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16-03-2010 Georgien
Russland bezeichnet fiktiven Bericht über russischen Einmarsch als verantwortungslos und unmoralisch


Der Chef des georgischen Fernsehsenders, der mit einem fiktiven Bericht über einen angeblich neuen Einmarsch russischer Truppen Panik ausgelöst hat, lehnt einen Rücktritt ab.




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Er bedauere, dass der Bericht die Bevölkerung geschockt und teilweise für Panik gesorgt habe, sagte Giorgi Arweladse vom Fernsehsender Imedi laut Medienberichten vom Montag. "Das Ziel war nicht, die Menschen zu ängstigen, sondern über die Sicherheitsgefahren zu berichten, die unserem Land drohen."

Der regierungsnahe „Privatsender“ hatte am Samstag gemeldet, russische Panzer seien auf dem Weg in die Hauptstadt Tiflis; russische Flugzeuge hätten Häfen und Flughäfen bombardiert. Die Meldung unterlegte der Sender mit Archivbildern der russischen Invasion in Georgien im August 2008. Lediglich kurz vor Beginn des Beitrags wurde kurz eingeblendet, dass es sich um eine "Simulation" möglicher Entwicklungen handele.

Fernsehsendung über Ereignisse vom Juni 2010 ist Terroranschlag

Surab Nogaideli, Chef der Oppositionspartei "Für gerechtes Georgien" und Ex-Premierminister der Republik, hat die am Samstag ausgestrahlte Sendung des georgischen Fernsehsenders "Imedi" über einen "Aufstand der Opposition im Juni 2010 nach ihrer Wahlniederlage", über "den Mord an Michail Saakaschwili" und über "eine erneute russische Invasion" als einen "politisch- psychologischen Terroranschlag der Führung Georgiens gegen ihre Opponenten" bezeichnet.

"Bei der Sendung handelt es sich um einen Bestandteil der Kampagne des politisch- psychologischen Terrors gegen die Opposition. Daran haben leider mehrere georgische Experten und Politiker teilgenommen, aber die Kampagne ist gescheitert", erklärte Nogaideli.

Inadäquate Handlungen seitens Georgiens zu erwarten

Die Außenpolitik Georgiens kann in der nahen Zukunft inadäquate Erscheinungsformen haben. Das erklärte am Montag der Direktor des Russischen Instituts für Strategische Studien (RISI), Leonid Reschetnikow, gegenüber ITAR-TASS im Zusammenhang mit der skandalösen Sendung des georgischen Fernsehsenders "Imedi".

"Der Zwischenfall resultiert aus dem offiziellen Kurs von Tbilissi, es handelt sich um Versuche, das Regime mit allen Mitteln zu verteidigen. Das Vertrauen des Volkes sinkt zweifellos, und die georgische Opposition plädiert für eine Normalisierung der Beziehungen mit Moskau. Saakaschwili sieht keinen anderen Ausweg, als die Lage zuzuspitzen und das georgische Volk einzuschüchtern", erklärte der Experte.

Russland bezeichnet Sendung als verantwortungslos und unmoralisch

Die Sendung des georgischen Fernsehsenders "Imedi" ist verantwortungslos und unmoralisch, vor allem für die Gesellschaft Georgiens, weil sie dort Panik hervorgerufen hat". Das erklärte der offizielle Sprecher des russischen Außenministeriums, Andrej Nesterenko.

"Es ist selbstverständlich, dass Georgien nach der Sendung eine Empörungswoge erlebte. Viele georgische Bürger sind der Meinung, dass die Provokation des Senders 'Imedi' ohne die Unterstützung der Führung des Landes unmöglich wäre. Der Präsident Georgiens hält es nicht geheim, dass er die skandalöse Sendung positiv bewertet. Er nennt das Szenario 'maximal realistisch'", betonte Nesterenko.

Der russische Diplomat erinnerte an die Proteste des Patriarchen der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche, Ilia II., der Oppositionspolitiker, Menschenrechtler, Bürger Georgiens, die sich vor dem Gebäude des Fernsehsenders "Imedi" versammelt hatten. Die provokative Aktion des Fernsehsenders gefährdete nach seinen Worten "Sicherheit und Stabilität in der Region, wo die Lage ohnehin gespannt ist".

Nesterenko brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass europäische Beobachter in Georgien und die Weltgemeinschaft die Aktion prinzipiell bewerten. "Politische Paranoia hat noch nie Nutzen gebracht und Probleme gelöst", ergänzte der Sprecher des Außenamtes Russlands.

Durch den Bericht über einen "Aufstand der Opposition im Juni 2010", über "den Mord an Michail Saakaschwili" und über "eine erneute russische Invasion" brach Panik in der Bevölkerung aus. Er wurde international scharf verurteilt, die US-Botschaft in Tiflis nannte ihn "unverantwortlich". Russland warf dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili vor, den von einem seiner Verbündeten betriebenen Fernsehsender für Propaganda zu missbrauchen. [ russland.RU ]



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