweit benötigten Rohstoffs. 1917, nach der Revolution der Bolschewiken war Schluss mit der Herrlichkeit. Der Boom war vorüber, die Ölquellen fest in staatlicher Hand. Erst ab 1991 sollte Aserbaidschan wieder von sich Reden machen. Die dort ansässigen Armenier wurden verfolgt, der islamischen Aktivismus blühte. Das führte am Ende auch zu dem heute noch immer wieder auflodernden Konflikt um die Region Berg-Karabach, die beide Länder voneinander trennt.

Seit kurzem macht Baku erneut von sich reden. Eine Rennstrecke wurde integriert und seit dem Wochenende darf sich die Stadt in den erlauchten Kreis des Forme 1-Zirkus einreihen. Der deutsche Streckendesigner Herrmann Tilke entwarf einen attraktiven Stadtkurs, den Baku City Circuit (auf ArmenischBakı Şəhər Halqası), der sich mitten durch die historische Altstadt entlang vieler Sehenswürdigkeiten zieht. Sechs Kilometer lang, mit 20 Kurven gewürzt, bietet der interessante Parcours den 28.000 Zuschauern – es ist die kleinste Formel-1-Bahn aller Zeiten – allerhand Spektakuläres. Den Piloten ringt die Strecke jedoch das Letzte ab. In Fachkreisen hat er bereits den Beinamen „Männerkurs“ weg.

Aserbaidschan, Land des Erdöls

Bei der Attraktivität dürfte der Kurs in Baku schon bald Monte Carlo abgelöst haben. Enge Kurven und an der schmälsten Engstelle nur noch knapp sieben Meter breit, äußerten die Fahrer vor der Premiere unisono ihre Bedenken ob der Sicherheit. Laut Streckenkonstrukteur sei die Strecke genauso sicher wie alle anderen auch. Die Einschätzung der Hauptakteure differiert gewaltig zu dieser Meinung. Zumal die Piste unglaublich schnell ist. Nicht umsonst prägte man als Slogan für diesen Event den markigen Satz: „The speed is higher in the land of fire“.

Jenson Button wirkte bei der Medienrunde am Donnerstag noch sichtlich besorgt. Nichtsdestotrotz fuhr er hier in Baku mit 378 Stundenkilometern die höchste Geschwindigkeit, die jemals auf einem Formel 1-Kurs erreicht wurde. Auch Nico Rosberg teilte die Bedenken. Seiner Meinung nach gäbe es auf dem engen Kurs zu wenig Auslaufzonen. Vor Kurve 15 fährst du direkt auf eine Mauer zu“, so der Mercedes-Pilot. Auch den anderen Fahrern machte diese Mauer zu schaffen, auf die man mit etwa 300 Kilometern die Stunde darauf zurast. Felipe Massa dazu lapidar: „Du musst dich früh entscheiden, ob du ein Problem hast oder nicht. Merkst du zu spät, dass es nicht mehr reicht, klebst du in der Mauer!“.

Button hingegen hat, obwohl er den Rekord einfahren konnte, noch einen weiteren eklatanten Gefahrenpunkt ausgemacht. „In Kurve Sieben gibt es drei Barrieren und dann die Betonmauer direkt an der Strecke, allerdings steht da auch ein Gebäude im Weg. Dieses Gebäude kann man nun mal nicht versetzen, aber wenn du einen Unfall hast…“, weiter wollte er es gar nicht ausführen. Allen Unkenrufen zum Trotz, passiert ist nichts an diesem Baku-Premieren-Wochenende.

Und, das wäre jetzt fast auf der Strecke geblieben, es wurde in Baku ja auch noch ein Rennen um Punkte, Titel und begehrte Plätze auf dem Treppchen gefahren. Nico Rosberg konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung dank eines Start-Ziel-Sieges auf 24 Punkte ausbauen. Neben ihm durften Sebastian Vettel als Zweiter und als Dritter der Mexikaner Sergio Perez auf dem Siegerpodest Platz nehmen. „Es war ein ganz tolles Gefühl. Ich konnte alles machen, es war wie auf Schienen“, schwärmte zu guter Letzt der Sieger, der über 51 Runden das Rennen kontrollierte.

