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19-08-2004 Estland
Jüdische Gemeinschaft Estlands ist gegen die Errichtung eines Denkmals für estnische Angehörige der Waffen SS
Die jüdische Gemeinschaft Estlands verurteilt die am 20. August bevorstehende Enthüllung des Denkmals für Esten, die im Zweiten Weltkrieg auf der Seite des faschistischen Deutschland gekämpft haben, und betrachtet solche Handlungen als mit den europäischen Werten unvereinbar.

Das teilte Cilja Laud, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinschaft Estlands, mit.

Aus ihrer Sicht sei so etwas besonders heute unzulässig, da Estland zum EU-Mitglied geworden ist. Zugleich betonte sie, dass die Jüdische Gemeinschaft Estlands keine offiziellen Erklärungen abgeben werde.

„Das ist sehr gut, dass sich der Premierminister Estlands gegen die Errichtung des Denkmals gewandt hat, wenngleich das auch kaum etwas an der Sache ändern wird", sagte sie.

Die Behörden der Gemeinde Lihula haben vor, am 20. August ein Denkmal für die Esten, die im Zweiten Weltkrieg auf der Seite des faschistischen Deutschland gekämpft hatten, auf dem Friedhof neben dem Denkmal für gefallene sowjetische Soldaten zu errichten.

Wie die Zeitung Eesti Paevaleht am Dienstag meldet, hat der Gemeindechef von Lihula Tiit Madisson, Initiator der Errichtung des Denkmals, in seiner Antwort auf die scharfte Kritik seitens des Permierministers Estlands Juhan Parts erklärt, dass es auf dem Basrelief mit der Darstellung eines Soldaten in deutscher Univorm keine Symbolik der Waffen SS geben und dass die Aufschrift darauf einigermaßen abgeändert werde: „Den Esten, die 1940-1945 gegen den Bolschewismus, für die Wiedererlangung der Unabhängigkeit Estlands gekämpft haben".

Früher war vorgesehen, dass auf dem Denkmal das Basrelief eines Soldaten in der Uniform der Waffen SS mit der Aufschrift: „Allen estnischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg für die Heimat und die Freiheit Europas 1940-1945 gefallen sind" dargestellt sein werde.

Der Premierminister Estlands Juhan Parts bezeichnete die Absicht der Behörden von Lihula, ein Denkmal für die Esten, die auf der Seite des hitlerfaschistischen Deutschland im Bestand der 20. Division der Waffen SS gekämpft hatten, zu errichten, als eine Provokation.

Parts erklärte, dass die Aufschrift auf dem Denkmal unerlaubt ist: "Sie entstellt die Geschichte Estlands, die Leiden des estnischen Volks und der Völker Europas".

„Die Behörden von Lihula müssen verstehen, dass sie die Verantwortung gegenüber dem Staat, dem Volk und der Verfassung übernehmen werden", sagte der Premierminister.

Dieses Denkmal war bereits 2002 in der Stadtmitte von Pärnu aufgestellt worden, wurde aber einige Tage später im Ergebnis eines Skandals abmontiert (Nikolai Adaschkewitsch, Korrespondent der RIA Nowosti)