8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges


Der Zweite Weltkrieg will nicht Geschichte werden
Sogar im Vorfeld des 60. Jahrestages des Sieges über das nazistische Deutschland will der Zweite Weltkrieg einfach nicht der Vergangenheit anheimfallen, sondern er wird immer noch für politische Intrigen missbraucht.

Selbst solche faschistische Vernichtungslager wie Auschwitz werden erneut zum Gegenstand heftiger Diskussionen. Ein schöner Feiertag.

Im neulich erschienenen Buch "Geschichte Lettlands: Das 20. Jahrhundert", das persönlich von Vaira Vike-Freiberga - Präsidentin eines EU-Staates (!), vorgestellt wurde, wird Salaspils, eines der schrecklichsten Vernichtungslager des Zweiten Weltkrieges bei Riga, wo barbarische Experimente an Kindern durchgeführt wurden, als "Besserungs- und Arbeitsanstalt" bezeichnet, so wie es in der Goebbels-Terminologie hieß. Die ehemaligen lettischen SS-Angehörigen werden in dem Buch als Kämpfer gegen die roten Besatzer verkauft. Laut Angaben der lettischen Wochenzeitung "Stunde" wurde die Arbeit an dieser schändlichen Ausgabe teilweise durch die US-Botschaft finanziert.

Einige ehemalige Sowjetrepubliken und Länder der ehemaligen "sozialistischen Gemeinschaft" sind offenbar eifrig darum bemüht, den Russen nahe zu legen, dass ihre Soldaten, die Warschau und Prag befreiten, Krakau vor der totalen Vernichtung retteten und die Hitler-Höhle in Berlin einnahmen, keine Befreier, sondern Besatzer waren. Mit anderen Worten: Für einige Befreite scheint der Faschismus nun, im 21. Jahrhundert, sympathischer als die Rote Armee. Roosevelt und Churchill hatten also offenbar nicht Recht, als sie den Heldenmut der russischen Soldaten bewunderten.

Statt den Jahrestag des Sieges zu feiern sollten die Russen nach Ansicht solcher Staaten wie Lettland lieber um Vergebung für die Taten ihrer Väter und Großväter bitten.

Hätte ich eine solche Möglichkeit, würde ich das auch tun: Zuerst würde ich mich für den überflüssigen Eifer unserer Veteranen entschuldigen und dann bei den jetzigen Kritikern Russlands - jedem in sein Haus - den Faschismus wieder einkehren lassen. Und dann mögen sie mit den Führern des Dritten Reiches klar kommen, wie sie wollen. Ich bin gespannt, wie sie dies tun würden.

Es tun einem nur die Kinder in Salaspils leid, die deutschen Antifaschisten beim Verhör bei der Gestapo, die Amerikaner, die nach der Landung in der Normandie starben, die englischen Matrosen, die Land-Leas-Hilfsgüter über den nördlichen Eisweg nach Russland brachten. Auch die Helden der französischen Résistance, die jugoslawischen Partisanen und die aufständischen Juden im Warschauer Ghetto. Auch tut mir mein eigener Vater leid, der in diesem Krieg vom ersten bis zum letzten Tag gekämpft hat.

(von Pjotr Romanow, politischer Kommentator der RIA Nowosti).
Sowjetische Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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Deutsche Agitproplakate zum 2. Weltkrieg
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