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06-07-2008 Georgien
Präsident von Russland: Schüren von Spannungen "unverantwortlich"
Im Konflikt um die abtrünnigen georgischen Kaukasusrepubliken Südossetien und Abchasien hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew am Samstag zu Verhandlungen aufgerufen. In einem Gespräch mit dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili kritisierte Medwedew nach Angaben seines Büros, dass es "untragbar" sei, Spannungen in der Region zu schüren.



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Medwedew, der sich am Samstag in Kasachstan aufhielt, forderte Verhandlungen mit allen Beteiligten. "Die georgische Seite hat den Wunsch geäußert, in Verhandlungen einzutreten. Wir schließen die Möglichkeit solcher Kontakte hinter den Kulissen nicht aus. Auch wenn es kein bilaterales Treffen geben wird, werden Verhandlungen hinter den Kulissen stattfinden", teilte Prichodko, Assistent des russischen Staatschefs, mit.

Bei einem Angriff georgischer Truppen auf Südossetien waren in der Nacht zum Freitag mindestens zwei Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Die Regierung Südossetiens ordnete daraufhin eine "Generalmobilmachung" an.

Das russische Verteidigungsministerium beschuldigte Georgien, durch einen geplanten Angriff auf Abchasien einen Krieg zu provozieren. Die Angriffspläne seien "der letzte Schritt", um die Spannungen in der Region zu erhöhen, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur Interfax am Samstag. Diese Strategie könne in einem Krieg enden. Abchasiens international nicht anerkannter Präsident Sergej Bagapsch hatte zuvor erklärt, er habe Informationen über einen verschobenen Angriffsplan Georgiens auf Abchasien. Demnach war ein Angriff ursprünglich für April oder Mai geplant gewesen.

Südossetien und Abchasien hatten sich nach dem Ende der Sowjetunion in Unabhängigkeitskriegen von Georgien gelöst. Völkerrechtlich gehören sie weiter zu Georgien, sind jedoch wirtschaftlich von Russland abhängig. Mitte April hatte Moskau angekündigt, seine Zusammenarbeit mit beiden Regionen zu vertiefen und Tiflis damit zutiefst verärgert. Tiflis wirft Moskau vor, es wolle Georgien mit dieser Politik schwächen und einen NATO-Beitritt verhindern.


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