8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges


Russland feiert mit Militärparade den 63. Jahrestages des Sieges über Hitler-Deutschland


Russland feiert am heutigen Freitag den 63. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion der Jahre 1941-1945. Großveranstaltungen wie Blumenniederlegungen an Denkmälern für die gefallenen Helden finden in mehr als 3800 Städten und Siedlungen Russlands statt.

Um 22.00 Uhr Ortszeit wird in Moskau Salut geschossen.

Russlands neuer Präsident nimmt Militärparade auf Rotem Platz ab

Der Parade auf dem Roten Platz wohnten Präsident und Oberster Befehlshaber der Streitkräfte, Dmitri Medwedew, Ministerpräsident Wladimir Putin und andere führende Politiker bei.

Der Staatschef gratulierte den russischen Bürgern zum Siegestag, "dem heiligsten Feiertag, der vom ganzen Volk gefeiert wird und der für immer und ewig zum Zeichen unserer nationalen Einheit geworden ist."

Medwedew bedankte sich bei den Veteranen des Großen Vaterländischen Kriegs, die dem Feind "nicht gestattet haben, das Land auf die Knien zu stellen, und ihren Nachkommen eine große Patriotismuslehre erteilten." "Dank Ihnen wird der 9. Mai für immer der Tag der Befreiung unseres Volkes bleiben, der Tag, an dem das neue Zeitalter der Weltgeschichte begonnen hat. "Der 9. Mai ist ein besonderes Fest für unser Volk.

Russland hat wohl kein anderes Fest, das so erhaben, so groß ist und unter Qualen hervorgebracht wurde", sagte Medwedew am Freitag bei einem Empfang anlässlich des 63. Jahrestages des Sieges über Hitler-Deutschland in Moskau. "Zugleich ist das ein Fest voll Licht und Freude, weil es verschiedene Generationen unter der Fahne des historischen Sieges vereint."

"Unsere Väter und Großväter haben einen immensen Preis für diesen Sieg bezahlt... Unser Volk hat seine historische Mission erfüllt, nicht nur das eigene Land befreit, sondern auch die ganze Welt vor dem Faschismus bewahrt. Unser Volk brachte die Freiheit für Staaten Europas und bestimmte die Geschichte für Jahrzehnte voraus."

Medwedew sagte ferner, dass sich die Lehren von 1945 nie verjähren werden. "Aus diesen Lehren ergibt sich, dass die Konfrontation und die Gewaltanwendung zu Katastrophen führen. Und für blutige Fehler der Politiker müssen die Völker zahlen... Diese Fehler lasten auch schwer auf den Schultern der nächsten Generationen." Wir werden die Verteidigung von Moskau und Leningrad, die Schlachten bei Stalingrad und Kursk, den Kampf um die Befreiung Europas nie vergessen", sagte Medwedew.

Wir begehen schon den 63. Siegesmai. Aber die schweren Jahre des Großen Vaterländischen Krieges werden nie in Vergessenheit geraten", so der Präsident. Der Präsident wünschte den Kriegsveteranen gute Gesundheit und lange Lebensjahre.

Medwedew warnt vor "unverantwortlichen Ambitionen"

Bei einer Militärparade zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland hat Russlands neuer Präsident Dmitri Medwedew vor "unverantwortlichen" konfliktschürenden "Ambitionen" gewarnt. "Die Geschichte der Weltkriege mahnt uns, dass bewaffnete Konflikte nicht von alleine beginnen", sagte Medwedew am Freitag auf dem Roten Platz in Moskau.

Kriege würden "entzündet von denen, die ihre unverantwortlichen Bestrebungen über die Interessen von Ländern und ganzen Kontinenten sowie über die Interessen von Millionen von Menschen stellen". Medwedew nahm die erste große Militärparade seit 18 Jahren gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Wladimir Putin ab, der am Donnerstag zum Regierungschef gewählt worden war.

"Wir müssen sehr genau jeden Versuch beobachten, rassistischen oder religiösen Hass zu säen oder ideologischen Terror und Extremismus anzufeuern", sagte der am Mittwoch zum Präsidenten ernannte Medwedew. Zudem warnte er vor Einmischungen in die Angelegenheiten von Staaten sowie Versuchen, Staatsgrenzen zu verändern. Verletzungen des internationalen Rechts dürften nicht hingenommen werden, betonte Medwedew.

"Wir können nicht die Vernachlässigung von Völkerrechtsnormen zulassen, die von der ganzen Weltgemeinschaft durch Leiden errungen wurden, von den Normen, ohne die das gefahrlose Leben und die gerechte Weltordnung unmöglich wären."

"Die Geschichte der internationalen Kriege warnt uns: bewaffnete Konflikte entstehen nicht von selbst, sondern werden von den Kräften entfesselt, deren verantwortungslose Ambitionen die Oberhand über die Interessen von Ländern und ganzen Kontinenten, über die Interessen von Millionen Menschen gewinnen. Daher dürfen wir die Lehren aus dem Großen Vaterländischen Krieg nie vergessen und müssen jeden Tag unser Bestes tun, damit solche Tragödien nie wieder passieren", ergänzte Medwedew.

Die Warnungen Medwedews kommen zu einem Zeitpunkt, da die Beziehungen zum Westen und besonders den USA angespannt sind. Moskau lehnt die Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien strikt ab. Zudem befindet sich Russland in einem Streit mit seinem Nachbarn Georgien, bei dem es um den Status der beiden von Georgien abtrünnigen Kaukasus-Republiken Abchasien und Südossetien geht. Russland kritisiert außerdem Pläne für ein US-Raketenabwehrschild in Europa, da es sich dadurch bedroht fühlt.

An der Parade auf dem Roten Platz nahmen fast 8000 Armeeangehörige, 111 gepanzerte Fahrzeuge sowie 32 Flugzeuge und Hubschrauber teil. Zum ersten Mal seit 1990 fuhren im Stadtzentrum von Moskau wieder Panzer und sonstige schwere Kampftechnik auf. Für schönes Wetter sorgten zehn speziell ausgerüstete Flugzeuge der russischen Luftwaffe, die in einer Höhe von bis zu 4500 Metern in einem Umkreis von 50 bis 300 Kilometern von Moskau in den Wolken ein Präparat versprühten, um den Regen zu provozieren. Somit blieb der Himmel über Moskau klar.

Zuletzt war schwere Kampftechnik bei der Parade in Moskau am 7. November 1990 aufgefahren. 1991-1994 wurden keine Paraden durchgeführt. Erst 1995 marschierten Kriegsveteranen anlässlich des 50. Siegestages über den Roten Platz. Am Poklonnaja-Berg wurde an diesem Tag Kampftechnik präsentiert.

Auf Beschluss des russischen Präsidenten wurden ab Mai 2008 Militärparaden unter Teilnahme schwerer Technik in Moskau wiederaufgenommen.

Putin hatte die Parade zuvor als Vorführung von Russlands zunehmendem Militärpotential beschrieben. "Wir sind in der Lage, unser Volk, unseren Staat und unseren Reichtum zu verteidigen", sagte der neue Regierungschef. [ russland.RU ]
Sowjetische Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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Deutsche Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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