[Michael Barth/russland.RU]




Tollkühne Jungs und flotte Flitzer – die Formel-1 in Sotschi

[Von Michael Barth] – Nachdem den Verantwortlichen die Wetterlage im Herbst an der Schwarzmeer-Küste zu unsicher schien, verlegte man den Termin für das Formel-1-Spektakel in Sotschi vorsichtshalber auf den Frühling. Die Rennteams, die bereits Anfang letzter Woche in der Olympia-Stadt eintrudelten, merkten davon allerdings erst einmal wenig. Dichte Wolken, keine milden Temperaturen, immer wieder Regenschauer. Herzlich willkommen beim „Sochi Autodrom Street Circuit“.

Seit Donnerstag, pünktlich zu Beginn der ersten Runden auf der Piste, schälte sich das Postkartenwetter dann doch noch aus seinen Winterklamotten – Sommer, Sonne, Urlaubsfeeling. Perfekte Bedingungen also für die Vorbereitungen zum „Großen Preis von Russland“. Der 1.Mai stellt Russland dieses Jahr sowieso schon vor eine große Herausforderung, selbst für die, des Feiern erprobten, Russen. Maifeiertag, Ostersonntag, der heiligste Tag der Orthodoxen Kirche, und jetzt auch noch das Motorsportereignis. Es gibt Tage, da kommt aber auch alles auf einmal.

In weiser Voraussicht wurde die Rennstrecke des „Autodroms“ in dem Sportkomplex, der für die Olympischen Winterspiele 2014 konzipiert wurde, gleich mit in die Bauarbeiten integriert. Bereits im selben Jahr noch wurde der Rundkurs auch schon in Betrieb genommen. Er greift damit die Tradition des Grand-Prix in Russland wieder auf. Zugegeben, wenngleich nach 100 Jahren nicht unbedingt nahtlos wieder auf. Die ersten Rennen in dieser Klasse fanden 1913 und 1914 in St. Petersburg statt.

Anspruchsvoller Kurs und eine russische Hoffnung

Die heutige Strecke in Sotschi indes, genießt in Fachkreisen einen äußerst anspruchsvollen Ruf. Mit ihren 5.848 Kilometern zählt sie zu den Längsten in der Saison. Garniert mit zwölf Rechts- und sieben Linkskurven und einem Novum der Extraklasse. Die einzige 180-Grad-Haarnadelkurve weltweit setzt von die Piloten eine extrem gute Nackenmuskulatur voraus. Mit über 200 Stundenkilometern geht es in die Kurve hinein und mit weit mehr als 300 wieder hinaus.

Vor der Garage von Renault standen zunächst nicht die Technik-Neuerungen im Fokus, sondern Lokalmatador Sergey Sirotkin. Der Russe ersetzte Kevin Magnussen im Freitagstraining. Damit er sein persönliches Formel-1-Erlebnis nicht so schnell vergisst, wurden sicherheitshalber von seinem Begleiter eifrig Erinnerungsfotos mit dem Smartphone geknipst. Sein Lauf selber dürfte allerdings eher seinem Auto geschuldet gewesen sein, denn von dem 21-Jährigen Testfahrer hörte später niemand mehr etwas in Sotschi.

Dafür sichte sich Sirotkins Landsmann Daniil Kvyat für das „Red Bull“-Team im letzten Lauf vor dem Rennen, die Startposition acht. Der 26-Jährige, in Ufa geboren, schaffte immerhin bereits 2015 den 2. Platz beim Ungarn-GP vor den Toren Budapests und gilt derzeit als die größte russische Hoffnung in der Königsklasse des Automobilrennsports. Der heutige Tag soll es weisen, wie berechtigt die Vorschusslorbeeren sind.

The race is on“

Bevor die 53 Runden jedoch gestartet werden können, zeigen die Nummerngirls langes Bein und die Rennfahrerlegende Niki Lauda fachsimpelt mit Journalisten. Nationalhymne – Nervosität – Werbung. Start: Nico Rosberg setzt sich von der Pole Position weg in Front. Starterfeld: 22 minus drei. Sebastian Vettel brettert in den ersten Sekunden frontal in die Bande, nachdem er zweimal von Kvyat geschubst wurde. Hulkenberg kollidiert ebenfalls und Haryantos Auto ist einfach nur kaputt. Sergio Perez fährt inzwischen auf der Felge weiter. Das geht ja gut los.

