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20-05-2008 Georgien
Vizeaußenminister von Russland: Moskaus zielbewusstes Zusammenwirken mit Georgien
Russland ist zum Zusammenwirken mit Georgien bereit, will aber, dass es auf akzeptable Ergebnisse gezielt ist. Das sagte der russische Staatssekretär und Vizeaußenminister Grigori Karassin kürzlich in einem Interview für ITAR-TASS. "Tbilissis Beteuerungen bezüglich der Absicht zur Förderung des gegenseitigen Vertrauens mit Abchasiens ließen sich nur begrüßen, wenn sie aufrichtig und ernsthaft vor ungefähr vier Jahren geäußert gewesen wären", betonte der hochrangige Diplomat.



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"Leider wurde diese Zeit verloren, und nicht nur das: die georgische Seite hat in den jüngsten Jahren, im Grunde genommen, in der der friedlichen Regelung entgegengesetzten Richtung gewirkt und versucht, durch Drohungen und militaristische Rhetorik die Abchasen und Südosseten einzuschüchtern und zu zwingen, sich wieder dem georgischen Staat anzuschließen."

Der Vizeaußenminister verwies weiter darauf, dass Georgiens Staatsminister für Konfliktregelung, Temuri Jakobaschwili, unlängst "demonstrativ zum Staatsminister für Reintegration ernannt worden" sei. "Das ist keine allzu freundliche Position. Zu den logischen Folgen wurden das Misstrauen, die Spannung und die weitere gegenseitige Entfernung der Konfliktseiten. Außerdem macht auch das Beispiel der Teilrepublik Adscharien Suchumi und Zchinwali misstrauisch, die nach der 'friedlichen Reintegration' ihren Status der autonomen Republik verloren hat", so Karassin.

"Eindeutig lässt sich nur eins feststellen: es ist kaum möglich, über Nacht eine Brücke über der Kluft zu bauen, die Tbilissi mit seinen eigenen Händen größer und tiefer machte. Mit solchen Reiterattacken sind Fortschritte bei der Konfliktregelung unwahrscheinlich", ergänzte er.

Ferner bedauerte der Diplomat, dass die Aktivitäten der georgischen Diplomatie zur Präsentation ihrer Initiativen der Weltgemeinschaft "kaum imstande sind, die führende Rolle zu spielen." Tbilissi sollte seine Absichten "nicht Ausländern, sondern den Völkern zeigen, die mit denen es zusammen leben will: den Abchasen und Südosseten, und zwar nicht mit Deklarationen, sondern mit alltäglichen Taten", so Karassin.

"Vieles hängt von der Einstellung der georgischen Seite ab. Ihre Aufrufe an 'ausländische Freunde', die auswärtigen PR-Aktivitäten und die Äußerung von klangvollen, aber unreifen Initiativen können nicht erfolgreich sein", fuhr der Vizeaußenminister fort. "Wir wollen hoffen, dass Tbilissi statt der Imitation von Regelungsbemühungen einen ruhigen und inhaltsreichen Dialog mit Suchumi und Zchinwali beginnen wird. Wir rechnen, dass dazu auch der Abbau der innenpolitischen Spannung nach der baldigen Parlamentswahl beitragen wird." "In Russland wird man die Entwicklung der Situation aufmerksam verfolgen. Wir sind zum Zusammenwirken bereit, wollen aber, dass es real und auf akzeptable Ergebnisse gezielt ist", fügte der Diplomat an. [ russland.RU ]

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