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26-11-2005 Estland
Estnischer Außenminister empfiehlt Gasprojekt "Amber" statt Nordeuropäische Pipeline
Der estnische Außenminister Urmas Paet hat gesagt, dass das Projekt "Amber" als Alternative zur deutsch-russischen Nordeuropäischen Pipeline für die Investoren anziehender gemacht werden müsse.

Das Projekt "Amber" beinhaltet eine Pipeline von Russland nach Deutschland und Großbritannien durch Polen, die Ukraine, Lettland und Litauen. Die Nordeuropäische Pipeline soll auf dem Ostseegrund verlaufen und direkt von Russland nach Deutschland führen.

"Jedes globale europäische Projekt verdient eine komplette Analyse der Bedürfnisse und Interessen der beteiligten Staaten. ... Die Entwicklung des Projektes der russisch-deutschen Pipeline auf dem Ostseegrund wirft etliche Umwelt- und Wirtsschaftsfragen an die EU auf", sagte Paet am Freitag in einer Sitzung des Baltischen Ministerrates in Tallinn.

Als Alternative lobte er die "Amber"-Pipeline, die seinen Worten zufolge nicht nur den Bedarf der neuen EU-Mitgliedsländer an Gas decken, sondern auch die mit dem Gastransit verbundenen Risiken vermindern könne. Außerdem seien die Bauarbeiten weniger kostspielig.

"Es ist sehr wichtig, die Alternativ-Pipeline atttraktiver für die Investoren zu machen. Der Vorteil der Pipeline besteht in der Gaslagerung in den Baltischen Ländern. Auch für diese Möglichkeit müssten die Teilnehmer des Projektes aktiver werben", sagte der estnische Außenminister.

Das Abkommen über die Errichtung der Nordeuropäischen Pipeline wurde Anfang September während Wladimir Putins Deutschlandbesuch unterzeichnet. Die Unterzeichner waren der russische Gaskonzern Gasprom und die deutschen Unternehmen BASF AG und E.ON AG.

Die Nordeuropäische Pipeline soll die russische Ostseeküste nahe Wyborg mit der deutschen Küste verbinden. Die Pipeline wird länger als 1200 Kilometer sein. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2010 geplant.

Die Behörden von Polen und den Baltischen Ländern sind mit diesen Plänen unzufrieden, weil die Pipeline nicht durch ihre Territorien geht. Der lettische Premier Aigars Kalvitis hatte im September gesagt, dass das Projekt "nicht durch wirtschaftliche, sondern durch politische Motive begründet" sei.

"Es gibt keine wirtschaftlichen Gründe, dass die Pipeline an Lettland, Polen und Litauen vorbei verläuft", sagte er.(RIA)