8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges


"Moskowski Komsomolez" zum Boykott der 60-Jahr-Feier des Sieges in Moskau durch die Präsidenten Estlands und Litauens
Lettlands Präsidentin Vaira Vike-Freiberga hat blutenden Herzens ihre Zustimmung zur Teilnahme an der 60-Jahr-Feier des Sieges über den Faschismus in Moskau gegeben.

Ihre Amtskollegen aus Estland und Litauen, Arnold Rüütel und Valdas Adamkus, erklärten dagegen offiziell, sie würden auf ihre Teilnahme an den Feierlichkeiten verzichten, schreibt "Moskowski Komsomolez" am Mittwoch.

Mehrere Experten äußerten sich in der Zeitung zu den eventuellen Folgen dieses Verzichtes.

Konstantin Satulin, Staatsduma-Abgeordneter: Die Folgen werden die denkbar skandalösesten sein. Ich bin mir nicht sicher, dass die Entscheidung, auf die Reise nach Moskau zu verzichten, im Baltikum und nicht in Washington getroffen wurde. Und noch ein wichtiges Moment: Sollte der Molotow-Ribbentrop-Pakt (der Nichtangriffsvertrag zwischen der UdSSR und Hitlerdeutschland) revidiert werden, so würden sich Litauen und die Ukraine in einer ungünstigen Lage befinden, weil sie heute frühere polnische Gebiete besitzen.

Andrej Piontkowski, Direktor des Zentrums für strategische Studien: Der Verzicht des estnischen Präsidenten wird zu einer Verzögerung der Unterzeichnung des Grenzvertrages führen, dessen Entwurf längst fertig ist. Russland verzögert die Unterzeichnung, um zumindest einen Druckhebel gegen Estland zu bewahren. Lettlands Präsidentin, die doch nach Moskau noch kommen wird, bemüht sich in diesem politischen Spiel im Gegenteil um eine möglichst baldige Unterzeichnung eines analogen Grenzvertrags. Insgesamt wird sich aber nichts ändern.

Konstantin Kossatschow, Chef des Auswärtigen Staatsduma-Ausschusses: Die Folgen werden nicht besonders furchtbar sein, es ist aber peinlich, dass wir eine historische Chance verpassen, unsere gemeinsamen Probleme zu klären. Unsere Beziehungen werden sich in einem äußerst langsamen Tempo entwickeln.

Politologen im Baltikum prognostizieren, dass Litauen und Estland eine Isolation und ein fehlendes Verständnis seitens der Europäischen Union und der NATO drohen würden (mehr als 50 Länder haben bereits bekanntgegeben, sie würden den Sieg über den Faschismus gemeinsam mit Russlands Bürgern feiern).

"Nun wird Lettland allein die Position der baltischen Länder hinsichtlich des Abschlusses des Zweiten Weltkrieges erläutern müssen", stellte Lettlands Regierungschef Aigars Kalvitis mit Bedauern fest. (RIA)
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