8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges


Je näher der Tag des Sieges, desto stärker riecht es nach Baltikum
Je näher der 60. Jahrestag des Sieges über den Faschismus, desto größer die Zahl der Politiker, die davon überzeugt sind, dass dieses Fest verdorben werden muss.

Immer seltener erinnern sie sich an den Krieg, an Auschwitz, Stalingrad, die britischen Matrosen, die im eiskalten Wasser in den Zugängen zu Murmansk, wohin sie Hilfe für die Russen gebracht haben, ertrunken sind, an die Kämpfe in den Ardennen, an die französische Resistance und die deutschen Antifaschisten. Und immer öfter wird die Situation um Baltikum nahezu zum wichtigsten Ereignis im Verlaufe des ganzen Zweiten Weltkrieges nominiert.

Die Spitzenvertreter der drei baltischen Länder suchen auf jede Weise groß heraus zu stellen, dass der Abzug der Hitlerfaschisten aus Riga, Vilnius und Tallinn ein ganz gewöhnliches, der Einmarsch der sowjetischen Truppen dort aber ein außerordentlich tragisches Ereignis gewesen wäre. Aus dieser Prämisse ergeben sich schon ganz konkrete Taten. Das Todeslager Salaspils bei Riga, in dem in den Jahren des Zweiten Weltkrieges Kinder gefoltert worden waren und ihnen Blut für die Soldaten des Reichs entnommen wurde, wird heute als Arbeitsbesserungsanstalt bezeichnet. Ehemalige Sieger werden auf die Anklagebank gesetzt, Faschisten, Angehörige der Waffen-SS, marschieren aber feierlich in den Straßen. Das vereinte Europa erträgt das alles standhaft. Oder hält das alles für geringe Sünden. Genauso ist einstmals auch das Münchner Abkommen mit Hitler von vielen Europäern bewertet worden.

In einer Reihe von Ländern ist eine aktive baltische Lobby am Werk. In den USA legte zum Beispiel eine Gruppe, der neun Mitglieder der "baltischen Fraktion" des Repräsentantenhauses angehören, dem Kongress einen Resolutionsentwurf vor, in dem sie von Russland fordert, die "Okkupation" Litauens, Lettlands und Estlands im Zeitraum von 1940 bis 1991 offiziell "als rechtswidrig" anzuerkennen. Das ist übrigens nicht nur eine politische, sondern im übertragenen Sinne auch eine wirtschaftliche Forderung. Unschwer zu erraten, dass im Falle der Anerkennung der "Annexion" durch Russland sich vor den russischen Botschaften sofort Schlangen von Letten, Esten und Litauern mit verschiedenen finanziellen Forderungen nach Entschädigungen für den ihnen durch ihre Befreiung vom Hitlerfaschismus zugefügten Schaden bilden würden.

Ich habe bereits geschrieben, dass die historische Wahrheit immer ein Problem ist. Darunter auch die Wahrheit über den Krieg. Für die Russen und Deutschen ist sie aber in geringstem Maße gefährlich, weil die Ersteren seit langem schon den Molotow-Ribbentrop-Pakt und die Verbrechen des Stalinismus verurteilt, die Letzteren aber sich seit langem schon vom Faschismus und von Hitler losgesagt haben. Die Wahrheit schießt heute daher im direkten Richten in erster Linie auf ganz andere Ziele. Insbesondere auf die baltischen Länder, die verzweifelt zwischen Moskau und Berlin hin und her gelaufen waren und den beiden Treue geschworen haben. All das lässt sich in Archiven finden. Dort liegen die Verpflichtungen und Unterschriften konkreter baltischer Politiker, die vor dem Zweiten Weltkrieg wiederholt die beiden Hauptstädte - die der Sowjetunion und die des hitlerfaschistischen Deutschland - besucht hatten.

