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24-04-2007 Boris Jelzin
Hunderte Russen trauern in Moskau um ehemaligen Staatschef Jelzin
Einen Tag vor der Beerdigung des verstorbenen Boris Jelzin haben am Dienstag hunderte Russen in Moskau Abschied von dem ehemaligen Staatschef genommen. Präsident Wladimir Putin verschob wegen der für Mittwoch angesetzten Beerdigung seine jährliche Ansprache an die Nation um einen Tag.

Die gemeinsame Sitzung beider Parlamentskammern zu Putins Rede sei auf Donnerstag verlegt worden, teilte die russische Regierung am Dienstag mit. Jelzin war am Montag im Alter von 76 Jahren an Herzversagen gestorben. Er sollte laut Kreml auf dem Moskauer Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt werden. Die Regierung rief für Mittwoch Staatstrauer aus.

Mehr als 500 Menschen passieren jede Stunde den Sarg mit dem russischen Ex-Präsidenten Boris Jelzin, der in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale aufgestellt ist.

Obwohl die Polizeiwache die Menschen in die Kathedrale ziemlich schnell einlässt, wird die Menschenschlange nicht kleiner. In erster Linie wollen sich ältere Menschen von dem Altpräsidenten verabschieden. Es gibt aber auch ziemlich viele Jugendliche in der Schlange.

Vor dem Sarg wurde die Ehrenwache aufgestellt, die alle 15 Minuten gewechselt wird. Neben dem Sarg sitzen Jelzins Witwe Naina, die beiden Töchter und mehrere Enkelkinder.

In der Kathedrale wurden mehrere Dutzende von Blumenkränzen ausgestellt. Sie wurden von dem Präsidenten, dem Präsidialamt, der Föderativen Versammlung, dem Föderalen Sicherheitsdienst, der Russischen Akademie der Wissenschaften, verschiedenen Ministerien und Behörden bestellt.

Seit dem Beginn der Trauerzeremonie wurden in die Christ-Erlöser-Kathedrale etwa 250 Reporter eingelassen.

Für Jelzin sollte am Mittwoch eine christlich-orthodoxe Messe gelesen werden. Bundespräsident Horst Köhler wollte an der Trauerfeier teilnehmen. Erwartet wurden auch die ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und George Bush ebenso wie Vertreter aus ehemaligen sowjetischen Republiken, berichteten russische Medien.

Die Trauerzeremonie sollte live im Fernsehen übertragen werden. Auf dem Moskauer Nowodewitschi-Friedhof, wo Jelzin begraben werden sollte, sind auch andere ehemalige führende russische Politiker wie Nikita Chruschtschow und Künstler wie Anton Tschechow beigesetzt. Die Regierung rief für Mittwoch einen nationalen Tag der Trauer aus, die Fahnen sollten landesweit auf Halbmast wehen.

Jelzin, dessen Karriere als KPdSU-Funktionär in der Sowjetunion begann, übernahm nach deren Zerfall 1991 als erster demokratisch gewählter Präsident die Macht in Russland. Er war seit langem herzkrank, hatte bereits zwei Infarkte erlitten und sich mehreren Bypass-Operationen unterzogen. Ende 1999 trat Jelzin sein Amt an Putin ab. Führende Politiker aus aller Welt würdigten Jelzins Verdienste.