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10-08-2008 Georgien
Angeblicher Rückzug der georgischen Truppen


Die georgischen Truppen haben nach Angaben der georgischen Regierung mit dem Rückzug aus Südossetien begonnen. Die Soldaten würden fast aus der ganzen Region abgezogen, sagte der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats Georgiens, Alexander Lomaja, am Sonntag. Georgien habe die USA zudem darum gebeten, in dem Konflikt zwischen Georgien und Russland zu vermitteln.




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Zuvor hatte eine Regierungssprecherin bereits einen vorübergehenden Abzug aus der südossetischen Provinzhauptstadt Zchinwali angekündigt.

„Sie sind komplett abgezogen“, wurde Ministeriumssprecher Schota Utiaschwili von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Berichte über Abzug georgischer Truppen vorerst nicht bestätigt

Die Friedenstruppe hat am Sonntagvormittag die Medienberichte, laut denen georgische Einheiten Südossetien verlassen haben, nicht bestätigen können.

„Die Soldaten der gemeinsamen Friedenstruppe melden nach wie vor die Präsenz georgischer Einheiten im Konfliktgebiet. Es gibt dort noch georgische Soldaten, Waffen und Fahrzeuge“, sagte Wladimir Iwanow, Sprecher des Friedenskommandos.

10.000 weitere russische Truppen einmarschiert

Nach Angaben der georgischen Regierung sind in der Nacht zum Sonntag 10.000 zusätzliche russische Truppen in die abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien einmarschiert. Die Soldaten hätten an zwei Punkten die Grenze überschritten, hieß es in einer in Tiflis veröffentlichten Meldung. Demnach seien 6000 Soldaten nach Südossetien durch den Roki-Tunnel einmarschiert und weitere 4000 nach Otschamtschire in Abchasien.

Russische Kriegsschiffe nähern sich georgischer Küste

Ein Schiffsverband der russischen Schwarzmeerflotte hat sich am Sonntag der georgischen Seegrenze genähert. Dem Marinestab zufolge geht es aber um keinen Kampfeinsatz.

„Das Flagschiff der Schwarzmeerflotte, Raketenkreuzer Moskwa, das Wachschiff Smetliwy sowie Begleitschiffe haben am Sonntagmorgen den vorgegebenen Raum erreicht“, sagte ein ranghoher Offizier des russischen Marinestabs.

Es dementierte Medienberichte, wonach es sich um eine Blockade der georgischen Küste handle: „Diese Berichte entsprechen nicht der Wahrheit. Eine Küstenblockade würde einen Krieg gegen Georgien bedeuten. Wir befinden sich aber nicht im Kriegszustand“. Die Schiffe seien gekommen, um bei Bedarf Flüchtlingen zu helfen.

Medwedew fordert Dokumentierung georgischer Verbrechen in Südossetien

Osseten werfen Georgiern zahlreiche Gräueltaten vor: Menschen werden Augenzeugen zufolge bei lebendigem Leibe verbrannt. Der russische Premier Wladimir Putin hat Präsident Dmitri Medwedew über sein Treffen mit südossetischen Flüchtlingen informiert.

Bei einem Treffen mit Medwedew am Sonntag berichtete Putin über die Situation im Krisengebiet. Am Vortagabend hatte er die an Südossetien grenzende russische Teilrepublik Nordossetien besucht und mit Flüchtlingen gesprochen.

„Was die Flüchtlinge erzählen, geht weit über die Kampfhandlungen hinaus. Das sind Elemente eines Völkermordes am ossetischen Volk“, so Putin. Etwa im Bezirk Snauri hätten die Georgier mehrere Mädchen in einem Haus bei lebendigem Leibe verbrannt. „Sie trieben sie wie Viehe zusammen, verschossen in einem Haus und steckten es in Brand. Wir sahen, wir ein Panzer an einem anderen Ort eine alte Frau überfahren hat, die mit zwei Kindern fliehen wollte.

Wir sahen, wie ein 1,5-jähriges Kind erstochen wurde“, so Flüchtlinge zu Putin.

„Alle Verbrechen, die dort begangen wurden, sollen genau dokumentiert und später sorgfältig untersucht werden - bis hin auf die strafrechtliche Erlangung der Täter“, sagte Medwedew.

Am Samstagabend hatten die südossetischen Behörden berichtet, die Opferzahl unter Zivilisten sei auf mehr als 2000 Menschen gestiegen.

Der Konflikt um die abtrünnige georgische Provinz Südossetien war in der Nacht auf Freitag eskaliert. Georgien hatte eine Militäroffensive gestartet, um die Kontrolle über die Region zurückzugewinnen. Daraufhin kam es zu Kämpfen mit russischen Truppen und südossetischen Verbänden. Russland bombardierte nach georgischen Angaben auch Städte in Georgien.


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