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23-04-2008 Boris Jelzin
Putin gedenkt Jelzin: „Einmalig wie Russlands Schicksal“
Der scheidende Präsident Wladimir Putin und zahlreiche andere hochrangige russische Politiker haben dem vor einem Jahr gestorbenen russischen Ex-Präsidenten Boris Jelzin geehrt. An seinem Grab in Moskau nannte Putin Jelzin eine der "strahlendsten Figuren des 20 Jahrhunderts".

Jelzin, der mit 76 Jahren gestorben war, habe nicht nur sein Land, sondern den gesamten Gang der Weltgeschichte beeinflusst.

"Die stürmischen 90er Jahre waren die Zeit rapider Veränderungen sowie kühner und unorthodoxer Menschen, eine Zeit von Persönlichkeiten, die gegen den Strom gehen konnten, zu neuen Zielen aufriefen und Menschenmassen mit sich führten", so Putin. "Boris Nikolajewitsch Jelzin gehört ohne jede Übertreibung zu dieser herausragenden Plejade."

"Er hat einen harten Weg des Politikers und des Staatsbürgers zurückgelegt", fügte Noch-Präsident Putin hinzu. "In seinem Leben stand er oft vor einer komplizierten und prinzipiellen Wahl. Sein Weg war aber genauso einmalig wie auch das Schicksal unseres Landes."

"Jelzin hat immer die volle Verantwortung für die Ereignisse im Land getragen, er hat uns gezeigt, dass man den gewählten strategischen Kurs nur so, und zwar mutig und entschlossen, verfolgen soll", erinnerte er. "Ein Mensch lebt, wenn das Andenken an ihn lebendig bleibt, wenn seine Taten und Ideen leben", unterstrich der Nachfolger Jelzins auf dem Präsidentenposten.

Unter Jelzin habe Russland beispiellose Veränderungen und schwere Erschütterungen erlebt, es hat aber sowohl seine Staatlichkeit, als auch sein Recht auf eine selbständige Entwicklung verteidigt, hob Putin hervor. "Nichts konnte damals das wichtigste Streben der Menschen, das Streben nach der Freiheit, hindern."

Auch Putins Nachfolger Medwedew, der Anfang März zum Präsidenten gewählt wurde, nahm an der Enthüllung eines Denkmales für Jelzin an dessen Grab teil.

In Jektarinenburg wurden eine Universität und eine Straße nach Jelzin benannt. Jelzin war an Herzversagen gestorben. Seine Karriere hatte als KPdSU-Funktionär in der Sowjetunion begonnen. Nach deren Zerfall wurde er 1991 erster Präsident der unabhängigen Russischen Föderation. Zwei Monate später schlug er den Putschversuch reformfeindlicher Kräfte gegen Gorbatschow nieder. Sein Bild als Volksheld auf einem Panzer ging um die Welt. Ende 1999 trat er nach mehreren Herzanfällen und hartnäckigen Gerüchten über eine Alkoholkrankheit sein Amt an Putin ab. [ russland.RU ]