8./9. Mai - Ende des Großen Vaterländischen Krieges


Estnischer Präsident fand „stichhaltigen" Grund für sein Fernbleiben von Siegesfeierlichkeiten in Moskau
Der Präsident Estlands hat seine Weigerung, am 9. Mai nach Moskau zu kommen, mit dem Druck der Öffentlichkeit erklärt.

„Als ich die Einladung vom Präsidenten Russlands erhalten hatte, wurden in der estnischen Öffentlichkeit lebhafte Diskussion zu dieser Frage entfaltet und unterschiedliche Argumente (für und wider die Moskau-Reise) angeführt." Das sagte der estnische Präsident Arnold Rüütel am Freitag in einem Interview mit dem Sender „Echo Moskaus".

„Einerseits wurde die große Rolle des russischen Volkes beim Sieg im Großen Vaterländischen Krieg gewürdigt. Andererseits darf nicht vergessen werden, dass Estland nach Kriegsende seine Unabhängigkeit verlor", sagte der Präsident.

Rüütel erläuterte, dass „sich in unserem Volk unterschiedliche Meinungen bildeten". „Zu guter Letzt wurde beschlossen, dass der Premier oder ein anderer ranghoher Beamter Estland bei diesem Fest vertreten könnte, während der Präsidnet an diesem Tag mit seinem Volk bleiben wird", sagte der estnische Staatschef.

Wäre er eine Privatperson gewesen, wären seine Argumente hinsichtlich des Aufenthaltes oder der Abwesenheit in Russland am 9. Mai etwa dieselben, so Rüütel.

Wie der estnische Staatschef weiter ausführte, wird am 9. Mai in Estland der gefallenen sowjetischen Soldaten wie auch derjenigen gedacht, die in der deutschen Armee dienen mussten. „In Estland sind sowohl von einer als auch von der anderen Seite Veteranenorganisationen gebildet worden, und ich bin davon überzeugt, dass sie zu gegenseitigem Einvernehmen gelangen könnten", sagte Rüütel.

Auf die Frage, was sich in den Beziehungen zwischen beiden Ländern ändern solle, damit ein neuer Präsident Estlands in zehn Jahren zum 70. Jahrestag des Sieges anreise, sagte Rüütel, vor allem Estland müsse das Andenken an die Opfer bewahren, die Russland im Krieg getragen habe. Aber auch Russland müsste erkennen, dass die Esten ebenfalls gegen den Faschismus gekämpft hätten, so der Präsident.

„Wir müssen anfangen über unsere Vergangenheit offen zu reden, um dies in Zukunft nutzen zu können", resümierte der estnische Staatschef. (RIA)
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