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26-09-2012 Georgien
Weiteres Foltergefängnis in Georgien


Tbilissi – Insassen einer weiteren Haftanstalt in Georgien behaupten, gefoltert worden zu sein. Mehrere Insassen der Kolonie Ksani, die ca. 40 Kilometer von Tbilissi entfernt liegt, traten am heutigen Montag per Telefon mit dem georgischen Fernsehsender "9 Archi" in Verbindung und informierten über exzessive Gewalt und Folter in dieser Anstalt.




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"In den vergangenen Monaten und Jahren wurden viele von uns zusammengeschlagen und gefoltert", teilte ein Häftling georgischen Fernsehjournalisten mit. Den Häftlingen zufolge wurden in Ksani "in einzelnen Fällen Elektroschocker benutzt". Ein Mann sei nach schweren Misshandlungen ums Leben gekommen, sagten sie.

Die am 18. und 19. September veröffentlichten Videoaufnahmen von Foltern im georgischen Gefängnis Gldani in Tbilissi haben landesweit für heftige Proteste gesorgt. Die Ministerin für Strafvollstreckung, Bewährung und juristische Hilfe, Chatuna Kalmachelidse, reichte am 19. September ein Entlassungsgesuch ein. Am 20. September trat der Innenminister Georgiens, Batscho Achalaja, zurück.

Moskau fordert, dass alle Tatsachen bezüglich der Folterungen aufgeklärt werden, und erinnert daran, dass Georgien die Anti-Folter-Konvention und andere internationale Abkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe unterzeichnet hat. "Wir hoffen außerdem darauf, dass das UN-anti-Folter-Komitee und das Europäische Komitee zur Verhütung von Folter die Ereignisse in Georgien bewerten werden".

Der landesweit bekannte georgische Sänger Bakur Burduli hat in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der in Tbilissi erscheinenden Zeitung "Assawal Dassawali" über seine Entscheidung informiert, auf den vor mehreren Jahren vom Präsidenten Georgiens, Michail Saakaschwili, erhaltenen Ehrenorden zu verzichten.

Er ist überzeugt, dass "es unzulässig ist, den von einer Staatsführung, die Menschen in Gefängnissen foltern lässt, bekommenen Orden zu tragen". "Was in meinem Land passiert, kann mir nicht gleichgültig sein. Die Folter-Aufnahmen waren für mich ein Schock", so der Musiker. "Ich verzichte auf den Orden aus Protest und hoffe, dass meine Freunde und Kollegen meinem Beispiel folgen werden", teilte Burduli Journalisten mit.

[russland.RU]
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