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19-10-2008 Georgien
Südossetien spricht von Angriff von georgischem Dorf aus
An der Grenze zwischen Georgien und der abtrünnigen Republik Südossetien hat es am Samstag Schüsse gegeben, für die sich die Konfliktparteien gegenseitig verantwortlich machten.



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Der Innenminister von Südossetien, Michail Mindsajew, sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, südossetische Sicherheitskräfte in der Nähe des georgischen Dorfes Nikosi seien im Grenzgebiet mit Maschinengewehren und anderen Schusswaffen angegriffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

Südossetiens Präsident kritisiert ausländische Beobachter im Konfliktgebiet

Die Aktivitäten der internationalen Beobachter in der Grenzzone zwischen Südossetien und Georgien machen die ohnehin schwierige Situation in der Region noch komplizierter. Diese Meinung vertritt Südossetiens Präsident Eduard Kokoity. „Die tendeziöse Einstellung der ausländischen Beobachter ist offensichtlich“, wird Kokoity von Südossetiens Staatliches Komitee für Information und Presse zitiert. „Georgien verstößt mit seinen Handlungen gegen den Medwedew-Sarkozy-Plan, während die internationalen Beobachter dem schweigend zuschauen.“

Die Situation im Grenzgebiet habe sich indes erneut verschärft, sagte er. „Praktisch täglich werden Vertreter von Südossetiens Rechtsschutzorganen beschossen und Menschen entführt.“ In diesem Zusammenhang bewertete er die Mission der internationalen Beobachter im Konfliktgebiet als „äußerst seltsam“. Zuvor hatte Südossetiens Innenminister Michail Mindsajew mitgeteilt, dass Posten der südosetischen Rechtsschutzorgane an der Grenze mit Georgien beschossen wurden. „Die Posten in der Nähe des georgischen Dorfes Nikosi wurden morgens aus Maschinengewehren und anderen Schusswaffen beschossen. Dies geschah, als gerade die südossetischen Positionen in den Grenzzonen eingerichtet wurden“, hieß es.

Südossetien droht mit Gegenfeuer

Die südossetischen Posten des Innenministeriums haben den Befehl bekommen, im Falle eines gezielten Beschusses von den georgischen Positionen aus gezieltes Gegenfeuer zu eröffnen, erklärte Michail Mindsajew am Sonnabend.

„Einen anderen Weg gibt es heute nicht“, fügte er hinzu. Nach seinen Worten setzt Georgien seine Provokationen fort, die die südossetische Seite zu Gegenschritten zwingen sollen. „Es wird immer komplizierter, das Personal des Innenministeriums, das auf diese Weise gefährdet wird, davon abzuhalten“, sagte er. „Es fällt schwer, den Leuten zu erklären, sie sollten auf die Selbstverteidigung verzichten.“ Zugleich verwies er auf eine „unverständliche Rolle“ der internationalen Beobachter im Sicherheitsraum.

„Vereinbarungsgemäß darf es dort keine Militärs geben“, stellte der amtierende Minister fest. „Georgien verstößt in flagranter Weise gegen diese Vereinbarungen, während die Beobachter anscheinend eine einseitige Rolle spielen. Man spürt überhaupt keinen Einfluss (der Beobachter) auf die georgischen Haudegen.“

Der Streit zwischen Russland und Georgien um die abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien war im August in einen bewaffneten Konflikt eskaliert. Trotz eines Waffenstillstandsabkommens dauern die Spannungen an, es wurde von mehreren Schusswechseln berichtet. Russland hat Südossetien und Abchasien als unabhängige Staaten anerkannt. Seine Truppen hat Moskau aus den Pufferzonen um die Provinzen abgezogen.


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