russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



15-08-2007 Estland
Estnische Unternehmer: Umsetzung des Bronzesoldaten kam Wirtschaft teuer zu stehen
Der brüske Einbruch des estnischen Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal dieses Jahres ist durch die Verschlechterung der Beziehungen mit Russland nach der Umsetzung des Bronzesoldaten verursacht worden, heißt es in Unternehmerkreisen.



Werbung


Nach vorläufigen Zahlen des Statistikamtes belief sich das Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres auf 7,3 Prozent. Für das erste Quartal betrug die Vergleichszahl noch 9,8 Prozent.

Laut Statistikamt geht der Rückgang auf die verarbeitende Industrie, den Großhandel sowie Transporte und Lagerwirtschaft zurück, schreibt die estnische Wirtschaftszeitung "Äripäev".

Der Einbruch sei angesichts der Verschlechterungen in den Beziehungen mit Russland vorhersehbar gewesen, meint der frühere Premierminister und Aufsichtsratschef von AS Silmet Sillamäe, Tiit Vähi. „Russland hat administrative Methoden zur Anwendung gebracht: Einschränkung des Zugverkehrs sowie Beschränkung des Imports und Exports von und nach Estland“, glaubt er.

Der Chef des Furnierwerks Baltic Panel Group, Tiit Tammsaar, sieht auch den russischen Einfluss auf die Wirtschaft als Ursache. Dem Werk, welches vorrangig Birkenfurniere herstellt, fehlt es an Rohstoffen. Sollte der Mangel nicht bis zum Herbst behoben sein, muss die Produktion auf einheimische Hölzer umgestellt werden, was weniger rentabel ist.

Per 1. Juli hat Russland schrittweise die Exportzölle für Rohhölzer angehoben, um einen höheren Verarbeitungsgrad zu stimulieren.

Die estnischen Eisenbahnen Eesti Raudtee hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass ihr Frachtaufkommen gegenüber Juli 2006 um 35 Prozent zurückgegangen ist und im Juli 2007nun nur noch 2,5 Millionen Tonnen betragen hat. Bei Erdöl und Erdölprodukten war ein Minus von 35 Prozent zu verzeichnen. Der Transport von Steinkohle brach sogar um 60 Prozent ein. Bei Dünger belief sich der Rückgang auf 38 Prozent.

Anfang August musste die Estnische Eisenbahn aufgrund der Misere 200 Stellen abbauen. Das Denkmal für die sowjetischen Soldaten im Zentrum Tallinns ist am 27. April 2007 abgebaut worden. Schon ein Tag zuvor war mit der Exhumierung der dort beerdigten Kriegsopfer begonnen worden. Der Bronzesoldat ist am 30. April auf dem Soldatenfriedhof von Tallinn aufgebaut worden.

Die Entscheidung der estnischen Regierung hat in der Zeit vom 26. bis 28. April zu Massenunruhen geführt. Außer Tallinn sind auch Städte im Nordosten Estlands mit vorwiegend russischsprachiger Bevölkerung betroffen gewesen. [ ria novosti ]