In der neunten Runde hat sich Rosberg bereits deutlich vom Verfolgerfeld abgesetzt und Dani Kvyat macht 10 Sekunden Strafpause in der Box. Rosberg fährt mit jeder Runde eine halbe Sekunde schneller als der Rest. Kvyat fällt auf Platz 19 zurück. Rosberg mit 11 Sekunden Vorsprung weiter vorn. Williams-Pilot Valtteri Bottas hat die Reifen gewechselt und zieht nun lässig an Hamilton vorbei. Bottas jetzt Fünfter. Haben wir schon erwähnt, dass in Sotschi herrlichstes Wetter ist?

Ein „Silberpfeil“ fährt allen davon

In der 30. Runde fährt Rosberg mittlerweile mit 13 Sekunden auf und davon und hält damit deutlich seinen ersten Platz. Lewis Hamilton, schlecht ins Rennen gekommen, schließt immer weiter auf Rosberg auf – Platz zwei. Vettel schimpft immer noch wie ein Rohrspatz und Max Verstappen stellt derweil seinen Toro-Rosso mit einem Defekt am Streckenrand ab. Hamilton indes bleibt Rosberg wacker auf den Versen. Jedoch, inzwischen hat er Probleme mit dem Wasserdruck. Die beiden Mercedes „Silberpfeile“ halten konstant ihren Abstand von 13 Sekunden.

53 Runden sind gefahren, das Rennen ist vorbei. Nico Rosberg fährt seinen siebten Sieg in Folge nach Hause, Hamilton, gegen Ende immer langsamer werdend, ist mit 25 Sekunden Rückstand Zweiter. Russlands Präsident Wladimir Putin ist der Erste, der dem triumphalen Sieger in der Teamkabine die Hände schüttelt. Der ausgelaugte Rosberg weiß nicht so recht, was er sagen soll. 60.000 Zuschauer sind aus dem Häuschen. Rosberg hat den Russland-GP von der ersten Runde an dominiert und einen glatten Start-Ziel-Sieg eingefahren. Dazu fuhr er die Schnellste Rennrunde und holte sich im Qualifying die Pole Position. In Motorsportkreisen nennt man sowas einen „Grand Slam“.

Die Höchstgeschwindigkeit, die der Deutsche in Sotschi ausfahren konnte, lag zwischen 275 und 300 Stundenkilometern. Dritter schließlich wurde der Finne Kimi Räikkönen auf seinem Ferrari und Lokalmatador Daniil Kvyat beendet den Großen Preis von Russland mit Platz 15. Auch wenn es nach dem vierten Lauf der noch jungen Saison verfrüht ist, irgendwelche Prognosen abzugeben, Mercedes wird wohl auch dieses Jahr wieder ganz vorn in der Gesamtwertung mitfahren. Derzeit führt Rosberg mit 100 Punkten vor Hamilton (57 Punkte) und Räikkönen mit 43 Punkten. Kvyat rangiert im Moment mit 21 Punkten auf Rang acht.

[Michael Barth/russland.RU]




Formel 1: Sotschi macht Hamilton (fast) zum Weltmeister

Sotschi – Die gute Nachricht vorweg: Dem Spanier Carlos Sainz, der sich am Samstag tief unter der Leitplanke vergraben hatte, geht es wieder gut. So gut sogar, dass er am Sonntag als Letzter hinter dem Feld aus der Boxengasse starten durfte. Die schlechte Nachricht: Werbung für Wodka wurde verboten. Da standen sie nun, die Rennställe mit ihren hochprozentigen Werbepartnern, oder besser gesagt: ohne sie. Kein Wodka, kein Whiskey, kein sonstwas, was auf den Autos Reklame für Spirituosen fuhr.

Verkehrte Welt, ausgerechnet die Russen machen es vor, wie man Alkohol aus dem Straßenverkehr verbannt. Das Formel 1-Rennen in Sotschi ging sozusagen stocknüchtern über die Runden. Bei Mercedes gab’s dann auch keinen Champagner nach dem Rennen – sondern Sandwiches. So turbulent das Formel-1-Wochenende in Sotschi am Schwarzen Meer begonnen hatte, so folgerichtig ging es zu Ende: Mercedes fuhr vorzeitig den Konstrukteurs-Weltmeistertitel ein und Lewis Hamilton hat seinen persönlichen WM-Sieg fast in der Tasche.

Den zweiten Platz vor ausverkaufter Kulisse im Olympiapark in Sotschi sicherte sich Sebastian Vettel (Ferrari), als Dritter kam Sergio Peréz (Force India) über die Ziellinie. In der Gesamtwertung liegt Hamilton mit 302 Punkten weit vor der Konkurrenz und ist im Kampf um den WM-Titel kaum noch einzuholen. Aber es gab da auch die großen Verlierer. Nico Rosberg war von der Pole Position, mit drei Zehnteln Vorsprung vor seinem schärfsten Herausforderer und zugleich Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton, gestartet.

