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31-01-2006 Boris Jelzin
Jelzin will endlich christliches Begräbnis für Lenins Leichnam
Der frühere russische Präsident Boris Jelzin hat sich dafür ausgesprochen, den einbalsamierten Leichnam von Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin endlich zu begraben. Ihm habe es während seiner Amtszeit leider an Zeit gemangelt, um "in der Geschichte einen Schlusspunkt zu setzen" und Lenins Aufbahrung in seinem Moskauer Mausoleum ein Ende zu setzen, sagte Jelzin dem russischen Magazin "Itogi" vom Montag.

"Man hätte ihn schon vor langer Zeit beerdigen sollen, wie es die christliche Tradition verlangt." Jetzt sei es "an der Zeit", die einbalsamierte Leiche endlich aus ihrem Glassarg zu holen und unter die Erde zu bringen.

Russland diskutiert regelmäßig über den Umgang mit Lenins Leichnam. Kritiker finden den Kult um die Leiche des 1924 verstorbenen Revolutionärs nicht mehr zeitgemäß. Die Gouverneurin von Sankt Petersburg, Valentina Matwienko, wies kürzlich mit Blick auf den einbalsamierten Leichnam darauf hin, dass Russland "nicht Ägypten" sei. Der Präsident der russischen Republik Kalmückien, Kirsan Iljumdschinow, bot dagegen eine Million Dollar, um das Mausoleum samt Leichnam in seine Republikhauptstadt Elista zu holen. Das Moskauer Mausoleum zieht immer noch zahlreiche in- und ausländische Touristen an. Präsident Wladimir Putin hatte sich bislang gegen eine Umbettung Lenins ausgesprochen.