Fußball-EM: Schewtschenkow lässt die Ukraine feiern

Kiew. Lange musste Co-Gastgeber Ukraine auf seinen ersten Auftritt bei der Euro 2012 warten. Desto glanzvoller war aber ihr erstes Spiel gegen Schweden. Nach einem sehr abwechslungsreichen und interessanten Spiel besiegten die Hausherren die Skandinavier mit 2:1 (0:0) und hinterließen ein hochzufriedenes Heimpublikum in dem restlos ausverkauften Olympiastadion in Kiew. Beide Tore für die Ukraine erzielte Andrej Schewtschenkow, für Schweden traf Zlatan Ibrahimovic.

Beide Mannschaften waren zu Beginn des Spiels auf Ballsicherung bedacht, standen tief und dabei gut organisiert. Erst in der 17. Minute kam Schweden zu einer ersten echten Torchance durch eine Flanke von Zlatan Ibrahimovic, die jedoch Pjatow im ukrainischen Tor aus der Gefahrenzone fausten konnte.

 

In der 24 Minute hatte dann auch die Ukraine ihre erste Chance durch Schewtschenkow. Nach einem schnell vorgetragenen Angriff der Gastgeber, nahm der 35-Jährige den Ball rechts im Strafraum auf, doch sein Flachschuss verfehlte knapp das Tor der Schweden.

 

Nach einigen mittelmäßigen Chancen gingen beide Teams dann mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeitpause. Während die Ukrainer in ihrem gewohnten 4-4-2-System immer wieder ausschwärmten und ihre Angriffe blitzschnell vortrugen, wirkte das Spiel der Schweden etwas statisch. Vor allem Ibrahimovic wurde seiner Rolle als Führungsspieler kaum gerecht.

 

Zweite Halbzeit

 

Im zweiten Spielabschnitt kam Schweden nach einer schönen Balleroberung durch Larsson im Mittelfeld zur ersten Torchance. Markus Rosenberg nahm den anschließenden Pass am rechten Strafraumeck auf, doch sein Schuss wurde in höchster Not gerade noch von Ergen Selin geblockt.

 

Und dann war es doch soweit: Zlatan Ibrahimovic brauchte nach einer harten Hereingabe durch Källström den Ball nur noch über die Linie drücken und schockte in der 51. Minute die Ukraine mit der 1:0-Führung für Schweden.

 

Die Antwort der Ukraine ließ aber nicht lange auf sich warten und der Gastgeber kam bereits in der 55. Minute zum Ausgleich. Andrej Jarmolenko setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte butterweich auf Andrej Schewtschenkow, der den Ball per Kopf an Isaksson vorbei in die Maschen zirkelte. Dabei setzte sich der Altstar im Zweikampf gegen Olof Mellberg durch und belohnte sich für seinen tollen Einsatz.

 

Im Anschluss blieb die Ukraine am Drücker und drängte die Schweden tief in die eigene Spielhälfte. Dieses sollte sich auch bezahlt machen – in der 61. Minute belohnte Schewtschenkow die Ukraine erneut. Diesmal kam er gegen Ibrahimovic nach einer Ecke wieder per Kopf an den Ball und drückte den Ball ins kurze Eck.

 

Das ukrainische Team musste danach dem eigenen hohen Tempo ein bisschen Tribut zollen und schaltete einen Gang zurück. Der Gastgeber spielte weniger dynamisch, doch den Schweden fehlte es einfach an Durchschlagskraft und so mussten die schwedischen Fans lange warten bis Ibrahimovic noch einmal mit einer Direktabnahme aus 18 Meter für Gefahr sorgen konnte. Aber auch diesmal konnte Torhüter Pjatow den Ball mit einer Glanzparade abwehren. Die letzte Chance hatte dann Elmander in der 90. Minute für Schweden, er schoss den Ball aber weit über das Tor.

 

Gegen Spielende versuchten es die Schweden noch einmal mit der Brechstange, kamen dabei aber nicht mehr zu einem Torerfolg. Am Ende siegte eine tapfer kämpfende und über weite Strecken dynamischer agierende ukrainische Mannschaft. Der Sieg für die Ukraine war absolut verdient. Das euphorische Publikum durfte in Kiew die Nacht zum Tag machen und richtig feiern.