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18-07-2011 Georgien
Video-Geständnis aus Tiflis: Georgischer Fotograf will für Russland spioniert haben
Einer von drei wegen Spionage festgenommenen georgischen Fotografen hat nach Angaben aus Tiflis zugegeben, geheime Daten an einen mutmaßlichen russischen Agenten weitergegeben zu haben. Er habe Informationen über politische Spitzengespräche an den mutmaßlichen Kopf des Spionagerings, einen Fotografen der europäischen Bildagentur EPA, weitergeleitet, sagte der Verdächtige in einer am Montag von der georgischen Staatsanwaltschaft veröffentlichten Zeugenaussage per Video.



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Dieser habe ihn nicht nur beauftragt, Fotos weiterzugeben, sondern auch die Mitschriften von Gesprächen. Durch seine Tätigkeit als Fotograf für das georgische Außenministerium habe er Zugang zu den Computern gehabt.

Der Fotograf hatte zuvor mehrfach seine Unschuld beteuert. In der Videoaussage erklärte er nun, bereits zuvor mit Moskau kollaboriert zu haben, nachdem er von russischen Beamten erpresst worden sei. Er habe befürchtet, dass dies bekannt werde, wenn er den Forderungen des EPA-Fotografen nicht nachgekommen wäre. Seine Anwältin sagte, ihr Mandant habe seine Aussage aus Angst geändert. Das Geständnis sei unter psychologischem Druck im Gefängnis zustandegekommen, sagte Eka Beselia der Nachrichtenagentur AFP.

Ein weiterer Verdächtiger, bei dem es sich um den offiziellen Fotograf von Georgiens Präsident Michail Saakaschwili handelt, war ebenfalls in einem Video zu sehen, in dem er zugab, Fotos und Informationen an den EPA-Fotografen und mutmaßlichen russischen Spion weitergegeben zu haben.

Die Fotografen waren Anfang Juli festgenommen worden. Ein Gericht in Tiflis ordnete eine zweimonatige Untersuchungshaft an. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen bis zu zwölf Jahre Haft. Georgien hatte in den vergangenen Jahren mehrfach erklärt, russische Spionagenetzwerke zerschlagen zu haben. Das Innenministerium forderte am Montag alle möglichen Spione für Russland auf, sich zu melden und versprach im Gegenzug mildernde Umstände.

Moskau bezeichnete die jüngsten Festnahmen als "anti-russische Hysterie". Die Spannungen zwischen Georgien und Russland waren im Sommer 2008 in einer kurzen militärischen Auseinandersetzung um die abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Süd-Ossetien eskaliert.
[russland.RU]
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