Gewinner, Verlierer und die Unbeliebten…

Statt jedoch den Rückstand auf Hamilton in der Gesamtwertung mit einem Sieg zu verkürzen, musste der Deutsche das Rennen frühzeitig beenden. Ihm wurde sein Auto zum Verhängnis, beziehungsweise dessen Gaspedal. Was waren das noch für Zeiten, als so ein Pedal rein mechanisch mittels einer Feder und per Fußdruck betätigt wurde. Mercedes regelt das neuerdings mit hochsensiblen Sensoren, und die zeigten sich am Rennsonntag äußerst zickig. Das Gas schmollt, der Nico flucht, die Konkurrenz lacht sich eins. Weltmeister wird Rosberg diese Saison eher nicht mehr. Die bezeichnete er im Anschluss als „richtiges Seuchenjahr“.

Mit auf der Piste in Sotschi dabei war auch der Spanier Carlos Sainz, der am Freitag im Training mit einem spektakulären Unfall für Aufsehen gesorgt hatte. Mit 300 Sachen in die Leitplanke, und dann die Entwarnung aus dem Krankenhaus, dass er kaum einen Kratzer davongetragen hatte. Sainz der Bruchpilot hielt sich auf einem guten siebten Rang, schied aber kurz vor Rennende aus. Sehr zur Freude der russischen Zuschauer sicherte sich Daniil Kwjat (Red Bull) den fünften Platz.

Damit wären wir beim (Streit-) Thema „Red Bull“. Die Spatzen pfeifen’s ja schon lange von den Dächern. Niemand kann den umtriebigen österreichischen Energiebrausehersteller so richtig leiden. Schon gar nicht im Sport. Anfangs noch vorrangig beim Funsport und vor allem dessen Events sowie Randsportarten engagiert, wird das Augenmerk mittlerweile bevorzugt dahin gerichtet, wo das große Geld im Spiel ist.

Nur, sei es im bezahlten Fußball oder beim Wintersport, die Brause hat ein Imageproblem. Zwar hat der firmeneigene Formel 1-Rennstall einen – und das war ja das ganze Wochenende ein dominantes Thema – Reifenhersteller als Partner gefunden, nur fehlen noch die Motoren. Über 30 Prozent aus der Branche würden es zudem begrüßen, zöge sich Dietrich Mateschitz mit seinem Unternehmen ganz aus der Königsklasse des Automobilrennsports zurück.

Die führt nun souverän Hamilton mit 302 Punkten an. Rosberg musste durch das Missgeschick mit dem Gaspedal Vettel an sich vorbeiziehen lassen – der hat jetzt 236 Punkte auf dem Konto, Rosberg hat nur 229. Viel Spannung scheinen die noch ausstehenden vier Rennen demnach nicht mehr parat zu haben.

[sb,mb/Russland.RU]

 




Formel 1: Schöne Sauerei in Sotschi

Sotschi – Die Formel 1 fährt wieder in Russland. PS-Starke Boliden, die für einen Gesamttitel permanent im Kreis herumfahren, ein paar Magnum-Flaschen Champagner, um sich bei der Siegerehrung tüchtig nass zu spritzen und natürlich aufgedonnerte Mädels mit unglaublich langen Beinen. Der Schwarzmeer-Ort Sotschi gibt die Kulisse.

Eigentlich perfekt für ein gelungenes Renn-Wochenende, möchte man soweit meinen. Das jedoch fing mäßig an. Freitag wollte der heilige Christopherus kein Nachsehen haben mit den Autofahrern, die hier am Schwarzen Meer im Autodrom um wertvolle Punkte fahren wollten, und am Samstag gab er sich noch verkaterter. Als erster Spielverderber trat jedoch ein Reinigungsfahrzeug auf den Plan. Irgendwie schaffte es das Gefährt, sich beim Säubern des Kurses die Ölwanne aufzureißen. Sie können sich die Schweinerei auf der Strecke sicherlich vorstellen.

