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02-05-2007 Estland
Estland ruft EU zu Härte gegenüber Russland auf
Estland hat die Europäische Union aufgefordert, wegen der Belagerung der estnischen Botschaft in Moskau mit aller Strenge auf Russland einzuwirken. "Die Angelegenheit des Bronzesoldaten und des Vandalismus in Tallinn betrifft Estland, aber das koordinierte Vorgehen Russlands gegen Estland betrifft die gesamte EU", sagte Außenminister Urmas Paet am Dienstag in Tallinn.

Er habe mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier als EU-Ratspräsident gesprochen. Dieser habe die schnelle Unterstützung der EU zugesichert, damit sich die Situation um die estnische Botschaft in Moskau normalisiere.

Paet warf der russischen Botschaft in Tallinn vor, die Unruhen nach dem Abbau des Ehrenmals in der estnischen Hauptstadt organisiert zu haben und auch für die Störung von estnischen Regierungs-Websites verantwortlich zu sein.

Außerdem bezahle der Kreml die jugendlichen Demonstranten, die in Moskau die estnische Botschaft belagerten. Etwa hundert Jugendliche umstellen die Botschaft seit Freitag und skandieren anti-estnische Sprüche. Am Dienstag drohte eine Gruppe der Demonstranten, die estnische Botschaft "abzumontieren", so wie auch das sowjetische Ehrenmal in Tallinn abmontiert worden sei. In einer Mitteilung der "Bewegung Naschi" hieß es, die Demontage solle am 12. Juni stattfinden.

Estlands Verteidigungsministerium leugnet Beschädigungen am Bronzesoldaten

Das Denkmal des Soldaten und Befreiers ist nicht zersägt worden, als es aus dem Zentrum von Tallinn zum Soldatenfriedhof transportiert wurde, äußerte der estnische Verteidigungsminister. „Ich versichere Ihnen, dass mit dem Denkmal nichts geschehen ist. Ich war dort und habe alles gesehen. Es wurde als ganze Figur auf einen Laster gehievt und fortgefahren.“ „Dann haben Restauratoren es gereinigt“, sagte Madis Mikko, Chef des Pressedienstes des Verteidigungsministeriums, der RIA Novosti.

Er erklärt die am Denkmal unübersehbaren Spuren von Nähten damit, dass der Bronzesoldat bei seiner Herstellung aus einzelnen Stücken zusammengeschweißt worden sei. Die Abgeordneten der russischen Staatsduma, die sich zu einem Besuch in Tallinn aufhalten, haben am Dienstag bei der Besichtigung Spuren einer Sägearbeit festgestellt.

Ein Vertreter der estnischen Regierung teilte mit, dass das Denkmal doch zersägt worden sei, aber dann habe Premier Andrus Ansip in einer Fernsehansprache gesagt, der Bronzesoldat sei vollständig erhalten.

Gegen die Aktivisten der Jugendbewegung "Die Unseren" ein fünfjähriges Einreiseverbot verhängt

Gegen die Aktivisten der Jugendbewegung "Die Unseren" ist ein fünfjähriges Einreiseverbot verhängt worden. Das teilte die Vertreterin des Pressedienstes der Organisation Anastasija Suslowa ITAR-TASS mit.

Ihren Worten zufolge habe der estnische Grenzschutzdienst am heutigen Dienstag sieben Aktivisten der Bewegung die Einreise in die Republik verboten. "Sie wollten in Tallinn einen Ausflug machen, dennoch durften unter dem Vorwand der 'Gefahr für die Staatssicherheit Estlands' nicht einreisen", präzisierte sie.

Juri Luschkow ruft zum Boykott von Estland auf

Estland hat mit dem Abriss des Denkmals für den Befreiungssoldaten in Tallinn "sein faschistisches Gesicht“ gezeigt. Diese Auffassung vertrat der Oberbürgermeister von Moskau Juri Luschkow und schlug vor, einen Boykott über estnische und polnische Waren zu verhängen. "Wenn wir sehen, was in Estland und Polen gegenüber Russland unternommen wird, sollen wir nicht nur empört sein, sondern auch diese Probleme lösen", sagte Lushkow auf der am Dienstag auf dem Twerskaja-Platz von Moskau veranstalteten Maikundgebung der Moskauer Gewerkschaften. „Die Regierung von Moskau und die Moskauer Stadtduma schlagen vor, Estland für all jene Handlungen zu boykottieren, die seine Behörden gegenüber dem Denkmal für den sowjetischen Befreiungssoldaten und den Gräbern unserer Soldaten, die über den Faschismus gesiegt hatten, unternommen haben“, unterstrich Luschkow. "Russische Unternehmer müssen aufhören, mit estnischen Geschäftsleuten zusammenzuwirken“, betonte der Oberbürgermeister. [afp/itartass/ria novosti/russland.RU]