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07-07-2008 Georgien
Erneuter Angriff auf Kaukasusrepublik - Medwedew fordert Verhandlungen im Konflikt um Südossetien
Im Konflikt um Georgiens abtrünnige Provinz Südossetien setzt Russlands Präsident Dimitri Medwedew auf Diplomatie. In einem Gespräch mit dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili forderte Medwedew nach Angaben seines Büros am Samstag Verhandlungen mit allen Beteiligten in der Konfliktregion.



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Es sei "untragbar", Spannungen in der Region zu schüren, sagte Medwedew, der sich am Samstag in Kasachstan aufhielt. Unterdessen griffen georgische Truppen Medienberichten zufolge erneut Ziele in Südossetien an.

Wie der russische Fernsehsender Westi-24 unter Berufung auf einen Sprecher der Regierung in Südossetien berichtete, wurde in der Nacht zum Sonntag ein Polizeiposten in dem Dorf Ubiat mit Kanonen und Granatwerfern angegriffen. Berichte über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht. Bei einem Angriff georgischer Truppen auf die Kaukasusrepublik waren in der Nacht zum Freitag mindestens zwei Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Die Regierung Südossetiens ordnete daraufhin eine "Generalmobilmachung" an.

Das russische Verteidigungsministerium beschuldigte Georgien, durch einen geplanten Angriff auf Abchasien einen Krieg zu provozieren. Die Angriffspläne seien "der letzte Schritt", um die Spannungen in der Region zu erhöhen, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur Interfax am Samstag. Diese Strategie könne in einem Krieg enden.

Abchasiens international nicht anerkannter Präsident Sergej Bagapsch hatte zuvor erklärt, er habe Informationen über einen verschobenen Angriffsplan Georgiens auf Abchasien. Demnach war ein Angriff ursprünglich für April oder Mai geplant gewesen.

Tbilissi nennt Pläne einer Operation in Abchasien "Desinformation"

Einer der Spitzenvertreter der regierenden Partei Georgiens, ENM ("Vereinte Nationale Bewegung"), Leiter der Fraktion dieser Partei im georgischen Parlament Petre Ziskarischwili, hat die jüngsten Behauptungen des Präsidenten Abchasiens, Sergej Bagapsch, über eine von Tbilissi geplante Militäroperation in der abchasischen Region dementiert. Er bezeichnete sie als "Desinformation". Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums Georgiens bemerkte seinerseits: "Die Äußerungen der abchasischen Seite sind absurd und keinen Kommentar wert."

Zwei Tote nach Explosion in Abchasien

In der abtrünnigen georgischen Kaukasusrepublik Abchasien sind bei einer Explosion in einem Caféhaus zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Die Explosion ereignete sich nach Angaben der Polizei am Samstag in der Region Gali. Abchasiens international nicht anerkannter Präsident Sergej Bagapsch beschuldigte die georgische Regierung, diese hätte "das Attentat" organisiert. Es solle die Region weiter destabilisieren, erklärte er laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Er beschuldigte Georgien den Staatsterrorismus und kündigte eine Untersuchung an.

Südossetien und Abchasien hatten sich nach dem Ende der Sowjetunion in Unabhängigkeitskriegen von Georgien gelöst. Völkerrechtlich gehören sie weiter zu Georgien, sind jedoch wirtschaftlich von Russland abhängig. Mitte April hatte Moskau angekündigt, seine Zusammenarbeit mit beiden Regionen zu vertiefen und Tiflis damit zutiefst verärgert. Tiflis wirft Moskau vor, es wolle Georgien mit dieser Politik schwächen und einen NATO-Beitritt verhindern.


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