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03-08-2007 Georgien
Regisseur Chaindrawa: Saakaschwili verdankt seine Macht Ex-Premier Schwanija
Georgi Chaindrawa, ehemaliger Staatsminister Georgiens für Konfliktregelung, Regisseur seines Zeichens, hat einen Dokumentarfilm gedreht. Er heißt „Beichten“ und ist dem georgischen Regierungschef Surab Schwanija gewidmet, der vor zwei Jahren unter rätselhaften Umständen ums Leben kam.



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Die Vorführung des Films für die Presse verlief im Zuge einer Videobrücke Tiflis - Moskau, die von der RIA Novosti organisiert wurde. „Ich habe Surab Schwanija gut gekannt, wir waren Freunde. Ich bin älter als er und habe seinen Werdegang als Politiker miterlebt“, sagt Chaindrawa, der der Regierung von Schwanija angehörte. Die Idee des Films sei ihm beinahe gleich nach dem Tod des georgischen Ministerpräsidenten gekommen.

Schwanija war ein Miturheber der „Rosenrevolution“, und viele georgische Politiker geben zu, dass Saakaschwili seinen Machtantritt in recht hohem Maße den politischen und organisatorischen Talenten Schwanijas verdankte. Vom 17. Februar 2004 bis zu seinem Todestag war Schwanija Georgiens Ministerpräsident. Unter den drei Hauptfiguren, die Präsident Schewardnadse stürzten - Saakaschwili, Nino Burdschanadse und Schwanija -, wurde Letzterer als der größte Liberale und Motor der gesamten Innenpolitik des Landes bezeichnet.

1992 - 1995 war er Mitglied des georgischen Parlaments, Vorsitzender der Fraktion der Grünen und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für internationale Beziehungen, 1995 - 2001 Vorsitzender des georgischen Parlaments. Im Oktober 2001 verließ er diesen Posten auf eigenen Wunsch.

2002 gründete er die Partei „Vereinigte Demokraten“. Ab November 2003 war er Staatsminister Georgiens, die zweitwichtigste Figur nach dem Präsidenten in der Struktur der Exekutive des Landes. Bekanntlich entstanden die ersten Meinungsverschiedenheiten unter den „revolutionären Drei“ bereits bei der Arbeit an der gemeinsamen Wahlliste, wobei sich der ehemalige Parlamentsvorsitzende Schwanija mit der tätigen Amtskollegin Burdschanadse zusammenschloss.

Dann tauchten Differenzen auch zwischen den Lagern Saakaschwili - Schwanija auf. Allen war klar, dass dem Ministerpräsidenten sowohl in den USA als auch in Russland mehr vertraut wurde. Auch Leute, die in die georgische Wirtschaft investieren wollten, suchten nach Kontakten nicht mit dem Präsidenten, sondern mit Schwanija.

Die Parlamentsvorsitzende Nino Burdschanadse sagte mehr als nur einmal, Schwanija sei ein hervorragender Politiker mit einer exakten politischen Sicht, der ein Team von Reformanhängern zu einer Zeit schuf, da das praktisch unmöglich schien. Laut dem georgischen Präsidenten war Schwanija eine epochale Figur, die neue Spielregeln, neue Institute und eine neue politische Sichtweise hinterlassen habe.

In der Nacht zum 3. Februar 2005 wurde Schwanija in der Tifliser Wohnung seines Freundes Raul Ussupow, stellvertretender Gouverneur der Region Kwemo Kartli (Ostgeorgien), tot aufgefunden, ebenso auch sein Freund. Die Leichen wurden von den Securities des Ministerpräsidenten entdeckt. Die gerichtsmedizinischen Sachverständigen stellten im Blut des Ministerpräsidenten eine tödliche Dosis von Karboxyhämoglobin fest und zogen den Schluss, die Todesursache sei Kohlenoxid gewesen.

Gemäß der offiziellen Version war Surab Schwanija Opfer eines Unfalls, doch hält die Familie des toten Ministerpräsidenten von Georgien an der Meinung fest, dass sein Tod gewaltsam war.[ ria novosti ]

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