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28-09-2007 Georgien
Georgien: Präsidenten-Kritiker Okruaschwili festgenommen
Georgiens Ex-Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili, Ex-Vertrauter von Staatspräsident Michail Saakaschwili, ist am Donnerstag festgenommen worden, nachdem er öffentlich mehrere Vorwürfe gegen Saakaschwili erhoben hatte.




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Behörden werfen dem Ex-Minister Erpressung, Geldwäsche, Amtsmissbrauch und Vernachlässigung von Dienstpflichten während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister vor.

Zwei Tage vor der Festnahme hatte Okruaschwili die Oppositionsbewegung „Für ein einheitliches Georgien“ gegründet und Saakaschwili Korruption und einen Attentatsversuch auf Unternehmer Badri Patarkazischwili vorgeworfen. Ihm zufolge plante Georgien bereits 2006 einen Einsatz gegen seine abtrünnige Teilrepublik Südossetien, um diese wieder unter Kontrolle zu bringen.

Okruaschwili beteuere seine Unschuld und sieht sich als Polithäftling an, wie seine Anwältin Jekaterina Besselija mitteilte. Gegen ihren Mandanten sei noch keine Anklage erhoben worden.

Zusammen mit dem Ex-Minister wurden im Büro seiner Partei in Tiflis mehrere Personen aus seinem Umfeld festgenommen. Rund zehn weitere Okruaschwili-Anhänger wurden bei Zusammenstößen mit der Polizei gefasst.

Für den heutigen Freitag planen die Anhänger des abtrünnigen Ex-Ministers Protestaktionen in Tiflis. „Kommt alle, wer nicht mehr so leben will. Wir starten eine Widerstandsbewegung“, sagte Giorgi Tortladse von Okruaschwilis Partei „Für ein einheitliches Georgien“. Er habe “keine Zweifel, dass Okruaschwili ein Polithäftling ist“.

Staatspräsident Saakaschwili befinde sich zurzeit auf einer Auslandsreise, die er wegen Okruaschwilis Festnahme nicht unterbrechen wolle, wie Außenminister Gela Beschuaschwili mitteilte.

Nach der so genannten Rosenrevolution 2003 in Georgien, bei der der frühere Machthaber Eduard Schewardnadse gestürzt wurde, galt Okruaschwili als einer der engsten Verbündeten des neuen Staatschefs Saakaschwili. Im Dezember 2004 wurde er zum Verteidigungsminister ernannt. Im November 2006 wurde er ins Amt des Wirtschaftsministers berufen, reichte jedoch eine Woche nach der Ernennung seinen Rücktritt ein.

In dieser Woche zeigte sich Okruaschwili erstmals nach seinem Ausscheiden den Medien, um die Gründung einer Oppositionspartei anzukündigen und schwere Vorwürfe gegen Saakaschwili zu erheben. [ria-novosti]

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