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08-04-2005 Boris Jelzin
Massenhafte Verarmung unter Jelzin - Russland droht beispielloses Wachstum der Kinderverwahrlosung
Die massenhafte drastische Verarmung unter Jelzin in Russland - alle negativen schockhaften Veränderungen haben eine Erosion der moralisch-ethischen Werte und der sozialen Standards ausgelöst.

Der Ärger wird nicht selten an Kindern ausgelassen. Eine Analyse der im vergangenen Jahr eingereichten Eingaben hat ergeben, dass die Rechte der Minderjährigen in 40 Prozent der Fälle von ihren eigenen Eltern, meist Trinkern, verletzt werden. Bei weitem nicht in allen Städten Russlands sind Kinderrechtsbeauftragte tätig. Die vom Kinderrechtsbeauftragten Moskaus, Alexej Golowan, angeführten Angaben wurden in der Zeitung "Trud" veröffentlicht.

Nach Angaben unabhängiger Experten gibt es 1,5 Millionen obdachlose verwahrloste Kinder, 710 000 Kinder ohne elterliche Fürsorge sowie Waisen im Land.

In Moskau wurden im vergangenen Jahr 18 422 Minderjährige (2 300 davon Moskauer) wegen Verwahrlosung und Landstreicherei festgenommen. Die Kriminalität unter den Minderjährigen nimmt jährlich um zehn Prozent zu.

In den Kinderheimen von Moskau halten sich 996 Kinder auf, die ohne elterliche Fürsorge geblieben sind.

Es häufen sich Fälle, dass Bürgerinnen anderer Staaten - Moldawiens, der Ukraine, Tadschikistans -, die auf der Arbeitssuche in der Hauptstadt angereist sind, ihre Kinder aussetzen. Die zuständigen Einrichtungen von Moskau nehmen jährlich 90 ausgesetzte Kinder bei sich auf.

Hatte der Staat vor drei Jahren angesichts der das Land überschwemmenden Vernachlässigung von Kindern ernste Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen, so wurde jetzt der Rückwärtsgang eingelegt. Es handelt sich um die Verabschiedung des Gesetzes über die Monetisierung von Sozialleistungen in Naturalform, das die wichtigsten Verfassungsrechte der Kinder wesentlich eingeschränkt. Es geht um die Abschaffung der unentgeltlichen Hilfe für die Minderjährigen, die in eine schwierige Lebenssituation geraten sind. Mit der Annahme eines neuen Wohngesetzes und mit Änderungen am Zivilgesetzbuch ist ein weiterer Ausbruch von Kinderverwahrlosung zu erwarten.

Während Moskau noch adäquate Lösungen für dieses Problem finden kann, bleibt die Situation in vielen Regionen kritisch. Experten rechnen mit dem gleichen Anstieg der Zahl der obdachlosen verwahrlosten Kinder, wie nach Ende des Großen Vaterländischen Krieges 1945. (RIA)