Den nächsten – außerplanmäßigen – Programmpunkt gab dann folglich die Feuerwehr, die für den Kurs abgestellt ist. Die Jungs arbeiteten mit Hochdruck, respektive Hochdruckreinigern, um die ordentlich verteilte Ölspur wieder zu entfernen. Die Umweltkatastrophe war danach zwar gebannt, die Rennstrecke allerdings partiell nass und trocken. Die Piloten waren zum Nichtstun verdammt, die Reifenmechaniker schwitzten. Überhaupt, die Reifen. Während das Team Ferrari noch vollends seine letzte Hoffnung drauf setzt, scheinen die Fahrer von Williams bereits die Richtigen gefunden zu haben.

Ölspur und Totalsperre

Für den Freitag waren zunächst eh die Regenreifen die beste Wahl. Es fing an aus Kannen zu gießen. Von einem geregelten Trainingsablauf war längst nicht mehr die Rede. Bei Red-Bull beratschlagt man in so einem Fall schon mal die Motoren für die nächste Saison. Marcus Ericsson und Felipe Nasr blieben gleich ganz in der Garage und twitterten. Der Samstagvormittag klarte dann wieder auf. Überhaupt noch nicht klar hingegen war die bange Frage unmittelbar nach einem schweren Unfall: Lebt er noch oder lebt er nicht mehr?

Nach bereits 35 Minuten, in Runde 13 des Abschlusstrainings, schmierte bei saloppen 300 Stundenkilometern plötzlich das Heck des Toro-Rosso-Piloten Carlos Sainz vom Asphalt und der Spanier schoss ungebremst der Streckenbegrenzung entgegen. In die hat er sich dann folglich auch tief eingegraben. Ziemlich tief sogar. Ganze 20 Minuten waren die Streckenhelfer beschäftigt, Sainz wieder auszugraben. Der Kopf sei nicht mehr zu sehen gewesen zu sein, der Funkkontakt abgebrochen. Das schaut nicht schön aus.

Das fand auch Max Verstappen, der Teamkollege des Verunglückten: „Ist er okay? Sieht übel aus…“. Diese Frage blieb solange unbeantwortet, bis Carlos Sainz selbst, direkt von der Trage weg, Entwarnung gab. Auch das Krankenhaus in Sotschi gab nach einem dreistündigen Komplettcheck bekannt, der Pilot habe seinen Unfall völlig unverletzt überstanden. Der will auch schon wieder auf die Piste: „Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen! Ich denke schon darüber nach, (…), morgen in der Startaufstellung zu stehen.“ Sein Teamchef, Franz Tost, sieht das jedoch anders: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde ich eher sagen: ‚Nein!'“

Sie sehen, es tut sich was in Sotschi. Und fast hätten wir es vergessen, es ging ja heute um die Pole-Position. Die erste Reihe stellt, mit Nico Rosberg und Lewis Hamilton, Mercedes. Die zweite Startreihe teilen sich Valtteri Bottas (Williams) und Sebastian Vettel auf Ferrari. Wo und ob überhaupt Carlos Sainz stehen wird, steht bislang noch in den Sternen. Und die verkünden für den morgigen Renntag schönes Wetter. Auch wir werden für Sie morgen am Start sein. Das Rennfieber, es juckt…

[mb/russland.RU]




Die DTM gastierte in Moskau

Moskau – Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit. Moskau kam in den Genuss einer hochklassig besetzten Automobil-Rennveranstaltung. Die Meisterschaftsanwärter in der Tourenwagenklasse bretterten durch die russische Metropole. Der DTM-Zirkus war wieder in der Stadt und 26.000 Zuschauer waren begeistert. Und um es vorweg zu nehmen, gewonnen hat eh ein alter Hase.

Die Strecke, die die Piloten in ihren Boliden zurück zu legen hatten ist knapp vier Kilometer lang. Bei der Durchfahrung erreichen sie Geschwindigkeiten bis zu 245 km/h. Und das ist verdammt schnell auf einem Kurs, der bei Kennern respektvoll als einer der Anspruchsvollsten gilt. 24 Rennfahrer versuchten sich auf dieser modernen und kurvenreichen Strecke zu behaupten und einige von ihnen rechneten sich durchaus Chancen auf eine gute Platzierung für die Meisterschaft aus. Obwohl der Lokalmatador Vitaly Petrov, die „Rakete von Wyborg“, nicht mehr für die DTM an den Start geht, war der Raceway für Moskau dennoch ein voller Erfolg.

