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27-09-2007 Georgien
UN-Sicherheitsrat: Russland beschuldigt Georgien des Mordes an Militärausbildern
Russland hat am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat Georgien den Mord an zwei russischen Militärausbildern vom 20. September im georgisch-abchasischen Konfliktraum zur Last gelegt. Georgische Truppen hätten ein Anti-Terror-Trainingslager in Abchasien überfallen und zwei russische Ausbilder getötet, teilte der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin mit.




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Nach seinen Worten wurden beide Instrukteure zuerst verletzt und dann durch Messerstiche und Kopfschuss ermordet. "Uns liegen Beweise vor, und die Namen der Täter sind bekannt."

Russland warnte den Weltsicherheitsrat vor negativen Auswirkungen, zu denen die Politik der jetzigen georgischen Staatsführung im Konflikt mit Abchasien führen kann. Tschurkin forderte eine UN-Untersuchung zu der Tat.

Der georgische Präsident Michail Saakaschwili machte am selben Tag auf der 62. UN-Vollversammlung Russland für den Zusammenstoß in Abchasien verantwortlich. Nach seinen Worten wurde bei dem Gefecht ein Oberst der russischen Armee getötet, der dem in der Region stationierten Friedenskontingent angehörte.

Saakaschwili forderte eine Änderung des Formats der Verhandlungen zu Abchasien, die bislang unter Schirmherrschaft der UNO geführt werden. Außerdem forderte er, das russische Friedenskontingent durch eine "unabhängige Friedenstruppe" zu ersetzen. Der georgische Staatschef sprach sich zudem für eine stärkere Einbindung der Europäischen Union in diesen Prozess aus.

Bei einem Zusammenstoß zwischen abchasischen Grenzsoldaten und georgischen Spezialeinheiten waren am 20. September zwei abchasische Grenzer getötet und zwei weitere verletzt worden.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete den Vorfall als eine Provokation und drückte die Hoffnung aus, dass die UN-Mission in Georgien, die bereits den Tatort mehrmals aufgesucht hat, "objektive Schlüsse zieht und diese an die UNO weiterleitet".

Die im Süden des Kaukasus an das Schwarze Meer grenzende Abchasische Republik gehört zu Georgien, hat sich jedoch 1992 für unabhängig erklärt, was zu einem blutigen Krieg führte. Der Sezessionskrieg dauerte etwas länger als ein Jahr, führte zu Kriegsverbrechen, vielen tausend Toten und zur Vertreibung von vielen Georgiern, die in Abchasien gelebt hatten. Im Mai 1994 wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Heute ist Abchasien de facto ein autonom agierender, jedoch international nicht anerkannter Staat.

Bislang sichert ein aus russischen Soldaten bestehendes Friedenskontingent der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) den Waffenstillstand zwischen Georgiern und Abchasien.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Weltsicherheitsrat haben bisher mehrmals eine positive Rolle der russischen Friedenssoldaten gewürdigt. Für diesen Oktober ist im UN-Sicherheitsrat eine Debatte zu Georgien geplant. [ria-novosti]

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