8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges


Gedanken zum 9. Mai – (K)ein Grund zu feiern


[ Von Michael Barth ] Staraja Russa – Wenn heute in Moskau wieder die alljährliche Parade zum Tag des Sieges im „Großen Vaterländischen Krieg“ abgehalten wird, wenn die Truppenschau mit schwerem Kriegsgerät an der jubelnden Menschenmasse vorbei marschiert, ja dann knallen auch die Sektkorken. Ganz Russland ist im Feiertaumel und gedenkt seiner Helden. Jedoch, jeder Krieg erzählt auch von seiner hässlichen Schattenseite…



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Zur Erinnerung: am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht Russland. Am 9. Mai 1945 setzte die Rote Armee dem Spuk ein Ende und das faschistische Deutschland unterzeichnete die Kapitulation. In den Jahren dazwischen mussten fast 40 Millionen Sowjetbürger ihr Leben lassen. Zivilisten genauso wie die Soldaten, die an der Front um ihr Vaterland kämpften. In gesichtslosen einfachen Gräbern, meist erst in jüngerer Zeit, auf unzähligen Soldatenfriedhöfen beigesetzt.

In endlosen Reihen, die Zeugnis von dem Wahnsinn geben, zu tausenden zur letzten Ruhe gebettet. Nur hin und wieder nennt eine Gedenktafel unzählige Namen dieser Gefallenen, die meisten dieser Gräber jedoch sind Namenlos. Zentral wacht die ewige Flamme über diese Orte des Gedenkens. Es sind Orte, die nachdenklich machen, die berühren. Sogar sehr tief berühren. Niemand der sich dafür schämen muss, sich die eine oder andere Träne aus dem Augenwinkel zu wischen.

Es mag daher jeder selbst entscheiden, ob der heutige Tag ein Grund für ihn zu feiern ist. Der Schreiber dieser Zeilen hat sich jedenfalls entschlossen, den Schampanskoje heute zuzulassen und lieber über all diejenigen zu sinnieren, die das Ende dieses Krieges nie erleben durften…
[ Michael Barth / russland.RU]
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Foto: M. Barth

Sowjetische Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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Sowjetische Flugblätter für deutsche Soldaten
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Deutsche Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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