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27-01-2007 Georgien
Saakaschwili bereit zum Dialog mit Moskau - auch über Abchasien und Südossetien
Der georgische Präsident Michail Saakaschwili hat seine Dialogbereitschaft gegenüber Russland erklärt. "In uns findet die russische Führung einen pragmatischen und flexiblen Gesprächspartner", versprach er. Saakaschwili erklärte: "Auf uns liegt die Verantwortung und es wäre eine Tragödie, wenn unter den jetzigen Führungen Georgiens und Russlands die historische Tradition der Freundschaft zerbräche. Das wäre traurig und betrüblich. Wer auch konkret die Schuld trägt, verantwortlich sind alle zusammen."

Der georgische Präsident zeigte sich zu einem Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin bereit: "Für mich ist es immer leicht und interessant, mit Wladimir Wladimirowitsch zu sprechen. Er ist ein direkter Mensch und ich bin ebenfalls direkt und so glaube ich, verstehen wir uns."

Gleichzeitig warnte Saakaschwili davor, die Resultate der bilateralen Beziehungen einzig von solchen Treffen abhängig zu machen.

Seiner Ansicht nach ist dies "eine komplexere Frage, die Probleme in den Beziehungen zwischen unseren Ländern haben begonnen, ehe Putin Präsident wurde und ehe ich Staatschef in Georgien wurde."

"Die Beziehungen zwischen unseren Ländern sind tatsächlich die Beziehungen zwischen zwei Staaten und nicht nur zwischen den Führern. Ich denke, wir alle müssen begreifen, dass Feindschaft ins Nirgendwo führt und dass wir so schnell wie möglich aus diesem "Nirgendwo" herauskommen müssen."

Der georgische Präsident begrüßte die Rückkehr des russischen Botschafters nach Tiflis, der im vergangenen Herbst abberufen worden war, fügte aber hinzu, dass dies eine "innere Angelegenheit Russlands" sei.

Die Probleme mit den Regionen Abchasien und Südossetien versprach Saakaschili gewaltfrei zu lösen.

"Jetzt haben wir in der Region weder Krieg noch Frieden, aber wir brauchen Frieden. Wir streben nach einem friedlichen Ausweg und friedlichen Beziehungen", erklärte der georgische Präsident. Er fügte hinzu, dass "jede Drohung, dass die Situation sich in Richtung Gewalt und Gewaltanwendung entwickelt, für uns nicht hinnehmbar ist".

"Wir wollen einen direkten Dialog beginnen und wir werden unsere Vorschläge mit der faktischen Obrigkeit in Abchasien besprechen. Wir schlagen Abchasien eine breite Föderalisierung mit völliger Selbstbestimmung zu allen Fragen vor", sagte Saakaschwili.

Um die Vorschläge an Abchasien zu formulieren, will Saakaschwili in der nächsten Zeit den Sicherheitsrat in einer verbreiterten Zusammensetzung zusammenrufen. Dabei soll auch die Opposition vertreten sein.

Saakaschwili erklärte, dass er direkte Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien für sehr wichtig halte. "Das Wichtigste ist, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, wir warten das vierte Jahr auf direkte Verhandlungen."

Der Präsident betonte, dass er die Rolle von Vermittlern in dem Prozess, darunter auch Russland, nicht ausschließe.

"Jede andere Kraft hat weniger Hebel in der Region als Russland. Das ist der historischen Rolle geschuldet, die Russland spielte und noch heute spielt und die wir nicht ignorieren wollen", sagte er.

Das volle Interview des georgischen Präsidenten wird am Samstag um 18:00 im Radioprogramm von Witali Dymarski und Sofiko Schewardnadse "Überprüfung eines Gerüchts" zu hören sein. [ RIA Novosti  / russland.RU ]

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