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31-03-2005 Estland
An der estnischen Nuss biss sich Russlands Auswahl die Zähne aus
Die russische Fußballelf spielte in der Ausscheidungsrunde in Tallinn für die WM 2006 gegen Estland mit 1:1 unentschieden. In der 19. Minute konnte sich Mittelstürmer der russischen Mannschaft, Andrej Arschawin beweisen.

Erst in der zweiten Halbzeit, und zwar in der 65. Minute, gelang den Gastgebern der Ausgleich. Nach einem Strafstoß aus ungefähr 25 Metern kam der estnische Stürmer Sergej Terechow als erster an den Abpraller und verwandelte den Ball im Tor der Russen, diesmal behütet von Igor Akinfejew.

Das Unentschieden im Spiel gegen die Esten macht es Russland viel schwerer, in die WM-Finalrunde einzuziehen.

Am Mittwoch teilten sich Russlands Hauptkonkurrenten um den Einzug ins Finale der Fußballweltmeisterschaft, die Slowakei und Portugal, mit 1:1 die Punkte.

Das erste Tor gleich zu Spielbeginn schoss Miroslav Karhan, indem er einen Elfmeter verwandelte. Die Portugiesen kamen in der zweiten Halbzeit in Fahrt, und der eingewechselte Helder Postiga zeigte, was er kann.

In einem weiteren Spiel vom Mittwoch bezwang Lettland die Elf aus Luxemburg mit einem vernichtenden 4:0.

Die Tabelle der 3. Ausscheidungsgruppe für die WM 2006 zeigt damit folgendes Bild: Portugal führt mit 14 Punkten aus 6 Spielen, gefolgt von der Slowakei, die ebenfalls 14 Punkte (6) auf ihrem Konto hat. Russland verbuchte 11 Punkte in 6 Spielen. Dahinter rangieren Lettland mit 10 (6) und Estland 8 (7). Abgeschlagen sind Liechtenstein (4 und 6) und Luxemburg (0 und 7).

Der Cheftrainer der Russen, Georgi Jarzew, meint dennoch, dass seine Mannschaft ungeachtet des Punkteverlustes gegen die Esten den Kampf um den Einzug in das Finale fortsetzt.

"Die russische Auswahl ist noch nicht aus dem Rennen. Das heutige Spiel zeigte, dass sie sich auf dem richtigen Weg befindet. Wir haben Spieler, die zu allem bereit sind. Einige untergeordnete technische Probleme müssen natürlich behoben werden. Praktisch kann ich keinen Spieler kritisieren. Vielleicht ist der eine oder andere etwas abgespannt, doch man kann nicht sagen, sie hätten nicht um den Sieg gekämpft", so Jarzew.

In Bezug auf seine weitere Tätigkeit für die Auswahl sagte Jarzew folgendes: "Ich arbeite solange weiter für die Nationalmannschaft, bis der neue Präsident des Russischen Fußballverbandes gewählt ist. Er muss die Frage des Cheftrainers entscheiden. Ich selbst bin mir nicht sicher, ob ich Coach der Elf bleibe."

Jarzew würdigte ferner das starke Spiel des Gegners, wobei er anfügte, dass die besten Spieler der Esten für russische Mannschaften antreten, wo sie eine gute Schule durchlaufen.

Für den ehemals bekannten Spieler des Moskauer Spartak, Juri Sewidow, kam das blasse Spiel der Russen gegen Estland nicht überraschend.

"Ich rechne schon lange mit solchen Leistungen der Auswahl. Ohne vernünftiges Spiel - keine großen Ergebnisse", sagte der Fußballkenner.

Er meint, das Schicksal des noch amtierenden Cheftrainers der russischen Nationalelf sei entschieden.

"Egal, ob er selbst den Hut nimmt oder ob er nach Hause geschickt wird. Er hatte Erfolge, doch die ließen ihn inzwischen im Stich. Der Trainerwechsel ist also unausweichlich", sagte Juri Sewidow zum Abschluss. (RIA)