Im russischen Außenministerium liegen auch noch entsprechende Dokumente mit den Gesuchen der baltischen Führung um die Angliederung an die UdSSR. Es kann natürlich behauptet werden, dass solche Dokumente ein Ergebnis der sowjetischen Einmischung und des stalinschen Drucks gewesen seien. Ich zweifle gar nicht daran, dass das stimmen kann. Zu berücksichtigen sind aber zumindest zwei Umstände. Erstens mischten sich in die baltischen Angelegenheiten neben Moskau viele andere fremde Kräfte ein, darum ist es absolut hoffnungslos, im Europa jener Zeit nach einem keuschen Politiker zu suchen. Viele der großen Mächte wollten damals das kleine Baltikum verschlingen, Stalin war 1940 einfach schneller als Hitler, den er auf der Zielgeraden überholte.

Zweitens war das Volk des Baltikums in jener Periode in zwei praktisch gleiche Teile gespalten: den sowjetfreundlichen und den deutschlandfreundlichen - und das ist viel wichtiger. Daran wollen sich aber die Chefs der baltischen Länder kategorisch nicht erinnern. Der sowjetfreundliche Teil hatte aber damals seine Argumente. Viele hatten zum Beispiel Angst vor dem Einmarsch der Deutschen, weil sie den Verlust ihres Besitztums befürchteten, denn die deutsche Armee stand in einem schlechten Ruf und ihr folgte eine Menge Leute, die sich an fremdem Eigentum gesund stoßen wollten. Im Unterschied zu den Deutschen wurde im Baltikum von den Sowjets viel gesprochen, aber real wusste man von ihnen wenig, so daß eine, wenn auch illusorische, Hoffnung blieb.

Um so offensichtlicher war aber die Wahl für die Juden, deren Prozentsatz im Baltikum ziemlich groß war. Zum Beispiel bildeten die Juden in Vilnius vor dem Krieg den Großteil der hauptstädtischen Bevölkerung. Somit bedeutete die Sowjetunion für die baltischen Juden Leben, das hitlerfaschistische Deutschland aber den Tod. Braucht man sich da zu wundern, dass sie sich über den Einmarsch der Russen gefreut haben? Als ich vor ungefähr fünfzehn Jahren die Gelegenheit hatte, die prachtvolle und geräumige Synagoge von Vilnius zu besuchen, fand ich sie leer vor. Und nicht etwa deshalb, weil die Juden aus Vilnius nach Israel ausgewandert wären. Sie alle waren dem Holocaust zum Opfer gefallen. Praktisch das gesamte jüdische Vilnius war nach dem Einmarsch der Deutschen ausgerottet worden.

Übrigens haben laut Zeugnissen der wenigen am Leben gebliebenen Juden gerade jene Balten den aktivsten Anteil an der Abrechnung mit der jüdischen Bevölkerung genommen, die heute unter den Fahnen der Waffen SS im zivilisierten, antifaschistischen, demokratischen und politisch korrekten Europa marschieren.

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Ich habe nichts gegen Reue. Viele meiner Verwandten sind ebenfalls in den stalinschen Kerkern ums Leben gekommen. Ich bin lediglich dafür, das neben dem alten Stalinisten auch ein baltischer Angehöriger der Waffen-SS, der am Tode von Juden schuld ist, und auch ein politisch korrekter Europäer, der im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges das Münchner Abkommen ohne sonderliche Gefühlsregungen akzeptiert hat, knien. Und selbstverständlich auch jene neun amerikanischen Kongressmitglieder, die ihre eigenen, in der Normandie und den Ardennen gefallenen, Boys verraten haben. Hätten die Toten an der Abstimmung teilnehmen können, so wäre kein einziger der Politiker, die die heutige "baltische Lobby" bilden, in den US-Kongress gekommen, davon bin ich überzeugt.

Das Fest des Sieges wird natürlich gehörig begangen. Um jener willen, die nach dem weltweiten Blutbad am Leben geblieben sind, und auch um jener willen, die nicht nach Hause zurückgekehrt sind. Eigentlich kommt es gar nicht darauf an, ob die baltischen Politiker die russischen Veteranen ehren wollen oder nicht. Im Baltikum leben nicht nur Politiker, sondern auch einfache Menschen. Und diese Menschen haben es frisch in Erinnerung, wie es sich in Wirklichkeit zugetragen hat. Gerade sie werden die russischen Soldaten ehren. Und die Politiker? Sollen sie sich zum Teufel scheren, denn die Soldaten haben nicht für sie gekämpft. (Pjotr Romanow, politischer Kommentator der RIA Nowosti)
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