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17-08-2004 Boris Jelzin
Russen machen Jelzin für Finanzkrise 1998 verantwortlich
Das Allrussische Meinungsforschungszentrum WZIOM hat auf seiner Webseite die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, mit der die Einstellung der Bürger Russlands zur Finanzkrise im August 1998 sowie ihre Erwartungen bezüglich einer neuen Finanzkrise analysiert werden.

Wie die Ergebnisse der Umfrage zeigten, halten 57 Prozent der Befragten Russlands Ex-Präsident Boris Jelzin und seine Umgebung für die Finanzkrise 1998 verantwortlich. Ein wesentlich geringerer Anteil der Befragten sah im damaligen Kabinett von Sergej Kirijenko (21 Prozent), in den Oligarchen mit Boris Beresowski an der Spitze sowie in den liberalen Reformern unter Leitung von Anatoli Tschubais (jeweils 16 Prozent) die Hauptschuldigen. Die Idee einer internationalen Verschwörung wurde lediglich von sieben Prozent unterstützt: Diese wälzten die Schuld auf den IWF und ausländische Gläubiger ab.

Ein Vergleich zwischen den in den letzten vier Jahren vorgenommenen Umfragen zeugt davon, dass die Krise, die genau heute vor sechs Jahren begonnen hat, nicht vergessen ist. Trotz der günstigen Wirtschaftssituation der letzten Jahre ist nahezu die Hälfte der Befragten der Auffassung, dass sich eine ähnliche Finanzkrise in Russland jeden Augenblick wiederholen könnte. In den letzten vier Jahren vertreten 43 bis 47 Prozent der Befragten diese Ansicht. Optimisten, die in nächster Zeit keine derartigen finanziellen Erschütterungen erwarten, machen 32 bis 37 Prozent aus.

Düstere Stimmungen sind für sozial instabile und ältere Bevölkerungsgruppen charakteristisch. Optimisten dominieren in jüngeren Gruppen sowie unter denen, die ihre materielle Lage als „gut" bewerten.

Die WZIOM-Umfrage war im Juli 2004 in 100 Städten und Ortschaften von 39 Gebieten, Regionen und Republiken Russlands vorgenommen worden. Befragt wurden 1539 Personen. Die statistische Fehlerquote liegt bei höchstens 3,4 Prozent. (RIA)