Leicht bedeckter Himmel bei 20 Grad, hervorragende Bedingungen für Fahrer und Teams. Die Formel 3 verzichtet allerdings mittlerweile ganz auf den Kurs in Moskau. Angeblich sei den Teams die Anreise zu umständlich und zu weit gewesen. Die wahren Hintergründe wird man wohl nie erfahren. Der Formel 1 Zirkus jedoch findet diesen Moscow Raceway anspruchsvoll und möchte ihn nicht mehr missen. Das gleiche Statement ist von den Veranstaltern der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft, kurz DTM genannt, zu hören, die außerhalb Deutschlands noch zwei weitere Rennstrecken in Holland und Österreich befährt.

Bayrische Sanktionsopfer und schwedische Straßenrüpel

Allerdings, ganz so einfach war es für so manches Team nicht, sich mit den neuerdings herrschenden Verhältnissen zwischen Europa und Russland zurecht zu finden. So wurden dem BMW-Team die mitgeführten Lebensmittel, die für die Crew angedacht waren, vom Zoll an der Grenze beschlagnahmt. Es habe ein gültiges Zertifikat gefehlt, sagte man. Drei Tonnen sanktionierte Güter gedachte man mit einzuführen, von einem Catering-Service organisiert. Jörg Kottmeier, der BMW-Sprecher, betonte, dass der Caterer genauso vorgegangen sei, wie sonst auch. Da hat er wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht, das Weißwurscht-Frühstück war jedenfalls gestrichen.

Aber die Bayrischen Motorenwerke wären nicht BMW, wüsste man sich in solchen Situationen nicht zu helfen. Kurzerhand wurde der Verpflegungsplan auf russische Lebensmittel umgestellt – na also, es geht doch. Außerdem sei russisches Essen sowieso viel nahrhafter, tuschelte man daraufhin in Moskau hinter verhohlener Hand. Genauso turbulent gestaltete sich auch der Vorlauf des Rennens. Der vermeintliche Favorit Mattias Ekström in seinem Audi kollidierte mit Timo Glock, auf BMW, und schied daraufhin aus. Die Partie endete in einem Reifenstapel und es gab noch lange danach ein fürchterliches Gezeter zwischen den beiden Kontrahenten.

Umsichtigkeit hinterm Lenkrad zahlt sich aus

Miguel Molina (Audi) und Tom Blomqvist (BMW) trugen ebenfalls ein privates Problem aus und der leidtragende Dritte hieß Christian Vietoris. Der löschte seinen brennenden Mercedes besser gleich selber. Die wertvollen Punkte heimste indes Pascal Wehrlein mit seinem Mercedes ein. Dieser Pascal Wehrlein sollte auch im Hauptrennen am Sonntag eine tragende Rolle spielen. Wehrlein, der 21-Jährige aus dem baden-württembergischen Sigmaringen, fuhr ein großes, ein starkes Rennen. Zwar nur vom elften Startplatz losgefahren, konnte er sich während des Rennens bis in die allerletzte Runde durchmogeln. Fast hätte er es auch geschafft nach vorn zu kommen, aber die schlechte Startposition kostete dann doch das nötige Quäntchen Glück.

Der strahlende Sieger des Moscow Raceway heißt indes Mike Rockenfeller, ist gelernter Kfz-Mechaniker und lebt im Allgäu. Inzwischen kann er sich getrost das Prädikat „Moskau-Experte“ ans Revers heften. Bereits den Auftakt des Moskau-Rennens konnte er 2012 in der Kreml-Metropole für sich verbuchen. Er war in Moskau einer der ganz wenigen im großen Orchester, der den Überblick behielt, sich geschweige denn provozieren hätte lassen. Cool, lässig, einfach nur souverän brachte er seine Fahrt hinter sich. Der Audi-Pilot hielt sich in einem turbulenten Rennen aus allen Scharmützeln auf der Strecke heraus, nutze seine Pole-Position optimal und landete einen souveränen Start-Ziel-Sieg.

Zweiter auf dem Podest war am Ende der Kanadier Bruno Spengler auf BMW, den dritten Platz belegte Mattias Ekström. Immerhin konnte der Schwede sein Rüpel-Image vom Vortag wieder wettmachen und ist nun nach dem 12. Lauf von 18 in der Saison 2015 der eigentliche Gewinner dieses Rennens. Ekström führt mit 126 Punkten in der Gesamtwertung. Dicht hinter ihm liegt, mit 120 Punkten Pascal Wehrlein. Es bleibt also weiterhin spannend, die noch ausstehenden sechs Läufe werden es zeigen.

