8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges


Womit drohte der Hitlerismus Osteuropa?
(Prof. Dr. hist. habil. Wjatscheslaw DASCHITSCHEW) Die Präsidenten von Litauen und Estland wünschen nicht, nach Moskau zu kommen, um das Andenken der vielen Millionen im Kampf gegen die Nazityrannei Gefallenen zu ehren.

Sie begründen ihren Beschluss mit der Behauptung, Stalin habe nach dem Krieg den baltischen Ländern die Sowjetherrschaft aufgezwungen. Frau Freiberga, Präsidentin von Lettland, hat zwar die Einladung, am 9. Mai Moskau zu besuchen, angenommen, vertritt jedoch den gleichen Standpunkt. Ähnliche Argumente legen Vertreter der polnischen Führung dar.

Erinnern wir uns an die Geschichte, denken wir an die Gefahr zurück, die für die Völker dieser Länder von der Naziherrschaft ausging. Mit höchster Klarheit verkündete das der in Himmlers und Rosenbergs Ämtern aufgestellte "Generalplan Ost", eines der schändlichsten und barbarischsten Dokumente des 20. Jahrhunderts. Darin war vorgesehen, nach dem Krieg innerhalb von 30 Jahren 40 bis zu 50 Millionen Menschen aus Westrussland, Polen (85 Prozent der Bevölkerung), der Westukraine (65 Prozent der Bevölkerung), aus Weißrussland (75 Prozent) und einen bedeutenden Teil der Bevölkerung Lettlands, Litauens und Estlands nach Westsibirien, Nordkaukasien, Südamerika und Afrika zu deportieren. Der stenographische Bericht einer Beratung in Hitlers Hauptquartier vom 15. Mai 1942 zeugt von den Anweisungen Hitlers für seine Mitstreiter: Das Ziel seiner künftigen Ostpolitik habe der Chef als Schaffung eines Siedlungsraums für ungefähr 100 Millionen Vertreter der deutschen Rasse bezeichnet. Er halte es für notwendig, alle Anstrengungen zu unternehmen, um mit eiserner Konsequenz die Deutschen, eine Million nach der anderen, in den Osten umzusiedeln. Hitler habe erklärt, spätestens in zehn Jahren erwarte er einen Bericht über die Kolonisierung der bis dahin an Deutschland bereits angegliederten oder von seinen Truppen besetzten Ostgebiete durch mindestens 20 Millionen Deutsche.

Der Generalgouverneur von Polen fasste seine Mission wie folgt auf: Von nun an sei die politische Rolle des polnischen Volkes ausgespielt. Es werde zur Arbeitskraft erklärt, zu nichts sonst. Man werde erreichen, dass der Begriff Polen als solcher für immer gelöscht werde. Nie mehr werde Rzecz Pospolita oder ein beliebiger anderer polnischer Staat wieder belebt werden. Ein gleiches Schicksal erwartete auch die baltischen Länder. Ein noch schrecklicheres Los hätte dem russischen Volk zuteil werden sollen. Geplant war, schon in den Jahren des Krieges gegen die Sowjetunion ungefähr 30 Millionen Russen zu vernichten.

Davon spricht man heute nicht gern, vielmehr werden die UdSSR und der Stalinismus der Okkupation dieser Länder bezichtigt. Die Versuche, die Schuld an den Verbrechen Stalins und seines totalitären Regimes, an der messianischen Politik zur Erweiterung der kommunistischen Herrschaft auf das heutige Russland und seine Führung abzuwälzen, sind völlig unhaltbar. (RIA)
Sowjetische Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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