[mb/russland.RU]




Sotschi 2014 – Lewis Hamilton fährt im „Autodrom“ seiner Konkurrenz davon

Sotschi – Die Inszenierung war perfekt, die Zuschauer begeistert und die Unkenrufe der Kritiker wurden immer mehr ad absurdum geführt. Russland erlebte bei seinem Debüt im Formel-1 Zirkus einen gelungenen Start und Mercedes durfte dann am Ende den Schampus öffnen.

Schon vor dem eigentlichen Rennen wurde deutlich, dass sich Russland einmal mehr in seiner Außendarstellung übertroffen hat. Ein wenig fühlte man sich an die Olympischen Winterspiele zurück erinnert, die alleine schon durch ihre Auftaktveranstaltung glänzte. Zur Premiere des ersten Grand Prix auf russischem Boden verstanden es die Hausherren sich im Badeort am Schwarzen Meer auf ein Neues von ihrer besten Seite zu zeigen.

Aber was wurde nicht schon wieder alles gemunkelt in Versuchung einen Haken zu finden. Und wenn schon keiner zu finden ist, wird eben einer konstruiert. Allen voran, wie war es anders zu erwarten, vom meist verbreitete Boulevardblatt aus dem Hause Springer. Es sei das absurdeste Rennen des Jahres, wusste das Blatt. Aber der „Putin-Wahnsinn“ ginge noch weiter, hieß es, und das Chaos vor dem Rennen ist vorprogrammiert. Nichts von all dem sollte sich bewahrheiten. Weder wurde der komplette Funkverkehr wegen dem russischen Präsidenten abgestellt, noch weilte er in einer panzerverglasten blickdichten Loge.

Die Teams schien das ganze Treiben ohnehin nicht allzu sehr zu kümmern. Das einzige, was ihn interessiere, sei ein schnelles Auto zu haben, sagte Teamchef Franz Tost von Toro Rosso: „Der Rest ist Politik.“ Dann tanzten Kosaken ihre dynamischen Tänze und Mädels in feschen Kostümen kredenzten Tee. Als dann auch noch die Kunstflugstaffel der Luftstreitkräfte die russische Trikolore zur russischen Nationalhymne in den strahlend blauen Himmel blies, blieb sogar dem ehemaligen Formel-1 Weltmeister und heutigen TV-Experten Niki Lauda die Spucke weg.

52 Mal im Kreis herum…

Überschattet vom schweren Unfall des Marussia-Piloten Jules Bianchi, der seit dem letzen Sonntag in einem japanischen Krankenhaus im Koma liegt und mit dem Tod ringt, lag bei den Fahrern vor dem Start eine gewisse Schwere in der Luft. Mit einer Schweigeminute wollte man ihn zumindest gedanklich an Sotschi teilhaben lassen. 52.000 Zuschauer im ausverkauften Autodrom wussten diese Geste zu würdigen und endlich war der erste Grand Prix in Russland gestartet. Das Bild war vertraut. Lewis Hamilton rast vorweg und alle anderen hinterher.

Sein Teamkollege Nico Rosberg war noch so mutig, ihn gleich in der allerersten Kurve zu überholen, er büsste es mit einem kaputten Satz Reifen. Der unvermeidliche Boxenstopp bedeutete dann für ihn, quasi von vorn anzufangen. Denn auch wenn der Reifenwechsel nur gerade eine halbe Minute in Anspruch nimmt, ziehen alle anderen an ihm vorbei. Hamilton rast derweil unbekümmert weiter. Und das sollte sich, soweit können wir das schon vorwegnehmen, die gesamten 52 Runden auch nicht mehr ändern.

52 Runden auf der drittlängsten Strecke im derzeitigen Formel-1 Geschehen, ohne einen einzigen Boxenstopp, ohne Reifenwechsel, ohne Materialverlust. Einfach so, immer im Kreis herum, 300 Kilometer lang bei einer Geschwindigkeit von ebenso vielen Stundenkilometern. Da wurde der Stuttgarter Automobilhersteller seinem Anspruch aus der Eigenvermarktung einmal mehr als gerecht. Zur Belohnung winkte dann auch die vorzeitige Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, die die Konkurrenz nur noch streitig machen könnte, würde Mercedes in den letzten ausstehenden Rennen nicht mehr mitfahren.

Somit stand am Ende ein klarer Gewinner fest. Lewis Hamilton fuhr in seinem 65. Rennen seinen 31. Sieg ein und durfte die Trophäe aus Wladimir Putins Händen entgegen nehmen. 13,6 Sekunden nach Hamilton fuhr Nico Rosberg, der nach seinem Patzer zu Beginn eine rasante Aufholjagd hinter sich hatte, über die Ziellinie. Dritter wurde der sich wacker bemühende Finne Valtteri Bottas, der immerhin die schnellste Runde fuhr. Für den noch amtierenden Weltmeister Sebastian Vettel reichte es hingegen nur zum 8. Platz. Der Lokalmatador Daniil Kwjat erreichte als 14. das Ziel.

Irgendwie fuhren sie ja sowieso alle für Jules Bianchi. Der eigentliche Gewinner an diesem Wochenende jedoch, hieß – Sotschi. Der erste Grand Prix von Russland war gefahren, die Premiere war gelungen. Sogar der künftige Weltmeister in spe, Lewis Hamilton, war voll des Lobes und erwägt durchaus einmal einen privaten Besuch des Landes. Do Swidanje – der Zirkus zieht weiter, Russland bleibt.

[mb/russland.RU]




Sotschi 2014 – Ein Autorennen, viel Kritik und keine Diskussionen

Sotschi – Russland fiebert mit dem Rest der Welt auf den morgigen Sonntag hin, an dem endlich wieder ein Grand Prix der Königsklasse im ehemaligen Zarenreich gestartet wird. Die Piloten sind sich einig – der Kurs ist gelungen. Anspruchsvoll und dazu noch traumhaft gelegen. Eigentlich die perfekte Inszenierung für den Formel-1 Zirkus, der vom Spektakulum lebt.

Wenn da nicht, ja wenn da nicht die permanenten Kritiker wären, die derzeit versuchen, alles was aus Russland kommt oder von Russland initiiert wird, schlecht zu reden. Von „Putins nächster Protzstufe“ weiß spiegel-online zu berichten. Die FAZ spricht von der „Formel 1 am Hof des Zaren“ und für die Zeit ist es „Russland-Werbung auf Rädern“. „Ob man das Rennen nicht gleich ganz boykottieren solle“, sogar davon war bereits die Rede. Allen Unkenrufen zum Trotz findet diese Veranstaltung nun doch statt und das hat seinen gutem Grund.

Zum einen, da sind sich die Verantwortlichen einig, will sich die Formel-1 von der Politik distanzieren. Als „Depressive Fragerei“ wetterte das Red-Bull-Sprachrohr Christian Horner die Formulierung nach der moralischen Vertretbarkeit, den Zirkus in China, Bahrain oder anderen unliebsamen Ländern stattfinden zu lassen, ab. Zum anderen geht es natürlich auch um Geld. Bei den ausgehandelten Verträgen soll es sich um eine jährliche Einspülung von weiteren 50 Millionen US-Dollar handeln. Geld, das auch den chronisch klammen Rennställen zufließen soll.

Die Rennfahrer indes, denen der Kurs rundum Vergnügen bereitet, ließen bei der Pressekonferenz durch ihren McLaren-Kollegen Jenson Button verlauten, dass sie sich nicht zu den politischen Angelegenheiten Russlands äußern werden. Somit bleibt die Formel-1 vorerst unpolitisch und alle Piloten stoßen in das gleiche Horn. Wenn, dann sei das sowieso Sache der Teamchefs. Die Helden der Piste schienen durch ihre Entscheidung sichtlich erleichtert. Zumal die Fahrer ja auch einen ganz anderen Auftrag in Sotschi haben, wie sie demonstrativ betonen.

Es gehe ihnen schließlich darum, die nötigen Punkte für ihre Auftraggeber und deren Klassement in der Gesamtwertung einzufahren. Und dafür galt es heute die letzten Vorbereitungen zu treffen. Die Qualifikationen für die Startplätze zum morgigen Renntag standen an. Sebastian Vettel, der amtierende Weltmeister scheint mit seinem Red-Bull-Renault noch kleine Nicklichkeiten mit der Streckenführung in Sotschi zu haben und startet morgen deshalb nur von Platz 11. Der Spanier  Fernando Alonso belegte mit seinem Ferrari immerhin den achten Startplatz.

Wie schon bei den gestrigen Eingewöhnungsläufen fanden die beiden Mercedespiloten offenbar die bessere Spur und stehen in der vordersten Startreihe. Die Pole Position sicherte sich dabei der Brite Lewis Hamilton, unmittelbar dahinter lauert Nico Rosberg. Wir freuen uns bis dahin auf ein spannendes Rennen…

[mb/russland.RU]